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Hohenstein-Ernstthaler Tageblatt : 25.03.1902
- Erscheinungsdatum
- 1902-03-25
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id1841109282-190203258
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id1841109282-19020325
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-1841109282-19020325
- Sammlungen
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Hohenstein-Ernstthaler Tageblatt
-
Jahr
1902
-
Monat
1902-03
- Tag 1902-03-25
-
Monat
1902-03
-
Jahr
1902
- Titel
- Hohenstein-Ernstthaler Tageblatt : 25.03.1902
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Existenz dorthin »< An- mit dem Männer mit eine zuzusteu gerade l die Berl stehende Falle b Berabsch zahlreich sunden, reitet w zog sich zu, daß schwoll hinzugez anschein karten r den Hä sind, wi ung det jedes C einigen Unters^ schlußk melten zu vera ung del worden. hier B Güsselb Heinitz ebenso Vermin Äugens« eine hü Kurt H Sparka Der B funden' hat abe aus an Chcmni kind Ti zwar n Tage ! größten die übr Soubre TrapezI preisgel sche D Brothei scheu P virtuose lerinner Darbiet fertigt. Nieders scheinen aus dei hat die Morgei Hecker stein-E in der 8 knecht s von hii zu Bol wehrte ab und die He« oder ei feststelle des St der Fr« ihren 3 nöthigt Neukons sonntag gleitung will eil zum B des Bä dem an Spinne des He öffnung Hofe st Falles licherw: ungen folgend« diener t auf den stangenl bemerkt« welch' l die Puf davontri Bedauei Vater e gegen 1 großer auSgefül Ladenrä Ladendes es wied« Herrn ff Spitzbub einen W der und dem des den der be- er- Die Vermögenssteuer will ein ansehnlicher Theil >er Mitglieder in der I. Ständekammer durch eine Reutensteuer und die Beibehaltung der Grundsteuer ersetzen. Erlangt dieser Vorschlag die Majorität, so wird ich ihm die ll. Kammer ganz entschieden widersetzen. Ls würde sich also ein zweiter Konflittsall zwischen den beiden Kammern ergeben, dessen Erledigung weniger leicht fein dürste, als der in der Diätevsrage. Die ung über die Vorgänge bei der Lottericdurlehnskasse, welche einen Verlust von mehreren Millionen Marl durch die Verbindung mit der Leipziger Bank erlitten hat. Jnsbefondere besteht die Absicht, diejenigen hohen Beamten voll zur Verantwortung zu ziehen, denen die Verpflichtung oblag, die Geschäftsführung dieser Kasse dauernd zu überwachen. — Allgemein ist die Verwun derung darüber, daß die Steuervorlagen, die in der ung. die in den Bewilligungen von Forderungen Etats allseitig beobachtet wird, gelingen dürfte, angekündigtcn Zuschlag zu den bestehenden Sätzen Einkommensteuer sogar auf nur 20 Prozent zu Die Polizeibehörde versprach ihm, Schutz zu gewähren, wenn seine Furcht als berechtigt erkannt werden würde. — Die demokratische Partei ist entschlossen, die Burenfrage zur Parteifrage zu mache». Den Angriffs punkt bildet gegenwärtig die Weigerung d-s Staats sekretärs Hay, eine Interpellation, betreffend die Nichtgewährung von Durchlaßpässen für die Ueber- bringer des in Illinois gesammelten Hilfsfonds für die Buren, zu bean Worten. Staatssekretär Hay meint, der Hilfsfonds von 60 000 Dollars sei zu klein, um Vie Absendung eines Spezialgesandten zu rechtfertigen, und schlägt vor, das Geld durch das Konsulat zu übermitteln. Wenn aber durchaus nach einem Spezial- gefandten verlangt werden sollte, so würde das Staats departement Pässe besorgen, wie solche den deutschen HilfSagrnten für die Burenlager gegeben worden seien. Zwei Demokraten griffen vorgestern im Kongreß die republikanische Mehrheit heftig an, weil keine buren freundlichen Beschlüsse gefaßt worden seien. Foster- Illinois nannte dies Feigheit und böseS Gewissen wegen der Philippinen. Cochran-Missouri verlangte zu wissen, was aus dem Antrag, den Präsidenten Krüger nach Amerika einzuladen, geworden sei. Noch bezeichnender für die demokratische Politik ist die Rede, welche der frühere Gouverneur von New-Iork, Hill, der nach der Abhalfterung Bryans Präsiventschafts- kandidat ist, vorgestern bei der St. Patrikfeier hielt. Hill führte aus, die Pflicht der Bereinigten Staaten sei es, den Buren ihre Sympathie airszudrücken, und zwar gleichgiltig, ob die britischen Staatsmänner wöthend würden und der englische Löwe brülle. Mordversuch au einem Schutzmann. — Hohenstein-Ernstthal, 24. März. Das Expeditionszimmer der hiesigen Polizeihauptwache wurde am Sonntag Abend der Schauplatz einer blu tigen That. Kurz nach r/,8 Uhr kam auf einem Bestellgange eine Person in das Zimmer. Aufs Höchste erschrocken prallte diese jedoch zurück, denn auf dem Fußboden lag inmitten einer großen Blutlache besinn ungslos der zur Zeit wachhabende Schutzmann Beyer. Der herbeigerufene Arzt stellte zunächst eine Kopf wunde fest, herbeigeführt durch einen kräftigen Schlag mittels stumpfen Instrumentes. Nach diesem Schlage muß wohl Beyer sofort das Bewußtsein verloren haben, und der Verbrecher hat dem nunmehr Wehrlosen auch noch eine 3 cm lange Stichwunde über dem linken Auge beigebracht. Aber wie das alles vor sich ge gangen und wer als Thäter in Frage kommt, dar über ist bis jetzt noch nicht das Geringste festgestellt. Der Verletzte erzählte, nachdem das Bewußtsein wieder zurückgerufen worden war, er habe gelesen und er könne sich auch noch erinnern, wie eS vom Thurme >/^8 Uhr geschlagen habe. Er kann sich jedoch auf nichts besinnen, was nach diesem Augenblicke vorge gangen sein muß. Nach Lage der Sache ist anzu nehmen, daß der Thäter geräuschlos die Thür geöffnet und sich ins Zimmer geschlichen hat. Wenn der Schutzmann auch im letzten Augenblicke vielleicht die Anwesenheit einer Person im Zimmer wahrnahm, so hat er aber jedenfalls, ehe er die Situation überblicken konnte, den Schlag erhalten, der ihn besinnungslos zu Boden streckte. Die Polizei entwickelte noch in vergangener Nacht eine fieberhafte Thätigkeit, die bis heute Vormittag zwar nur weniges ans Tageslicht förderte, die aber immerhin feststellte, daß der Thäter zweifellos in hiesiger Stadt zu suchen ist. DiePolizei- Verwaltung richtet an die Bewohnerschaft das drin gende Ersuchen, alle Wahrnehmungen, die zur Er- n ittelu- g des Thäters führen könnten, an hiesiger Polizeistelle mitzutheilen. — Wie alljährlich, sammelten sich auch gestern Nachmittag die Neukonfirmirten mit ihren Angehörigen im Saale des Schützenhauses zu einer familiären Feier. Der große Saal war übervoll, und reichlich tausend Menschen dürften da gewesen sein. Mit dem Gesang „So nimm denn meine Hände und führe mich" wu«de die Feier eröffnet. Darauf begrüßte der „große Familienvater", Herr Pfarrer Albrecht, die Anwesenden und wünschte einen gesegneten Verlauf des Nachmittags. Es sei etwas Schönes ums Vorbild, und ganz besonders sei ein solches am Konficmationstage viel Werth. Der heutige 23. März zeige uns ein rechtes Vorbild; an diesem Tage sei ja Fürst Wolfgang von Anhalt gestoi den, einer der fünf Fürsten, die am 25. Juni 1530 die AugSburgifche Konfession unterzeichneten. Ihm, der „Gat und Blut" für die Sache des Evangeliums ließ, seien wir zu be sonderem Danke verpflichtet. Ec stammte aus dem frommen Hause der ASkanier und wurde jromm und ritterlich erzogen. Ec lernte Luther und seine Sache kennen, und das ganze Auftreten Luthers in WormS hat ihn schließlich zum Evangelium bekehrt. 1529 protestirte er in Speyer gegen die Forderungen der Kaisers und der Katholiken; 1530 ebenfalls. Doch wurde er nach der unglücklichen Schlacht bei Mühlberg geächtet und seines Thrones entsetzt, war aber so voll Gottvcrtrauens, daß er bei dem Ausritt aus seiner Hauptstadt sang: „Ein' feste Burg ist unser Gott". Nach fünf Jahren kehrte er zurück, übergab aber die Regierung seinen Verwandten. Am 23. März 1566 ist er selig entschlafen. Bon diesem Manne, führte Herr Pfarrer Albrecht aus, sollten die Neukonfirmirten das thun lernen, was sie am Morgen versprochen und sollten bekennen vor „Kaiser und Reich", auch in That und Wandel. Und hätten sie Spott und Hohn zu tragen, so sollten sie ihren Herrn Christum bekennen, auch durch Dulden. Nun folgten in bunter Abwechselung Deklama tionen von Neukonfirmirten, Aufführungen des Jüng lings- und Jungfrauenvereink, Gesänge, Zithervorträge u. a. m. Nach 7 Uhr fand die Feier ihren Abschluß mit dem gemeinsamen Gesang des Liedes „Lobt froh den Herrn, ihr jugendlichen Chör — Bor zirka 14 Tagen verließ ein hier wohn hafter, verheiratheter Web r seine Familie, um in Amerika sein Glück zu versuchen. In Bremen gerieth er unter ausländische Anwerber. Nicht lange dauerte es und ein heftiger Srreit entstand, in dessen Verlauf der junge Mann dermaßen mit Messer und Stöcken zugerichtet wurde, daß er vorläufig feine Reife auf geben mußte. Vorige Woche traf nun der Bedauerns- werthe wieder in hiesiger Stadt ein, um sich bei feinen Angehörigen verpflegen zu lassen. Außer bedeutenden Stichwunden am Kopse hat er noch schwere Verletz ungen am Arme davongetragen, so daß es fraglich bleibt, ob der Arm überhaupt wieder richtig brauch bar wird. Gestern verließen wieder zwei junge Weber die Heimath um sich im fernen Amerika eine bessere Der Kriez am Transvaal. NrtedeuSgerüchte. Wolffs Bureau überraschte uns heute Morgen New-OrleanS, 20. März. Wegen Drohungen des Burenagenten Pearson, Pferde Maulesel, die nach Südafrika abgehen fallen, auf Berschiffungsplatze mit bewaffneter Hand anzugreifen, hat die Stadtbehörde auf Ersuchen deS Staatssekretärs Hay angeordnet, daß der Platz polizeilich bewacht werde. Auch der britische Konsul van Sittart hat polizeilichen Schutz für sein Haus und seine Person verlangt, weil er angeblich fortwährend bedroht werde. SSchstsches. , Hotzettstettt-Grustthol, 24. März 1902. Mitthetluageu von «llgemcinem Jntrresi- werden denkbar ent gegen geusmmeil und rUcntl. honorM. — Die „Dr. Nachr." schreiben: In Landtags- kreifen verlautet, daß es dank der starken Zurückhalt. durch bei Rhenosterkop von den Engländern hart bedrängt und einmal beinahe gefangen genommen. Am Freitag Abend sandten sie Stafettenreiter nach Balmoral, welche ihr Eintreffen dort ankündigten. Die Burenhäupter trafen am Sonnabend ein und reisten sofort nach Prätoria weiter Sie fuhren hier in Kitcheners Wagen nach dem Haupt quartier, hatten eine Unterredung mit Kitchener undreisten alsdann nach dem Oranjestaat weiter. „Daily Chronicle" meldet, sie reisten nach Kroonstad weiter. London. 24. März. Die Morgenblätter stim men darin überein, daß die Meldung aus Pretoria betreffend die Burendelegirten nicht genau genug sei, um etwas Bestimmteres als Bermuthungen Raum zu geben. Die Meldung wird als Hoffnung versprechend angesehen, aber mau bezweifelt, ob die Autorität Schalk Burgers von Botha, Delarey und Dewet an- erkannt wird. London, 24. März. „Central News" melden aus Pretoria: Man zweifelt nicht daran, daß die Mitglieder der Transvaalregierung an Kitchener mit Friedensvorschlägen herantreten werden. Kitchener be findet sich südlich vom Baalfluß, wo er gegen Dewet und Delarey operirt. Diese Nachricht wird von den Blättern als die beste bezeichnet, die feit Beginn des Krieges eingetroffen ist. Die Delegation wurde vom Chef der Militärregierung empfangen. Sie wird sich nach dem Oranjestaat begeben, wo sie mit Lord Kit chener eine Zusammenkunft haben soll. Obwohl die englische Regierung immer von neuem erklären läßt, daß Lord Wolseley bei seiner bevor stehenden Reise nach Südafrika keinen amtlichen Auf trag zu erfüllen habe, erhält sich doch in England die Ueberzeugung, daß der ehemalige Oberbefehlshaber der britischen Armee für die Anknüpfung von Friedens unterhandlungen thätig sein solle. Daß sich diese Be- hauptung erhält, ist ein deutliches Zeichen für die Stimmung im Vereinigten Königreich. Bemerkens- werth ist auch, daß Personen in angesehener politischer Stellung zu London, die sich jetzt in Berlin auf hielten, mit voller Ueberzeugung erklärten, daß in den nächsten Monaten fchon ein Waffenstillstand abge- schlossen sein werde. Wenn man hinzunimmt, daß die englische Regierung in Beantwortung des Vorschlages des holländischen Ministerpräsidenten Kuyper mitthcilte, sie habe den Lord Kitchener telegraphisch ermächtigt, sich mit Steijn und Schalk Burgher in Verbindung zu setzen und deren Vorschläge entgegenzunehmen, so gewinnt die behauptete Mission WolseleyS an Wahr- scheinlichkeit. Die Hoffnung der Engländer, daß die Buren von selbst kommen würden, hat sich nicht er- füllt. Nun wird man wohl den umgekehrten Weg einschlagen wollen. Lord Kitchener, der schon vor einem Jahre aus eigenem Antriebe zu FriedevSunter- Handlungen mit Botha schritt, aber beim Londoner Kabinet auf Ablehnung stieß, mag wohl nicht geneigt sein, seine Angebote zu wiederholen. Nicht unmöglich ist es auch, daß man als Unterhändler eine Persön lichkeit sucht, die in den südafrikanischen Fragen noch nicht hervorgetreteu und den Buren persönlich an- genehmer ist als der schroffe Lord Kitchener. Das FriedenSbedürfniß in England ist offenbar größer als man es laut werden läßt. Ein Gesichtspunkt blickt aber ganz bestimmt aus allen diesen Einzelheiten hin durch, nämlich daß das englische Volk im großen und ganzen die Forderung aufgegeben hat, die Buren- Republiken müßten völlig unterworfen werden. Bon gut unterrichteter Seite wird der Londoner „Deutsch. Corr." mitgethcilt, daß die Widerruf, ung der in der vielgenannten Proklamation Lord Kitchener'S enthaltenen Klausel, die Verbannung aller gefangen genommenen Bärenführer betr., un mittelbar bevorstehen soll. Der König, der durch die Freilassung und Behandlung Lord Methuen'S (be- kanntlich einer „persons ^rstissima" bei Hofe) seitens deS Generals Delarey auf das Tiefste berührt worden ist, hat, wie eS heißt, den Kriegsminister zu sich be- schieden und diesem feine Willensmeinung in einer Weise kund gemacht, die der obersten Kriegsleitung nur den Ausweg lassen dürfte, dem Wunsche des Königs zu entsprechen. schränken. — Sehr heftige Auseinandersetzungen wartet man in der Zweiten Kammer bei der Beroch- der Buren-! daß die Vermögenssteuer überhaupt nicht zu Stande «kommt. , - _ ... ..... — .. ruhigere» Loo» und alle Genüsse der Lebens sichern".! durch Nachrichten über Friedensgerüchte, die wir be- Alexander hörte Panine ruhig an, äußerte sich aber " ' weder zustimmend noch ablehnend. Bald darauf fiel Panine in Ungnade und wurde nach Moskau ver bannt. So blieb Pahlen allein die Vollbringung deS Werkes. Vorsichtig und kühn zugleich ging er daran, den Kaiser von allen Seiten zu umzingeln, in feine Macht zu bringen. Er besorgte sich Schlüssel zu allen Eingängen deS Michael-PalaiS, das Paul wie eine kleine Festung angelegt hatte, und in dem allein er sich sicher fühlte. Das Einverständniß des vertrauten Günstling- Pauls, feines früheren Barbiers, nun mehrigen Oberjägermeisters und Grafen Kutaissoff, gewann er dadurch, daß er dessen Geliebte, eine sran- eugen aus, daß ein „ . kommandoS in Bezug auf die Kleidung ebenso schlimm daran ist, wie die Gefangenen aus dem Middelburg-' Distrikt. Der Krieg geht weiter, und die Buren haben keine Gelegenheit, ihre abgetragenen Kleider aus eigenen Magazinen zu ersetzen. Sie sind daher häufig ge zwungen, die englischen Uniformen, die sie erobern, zu benutzen. Je länger der Krieg dauert, desto häufiger wird dies der Fall fein. SS existirt nun ein Kriegs- recht, welches von der Annahme auSgeht, daß beide kriegführenden Parteien ihre eigenen Uniformen be- itzen, und aus diesem Grunde bestimmt, daß Leute, die in der Uniform deS Feindes gefangen werden, des Todes fchuldig sind, weil sie diese Uniform nur an gezogen haben können, um zu betrügen. ES ist sicher lich für diejenigen, die die Ehre deS englischen Militärs hochschätzen, von Bedeutung, Mr. Brodrick zu veran lassen, öffentlich zu erklären, daß Buren in Khaki nur dann erschossen wurden, wenn sich nachweisen ließ, daß sie die Khakiuniform zu betrügerischen Zwecken, nicht aber auS Kleidernoth trugen. Wir sind hoffent lich nicht so tief gesunken, daß wir ein Kriegsgesetz, welcher auf den Bürgerwehrsoldaten gar nicht berechnet fein konnte, dazu auSnutzen, um kaltblütig Männer zu tödten, die von den eroberten Beständen in ehrlichem Kampfe Gebrauch machten, weil sie nicht nackt bleiben konnten." Die Westminster Gazette fügt dieser Zu schrift hinzu: „Der Schwerpunkt der Frage scheint uns der zu fein, ob die erschossenen Buren lediglich Khaki oder auch die englischen Abzeichen trugen. Im letzteren Falle würden sie keine Entschuldigung haben." Lord Roberts traf zur Besichtigung der demnächst nach Afrika zu befördernden neuen Neomanry-Forma- lionen im irischen Standlager in Curragh ein, äußerte sich sehr befriedigt über die Erscheinung und die Be wegungen der ihm vorgeführten irischen Reiter und legte ihnen dringend ans Herz, sich mit Eifer den Verhältnissen der südafrikanischen Kriegführung anzu- passen. Ganz besonders aber hob er die Nothwendig, keit sorgfältiger Pferdepflege hervor und gab seinen Zuhörern zu erwägen, daß, falls die Pferde nicht leistungsfähig seien, die ganze Truppe ihren Werth verliere. Lord Kitchener schreibt mir, bemerkte der Schwierigkeit einer Verständigung liegt auch in dem persönlichen Verhalten des neuen Finanzministers. Herr Dr. Rüger soll persönlich kein Freund der Ver mögenssteuer sein; er hat sich bis jetzt auch nur al» ein lauer Vertheidiger der Regierungsvorlage erwiesen, die ihm sein AmtSvorgäuger als Erbschaft hinterlassen hat. Sonst hätte sie vielleicht im Schoße der Finanz- deputation der I. Kammer schon eine schnellere Berathuvg erfahren. — Die „Chemn. Allg. Ztg." melden aus Dresden: Nach einer von der Regierung an die 1. Ständekammer gerichteten Mittheilung sollen die Wohnungsgeldzuschüfse erst am 1. Januar 1S04 in Wirksamkeit treten, da an gesichts nothwendiger allgemeiner Steuerzuschläge sich die Gewährung von Wohnungsgeldzuschüffen, die etwa 18"/, Steuerzuschläge allein erfordern würden, sehr schwer recht fertigen läßt. aut genug gewesen wäre. Verschiedene der Gefangenen hatten mehrere Anzüge übereinander gezogen, damit oi: Löcher der einen Kleidungsstückes durch daS andere verdeckt würden." — An diese Schilderung knüpft der Einsender des Schreiben- an die Westminster Gazette folgende Betrachtung: „Mr. Brodrick theilte dem zösische Sängerin, bezahlte. Dann vermochte er den Zaren, die verbannten Brüder Zouboff, die unter der Regierung Katharinas ll. eine so große Rolle gespielt hatten, zurückzurusen. In ihnen NM er gewiß, zähe, entschlossene Bun desgenossen zu finden. Auch die, wenigstens stillschwei- gende Einwilligung der Kaiserin sicherte er sich, wie behauptet wird und wie auch Sorel annimmt, indem er ihr in Aussicht stellte, nach dem Beispiele Katha rinas werde sie selbst die Nachfolgerin ihres Gatten aus dem Throne werden. So war alles wohl vorbereitet, als Pahlen die Ausführung der That, mit Rücksicht auf das die Wache habende Regiment, auf die Nacht vom 23. zum 24. März 1801 festsetzte. Um Mitternacht wurde gemeldet, daß ein Ba taillon deS Semenof-RegimentS und zwei des Preo braschenski die Wachestellung um daS nahegelegene Michael-PalaiS, in dessen Sommergarten, eingenommev hatten. Nun machten sich die Verschworenen unter der Führung Platon ZouboffS und Bennigsens auf den Weg. Pahlen verließ sie, um daS Kommando der Truppen in der Stadt zu übernehmen und auch Ba- lerian Zouboff, der nur ein Bein hatte, trennte sich von ihnen. Das Thor deS Palastes wurde ihnen von einem mitverschworenen Adjutanten geöffnet. Eine Laterne in der Hand geleitete er sie bis an das An kleidezimmer des Kaisers. Hier schlief ein junger Kammerdiener. Vom Lärm geweckt, sprang er auf und rief um Hilfe. Man schlug ihn nieder. Aber sein Geschrei hatte auch den Kaiser erwachen lassen. Vom Bette stürzte er sich nach der Thür, die in das Neben zimmer zur Kaiserin sührte. Doch er hatte vergessen, daß er selbst in seinem Mißtrauen gegen jedermann die Thür hatte vor kurzem versperren lassen. Da wickelte er sich in die Portiere, die sie verdeckte. Einen Augenblick hatten die Verschwörer gestutzt, als der Kammerdiener Lärm schlug, einige von ihnen waren sogar zur Treppe zurückgeeilt. Aber Bennigsen feuerte sie mit den Worten: „Der Wein ist abgezogen, jcht muß er auch ausgetrunken werden," wieder an, und so drangen sie in das Schlafzimmer des Kaisers ein. Mit der Laterne leuchteten sie in das Bett, und da sie es leer fanden, in alle Winkel des Raumes, bis sie Paul in seinem Versteck entdeckten. Im Hemde, leichenblaß, an allen Gliedern schlotternd, wurde er hervorgezogen. Man schleppt ihn an'den Tisch, drückt ihn in einen Stuhl nieder, legt ihm das Manifest vor und zwingt ihm eine Feder in die Finger. Mit dem Hute auf dem Kopfe, den Degen in der Hand vor ihm stehend, befiehlt Bennigsen ihm, zu unterschreiben. Zouboff liest ihm, selbst vor Aufregung am ganzen Leibe zitternd, den Inhalt der Proklamation vor. Aber aus einmal iährt der Kaiser aus seiner Betäubung auf, bricht in lauten Zorn aus, schreit, droht. Ein unbe schreiblicher Tumult entsteht. Die ganze Schaar der von Wein und Wuth trunkenen Männer dringt auf ihn ein, sie beschimpfen ihn, fchon heben sich bei dem und jenem die Fäuste Mitten unter ihnen steht die kaum bekleidete, dürre, groteske Jammergestalt dessen, der ge stern noch allmächtig über ihr Wohl und Wehe gebot. Aber der Augenblick drängt zur Entscheidung. Nikol. Zouboff, ein Riese an Wuchs, holt zum Schlage aus. Noch ein mal erwach e in Paul des Gefühls der beleidigten Majestät, er setzt sich zur Wehr. Ein Offizier greift ihm um den L ib, und beide rollen zu Boden. Jetzt stürzten sich alle auf ihn, die Säbel fahren aus der Scheide. Sie schlagen «hm auf den Kops, aus die Arme: Er blutet, heult, zappelt. Einer der Mörder nimmt seine Schärpe und schlingt sie ihm um den Hals. Paul glaubt in ihm seinen Sohn Constantin zu entdecken und ruft: „Gnade, Hoheit, Luft, Lust!" Da er die Hände zwischen Schlinge und Hals bringt, reißt man sie fort, zieht den Knoten zu. Er erstickt, er ist tobt. DaS alles hatte drei Viertelstunden gedauert. Nun hieß eS, sich die Früchte des Sieges sichern. Bennigsen, der die traurige Rolle des Regisseurs die ser Tragödie spielte, schaffte zunächst einmal Ordnung im Zimmer, schickte die Mehrzahl der Verschwörer fort, ließ den Leichnam vom Boden aufheben, mit der Uniform bekleiden, den verstümmelten Kops mit einem Tuche bedecken, den Arzt herbeiholen und feststellen, daß der Zar „einem Schlaganfalle" erlegen sei. Pahlen, der inzwischen erschienen war, übernahm eS, dem Thronfolger und der Kaiserin das Geschehene zu melden. Alexander hatte gewußt, daß die Nacht zu; Ausführung deS Planes bestimmt war, und sie schlaf, los, angekleidet, auf feinem Bette verbracht. Bleich, stumm, im Innersten erschüttert, vernahm er die Kunde, und fast willenlos ließ er nun alles über sich ergehen. Anders die Kaiserin. Die lief weinend, schreiend durch die Gänge des Schlosses, weniger aus Schmerz über den Tod deS Gatten, denn aus bitterer Enttäuschung darüber, daß nicht ihr seine Nachfolge zu Theil wer den sollte. Die wichtigste Frage jedoch war, wie das Heer sich den vollendeten Thatsachen gegenüber ver halten würde. Die um das Michael-Palais versammelten Truppen nahmen zuerst eine drohende Haltung an. Aber als am Morgen St. Petersburg erwachte, an den Straßenecken ein Ausruf verkündete, daß der Tyrann, der Schrecken aller, beseitigt sei, gerieth die Bevölkerung in einen wahren Freudentaumel, der bald auch die Regimenter mit sich sortriß und damit das endgiltige Gelingen des Anschlages und den Mördern Vergebung und Vergessen sicherte. ä. v. W. im B. L.-A. Oberbefehlshaber im Laufe seiner Ansprache: „Ich habe die größte Noth in der Welt, die Leute, die ich hier habe, beritten zu machen. Schicken Sie mir ja keine Reiter mehr zu, wofern sie nicht für ihre eigenen Pferde zu sorgen wissen. Denn ich kann den Leuten nicht ein über daS andere Mal neue Pferde liefern, die doch nicht sorgfältig gepflegt werden." „Sie müssen sich darüber klar sein", fuhr Lord Roberts fort, „daß, wenn Sie nicht für Ihre Pferde sorgen, Sie in Block häuser gelegt oder zur Bewachung der Verbindungs- limeu verwandt werden. Gegen den Feind werden Sie Vann nicht geführt. Ich mache Sie daher noch mals darauf aufmerksam, daß die Hauptsache stets ist, nach Pferd und Sattel zu sehen. Lassen Sie nie Ihre Pferde ohne Wasser und Futter, wenn eS nur irgend wie in Ihrer Macht steht." Einen Entrüstungssturm hat in Burenkreisen die Erklärung BrodrickS hervorgerufen, daß Lord Kitchener verschiedentlich habe Buren erschießen lassen, die Khaki getragen hatten. In Brüsseler Burenkreisen betont man, daß die Buren infolge der Unmöglichkeit, Kleider zu bekommen, gezwungen sind, solche den Briten ab- zunehmen. DaS Nichtdurchlassen von Kleidungsstücken seitens der Briten ist absolut ungerechtfertigt, da Kleider zur KriegScontrebande nicht gehören. Nament lich wenn dasselbe England, das sich hier als strenger Richter gebärdet, aus aller neutralen Herren Länder Rekruten und Kriegsmaterial erwirbt. Der Westminster Gazette geht eine interessante Betrachtung über die Thatsache zu, daß die Buren das englische Khaki tragen. Diese Betrachtung schließt an die Beschreibung einer Abtheilung Burengefangener an. Diese, von einem Korrespondenten der Cape Times herrührend, schildert den Einmarsch der im Middelburg-Distrikt gefangenen Buren in Prätoria und hat folgenden Wortlaut: „Es würde ein vergeb licher Versuch sein, eine Schaar von Menschen zu finden, die in der Kleidung heruntergekommener sind als diese Buren. Sie sehen gesundheitlich, wenn auch nicht blühend, so doch ganz zufriedenstellend aus. Was aber die Kleidung anbelangt, so befindet sich unter ihnen nicht ein einziger, bissen Anzug für eine Vogelscheuche .! durch Nachrichten über Friedensgerüchte, die wir be- reit», soweit thunlich, durch Extrablatt verbreiteten. l Reuters Bureau meldet nämlich: PrLtoriO, 23. März. Die Mitglieder der Trans- vaalreaierung Schalk Burger, Reitz, LucaS Meyer, Krogh und Vandervelo sind hier von Middelburg mit Son derzug unter Parlamentärflagge eingetroffen. London, 24. März. Dem „Standard" wird aus Prätoria telegraphirt: Schalk Burger und die übrigen Burenvertreter wurden einen Theil der letzten Woche hin- Hause der CommonS am Dienstag mit, daß Lori« Zweiten Kammer mit Aufbietung aller Kräfte so schnelle Kitchener die in englischer Uniform gefangenen Buren Förderung erfahren haben, nicht vorwärts zu bringen habe erschießen lasse». Nun sagen aber viele Augen-I sind. Man gelangt immer mehr zu der Besorgmß,
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