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del 25 ) schließt in die Walternienburg-Bernburger Kultur auch einen Teil der keramischen Formen der ivner Kultur ein, und zwar nicht nur die „Bern- burger" Tasse, sondern auch die Mörser, die ovalen Schüsseln mit geraden Wänden und Griffzapfen, die halbkugeligen Schüsseln mit Lappen am Rande, die Vorratsgefäße und die schüsselförmigen Formen mit zwei nebeneinander liegenden, bandförmigen Henkeln, obwohl er sich über das Ausmaß der Ab hängigkeit dieser Formen von den megalithischen Kulturen der Altmark nicht völlig klar ist und in der Bernburger Kultur einen Einfluß aus dem Südosten zugibt, wie er sich in den Tontrommeln, den taschenförmigen kleinen Gefäßen u. a. ausdrückt. N. Masek 26 ) erwägt zwar die Ausscheidung der sog. Bern burger Elemente in der westböhmischen Chamer Gruppe (doppelkonische Ge fäße, Verzierungen gerader Rillen oder Leisten auf der Schulter einiger Formen, die für die ivner Kultur nicht charakteristisch sind), aber auch diese mut maßlichen Konnexionen können nach Ansicht dieses Autors nicht als hinrei chend erwiesen angesehen werden. Die auffallende Ähnlichkeit, die zwischen den sog. Bernburger Tassen aus dem Inventar der ivner Kultur und den echten Tassen der eigentlichen mittel elbischen Kultur besteht, weckt freilich ständig Erwägungen über die Zusam menhänge und ihre tatsächliche Herkunft, Fragen, die bis heute nicht völlig geklärt sind. Einen wenn auch nur untergeordneten Einfluß der Bernburger Kultur auf die Formation der ivner Kultur behandelt J. Neustupny 27 ), und zwar eben an Hand der Tasse, von der er annimmt, sie sei vermutlich von den Trägern des westlichen Zweiges der Kugelamphorenkultur aus Mitteldeutschland nach Böhmen gebracht worden 28 ). Demgegenüber erklärt N. Masek 29 ) die Beweiskraft der sog. Bernburger Tasse für das Übergreifen der eigentlichen Bernburger Kultur nach Böhmen für bisher noch strittig. In Über einstimmung mit A. Stocky betont er die typologischen Unterschiede, die zwischen den deutschen und den böhmischen Formen bestehen, wobei er an den böhmischen Funden wahrzunehmen meint, „... daß sie schon an Ort und Stelle erzeugt worden sind“ 30 ). Auch J. Filip 31 ) zählt zum „Bernburger 25) H. Preidel, Die vor- und frühgeschichtlichen Siedlungsräume in Böhmen und Mähren, München 1953, S. 45 f., Abh. 4; auf die geringe Beweiskraft seiner Schlußfolgerung wurde bereits hingewiesen (J. Driehaus — H. Behrens, in: L’Europe..., Praha 1961, S. 255). 26) N. Masek, Problematika zäpadocesk6 chamsk skupiny ve svtle nejnovejsich nälczü zvinnch sidlist’, in: Archeologick6 rozhledy XIV, 1962, S. 682—693. 27) J. Neustupny, a. a. 0., S. 147. 28) E. und J. Neustupny, Nastin pravkch djin Ceskoslovenska, in: Acta Musei Nationalis Pragae, A-Historia XIV, 1960, S. 133. 29) N. Masek, Neolitick bubny v Cechäch a na Morav, in: Archeologicki rozhledy VI, 1954, S. 654 bis 655; ders., K otäzce ivnsk kultury, in: Acta Universitatis Carolinae, Philosophica et Historica 3, 1959, Praha 1960, S. 70. 30) N. Ma§ek, Die Rivn-Gruppe in Böhmen und ihre chronologische Stellung, in: L’Europe..., S. 330. 31) .1. Filip, Pravk eskoslovensko, Praha 1948, S. 150.