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Ansatz fängt nach der Errechnung mit 7,5 mm Breite an und endet tatsächlich in einer errech neten Tiefe von 15 mm. Die scharfe Kante, die sich durch den angefangenen Sägeschnitt ergeben hat, ist an einem Ende verschliffen, weist also eine kleine Facette auf (Abb. 5, 3 und 3 b). Dies ist ein Zeichen dafür, daß der Sägeapparat, bevor er im zweiten Schnitt die richtige Führung bekam, an der besagten Stelle immer über die Kante strich, ein Fehler, der heute noch vielen Handwer kern beim Sägen anhaftet, wenn sie die ihnen zugewandte Seite des zu zersägenden Objektes durch flatternde Bewegungen beim Aus- und Einführen der Säge verbreitern, bis beim Tiefer werden des Schnittes eine sichere Führung stattfindet. Maße: Länge 129,3 mm; größte Breite 68,5 mm; größte Dicke 34,7 mm. Fig. 4. Cunnersdorf, Kreis Großenhain. S.: 280/43. Von links durchbohrter Schuhleistenkeil aus Hornblendeschiefer, sehr abgearbeitet und nach geschliffen. Der letzte Schliff von der Gleitbahn aus ist schief, also ohne große Sorgfalt ausgeführt. Es galt wohl, nur die stumpf gewordene Schneide so gut als möglich wieder anzuschleifen. Auf der Oberseite nach der Schneide zu befindet sich eine derbe Querschramme und nach dem Nacken zu noch erhaltene Facetten. Der Nacken selbst ist durch einen Sägeschnitt, dessen Absprengung wenig verschliffen ist, begrenzt. Die Schleifspuren des Schnittes gehen fast geradlinig und ziehen am Grunde des Schnittes an beiden Außenseiten nach unten, zeigen also einen konvexen Schnitt (Abb. 5, 4b). Die vor der Verschleifung des Nackens errechnete Schnittiefe beträgt 18 mm, die Anfangsbreite 9 mm. Maße: Länge 148,2 mm; Breite 38,5 mm; Höhe 55,6 mm; Bohrung linksseitig 28,8 mm; rechts seitig 20,5 mm. Fig. 5. Birmenitz, Kreis Meißen. Zugeschlagenes Stück Hornblendeschiefer mit naturglatter Oberfläche und abgespaltener Unter seite. An beiden Längskanten befinden sich Sägeschnitte, deren einer fast bis zum Grund durch geführt ist. Seine glatte Schleiffläche läßt in der wenig sichtbaren konkaven Riefelung eine Gleich mäßigkeit erkennen, die andere Schleiffläche ist im Gegensatz zur ersten zwar glatt, aber unregel mäßig und sehr unruhig in der Riefelung, ein Zeichen dafür, daß der Sägeapparat verschieden geführt wurde. Diese wellig zerrissene Schleiffläche rührt nicht von einer bestimmten Art Schleif mittel her, sondern nur von der Gewohnheit des Sägenden selbst. Außerdem ist der zweite Schnitt viel schräger als der erstere ausgeführt, so daß die abgesprengte Trennfläche senkrecht gewesen sein wird. Der im Schnittgrunde konkave Schnitt wurde nicht bis zur vollen Ausnutzung des Sägeblattes durchgeführt. Wir beobachten hier an einem Stück zwei ganz verschiedene Schnitt arten. Erster Schnitt: Errechnete größte Tiefe 20 mm; Anfangsbreite 10 mm; zweiter Schnitt: Errechnete größte Tiefe 13 mm; errechnete Anfangsbreite 10 mm (die zu erreichende Tiefe wäre auf 20 mm gekommen). Maße: Länge 94,6 mm; größte Breite 48,7 mm; größte Dicke 20,9 mm. Fig. 6. Birmenitz, Kreis Meißen. Von allen Seiten beschliffenes und beschlagenes, in der Grundform dreieckiges Geröllstück aus Hornblendeschiefer mit von Natur glatter Ober- und abgespaltener Unterseite. Die höchste Kante läßt einen kleinen konkaven Sägeschnittrest erkennen, dessen Schleifriefen ungleichmäßig ver laufen. Die errechnete Tiefe des Schnittes beträgt 11 mm. Der Schnitt liegt etwas schräg zum Stück und läßt eine Anfangsbreite von 6 mm errechnen. Ihm ungefähr parallel geht ein zweiter konkaver, fein geriefter Schnittanfang von 8 mm Breite, die noch nicht als endgültig anzusehen ist, weil der Schnitt noch keine abgesetzten Seitenwände erkennen läßt; bei 3 mm Tiefe ist der Schnitt eingestellt worden. Maße: Länge 102,7 mm; Breite 94,6 mm; größte Dicke 37,3 mm. Fig. 7. Birmenitz, Kreis Meißen. Abgespaltenes, an der Oberfläche sehr glattes, leicht poliertes Stück Hornblendeschiefer. Unter seite und Querbruch unbearbeitet. Zwei Seitenkanten sind durch Schlag abgesplittert. Auf der Oberfläche befindet sich ein sehr fein geriefter Sägeschnitt in leicht konkaver Schnittform. Die Breite desselben beträgt 4,5 mm und würde bei einer möglichen Schnittiefe von 9 mm dieses flache Stück bequem durchschnitten haben. Ein Beweis dafür, daß in jedem Fall das Sägeblatt der beabsichtigten Schnittiefe entsprechend in der Stärke gewählt wurde. Die Schnittiefe beträgt 1,5 mm. Maße: Länge 70,6 mm; Breite 64,5 mm; größte Dicke 9,5 mm.