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KAsernte bitte» wir für die Mittwoch-Nummer bi» Dienstag »»rmitiag '/,11 Uhr, für die Son«abe»d-R»m«er bi» Freitag vormittag »/,1I§Uhr ei»z»se«deu /V. «««^ erstr S!» Lchriftleitung, Druck unö Verlag von A. SHurig, Lretnig. 18. Jahrgang Rr. 94. Sonnabend, den 21. November 1998 und I au» von Bretnig, den 21. November 1908. PetzolV, Gemeindeoorstand. fährlich« Feindin, die Sehnsucht nach dem Tode. Die legt alle Kräfte lahm, daß dis Menscheusarle nicht leben und nicht sterben kann. Wie ein zitternde» Laub ist sie dann, da» der Herbststurm vergaß, al» er die an deren vom Baume riß. Gegen diese Feindin hilft nichts denn allein ein guter Wille. Leben wollen, weil wir leben sollen. Diese» Sollen weist auf einen größeren Willen, und wo dieser sich mit dem ehrlichen Willen einer ringenden Menschen berührt, da fällt schon der erste Tagesschein in die Nacht der Zwei fel und des Heimweh». Sötte« Wille — Gottes Weg. Wir wissen nicht, wo sie weilen, eins aber steht fest, sie gingen aus Gotte» Weg. Hat Gotte» Weg ein Ende? Nein! E» sind Stufen zur Höhe! Mit jebem Siege im Leben tun auch wir einen Schritt der Höhe zu, die sie schon er reicht haben! Nun lösen sich leise die Fesseln der Zeitlichkeit, nun ahnen wir, was da« heißen soll: „Von einer Klarheit zur andern". Ohne Kamps kommt niemand zur Klarheit. Und wenn unser Weg noch voll Kampf ist, — überstrahlt nicht alle« die Seligkeit, zu wis sen: e» ist Sötte» Weg, und an seinem Ende ein Ziel so leuchtend groß, daß unser Selbst mit seinem Glück und Weh davor versinkt, daß unsere Sehnsucht Kraft wird, die sich unablässig auf diese» letzte Ziel richtet: Gott Alle» in Allem! legungen und Erklärungen de» Reich»kanzler« mit großem Ernst entgegen und gab seinen Willen dahin kund: Unbeirrt durch dir von ihm als ungerecht empfundenen Ucbertreidungen der öffentlichen Kritik, erblickte er seine vor nehmste kaiserliche Aufgabe darin, die Stetig keit der Politik des Reicher unter Wahrung der verfassungsmäßigen Verantwortlichkeiten zu sichern. Demgemäß billigte der Kaiser die Ausführungen des Reichtkanzlers im Reichs tage und versicherte den Fürsten Bülow» seines fortdauernden Vertrauens." 6882" Igelit»^ -Uri ll^I- in lLvs e>» »uu lll. 3 it. Kin«'' ok kilirer- ooissaNUk» Bülow bleivt Stetch-kanzler. Man schreibt aus denparlamentarischen Kreisen: Wohl selten hat man im Deutschen Reich dem Ausgang eine Unterredung zwischen Kaiser und Kanzler mit größerer Spannung «ntgegengesehen, als dem der am Dienstag stattgefundenen, die um 11 Uhr im Neuen Palais zu Potsdam ihren Anfang nahm. Handelte e» sich doch nicht n»r darum, ob Fürst Bülow die Billigung de» Kaiser» für sein« Haltung in der „Daily-Telegraph"-XffLre dem Reichstag gegenüber fänoe und demgemäß im Amte blieb«, sondern vor allem darum, ob e« ihm gelänge, den Kaiser zu gewissen Ga rantien gegen die Fortsetzung seiner persön lichen Politik zu bestimmen. Das Resultat dieser Unterredung liegt nun im „Reichsanzsigsr" und in der „Nordd. Mg. Ztg.^ vor uns. Hier heißt es, nachdem zu nächst der Inhalt des Bülowschsn Vortrags» kurz skizziert ist: Der Kaffer nahm oie Dar- Luf dem in dem Termine persönlich abzugebinden Stimmzettel haben die Wähler die Namen von den wählbaren Äemnndemltgliedern so genau und derg«stalt anzugeben, daß über deren Person kein Zweifel übrig bleibt. Nach den Bestimmungen der revadtertin Landgemeinde-Ordnung vom 24. April 1873 und dem Abänderungsgesetz vom 24. April 1886 sind im Allgemeinen stimmberechtigt alle Gemeindemitglieder, welche di» sächsische Staatsangehörigkeit besitzen, da« 25. Lebensjahr erfüllt haben und im Gemeindedezirk ansässig sind oder daselbst seit wenigsten» 2 Jahren ihren wesentlichen Wohnsitz haben. Unansäffigen Frauenspersonen sowie juristischen Personen steht ein Stimmrecht nicht zu. Wählbar ist jedes stimmberechtigte Gemeindemitglied, welche» im Gemeindebizirk seinen wesentlichen Wohnsitz hat. Die Fälle der dauernden oder vorüberaehenden Ausschließung vom Stimmrecht sind in 8 35, die Gründe der Ablehnung der Wahl in § 38 der revidierten Landgemeinde-Ord nung bezeichnet. Einsprüche gegen die aufgestellte Wahlliste, welch« von heut« an 14 Tage lang im Gemeindeamte zur Einsicht ausliegt, sind innerhalb der in § 42 der revrdi«rten Landge- meinde-Ordnunz festgesetzten siebentägigen Fnst und zwar vom 2t. Rovemver vis zum 2S November 1SV8 hier zu erheben, Einwendungen gegen das Wahioerfahren aber nach der in §51 der revidierten Landgemeinde-Ordnung festgesetzten Frist und zwar vis mit dem 26. Dezember 1908, nachmittag- 5 Uhr bei der Königlichen Lmtshauptmannschaft Kamenz anzubringen. Es werden hi«rmit alle ansässigen und unansässigev stimmberechtigten Grmeindemit- glitder geladen, sich zur Vornahme der Wahl am genannten Tage im Wahllokal Gasthof zum Anker (l Treppe) für dis Ansässigen im große», für die Unansäffigen im kleinen Gesellschaftszimmer einzufinden, mit der Verwarnung, daß die bi« 8 Uhr nachmittags noch Nicht Erschienenen nicht weiter zur Teilnahme an der Wahl zugelassen werden. ten und ergoß sich aut dem Munde de» Roflelenker» eine Flut von Schmähungen über di« Dresdner Polizei im allgemeinen und über Weiß im bisonderen. Einige Wochen später, in der Nacht vom 30. April zum 1. Mat 1906 folgte an demselben Orte ein zwiiter Zusammenstoß zwischen B. und «inem anderen Bendarm, »ober ersterer seinem Groll eben falls wieder gehörig Lust machte. Die Folge davon war, daß v. am 12. Juli 1906 oom hiesigen Schöffengericht wegen Beamtenbelei- vigung in Rücksicht auf «in« Beleidigung»- vorstraf« zu der schwer«» Strase von 4 Mo nat«» Gefängnis verurteilt wurde. Er legte Berufung ein. Da» Rechtsmittel wurde am 18. Januar 1907 von der 4. Strafkammer de» Dresdner Landgerichts verworjen. Auch damit beruhigte sich B. nicht, sondern rief die Entschndung oes Oberlandesgericht» an — ohne Erfolg. Dana verbüßt« «r di« ihm aufsrlegten 4 Monate in der Strafanstalt zu Bautzen, beantragte später das Wiederauf nahmeverfahren, welchem Anträge im Einver- ständnl» mit der Staatsanwaltschaft ftattge- geden wurde. Nach einer nochmaligen Ver handlung vor dem Dresdner Landg«richt wurde der Droschkenkutscher freigesprochen; er ist nach dem Gutachten de» Gerichtsarztes Dr. Oppe Querulant und leidet an einer Art Ver folgungswahnsinn. Meißen, 19. Nov. In Polenz hat gestern ein dort beschäftigter 16jährlger Knecht au« Dresden ein« bei demselben Gut«besitz«r dienende 20jährige Magd, schlesischer Herkunft, im Streite erstochen. Sie waren beide vor mittag» zum heiligen Abendmahl gegangen, wobei sie nicht der Feierlichkeit entsprechend gekleidet gewesen sind. Vorhaltungen, die sie sich hierüber gegenseitig machten, haben den Streit veranlaßt. Der Mörder wuroe verhaftet. — Zum Grenadier-Regiment -ucde in diesem Herbst der jüngste Soyn der Fabrikanten Ackermann in Müffen-St.Iakob eingezogen,von dessen neun Löhnen achi militärische Dienste leisteten, und zwar in Straßburg, Leipzig, Magdeburg, Lausigk, Gnmma, Chemnitz, Löbeln und Dresden. Der ehrenwerte Vater hat somit reichlich patriotische Opfer bringen ourisn. Plauen, 16. November. Der im hie sigen Königl. Lehrerseminar befindliche Seis mometer registriert fortgesetzt Erderschütter ungen leichterer Art. Totensonntag. Sie gehet hin zum Grabe, vaß st« vaselbst weine. (Eoangel. Job. 11, 31.) Nald wird des Winters feierliche Macht in Silberglanz die müde Erde betten. Da leuchtet wundervolle Blütenpracht noch einmal auf de» Schmerzes heilgen Stätten. Die stillen Hügel schmückt ein reicher Flor. Unübersthbar will die Schar erscheinen der ernsten Wandrer an des Friedhofs Tor — ste gehen hin zu Gräbern, daß sie daselbst weinen. Ja, weine, Menschenkind! Dkin Herr und Hort, dein H«iland selbst enthielt sich nicht der Tränen. Wohl dir! — beseligt durch sein Lebenswort darfst du an seine Brust die Stirne lehnen. Den Hoffnungsblick in seiner Li«be Licht vermag des Tode« Rätsel nicht zu rauben. Von Gräbern kehre heim zu deiner Pflicht an deines Meisters Hand, getrost lm Glauben. Die Ausscheidenden sind wieder wählbar. Die Wahl selbst ist für alle Klassen auf Sonnabend, den 12. Dezember 1908 nachmittags 5 bis 8 Uhr onberaumt worden. Zum Totensonntage. Ach, es ist so dunkel in deS Todes Kammer, Wenn er leise atmend sich bewegt Und nun aufhebt seinen schweren Hammer Uud die Stunde schlägt. — Wer das einmal durchlebt, wer diesen Stundenschlag vernahm, als «in üver Alles geliebtes Leben darunter zusammenbrach, der k«nnt keine Todesfurcht mehr. Denn wi« auch ihn da« leise Atmen de« Tode» streift«, so berührte auch ihn der Hauch der Ewigkeit. ! Ueber die vor ihm liegende vereinsamte Weg strecke giertet der Blick hinweg in lichte Fernen, Fernen, die weder Zeit noch Raum kennen. Warum kann e« nicht so bleiben? Warum berührt un« die allmähliche Wiederkehr in« Tagesleben wie ein schreckliches Erwach«»? Lleigrauer Werktag schaut herein, statt der ewigen Sonne. — Wir werden wieder mitten unter Menschen gestellt, die nun wieder ihre Forderungen an uns stellen, die nun wieder I ein frische« Aufmerken auf da«, wa« der Tag I bringt, verlangen, von uns, di- wir im I Schmerze uns ganz verloren haben von dieser I Welt w-z. Nun.liegt vor un« wieder eine I kalte, öde Wegstrecke de» Leben». Wohin I führt sie? Die Pforte erscheint geschlossen. I Und e» stellen sich die alten grauen Gespenster R wieder ein: Zweifel ohne Zahl, R-u«, Hsun- Iweh. Tagaus, tagein treibt uns oisser »Heimweh zu den Gräbern und geht wir- Ider mit uns zurück, in oie vereinsamtem »Räume. Und so entsteht in uns eine ge- wndki"" sm... ll« kN »el" p,r N-'»' «eMglirb oNo 2° ssim . R stl- g 16 Kanu!« e Fay ' nko. Nativ»- Bekanntmachung. Mit Ende dies«» Jahr«» scheiden au» dem Gemeinderat« au«: n. au« der 1. Klass« der Ansässigen Kerr Lernbarä petzoia, Gutsbrsttzev Pf. Sy. Kerr AlSoN Kunath, Gutsbrsttzrv Nr. Yl, b. au» vor 2. Klasse drr Ansässigen Herr Alwin Philipp, Hausbesitzer Nr. ISSN, upö o. au» der Klasse dir Unansässigen Herr Lernhara eichvom, Fabrikarbeiter in Nr. 62 E« macht sich demzufolge di« Wahl von 2. Aurschußpersonen au» der 1. Klaffe . Äu»schußp«rson au« der 2. «lasse der ansässigen Gemtindcglieder, sowie 1 Aurschußpkrson d«l Klass« der unansäffigen Kemeindeglitd«r nölig. Lerttiches «nd SLLftsches. Bretnig. Am Donnerstag abend in der 6. Stund« stürzte im Haus« Nr. 43 hier der daselbst wohnende, im 63. Lebens jahre stehende Arbeiter Bürger die nach dem ersten Stock führende Treppe hinunter und war sofort ein« Leiche. Frankenthal. Am Mittwoch früh >/,4 Uhr wurde da» Wohnhaus de» Wirl- schaftsbesitzer« Paufler hier ein Raub der Flammen. Debet sind 3 Schweine und 13 Gänse mit verbrannt. Brandstiftung wird vermutet. — In Niukirch bei Königsbrück sind in der Nacht oom Mittwoch zum Donnrrstag zwei Bauergüter ein Raub der Flammen ge worden. Am Brandorte waren 8 Spritzen erschienen. Brandstiftung wird vermutet. Einzelheiten fehlen noch. Dresden, 16. No». 4 Monate Ge fängnis verbüßt— dann freigesprochen. Dec frühere Fuhrwrrksbesitzer, jetzige Droschken kutscher Paul Bruno Buntowsky au« Dres den war am 25. August 1905 auf die An zeige de» Gendarmen W«iß hier vom Schöffen gericht wegen Sittlichkeitsvergehens zu 200 Rk. Geldstrafe verurteilt worden und hegt seitdem «inen unüderwüMichen Groll gegen sämtliche Dresdner Polizeiorgane. Er bil det sich ein, wiederholt zu Unrecht angezeigt und bestraft word«n zn sein, behauptet sogar, daß er durch die fortwährenden Etzikan«n der Polizei um sein Geschäft und Vermögen ge kommen sei. Ganz besonder« hat er den ge nannten Äensacm W. ins Herz geschloffen. Am 31. Mac; 1996 hatte B. 'Station ans dem Hauptbahnhofe und bemsrkle von seinen D oschksnsitz au«, saß der Gendarnk Weiß einen Mann wegen Bettelns anhielt. Sofort mengte sich B. in dis Funktionen des 3-an- iich-uS«' «r. m! 8ie s" in (ir.iic> eille" Icr! kikti a e var ick ' r Mittel rnte« w-sssd ander,! Nvbi > pr«hi!i , geeig» , W so i Pimi> >o re gsiO 12. ffer niq pg u. ai laezi milden, Mias in nei in« o ^eibai ücke^ s°l«. P ei Bei» ' über. lieg! d in Han» " » 6 Udie» Allgemeiner Anzeiger Amtsblatt für die Ortsbehörde un- -en Gemeinderat zu Bretnig. Lvksl-Anzeiger für die Ortschaften Bretnig, Hauswalde, Großröhrsdorf, Frankenthal mW Umgegend Inserate, die 4gespaltene Korvuszeile 1y Pfg,, sowie Bestellungen «uf do» All gemeinen Anzeiger nehme» außer unserer Expedition auch unsere sämtlichen Zeitunz«boten jederzeit gern entgegen. — Bei größere» Aufträge« und Wiederholungen gewähre« wir Rabatt nach Nebereinkunft. Der Allgemeine Anzeiger erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwoch und Sonnabend. Abouuemeutsprei» inkl. de« allwöchentlich beigegebenen „Illustrierten UnterbaltungMatte«" vierteljährlich ab Schalter 1 Mark, bei freier Zusendung durch Boten in« Hau« 1 Mark 2» Pseuuig«, durch die Post 1 Mark exkl. Bestellgeld.