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zur Belehrung und Unterhaltung. 87stes Stück/ den 7. November 1808. Färbestofse in Flechten, ein paar Worte zur Beherzigung für Botaniker, Chemiker und Farber. *) „3^oth lehrt beten" sagt das Sprüch- rvort. Sie lehrt aber auch, nächst so man chem andern Guten, entbehren und er finden. Wie Viele, die sonst den Kaffee durchaus nicht entbehren zu können meinten, haben nun, da das Pfund über den Thaler gestiegen ist, oft zur Bewunderung ih rer selbst, die Bemerkung gemacht, daß man doch wohl ohne Kaffee existiren kön ne. Und Andre, die den schwarzen Freund aus der Levante nicht des Hauses verweisen wollten, erfanden, weil seine Besuche zu hoch zu stehen kamen, Sub stituten auf Substituten, deren Zahl jetzt Le gion heißt und noch täglich steh vermehrt. — Wer weiß, wieviel Hände eben, indem ich dleß schreibe, Wurzeln schneiden, oder Kör ner lesen, oder emsig die Kaffeetrommel drehen, in welcher der schwarze Freund und sein Substitut sich mit einander amalgirerr sollen. Doch daß Noth erfinden lehre, hat man Ln den neuesten Zeiten auch sonst noch man- nichfach genug zu bemerken Gelegenheit ge habt, unter andern vorzüglich tm Reiche der Arzneimittel und der Farben. Nur von letz- tern soll hier die Rede seyn, insofern das Vaterland für ausländische Far be sto ff e Surrogate darbietet, die ge wiß der höchsten Aufmerksamkeit werth find. Daß die Flechte, gewöhnlich, aber nicht ganz richtig, Moos genannt, 1^.) medicinische Kräfte enthalte, wußte man schon in den ältesten Zeiten. Wer kennt z. B. das isländische Moos nicht, welches in Lungensuchten und bei innerlichen Geschwü ren oft Wunder thut? Weniger bekannt ist der ökonomische Nutzen der Flechte, davon manche Art in manchen Gegenden sogar als ein schmackhaftes Gericht geschäht wird; am wenigsten kannte *) In den crsienBlattern(>s,4s, 5s, ys St.) dieses Jahrgangs wurde von einem andern Mitarbeitet der Gegenstand zur Sprache gebracht, der hier mit bestimmter Rücksicht auf vaterländische Produkte behandelt wird. Qqqq