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Frankenberger Tageblatt, Bezirks-Anzeiger : 06.03.1918
- Erscheinungsdatum
- 1918-03-06
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id1786999250-191803065
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id1786999250-19180306
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-1786999250-19180306
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Frankenberger Tageblatt, Bezirks-Anzeiger
-
Jahr
1918
-
Monat
1918-03
- Tag 1918-03-06
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Monat
1918-03
-
Jahr
1918
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Au» hrimat «na ilamiana Lande selbst begegnet. im 2242.71 M. 48,90 „ 11V- „ 30,44 , Kreuz hat die erfreuliche Einnahme Diese Summe setzt sich zusammen: wtb (Amtlich.) Erotzrs Hauptquartier, 5. März 1918. Westlicher Kriegsschauplatz Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kronprinz Lebhafte Erkundungstätigkeit an vielen Stellen der Front. Nördlich von Reims und auf dem östlichen Maasufer war die französische Artillerie vielfach rege. Heeresgruppe Herzog Albrecht Auf den östlichen Maashühen tagsüber lebhafter Feucr- kampf. Stärkere französische Abteilungen brachen am Abend zum Angriff gegen unsere Stellungen östlich von Mouilly vor. Sie wurden im Gegenstoß zurückgeschlagen. Auch an der lothringischen Front und in den mittleren Vogesen herrschte gestern erhöhte Gefechtstätigkeit. Orstkicher Kriegsschauplatz Die Rumänen haben unsere Bedingungen angenommen. Somit tritt der Waffenstillstand mit Rumänien von neuem in Kraft. Aon den übrigen Kriegsschauplätzen nichts Neues. DN Erste Gemralquartietmelster: Ludendorff. Au« dem Ergebnis der 66 Sammellisten: „ „ Erlös aus dem Postkurtenverkauf: „ „ „ ,, ,, Abzeichenverkauf: Aus den über den Verkaufspreis hinaus gezahlten Beträgen: Absenderadi fse aus Basel abgegeben worden, das eine Vor richtung mit PhosphorzÜndung enthielt, die bet unvorsichtigem Hantieren Veranlassung zu einem Brande hätte geben können. Da» schweizerische politische Departement ist von dem Fall durch die deutsche Gesandtschaft in Kenntnis gesetzt worden. Der „Bund" betont, datz das Vorkommnis sehr bedauerlich sei, auch wenn es sich nur um ein Bubenstück <?) handeln sollte. Summa: 2432,05 Mk. Von dieser Summe sind 46,93 Mk. für Auslagen und Unkosten abzuziehen, so dah ein Reingewinn von 2385,12 Mk. an dos Rate Kreuz abgeführt werden konnte. — Die Einzelspenden in den Sammellisten schwankten zwischen 1 Pfennig und 100 Mark. Spenden in Höhe von je 100 Mk. gingen ein durch: Buch« > heim u. Richter, Bruno Pfitzner, Karl Rau, Schiebler» Witwe . u. Sohn, Arthur Schieck; von je 50 Mk. durch: Otto Hunger, j Mar Hunger, Ernst Höckner, Rudolf Nendel und Ungenannt, j Die Zahl der Spenden beziffert sich aus 1521, das sind 13 v. H. ; der Einwohnerschaft. Auf den Kopf der Einwohner entfallen durchschnittlich 20,6 Pfg. In der letzten Sammlung — 1917 — ; gingen Spenden von 11,8 v H. der Einwohner ein, auf den i Kopf berechnet 32 Pfg., insgesamt 4446,04 Mark. Die Samm lung wurde geleitet durch den Stadtrat, ausgeiährt durch 102 , Schüler des König!. Seminars, der Realschule und der Volks- ! schule, sowie durch vier Chemnitzer Gymnasiasten. Den Verkauf s der Karten und Abzeichen hatten 10 Voiksschülerinnen über- : nommen. — Allen edlen Spendern und denen, die sich durch ' freiwillige und gewissenhafte Helferdienste am wohltätigen Werke beteiligt haben, sei der herzlichste Dank des Roten Kreuzes aus gesprochen ! f* Das Kajscrpanoraina, Freib. Straße, ladet in dieser Woche zu einem Besuch von Parte nkirchen, Garmisch und Umgebung ein. Garmisch—Partenkirchen ist das Ziel und die Sehnsucht so manches Erholungs- und Ruhebedürfti gen. Viele Tausende suchen alljährlich jene herrlich gelegenen oberbayerischen Flecken auf, .um sich zu ergehen und zu er götzen an den vielerlei Schönheiten, welche jenes Stück Land in reichem Matze bietet, Das Kaiser-Panorama bistet in dieser Woche einen interessanten Ausschnitt der Schönheiten und des malerischen Reizes von Garmisch-Partenkirchen, den zu be sichtigen angelegentlich empfohlen sei. f eg Theater im Schützenhaus. Sonntag, den 10. März, gastieren die Dresdner Kammerspiele mit dem erfolgreichen Schauspiel „Im Bahnwärter Haus" von L. Stein Lan desmann. Das Stück beherrscht zur Zeit den Spielplan aller Grotzstadtbühnen, überall ist der Erfolg ein gleich starker. Die Aufführung, in der erste Dresdner Künstler beschäftigt sind, zählt zu den besten der Dresdner Kammerspiele. f h Niederwiesa. Am 1. März wurde im hiesigen Orte eine Ortsgruppe Niederwiesa der Deutschen Vaterlandspartei gegründet. Sie zählt zurzeit 47 Mitglieder. Es steht zu hoffen, datz die Mitgliederzahl sich bald erhöhen wird. Auch patrio tisch gesinnte Frauen und Herren der Nachbarorte werden als Mitglieder gern ausgenommen. Anmeldungen nehmen fol gende in Niederwiesa wohnhafte Herren entgegen: Vorsitzender Kammerrat Heinsius, stellv. Vors. Realschuldirektor a. D. Studienrat Prof. Dr. Claus, Schatzmeister Bahnhofsvorst- Tillig, sowie die Herren des Arbeitsausschusses prakt. Arzt Dr. med. Schmeißer, Gutsbesitzer Otto Richter, Stellmacher- meister Bauch, Prokurist Mar Brendel. Die Deutsche Vater landspartei will der Welt zeigen, daß das deutsche Volk im Willen zum Siege einig und entschlossen ist, für seine sichere und fruchtbare Zukunft bis ans Ende zu kämpfen. Ein Verzicht srieden würde den Niedergang Deutschlands bedeuten, bei dem unsere Arbeiterschaft und der Mittelstand am schlimmsten zu leiden hätten. Die Eründungsversammlung nahm «inen hebenden Verlauf. Ereignisse zur See Eine Protestnote an d!e dänische Regierung s Berlin, 5. 3. Megen der völkerrechtswidrigen Inter nierung der deutlckien Prisenbesatzuna vom Dampfer „Jgoz Mendi" des bei Skaaen gestrandeten Begleitschiffes des Hilfs kreuzers „Wolf" durch die dänische Regierung hat die deutsche Regierung eine Protestnote nach Kopenhagen gerichtet. Eine Entscheidung der dänischen Regierung liegt noch nicht vor. Der gestrandete Äegleitdampfer selbst gilt als verloren. s Kopenhagen, 3. 3. „Ritzaus Büro" meldet aus Chri- ! stiania: Die norwegische Regierung hat ihren Londoner Ge- s sandten beauftragt, bei der britischen Regierung wegen der Auf bringung des mit einer Erzladuna von Harwik unterwegs ge- ! wesenen deutschen Dampfers „Düsseldorf" energischen Protest ' einzulegen. Die Aufbringung fand am 27. Februar ' »10 Uhr ! vormittags vor Falla durch einen englischen Hilfskreuzer zweifel- j los auf norwegischem Seegebiet statt. ! Operationen im Osten dem Oberbefehlshaber Ost, General- feldnrarschall Prinz Leopold von Bayern, das Grotzkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Große Schis fsbeut« in Reval o Berlin, 4. 3. In Reval sind 8 alte Unterseeboote, 3 brauchbare Dampfer von 1200—2000 Tonnen, 2 kleine Eisbrecher, mehrer« leichte Fahrzeuge und Schlepper, 3 Prähme mit Kriegsschiffsmunition und vielem Netzmaterial zur Siche rung gegen U-Boote in unsere Hände gefallen. Di« russischen Schiffe, von denen sich 3—4 kleiner« Kreuzer und Torpedo jäger sowie «in größerer Kreuzer im Hafen von Reval be funden hatten, waren bereits auf dein Wege nach Helsingfors und sind vermutlich nywischen im Eis festgekommen. Einberufung einer außerordentlichen Versammlung der > So Wirts Reuter meldet aus Petersburg: Der Hauptvollzugsaus- schutz hat eine Kundgebung veröffentlicht, worin erklärt wird, datz die Unterzeichnung d«s Friedrnsvertrages innerhalb 14 Tagen durch beide Parteien anerkannt werden müsse. Zn Anbetracht dessen ab«:, datz «irrige Sowjets Anhänger für «inen Frieden um jeden Preis seien, alle dagegen bereit wären, ok Waffen gegen den deutschen Imperialismus in Bewegung zu setzen, so erachtet man «s als dringend notwendig, eine autzerordentliche Versammlung der Sowjets einzuberufen, die über die Frage zu entscheiden haben wird. Diese Versamm lung soll am 13. 3. in Moskau stattfinden. o Wien, 4. März. Die Montagsblätter verweisen auf die welthistorische Bedeutung des Fliedensübereinkommens mit Rußland, sowie auf die großen Errungenschaften, welche gleich zeitig mit dem Zustandekommen des Friedens geschaffen wer den. Aus dem reichen Inhalt des Abkommens heben dir Blätter insbesondere den Artikel über die Freilassung der gegenseitigen Kriegsgefangenen hervor, der «ine freudige Bot- schäft für Hundrrttausende von Familien bildet. Zur Besetzung der Aaland-Jnseln o Kopenhagen» 5. 3. Die gesamre Stimmung der Stock holmer Presse wegen der bevorstehenden deutschen Besetzung von Aaland gibt „Politiken" in folgender Weise wieder: Die Ansicht konservativer Zeitungen ist kur, die, es ist die natürliche Konsequenz der schwedischen Regierungspolitik. Hätte die Re gierung sich gegenüber Finnland hilfreicher bewiesen, so hätte Finnland nicht das deutsche Eingreifen nachsuchen müssen und Schweden wäre den jetzigen Vermittlungen entgangen. Gegen diese Auffassung wird geltend gemacht, datz da» Ansuchen Finn lands an Deutschland bereits im Oktober v. 2., also viel früher, al» Hilse von Schweden begehrt, geschweige abgelehnt worden sei, erging. Der Dank der Ukraine im Namen d«s Reichstages der hohen Freud« Ausdruck geben zu dürfen, datz durch den Friedensschlutz mit der russische» Republik nun auf der Ostfront der Fried« wiederhergestellt ist. Durch die unvergleichlichen Waffentaten unserer Brüder im Felde und ihrer Verbündeten, durch das Genie ihrer Führer und durch den Opfermut des ganzen Volkes ist die deutsche Idultur vor der Vernichtung bewahrt worden, welche ihr durch den Ansturm der im Zarenreich« rexin^n Vül>«rma^«n droht«. Eure Majestät haben das zur Verteidigung des Vaterlandes gezückte Schwert mit dem Lorbeer des Sieges umwunden. Dankbar für das Erreichte und entschlossen, auszuharren, bis der Vernichtungswills auch der anderen Feinde durch die Kraft der deutschen Waffen gebrochen ist, erhofft mit dem ganzen Volke der deutsche Reichstag, daß uns bald der all gemeine, ehrenvolle Friede beschert sein möge, der uns freie Bahn gibt im friedlichen Wettbewerb mit den Völkern unter dem ruhmreichen Szepter Eurer Majestät der Macht und Herr lichkeit des Vaterlandes uns zu freuen, di« Wunden, die der Krieg geschlagen hat, zu heilen, für die Freiheit und Wohlfahrt des Volkes zu arbeiten. Pol«» op Warschau, 4. 3. „Kurier Warszawski" teilt mit, daß gestern dl« Delegation des Kommandeurs des 2. polnischen Korps in Rußland, Generals Dowbor Musniski, an den Regent ichaftsrat des Königreichs Polen in Warschau eingetroffen ist. Die Abordnung setzt sich zusammen aus zwei Obersten, einem Oberleutnant und einem Leutnant. Japans Haltung, eine Offensive gegen Deutschland os Rotterdam, 5. 3. „Daily Mail" bringt in einer Mel dung aus Washington ein förmliches Plaidoyer für Japan. Japans Haltung wird daalseineOffensioe Deutschland gegenüber gedeutet. Japan behält seine freie Hand, um in Rußland einzugreifen, ist aber bereit, ohne daß seine Rechte dabei geschmälert werden, die Verbündeten zu Rate zu ziehen, und besonders England. Japan hat viel weitere Ziele als den Schutz der Munitionsoor- räte in Wladiwostok. Sibirien os London, 4. 3. „Daily Mail" erfährt, daß zwischen England, Frankreich, Italien und den Vereinigten Staaten über die Lage in Sibirien unterhandelt wird. Japan nimmt nicht an den Verhandlungen heil. os „Echo de Paris" meldet: Berichten aus Amerika zufolge stimmte Präsident Wilson der japanischen Inter vention zu, da die Teilnahme Amerikas lebhaftem Widerstand istewe palMtcde kLcdrrnieu Japan wünscht nicht, daß Deutschland seine Kolonien zurückgegeben werden ! p Aus London wird gemeldet: daß der japanische General- , konlul in London erklärt habe, Japan wünsche ebensowenig wie Australien und Neuseeland, daß Deutschlands Kolonien ihm wieder zurückgegeben würden, weil dann ^er Frieden im Stillen Ozean nicht als ein dauernder betrachtet werden könne. Die finnische Delegation in Rom und beim Papste p Bern, 5. 3. Die „Agenzia Stefani" meldet aus Rom: Der Minister des Auswärtigen Sonnino empfing die finnische Delegation, die noch Rom gekommen, um die Proklamierung der Unabhängigkeit Finnlands anzuzeigen. Die Delegation wird noch Paris Weiterreisen. Der „Corriere della sera" meldet: Der Papst habe am Sonnabend die finnische Abordnung in feierlicher Audienz empfangen und dabei ein Aktenstück in Em- »sang genommen, in das das Ersuchen um Aufnahme direkter Beziehungen zum Heiligen Stuhl gestellt wird. Luftverkehr von -er Tatra nach Budapest p Budapest, 5. 3. Die ungarische Flugzeug-A.G. beabsichtigt, nach vorliegenden Meldungen, behufs Einrichtung eines auch mr Personenbeförderung geeigneten Luftverkehrs zwischen der Tatra und Budapest in der Tatra eine Luftstation zu errichten. Wilsons Bemühungen für eine Verständigung p Rotterdam, 5. 3. lleher den wahrscheinlichen Zeitpunkt einer Antwort Wilsons auf die Rede Hertlings und Czernins erfährt der Korrespondent der „Morgenpost", daß Wilson seit einigen Wochen an zwei Fragen seines Parteiprogramms ar beitet, nämlich Völkerbund und Abrüstung, die von allen Krieg führenden anerkannt worden sind, aber von allen verschieden ausgelegt werden. Darin sucht nun Wilson zu einem klärenden Grundsatz zu kommen. Vorher werden die Reden Hertlings und Czernins nicht beantwortet werden, weil er diese bedeutenden Programmpunkte vorher den Zentralmüchten unterbreiten will, um irrige Meinungen zu vermeiden. Knappe Kartosfelvorrätc in der Schweiz p Bern, 5. März. Nach «ine: Mitteilung der Schweizer volkswirtschaftlichen Departements gelten die Kartoftelvorräte in der Schweiz als beschlagnahmt. Diese werden rationiert, und zwar können den Verbrauchern nur die geringe Menge von 7 Kilogramm auf Kopf und Monat zugeteilt werden. Gewaltsame« Auftreten der Sinnfetner pe Haag, 5. 3. Die Meldung de» Neuterbüros, daß French in Dublin umaekommen ist, bedeutet, daß die englische Negierung die Unhalibarkeit der Lage in Irland nunmehr anerkenne. Nach übereinstimmenden Mitteilunaen der englischen Presse ohne Unterschied der Partei treten die Sinnfeiner an vielen Stellen des Landes gewaltsam auf, indem sie im Namen der irischen Regierung vor allen Dingen den Export von Vieh und landwirtschaftlichen Erzeugnissen nach England hindern Soldaten werden auf der Straße beleidigt und ihnen die Waffen abge nommen. Kurzum, es liegt eine Reihe von Tatsachen vor, die nur nach einer bereits erfolgten Revolution denkbar find. Die inneren Kämpfe in China pch Da» politische Durcheinander in China wird nach Lon doner Meldungen immer erschreckender. Szetschuan und Jünnan sind den südlichen Konstiiutionalisten in die Hände gefallen, während der Rest der Jangtse-Provinzen sich gegen Peking ver einigte, um «in Kompromiß zu «/zwingen. Der Druck der M- lilärpartei wird immer stärker, die dürfte wahrscheinlich den Präsidenten Fengluojschang zum Rücktritt zwingen, der so gut wie «in Gefangener ist und durch den Vormund des Kaisers Hutschihtschang ersetzt werden soll. Es sind auch Gerüchte im Umlauf, daß Suantung zum lebenslänglichen Präsidenten er nannt werden soll. Die Eifersüchteleien und die Uneinigkeit unter der, Südstaaten zeigen sich auch in der Ermordung des General« Tschincpikuang in Kanton. ° Ein Anschlag gegen die deutsche Erfand,schäft in Bern. Dem „Bund" zufolge rst vor kurzem in der deutschen Gesandt schaft zu Bern von der schweizerischen Post ein Paket mit falscher Frankenberg, den 5. März 1918. f* Der König rum Frieden mit Rußland. Aus Anlaß de» Friedensschlüsse» mit Rußland hat zwischen Sr. Majestät dem König und Sr. Majestät dem Kaiser folgender Telegramm- wechsel stattaefunden: Sr. Majestät dem Kaiser. Große» Hauptquartier. Ich kann Dir gar nickt sagen, mit welcher aufrichtigen Freude ich soeben die Nachricht von der Unterzeichnung de» Frieden» mit Großrußland gelesen habe. Wenn es auch noch manche Schwierigkeiten zu überwinden gibt, so ist da» doch der erste Lichtblick s-n Jahren. Unser beispielloser Vormarsch hat un» den Frieden gebracht. Gott helfe uns weiter! <gez.) Friedrich August. Sr. Majestät dem König in Dresden. Durch D-in Glückwunschtelegramm hast,Du mich sehr er freut. Ich fühle wie Du tiefste Befriedigung, Dank gegen Gott und gegen die Armee, die dieser, Frieden erzwungen hat. Wir sind, nachdem nunmehr die Ostfront in der Hauptsache frei geworden, ein gewaltiges Stück weiter gekommen. In festem Vertrauen auf das deutsche Schwert sehe ich in die Zukunft, V? un» nach allen schweren Opfern Sieg und starken Frie- ,en bringen wird und bringen muß. In treuer^ireundschast f" In den Schulen fanden heute anläßlich des Friedens schlusses mit Rußland entsprechende Feiern statt. Im übrigen war der heutige Dienstag schulfrei. f—r Aus -er Realschule. Anläßlich des Friedensschlusses mit Rußland fand am Dienstag früh '/,8 Uhr im Festsaal der Anstalt eine nichtöffentliche Feier statt, die von dem Choral 522 eingeleitet wurde. Herr Realschullehrer Kaiser hatte die An sprache übernommen, welche in ein dreifaches Hurra auf Kaiser, Vaterland und unser sieggekröntes Heer ausklang. „Deutschland über alles" beendete die kurze vaterländische Feier. Im übrigen war der Tag unterrichtsfrei. Itr Roter-Kreuz-Dank- un- Dpfertag. Die am Sonn abend in unserer Stadt abgehaltene Sammlung für das Rote die erfreuliche Einnahme von 2432,05 Mark ergeben. ou Der ukrainische Ministerpräsident Holubowitsch tele graphierte gelegentlich seiner Anwesenheit in Brest-Litowsk dem deutschen Reichskanzler: Die Befreiung unserer Stadt und unseres Lande» ist zum großen Teil auch dem Beistand zuzu- schreiben, den wir bei Eurer Exzellenz Negierung erbeten und den die siegreichen deutschen Truppen uns gegen die Truppen und Banden Nordrußlands geleistet haben. Im Namen des ukrainischen Volkes und seiner Regierung danke ich Eurer Ex zellenz von Herzen für die uns gewährte Hilfe und bin glück lich, daß nunmehr der Aufnahme des freundschaftlichen Verkehrs nicht nur der Regierungen, sondern auch der Völker nichts mehr im Wege steht. In der Antwort de» Reichskanzlers heißt es: Ich beglück wünsche Sie und die junge ukrainische Armee zu dem schnellen Erfolg und weiß mich eins mit dem deutschen Volke in der Genugtuung, daß deutsche Truppen an der Befreiung de» ukrainischen Volkes mitwirken konnten. Möge ihm auf immer die Freiheit und die Macht befchieden sein, nach eigenem Rechte und eigener Gesittung in Fn den zu leben. Noch stehen die deutschen Truppen in Ihrem Lande. Ich darf Ähren Mit teilungen enlgegensehen, sobald Sie glauben, daß das Weik der deutschen Truppen vollendet ist und der Befehl zu ihrer Zurück ziehung unbedenklich gegeben werden kann. ou Wien, 5. März. lleb«r di« Art und Weiss, wie vie Mittelmächte ans der Ukraine mit den dort lagernden Lebrns- mitteln versorgt werden sollen, wird von unterrichteter Stelle gemeldet: Oesterreich-Ungarn und Deutschland gehen bei der Versorgung aus der Ukraine einheitlich vor. Die militärischen Handlungen haben nur die Ausgabe, der Eröffnung des fried lichen Handels mit der Ukraine Li« Wege zu ebnen und sicher zu stellen. Der Handel erfolgt durch besondere Organi sationen. Der Einkauf erfolgt überall zum Besten beider Staa- ten und bildet ein gemeinsames Erträgnis, das Nach einem be stimmten Schlüssel unter di« Zentralmächte aufgeteilt wird. Nach den bisherigen Erfahrungen sind Vorräte in der Ukraine reichlich vorhanden. Günstiger Fortgang der Verhandlungen in Bukarest oru Berlin, 4. 3. Die Verhandlungen in Bukarest schreiten günstig fort. Wie wir hören, werden Staatssekretär von Kühlmann und Graf Czernin nachträglich in Bukarest den russischen Friedensvertrag unterzeichnen, wohin sich bereits einige Herren der deutschen Deputation aus Brest begeben haben, unter ihnen der Gesandte von Rosenberg, Erz. Kriege und Legationsrat von Stockhammer. Der „Secolo" meldet aus Jassy vom Sonnabend: Der Präsident der rumänischen Kammer erhielt die Mitteilung, datz das rumänische Parlament am 23. Mürz zu einer außer ordentlichen Tagung in Jassy zusammentritt. D«r Berner „Bund" über dir rumänische Friedensfrage oru Zürich, 5. März. Der „Berner Bund" erklärt: Für Rumänien M die Friedensftage, wenn auch nicht formell, gleichfalls entschieden. Die ganz« Ostfront ist infolge der Wassenerfolge der Mittelmächte abgeräumt. Das Blatt schreibt, datz die Entente den russischen Frieden ebenso wie den ukrainischen für null und nichtig erklären wird. oru Berlin, S- März. In parlamentarischen Kreisen wird erwähnt, datz der Friedensvertrag zwischen dem Vierbund und Rumänien in diesen Tagen unterzeichnet werden wird. Die Verhandlungen werden geheim geführt, doch verlautet, datz sie günstig voranschreiten. Sie bewegen sich in der bereits bekaimten Richtung, datz letzt«» Endes die bulgarischen An sprüche auf Lie Dobrudscha befriedigt werden, aber auch die rumänischen Wünsche in Bezug auf Betzarabien berücksichtigt werden sollen. Finnland os Wasa, 3 März. Bericht des finnischen Hauptquar tiers: Di« Weißen Garden nahmen Lavia nach heftigem Kampf und eroberten 2 Maschinengewehre. Heftiger Kampf dauert fort bei Manki an de. Tavastland-Front. An der Karelen-Front nahmen wir nach erbittertem achtstündigen Kanipf gegen russische Marinesoldaten Huldigans und das Dorf Mätelä. Bei Pellinge hält die Weiße Garde von Borg« seit eineinhalb Wochen ihre Stellungen trotz d«r Ik-berlegen- heit des Feindes. Der Feind verlor bisher an Toten 200 Mann. Dre Weißen Garden hatten nur 6 Tote und 13 Ver- wundete. Der Reistag )nm FrkdensMtb of Berlin, 4. März. In Vertretung des abwesenden Reichstagspräsidenten hat der Vizepräsident Geheimer Justiz- rat Dov« folgendes Telegramm an Seine Majestät den Kaiser g«richt«t! Eure Kaiserlich« und Königliche Majestät bitte ich
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