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Sinfonie Nr. 4 B-Dur Zur Musik Dem langsamen Beginn - düster, geheimnis voll-nachdenklich, sich allmählich vortastend - steht in kontrastreicher Spannung die freudige Erregtheit des schnellen Teils gegenüber. „Frohes Ungestüm und heim lich-glückliches Sinnen verbinden sich“ (Hermann Kretzschmar). Neue Gedanken tauchen auf, schaffen veränderte Stim mungen, rege Lebendigkeit, zärtliche Elegie und bukolische Fröhlichkeit, episodenhafte Momente, die sich zu einem Ganzen fügen. Ruhig atmend, voller Schönheit und Tiefe breitet sich über einem rhythmisch-pochen- den Pulsschlag eine ausschwingende Kan- tilene aus. Figurative Elemente, dynamische Schattierungen, instrumentatorische Fines sen steigern sie zu innigem Gesang. Und wenn die Klarinette ein neues Lied be ginnt, fühlen wir des „Fidelio“ Nähe, sehn suchtsvolles Hoffen. Schmerz klingt auf, wird überwunden. Befreit klettert die Flöte empor und singt, lieblich variiert, ein fried volles Lied, schafft eine Stimmung, der schließlich auch kein dräuendes Pochen et was anhaben kann, und sei es noch so leise. Keck springt ein Dreiklangsthema auf, pikant gewürzt, übermütig, lebenssprühend, humorvoll beantwortet von brummigen Unisonogängen. In ausgeglichener Ruhe mit behaglichem Ländlerschritt singen die Holzbläser im Trio eine wiegende Melodie, scherzhaft kommentiert von den Geigen, später hymnisch gesteigert. Entgegen übli cher Praxis werden beide Teile wiederholt, durch eine kurze Coda abrupt geendigt. 1. Satz: Adagio, Alla-breve- Takt, B-Dur - Allegro vivace, Alla-breve- Takt, B-Dur 2. Satz: Adagio, 3/4-Takt, Es-Dur 3. Satz: Allegro vivace, 3/lf-Takt, B-Dur