.... man accordirt nicht mehr mit mir, ich fordere und man zahlt... “ schrieb der noch junge Komponist, erst am Beginn seiner Karriere stehend, über die Beziehungen zu seinen Verlegern. Spricht so ein Künstler, der wirklichkeitsfremd, in sich zurückgezogen und weltabgewandt dahinlebt? war sicherlich auch kein vergnüglicher Unterhalter und Geselligkeitsfreund, eher misanthropisch veranlagt, der sehr schnell in der Ekstase des Schaffens - wenigstens zeitweilig - die ihn umgebende Wirklichkeit vergaß. Aber - und das wird leicht übersehen - Beethoven war sehr wohl fähig, sein ei genes Leben zu meistern, klarsichtig seine Geschäfte zu regeln, im Bewußtsein des eigenen Wertes seine Werke den Verlegern teuer zu verkaufen und eigene Bedürfnisse zu befriedigen. Und so schuf er Werk um Werk. Niemals ge schah das mit leichter Hand, niemals in kürzester Zeit. Immer war es ernsthaftes Be mühen, ein Ringen um Proportion und Maß, um Melodie und Rhythmus. Viele Skizzen bücher sind uns überliefert, die aufzeigen, wie sein Geist entwarf, formte, aufgriff oder verwarf und uns das eigentliche Geheimnis entdecken, das schöpferische Bemühen um das Werden eines Werkes. Doch auch diese Erkenntnis bleibt für uns nur ein Kratzen an der Oberfläche, läßt uns bestenfalls Einblick in die Werkstatt nehmen, Techni sches erkennen. Der göttliche Funke bleibt uns verborgen. Wir hingegen suchen weiter und finden, daß dem Meister in seinem Leben vieles ernst war, auch außerhalb sei ner Kunst, manches heilig und in Wirklich keit wohl nur weniges völlig fremd. Er hatte sich anfänglich durchgeschlagen, nach Aner kennung ringen und seine enormen klavie- ristischen Fähigkeiten in den Dienst anderer Menschen stellen müssen zum einfachen Broterwerb. Später war er sich durchaus seines Preises bewußt, den er durchzusetzen verstand, fand ein schnell wachsendes Selbstvertrauen, mit zunehmender Kunst fertigkeit eine Selbstsicherheit und ein enormes Selbstwertgefühl. Er wollte und