Mit den „Kinderszenen“ op. 15 - 1838 - hatte Schumann sich bereits in der kleinen, musik illustrativen Form versucht. künstlerische Revolution, komponierte das „Album für die Jugend“, eine umfangreiche Sammlung einfacher, erlesener Klavier stücke für Kinder, in der eine neuartige Form ausgebaut werden konnte. Sie wurden stilbildend für künftige Komponisten. Doch das ahnte er nicht. Trotz geringer Erfahrung als Dirigent nahm er 1850 freudig das Angebot an, in Düsseldorf einem recht guten Orchester und einem großen Chor vorzustehen. Neue Kräfte konnte er mobilisieren. Er schrieb sein Cellokonzert (1850), die „Rheinische Sinfonie“ (Uraufführung 1851), die er als seine „Dritte“ herausbrachte, einige Ouver türen, wandte sich erneut der Kammermusik zu und begann, ältere Arbeiten, an denen sein Herz hing, zu überarbeiten. Doch seine Kräfte reichten nicht. Er litt zusehends mehr an schrecklichen Gehörhalluzinationen und an quälender Schlaflosigkeit. Es kam im Februar 1854 zur Krise. Er stürzte sich in die Fluten des eistreibenden Rheins, wurde aufgefischt und in die Nervenheil anstalt Endenich gebracht. Sein Geist war tot. Weder die Musik noch Claras besorgte Liebe konnten die Dunkelheit durchdringen. Zwei Jahre lang - achthundert Tage und Nächte - war er ein lebender Leichnam. Hoffnungslos war sein Zustand. Ein schöp ferisches Dasein hatte aufgehört, eine an Kämpfen und Leiden, aber auch an Liebe reiche Existenz. So starb er fast unbemerkt. Aber was alles hat er uns hinterlassen! Clara machte sein Klavierwerk durch un ermüdlichen Einsatz bekannt. Brahms, der noch so junge hoffnungsvolle Komponist und Pianist - kurz zuvor erst von Schu mann geradezu auf einen Thron gehoben - wurde später maßgeblicher Förderer Schu- mannscher Kompositionen. Andere folgten