Nicht nur für das Regersche Violinkonzert, auch für das Kla vierkonzert gilt es sich einzusetzen. Gleich jenem stellt es an die Ausführenden wie an die Aufnehmenden größere Anforde rungen als manche „dankbare“ Werke, gleich jenem belohnt das Klavierkonzert aber auch den, der sich ihm vertrauensvoll naht, mit einer Fülle schöner, geistig ungemein konzentrierter Musik. Reger schrieb das Werk 1910 als reifer Meister und widmete es der Freundin Frida Kwast-Hodapp, die auch die erste Interpretin war. Die Uraufführung fand am 15. De zember 1910 im Leipziger Gewandhaus statt und bedeutete einen glatten Mißerfolg. Trotz der großen Kunst der Pianistin, trotzdem ein Nikisch am Pult stand. Langsam aber hat sich die Überzeugung von dem Eigenwert des Regerschen Werkes durchgesetzt, und heute sieht man hinter den die Hörer anfangs verblüffenden Tonmassen die Reger sche Idee. Der erste Satz beruht auf folgendem Themenmaterial, das innerlich zusammen hängt: ein Einleitungsthema, Max Reger: Klavierkonzert f-moll a/ptato dem sehr schnell das Haupt- und Zentralthema folgt: Zentralthcma deshalb, weil die steigende Quarte (es ist das Anfangsintervall des Chorals „Wenn ich einmal soll scheiden“) bestimmend ist für den ganzen Satz. Sie kehrt z. B. wieder im zweiten Teil (dritter Takt) des verträumt-sehnsuchtsvollen Seitenthemas, das in seinem ersten Teil deutlich als eine Umbildung des Einleitungsthemas zu erkennen ist: Mit einer nach den erbitterten Kämpfen der Durchführung in der Koda auftauchenden friedvollen, choralartigen Weise wird der Grundcharakter des langsamen Satzes an gedeutet. Dieser ist eine der schönsten Eingebungen, die Reger geschenkt w’urden, es ist eines der kostbarsten Geschenke, die uns je ein Meister gemacht hat. Es ist, als säße der