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KONGRESS-SAAL DEUTSCHES H Y G I E N E - M U S E U M Freitag, den 6. September 1968, 19.30 Uhr Sonnabend, den 7. September 1968, 19.30 Uhr Sonntag, den 8. September 1968, 19.30 Uhr 1. PHILHARMONISCHES KONZERT Dirigent: Kurt Masur Solist: Wolfgang Hellmich, Dresden, Bariton Felix Mendelssohn Bartholdy 1809-1847 Die Hebriden — Ouvertüre op. 26 Gustav Mahler Lieder eines fahrenden Gesellen 1860—1911 für Bariton und Orchester Wenn mein Schatz Hochzeit macht Ging heut' morgen übers Feld Ich hab ein glühend’ Messer Die zwei blauen Augen von meinem Schatz PAUSE Anton Bruckner 1824-1896 Sinfonie Nr. 9 d-Moll Feierlich, Misterioso Scherzo (Bewegt, lebhaft) Feierlich, Misterioso Programmblätter der Dresdner Philharmonie — Spielzeit 1968/69 Chefdirigent: Kurt Masur Redaktion: Dr. Dieter Hartwig Die Einführung zu den Liedern G. Mahlers schrieb Prof. J. P. Thilman, zur 9. Sinfonie A. Bruckners Prof. Dr. K. Laux Druck: Grafischer Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden, Zentrale Ausbildungsstätte 41859 111 9 5 1,8 868 ItG 009/62/68 WOLFGANG HELLMICH wurde 1935 in Dresden geboren. Er war Mit glied des Dresdner Kreuzchores und studierte Gesang an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber" in seiner Heimatstadt bei Helga Fischer. 1960 erhielt er sein erstes Engagement am Stadttheater Zittau, 1962 wurde er an das Landestheater Dessau verpflich tet. Seit 1966 wirkt der Künstler er folgreich als lyrischer Bariton an der Staatsoper Dresden. Wolfgang Hell mich ist mehrfacher Preisträger inter nationaler Gesangswettbewerbe (1. Preis beim Schumann-Wolf-Wettbewerb 1960 in Wien, jeweils 2. Preis beim Schu mann-Wettbewerb 1960 in Berlin und beim Bach-Wettbewerb 1964 in Leipzig). Mit Liederabenden in Bulgarien, Un garn und der Sowjetunion konnte er große Auslandserfolge erringen. ZUR EINFÜHRUNG Felix Mendelssohn Bartholdy, der musikalisch von einer seltenen Frühreife war, besitzt in der Musikgeschichte ein dreifaches Ansehen: als Orga nisator (so gründete er beispielsweise das Leipziger Konservatorium als erstes in Deutschland und brachte Bachs Matthäus-Passion hundert Jahre nach ihrer Uraufführung erstmalig wieder zum Erklingen), als Dirigent der Leipziger Ge wandhauskonzerte (hinzu kam seine ausgedehnte Konzerttätigkeit in Berlin, London und anderen Städten) und nicht zuletzt als Komponist zahlreicher Werke für die verschiedensten Gattungen, die zu den schönsten Zeugnissen der deutschen musikalischen Romantik gehören, wie die geniale Musik zum „Sommernachtstraum“, das Violinkonzert, die „Schottische" und „Italienische Sinfonie“. Mit der Niederschrift der Hebriden-Ouvertüre oder „Ouvertüre zur Fingalshöhle" op. 26 begann Mendelssohn auf der Hebrideninsel Staffa, über wältigt von der düster-herben Schönheit der nordischen Landschaft. Das Werk, das also Landschaftseindrücke widerspiegelt, knüpft stimmungsmäßig an die „Schottische Sinfonie" des Komponisten an. Das Tongemälde, dessen Haupt thema — in dunklen Klangfarben — Fagott, Viola und Violoncello intonieren, sollte nach Mendelssohns Worten nach „Tran und Möwen schmecken". Auch Assoziationen an Richard Wagners Holländer-Ouvertüre wollen sich einstellen, der das stimmungsvolle Naturgedicht übrigens als „eines der schönsten Musik werke, das wir besitzen" bezeichnete. Auch Brahms war von der herben Schön-