ZUR EINFÜHRUNG nen künstlerischen Weg begann Faure, seit 1861 Kiavierschüler von Saint-Saens in Paris, als Organist in Rennes (1866) und in Paris (seit 1870). 1877 wurde er Kapellmei ster an der Madeleine-Kirche. Seit 1879 widmete er sich intensiv der Komposition und wurde 1896 end lich in den Lehrkörper des Pariser Konservatoriums aufgenommen, dessen Direktor er von 1905 bis 1920 war. Florent Schmitt, George Enescu, Alfredo Casella und Ravel gehörten zu seinen Schülern. 1903 hatten sich erste Anzeichen eines zunehmenden Gehörleidens be merkbar gemacht, das besonders die letzten Lebensjahre des Kom ponisten überschattete, der 1924 in Paris verstarb. Das 1904 kom ponierte Impromptu op. 86 ist ein Originalwerk für Harfe. Für Klavier wurden dagegen die beiden nächsten Stücke unseres Programms geschrieben: die salonhafte Natha-Valse von Peter Tschaikowski, dessen Sammlung von fünf Tanzstücken und einer Romanze op. 51 aus dem Jahre 1882 entstammend, einer Gelegenheitsarbeit, sowie „Claire de lune" (Mondlicht) aus Claude Debussys „Suite bergamasque" (1890/1905). Das berühmte Stück, eine kongeniale Fortführung Cho- pinscher Nocturnes ins Subtil-Verfei- nerte, gehört zu den Perlen inner halb der Klangpoesie Debussys und der gesamten Klaviermusik. Marcel-Lucien Tournier war führender französischer Harfenist" der ersten Hälfte des 20. Jahrhun derts, ausgebildet von R. Martenot und Alphonse Hasselmans am Pari ser Konservatorium, wo er 1899 im Fach Harfe einen ersten Preis er rang. Als Nachfolger seines Lehrers Hasselmans wirkte er von 1912 bis 1948 als Professor für Harfe am Pa riser Konservatorium und betrieb auch Forschungen zur Spieltechnik seines Instrumentes. Viele seiner Schüler, darunter Nicanor Zabaleta, nahmen herausragende Stellungen in der Harfenwelt ein. Als Komponist war er von G. Caussade und Ch. Le- nepveu unterwiesen worden und er hielt 1909 den Prix de Rome und in Paris den Rossini-Preis. Neben Chor werken, Klavierstücken, Kompositio nen für Violine bzw. ViolonceU^ schrieb er vor allem brillante Harfl^ stücke, die die Möglichkeiten des Instrumentes ausschöpfen. Die „Feerie" wurde 1912 in Paris erst- veröffentlicht. D. H.