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XXVM wird, durch sorgsame Behörden, eine ArbeilSansialt für arme Mädchen tverbundcn mit einer Wittwcn-Stiftung,) vielleicht bald in'S Leben treten, um jene in schulfreien Stunden in weiblichen Arbeiten unter richten und dabei beaufsichtigen zu lasten. — Die auS der Sckuie rntlassencn, dem Gewerbsstande sich widmenden jungen Leute sucht die schon gedachte gewerblich« Sonvtagsschule in nöthigen Kennt nissen fortzuführen, die Bibliothek aber ihnen belehrende Lectüre, auch zuweilen zur Gemüthscrheiterung angenehm unterhaltende Schriften, darzubietcn. Die letzte Anstalt aber sorgt zugleich, nebst den erwähnten Lesezirkeln, für die allgemeine geistige Fortbildung der schon selbstständiger Einwohner ohne Rücksicht auf Rang und Stand. In besonderer Hinsicht auf das Bcrufsgeschäfi gibt dagegen zum Fortgehen mit der Zeit , außer einem mcu- gebildeten juristischenVercine, jcnerGewcrbvereinVcranlassung, welcher, wegen der oft auch auf allgemeine Bildungsgegenstände be zogenen Unterhaltung, zugleich zur Theilnahmc für Gelehrte aller Facher , als sehr geeignet erscheint. Wenn Letzteren, die Bereinsver« samnüungen zuweilen besuchend , aber auch nicht immer genügend Interessantes dargebötcn werden könnte, so werden sie dagegen oft im Stande seyn, aus dem Bereiche ihrer vielseitigen Kenntnisse und Erfahrungen, manches Nützliche und allgemein Interessante ist po- pulärerDarstellung mitzutheilen, dadurch aber die höhcrcBürgcrbildung mit fördern zu helfen , auf deren rechtem Gedeihen das Wohl des Staates zum größten Theile beruht. Außerdem gewährt ein Musik- verein (von l). Emil Reiniger 1829 gegründet) manche Stunde ange- uehmer Erheiterung, die, neben dem Ernste des Lebens, nicht minder ihre Rechte fordert. Wohl aber werden zahlreiche Städte gleichen Ranges, wo so man che dieser Anstalten noch fehlen möchten, die hiesige beneiden und ihr nachzueifern streben, zumal da auch in übriger Hinsicht des LolkswoblS von thätigen Stadtbehördcn, unter Leitung des verdlentenBürge» meisterH ofman n,vielWohlthätigeS bewirkt ward,;.B.die Straßenbe leuchtung seitl834,dieSparkassescit I839rc.wenn auchAnderes,z.B.ein noch sehr vermißtes städtisches Krankenhaus für Diensileute, Gesellen, Lehrlinge ic.noch der Zukunft überlassen bleiben mußte, da cs unaus führbar erscheint, alle Wohlfahrtsanstalten sich in derKürze undmöglich- ster Höhe anzucignen und die Vervollkommnung Les städtischen Wohls stets nur nach und nach zu ermöglichen ist. Schon genug des Be- weises eines rastlosen Strebens darnach, wenn schon so Zahlreiches geleistet wurde! Schließlich sey — nach diesem Ercurs — in Hinsicht de» Bibliothek noch erwähnt, daß, soll die Wissenschaft wahren Nutzen bringen, sie zugleich auch auf das Leben, zu eignem, wie zu Anderer Wohle, angewendet werden muß. Und zu Lieser Uiberlragung des Wissens in das thätigc Leben und Wirken ist die Bibliothek, mit ihren ausgewählten Büchern und Sammlungen, trefflich geeignet, so daß man, bei ihrer nähern Kenntniß, sie