VIERZEHNTES GEWANDHAUS-KONZERT DONNERSTAG, DEN 3. FEBRUAR 1916. Leitung: Professor Arthur Nikisch. ERSTER TEIL. Der 42. Psalm für Solo, Chor und Orchester (Op. 42) von Felix Mendelssohn Bartholdy (geb. 3. Februar 1809). Sopransolo: Fräulein Else Siegel. Nr. 1. Chor. Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Nr. 2. Arie. Sopransolo. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gotte. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Nr. 3. Rezitativ. Sopransolo. Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir saget: wo ist nun dein Gott? Wenn ich dess inne werde, so schütte ich mein Herz aus bei mir selbst: Sopransolo und Frauenstimmen. Denn ich wollte gern hingehen mit dem Haufen und mit ihnen wallen zum Hause Gottes, mit Frohlocken und mit Danken unter dem Haufen, die da feiern. Nr. 4. Chor. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht. Nr. 5. Rezitativ. Sopransolo. Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich! Deine Fluten rauschen daher, daß hier eine Tiefe und dort eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich. Nr. 6. Quintett. Männerstimmen. Der Herr hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts singe ich zu ihm, und bete zu dem Gotte meines Lebens. Sopransolo. Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir; warum hast du meiner vergessen? Warum muß ich so traurig gehn, wenn mein Feind mich drängt? Nr. 7. Schlußchor. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. Preis sei dem Herrn, dem Gott Israels, von nun an bis in Ewigkeit!