Seht unten, wo die kühlen Bäche fließen, Dort wandeln heut’ in Nacktheit Mann und Frau; Sie trinken selig Duft und Klang der Wiesen, Und alle blicken sie zum hohen Blau. Und alle jauchzen sie, und alle pflücken Die großen Freudenblüten dieser Welt. Wir aber wollen nach der Frucht uns bücken, Die golden zwischen Traum und Wachen fällt. Wir bringen sie in einer Silberschale Zum Tempel hin, dicht neben Speer und Schild. Wir knien nieder: Dufte, Frucht, und strahle Dem Volk entgegen sein verklärtes Bild. Emanuel v. Bodmann Morgen Und morgen wird die Sonne wieder scheinen, Und auf dem Wege, den ich gehen werde Wird uns, die Glücklichen, sie wieder einen Inmitten dieser sonneatmenden Erde. * f Und zu dem Strand, dem weiten, wogenblauen, Werden wir still und langsam niedersteigen; Stumm werden wir uns in die Augen schauen, Und auf uns sinkt des Glückes stummes Schweigen. Mackay Die heiligen drei Könige Die heiligen drei Könige aus Morgenland, Sie fragen in jedem Städtchen: »Wo geht der Weg nach Bethlehem, Ihr lieben Buben und Mädchen?« Die Jungen und Alten, sie wußten’s nicht, Die Könige zogen weiter; Sie folgten einem goldenen Stern, Der leuchtete lieblich und heiter. Der Stern blieb stehn über Josephs Haus, Da sind sie hineingegangen; Das öchslein brüllte, das Kindlein schrie, Die heil’gen drei Könige sangen. Heine