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Amts- und Anzeigeblatt für den Bezirk des Amtsgerichts Eibenstock und dessen Umgebung : 13.09.1900
- Erscheinungsdatum
- 1900-09-13
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id426614763-190009136
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id426614763-19000913
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-426614763-19000913
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Amts- und Anzeigeblatt für den Bezirk des Amtsgerichts ...
-
Jahr
1900
-
Monat
1900-09
- Tag 1900-09-13
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Monat
1900-09
-
Jahr
1900
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Sie hatte die illustrirten historischen Romane von Guerrazzi in ihren billigen Mailänder Ausgaben gelesen und glaubte noch an die Folterkammer im Gefängniß. Ihr Gesicht war todtenblcich, sonst aber konnte Kesner ihr die Angst, die ihre Seele quälte, anmerken, ihr stolzer Rund war sestgeschloffen und ihre Glieder bebten nicht. E» war neun Uhr sriih, und alle die Kupferschmiede, Stroh flechter und Samenhändler, die den kleinen Ort bewohnten, kamen au» ihren Thüren heraus und liefen, erregt, von einem Ver brechen zu hören, und neugierig, einen Verbrecher zu sehen, vor dem Gebäude, in dem die Gerechtigkeit wohnte, zusammen. »Dia mine! welch eine schöne Persons' riesen die Männer. »Da» srechc Weibsbild!' schrieen die Frauen. Umilta reckte ihre hohe Gestalt aus und blickte mit ingrim migem, stummen Spott über die neugierige, sich drängende Mensch heit, vor deren grausamem, gedankenlosen Eifer der Polizist Mühe hatte, sie zu schützen. Die steile fliesenbclegte Straße mit dem braunen Thor hoch oben schien vor ihrem Blick auf und niedcr- zuwogen. Jndcß, sie fand die Kraft, ohne zu wanken, weiter» zugehen. Sie führten sie die Stufen hinan und in die kleine Vor halle de» PolizciamteS hinein, die bereit» voller lose gekleideter, schwatzender, neugieriger Bauern stand, die sich hier versammelt hatten, um den Prozessen drinnen in dem Gebäude zu folgen. In dem Mittelsaal, der al« Verhandlung«raum diente, saß der Pretore in seinem schwarzen Talar, da» Barett auf dem Kops, einem tizianischen Gemälde gleich. Der sonst so freundlich drein schauende GerichiSdiener sah heute aus seinem Annrstuhl hinter dem hohen Pult gar bärbeißig wie ein ganz anderer Mensch au«. Und hinter oem Gitter stand die erbarmungslose, auf ihre Zer streuung bedachte Menge. Umilta sah zwischen den beiden Polizisten heute womöglich noch stolzer au«, al« an jenem Tage, an dem sie vor Monaten Virginia verabschiedet hatte. Da« ernste, gutmütige Gesicht de« Pretore drückte Mitleid und Interesse für sie au«. Sic aber sah nur ein weiße« Meer von Sonnenlicht mit einem Fleck darauf, der, wie ihr gesagt ward, der Richter war. Das Verhör nahm seinen Anfang. Al« sie wie üblich nach ihrem Herkommen gefragt ward und jemand für sie „Unbekannt" antwortete, fuhr da» stolze Ge schöpf wie unter einem Hieb zusammen. Vor der Anklage ver zog sic ihr Gesicht kaum, denn die Anklage war unwahr; aber die« war die Wahrheit, und sic schämte sich ihrer tief. Die Ver handlung nahm ihren Fortgang und dauerte lange, wie denn in diesem Lande nicht« schnell von statten geht. Die Lust ward schwül und drückend, die Sonne glühte aus die geschlossenen Läden, die Menschen kamen und gingen in dem Zuhörcrraum, und al« Umilta direkt zum Reden aufgefordcrt wurde, brachten sie nur das au« ihr herau«: »ES ist eine Lüge. Ich habe ihre Perlen nie genommen. Geschlagen habe ich sic — ja ich leugne e« nicht. Und ich «bäte e« wieder. Denn sie hat e« verdient, weil sie hinterlistig und falsch ist." Da« sagte sie einmal, zweimal, dreimal au«. Mehr aber war au« ihr nicht hcrau«zubekommcn, mochte man ihr drohen, wie man wollte. Der ernste, gerechte, weichherzige Richter blickte traurig und verlegen drein. Alle«, Alle« sprach gegen sie, und doch vermochte er an ihre Schuld nicht zu glauben. Er suchte sie mit unerschütterlicher Geduld und Freundlichkeit zu einer frei- müthigen Aussage zu bewegen, indcß sie war zu verwirrt und zu eigensinnig, die Freundlichkeit seines Bestreben« zu merken, und sie hatte nur den einen Wunsch, sich nicht anmerken zu lassen, wa« sie litt, auch wenn e« ihr da« Leben fast nahm. Die Menge hinter dem Gitter war übrigen« einstimmig gegen sie. Wohl war sie schön, mit welchem Recht aber stand sie so stumm und stolz vor ihnen da, al« wäre sie eine Königin? Die Menge fühlte sich von ihrer Haltung verletzt. E» war spät an dem schwülen Abend, al» der biedere Rich ter mit einem Seufzer einsah, daß sie verloren war. Kein ein zige« Moment war vorhanden, va« für sie sprach. Sie leugnete zwar ihre Schuld. Darauf aber konnte man nicht» geben. Ihre eigene Herrin trat nicht für sie ein. Donna Rosa bezeugte ernst und düster in ihrem wollenen Sonntagskleide nur ihren Stolz, ihre Eitelkeit und ihren Starrsinn. Mit Widerstreben und Bedauern gab der Pretore die Hoff nung auf, Jemand zu retten, der sich selbst nicht retten konnte oder wollte, und betrübt lehnte er auf seinem Pulte vor und verurtheilte sie mit mitleidigem Ton zur Untersuchungshaft. Umilta, die während vier langer, entsetzlicher Stunden auf recht wie eine von den jungen Tannen auf den Hügeln im gol denen Westen gestanden, fiel der Länge nach zu Boden, wie der Baum fällt, wenn die Axt ihn mit dem letzten Streich durchschlägt. Donna Rosa brach, so hart sie sonst war, gleichfalls schluch zend zusammen. »Lieber hätte ich ihr meine eigenen Hochzeit-perlen gegeben," klagte sie unter ihren Thränen. Ncila war aschfahl, und va» grausame, hungrige Licht he» Triumphe- fing an au« ihren Augen zu schwinden. Die Polizisten hoben den leblosen Körper der Angeklagten hoch und trugen sic davon in da« Gefängniß de» Orte«. Denn jetzt war sie dem Staate verfallen. Heimlich und sich fast ihrer Schwäche schämend, zog Donna Rosa jetzt, al» sich Vic Menge einigermaßen verlaufen, ihre Börse au« der Tasche und zahlte, wa» man von ihr verlangte, damit die Gefangene eine eigene Zelle erhielte und nicht mit dem übri gen Uebclthätern zusammengebracht würde, unter denen sich eine Frauensperson von allerschlechtcstem Ruse befand, und um ihr Gewissen über da» Geldopser, da« sie brachte, zu beschwichtigen, sagte sie zu sich, daß, so lange c» in ihrer Gewalt stünde, es auch ihre Pflicht wäre, Jemand, der zu ihrem Hause gehört, vor solcher Gesellschaft zu bewahren. Und so kam Umilta allein in eine kleine Zelle in dem alten Thurm, der in vergangenen Jahr Hunderten manch einen blutigen Strauß unter sich au»< fechten gesehen und der jetzt au» der kriegerischen Veste zum bürgerlichen Gefängniß umgewandelt war, und konnte hier über ihren Prozeß und ihr Uriheil Nachdenken, da» bei dem langsamen Gang de» italienischen Gesetze« schwerlich vor Weihnachten gefällt werden würde. »Wenn sie unschuldig ist, laßt sie frei, und wenn sie schul dig ist, straft sie schnell und erledigt die Sache," sagte Signora Rosa in ihrem Zorn, ihrem Schmerz und in ihrer Scham, ihr ehrliche« Hau» so schmählich an die Oeffcntlichkeit gezogen zu sehen. Aber der Gefängnißwärter schüttelte sein grause» Haupt und meinte: »da« ist de« Gesetze« Weg nicht." »So ist da« Gesetz grausam und dumm," erklärte Donna Rosa mit flammenden Wangen. Der Wärter zuckte die Achseln. Er war der Diener de« Gesetze« seit fünfzig Jahren; nicht ihm kam e« zu, dasselbe schlecht zu machen. Ties bi« in« Innerste erschüttert, fuhr Donna Rosa, «ine so starke Frau sie sonst war, heim. Toinetta Sari war stumm wie ein Fisch während der ganzen Fahrt über den holperigen Weg. Netta war in ihrem Hau« geschädigt worben, und sic hatte ge sehen wie ihr ihr Recht ward, indeß sie konnte nicht umhin, Netta »U grollen. Et wär spät in der Nacht al« der Wagen in der Hcimath anlangte. Da« ganze Hau« lief in Angst und Neugier zusammen. Die Kühe muhten in »en Ställen nach einer, die sie vermißten, und der Hund fing nach kurzem Bellen, al« ob er wüßte, wa» geschehen, zu winseln an. E» war eine iraurige Heimkehr, »v, Donna Rosa ließ sich auf ihrem Holzschemel am Herd nieder, zog sich ihren Shawl über den Kopf und fing von neuem an, bitterlich zu weinen. »Ich hätte nie früher geglaubt, daß ich da» Mädchen so lieb habe," sagte sie zu ihren Töchtern auf sich selbst ärgerlich. Unbemerkt schlich Netlina sich au» dem Zimmer und eilte in die Hütte ihre» Vater». Sie hatte ihre Rache, aber ihre Freude darüber war jetzt keine ungemischte mehr. Der Mond stieg höher und höher, die Nachtigallen schlugen, die Herbstnacht rückte vor — und Umilta saß im Gefängniß. Am Morgen bat Nettina ihren Vater, sic zur Stadt zu fahren. Der biedere Mann sah sie groß an. Den Mädchen auf den Bergen kommt e» so wenig in den Sinn, zur Stadt zu wellen, wie den Tannen, sich verpflanzen zu lassen. Wenn sic Braut sind, gehen sie vielleicht einmal hinunter, sich die Aus stattung zu kaufen, sonst fällt ihnen solch ein Wunsch niemals ein. Jndcß Nettina war de« alten Manne» Liebling und Stolz. Sie sprach ihm von allerhand nöthigen Dingen, die sie brauche, und Wünschen, die sic sich nur in der Statt erfüllen lassen könnte, und so nahm er sie endlich noch in derselben Woche, al ber Markttag herankam, mit de» Priester» alter, achtzigjähriger, stocktauber Haushälterin dahin mit. In ter Stadt angelangt, stellte Netlina die alte Frau an, an einer Bude de« Markte« bunte Taschentücher für sie auszu suchen und stahl sich inzwischen rasch an da« Pult eine» Brics- schrciber« in icr anderen Budcnreihe hinüber. »Schreiben sie da« für mich," flüsterte sie dem runzeligen Schreiber zu und diktirte ihm: »Deine schöne Umilta hat Perlen gestohlen und sitzt jetzt dafür im Gefängniß. Jemand, der Dir wohl will, glaubt Dir Glück wünschen zu dürfen, daß Du Dir von ihr einen Korb geholt hast." »Weiter nicht»?" fragte der alte Schreiber enttäuscht, denn er liebte, eine Art Advokatschreiber wie er war, ellenlange Phrasen, Umschreibungen und Andeutungen durch die Blume hindurch. »Weiler nicht»," sagte Toinetta, der die Röthe in ihr kleine», nervöse» Gesicht schoß — »und nun steckten Sie die« in einen festen Umschlag hinein, und schicken Sie e«, deutlich geschrieben, an Signor Virginio Donaldi, Unterosfizicr in der Armee de« Königs und in dem Bersagliere geheißenen Regiment zu Turin!" Der Schreiber lhat, wie ihm besohlen worden, und Nettina brachte den Brief eigenhändig zur Post. Jetzt erst fing sie cnt- lich an, Freude an ihrer Rache zu haben. So lange er e« nicht wußte, schien sie ihr zwecklos zu sein. »Und wann wird der Bries nach dem Ort kommen, den sie Turin nennen?" fragte sic fieberhaft auf der Post. Uno al« sie ihr sagten: »Schon morgen," hätte sie in ihrer grausamen Freude laut ausjauchzen können. Morgen würde er er wissen! Sie lies und sprang und tanzte so närrisch über da« Trot toir, daß die alte, taube Serafina Acrgerniß daran nahm, sie beim Rockärmel zog und ihr zurauntc: »da« schickt sich doch aber nicht — hier aus der Straße. Wie in der Kirche mußt Du Dich hier gebärden — zwischen all den schönen Läden ring« um Dich hcrunt." Allein Nettina achtete ihrer kaum. Sie triumphirte. Am nächsten Morgen würde er es wissen, und keine Menschcnseele würde je crrathen können, daß der Bries von ihr herstammte, war er doch ohne Unterschrift abgegangcn. De« Priester« halb- vlinde Haushälterin aber hatte sie weder an den Stand de« Bricsschrcibcr« herantrctcn, noch das Schreiben in den Kasten stecken sehen. Nettina hatte eines von den Halstüchern gekauft — ein prächtige« in allen Regenbogenfarben schillernde» Stück mit dem Bild eine« Pfau« und eine» Chinesen zwischen Hellen gelben Rosen daraus — und hatte e« Serafina zum Präsent gemacht, die voll de« Lobe« über die Jungfer und ihr Benehmen war, wie sie vor der Carmine-Kirche, wo Netta» Vater auf sie gewartet, in den rumpeligen Stcllwaacn stiegest, der sie bi« zu seiner ersten Station an die Vingöne-Brücke am Fuß der Berge hringen sollte, von wo au« sie den Rest de« langen Heimwege« zu Fuß weiter machten. Netta konnte die ganze Nacht vor Freude über den Ge danken, wie schlau sic gewesen und wie grausam Virginio am nächsten Morgen aufgeweckt werden würde, kein Auge zuihun. Jetzt erst dünkte ihr ihre Rache in Wirklichkeit süß. Den Brief erhielt Virginio Donaldi gerade, wie er seinen Säbel in seinem Kasernenzimmer putzte. Er hatte mehr zu thun, al« Briese zu lesen, daher steckte er ihn einfach in seine Tasche und ging aus seine Tagesarbeit, ließ seine Leute exerziren und Halle kein Auge für seine Briesschaft, bi« er Abend» seinen Dienst hinter sich hatte, vor einem Kaffcehau« saß und in der Abend- Dämmerung ein Gla« frischer Limonade schlürfte. Al« er den kurzen Bries durchflog, sprang er unter zornigem Fluch hcchaus, dann begab er sich geradc»weg» zu seinem Kapitän und bat ihn um Urlaub. »Du bist erst vor eineqi Vierteljahr auf Urlaub gewesen. Ist der Fall denn so dringend?" fragte jein Vorgesetzter, der ihn »Du" und »mein Sohn" nannte und ihn gern hatte. Virginio» Antlitz flammte dunkel auf. »So dringend, baß wenn der hohe Herr Kapitän mich nicht fvrllassen wollte, ich mich auf die Gefahr hin, al» Deserteur er schaffen zu werden, enlscrnte," antwortete er rasch mit sprühen dem Auge. Der Kapitän lächelte, er war ein Mann, der seine Soldaten seine Kinder nannte und mit ihnen nachsichtig wie strenge zu sein verstand. »Da wir allein sind, will ich Dich siir diese Sprache nicht zur Rechenschaft ziehen. Und nun reise, ich gebe Dir drei Tage Urlaub? Virginio eilte zur Bahn, nnd er kam noch zur rechten Zeit an für den Nacht-Kourierzug nach dem Süden. tForlsetzung folgt.» Vermischte Vachrichten. Opfer die Automobll-Aernfahrt Berlin-Aachen gekostet hat. Nach den bisherigen Schadenersatzanmeldungen find von den an der Fernfahrt betheiligten Fahrzeugen angcfahren und getödtel worden: Eine Kuh, zwei Schweine, drei Schafe, 16 Hunde, 23 Hühner, ferner wurden ein Wagen mit Heu und eine Mauer umgefahren. — Bremerhaven, 4. September. Aus vier hinter einander folgenden Eisenbahnwagen von den Zügen, die die fünf Jnfanteriekompagnien de« 4. und 6. Regiment», eine Eisenbahn-, eine schwere Artillerie-, eine Munition«kompagnie und verschiedene kleinere Kolonnen zur Einschiffung nach Ostasten auf den Damp fern .Arcadia" und .Hannover" brachten, la» man folgende« Gedicht in Kreidcbuchstaben: Wir sind das ostasiatische Heer, Bestimmt, dm Herren Chinesen Recht gründlich so nach deutscher Art Einmal den Text zu lesen. Wir ziehen LU» nach freier Wahl Dem Vaterland zu Ehren Und wollen, was der Deutsche ist. Die fremden Völker lehren. Das was uns treibt? Nicht Landsknechtsart, Die nach dem Zweck nicht fraget. Nicht blinde rohe Kampfeslust, Die nur zu wagen waget, Sind's, die uns führen in den Kampf, Uns leiten höh're Triebe, Was uns bewegt: zum Vaterland Jst's treue heiße Liebe. Wir ziehen aus, mit uns rer Kraft Des Reiches Macht zu stützen Und um im himmelsernen Land Bedrohte zu beschützen: Wir kämpfen, um das deutsche Blut, DaS man vergoß, zu rächen Und um der Mörder Uebermuth Für alle Zeit zu brechen. Es gilt, dort weit vom Vaterland Des hohen Amts zu walten. Den Deutschen in der höchsten Noth Die deutsche Treu zu halten. Und dieses Amtes walten wir Ob auch der Kampf mag toben, Wir schwören's unserm deutschen Volk Und Gott im Himmel droben. — Zur Pariser Weltausstellung erschien ein interes santes Album der Maggiwcrke, die in Berlin, Singen, Kempttal und Paris ihre Hauptniederlassungen haben. In 32 Bildern werden die Fabrikanlagen, die Fabrikation der allbelicbten Maggi'- schen Spezialitäten, die Geschäftshäuser und Bureaux an den genannten Orlen vorgeführt. Die Schlußbilder zeigen die Stall ungen und die Rinderherden der Firma in Kempttal. Aus dem schön auSgestatteten Album erhält man einen überraschenden Ueberblick über die große Ausdehnung und Mannigfaltigkeit der rühmlichst bekannten Werke der Firma Maggi. — Die Weinernte Frankreichs wird in diesem Jahre infolge der anhaltend günstigen Witterung eine außergewöhnlich gute werden. Um nun dem Herabgehen der Wcinpreise vorzu - beugen, da« schon jetzt besonder» in den westlichen Departement» hervortritl, wo man bereit« wegen de« Ucberflusse« an Wein zu der alten Gewohnheit zurückkehrt, für zwei leere Tonnen eine volle auSzutauschen, hat der Handelsminister Caillaux durch Vermittelung de« Konseilrpräsirentcn und Minister de« Innern dem Präfekten die Weisung zugehen lassen, darüber sorgfältig zu wachen, daß die Vorschriften bezüglich der Zuckerung der Weine streng eingehalten werden. Denn bekanntlich werden durch Hin zujetzung von Zucker und Wasser au« den Rückständen der ersten Pressung große Massen Wein erzeugt, die trotz aller gesetzlichen Vorschriften stark vertrieben werden. Da» soll in diesem Jahre nicht vorkommen, sondern die Beamten müssen ihren gesammten Einfluß dahin aufbieten, daß von den einzelnen Winzern nur so viel Wein zweiter Pressung durch Zuckerzusatz hrrgestellt wird, al» sic selbst für ihren Hausbedarf nolhwendig haben. Zuwider handelnden werden strenge gerichtliche Verfolgungen angedrehl und den Beamten der Verwaltung der indirekten Steuern ist vorgeschrieben worden, bei den Winzern, die Glukosestoffe erhalten haben, Weinproben einzusordern, um sie aus ihren Dextringehalt zu untersuchen. — »In unser aller eigener Sache." Also überschreibt die »Berliner Klinische Wochenschrift" einen beherzigenSwerlhen Artikel, der insbesondere den weiblichen Lesern zu nachdenklicher Betrachtung empfohlen wird: . .Worüber nicht nur wir, son dern Jedermann sein verdammende« Uriheil hat und haben muß, da» ist ein Unfug, der sich mit diesem Sommer aller Orlen breit macht und un« aus Schritt und Tritt belästigt und bedroht: die Unsitte der Schleppen an den Damenkleidern, eine Modethorheit, die geradezu Allem Hohn spricht, wa- die Aerztc und Hhgieniker seit Jahren über die Schädlichkeit de« Staube« und Straßen- schmutze» predigen. Wenn man sieht, wie eine Dame ganze Wolken von Staub auswirbelt, welcher Schmutz an der Unter seite der Röcke sitzt, den die Schönen mit sich herum und in ihre Behausung schleppen, und welchen Gefahren sie damit sich und ihren Angehörigen aussetzen, wenn man bedenkt, wa» Alle» in den letzten Jahren über die Verbreitung infektiöser Keime, vor Allem der Tuberkelbazillen durch den Staub und eingetrockneten Aus wurf geschrieben und gesprochen ist, und daß da« Alle« vor dem Tyrannen Mode in den Wind gesprochen und verweht ist, so möchte man an der Einsicht der Menschen verzweifeln und mit dem bekannten HauSpoelrn auSrufcn: »Der Mohr bleibt schwarz, der Thor bleibt dumm, da« ist ihr Privilegium." Wenigsten« sollten doch die Männer und vor Allem die Aerzie mit aller Ent schiedenheit den Kampf gegen diese Unsitte aufnehmen und wenig sten« so viel durchsetzen, daß die Damen auf der Straße und vor Allem auf der Reise sogenannte fußsreie Kleider 'rügen. Aber leider ist der Herr der Schöpsung, was die äußere Erschein ung feiner besseren Hälfte anbetrifft, meisten- mehr al« unselbst ständig und so fürchten wir, daß diese Mode, wenn sie anhält, achtlos und gewissenlos da« im Großen cinrcißt, wa« wir mit Mühe im Kleinen ausbaucn! Hoffen wir, daß diese Zeilen einem der großen Pariser Mvdekünstler zu Gesicht kommen, der für da nächste Jahr wieder kurze Kleider dekrctirt. Da« ist der einzige Weg, hier Abhilfe zu schaffen." — Ein bisher unaufgeklärter Vorfall beschäftigt die Behörden von Osnabrück. In einem Gehölz nahe bei der Stadt wurde ein Knabe auzgcsundcn, der nur der französischen Sprache mächtig war. Wie sich herauSstellte, handelt e« sich um den Schn eine« GasthosSbesitzerS in Pari«. Aus drahtliche Mittheilung wurde Jemand von dort abgesandt, um da« Kind zu holen. Auf welche Weise e« in die Osnabrücker Gegend gekom men ist, ist noch nicht aufgeklärt. — Eine die sich kennt. Sic: »Ich werde glücklich sein, mit Dir Kummer uno Sorge theilen zu dürfen." — Er: »Aber liebe» Herz, ich habe weder Kummer noch Sorgen." — Sie: »O, da» kommt schon, bi» wir verheirathct sind." — Guter Anfang. .... Sie sind Musiker und ipollen meine Tochter heiralhen?" — »So ist e»I" — »Pa» bringen Sie denn in die Ehe mit?" — »Nun — einen Hochzeit-Walzer hab' ich schon komponirl!" Land« irthscha ft liche«. — Zu den nützlichen Thieren in der Landwinhschasi gehören auch die Regenwürmer, da sie durch die zahlreichen von ihnen gebohrten Röhren die für die Fruchtbarkeit so außer-
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