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Amts- und Anzeigeblatt für den Bezirk des Amtsgerichts Eibenstock und dessen Umgebung : 13.12.1904
- Erscheinungsdatum
- 1904-12-13
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id426614763-190412139
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id426614763-19041213
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-426614763-19041213
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Amts- und Anzeigeblatt für den Bezirk des Amtsgerichts ...
-
Jahr
1904
-
Monat
1904-12
- Tag 1904-12-13
-
Monat
1904-12
-
Jahr
1904
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— Eibenstock, 12. Dezember. Gestern Nachmittag brachle der hiesige Kirche »chor unler Leitung de« Herrn Kantor Beertet den I. Teil de« Paulu«, Oratorium von Mendelssohn in unserer Kirche zur Aufführung. Infolge der in Nr. 144 d. Bl. vorauSgegangenen Erklärung können wir un« diesmal recht kurz fassen. Die Darbietungen können al« recht wohl gelungen bezeichnet werden, und muß umsomehr an erkannt werden, raß man au« sich herau«, also ausschließlich mit hiesigen Kräften da« alle« zu leiste» im Stande war, zumal in vieler Hinsicht die günstigsten Bcrau«setzungen vorhanden waren, nämtich die Aufführung ähnlich großer Kompositionen in den letzten Jahren. Die Chöre waren leben«srisch und kraftvoll gegeben unv entwickelte» z. B. in Nr. b (.Dieser Mensch hört nicht aus') eine geradezu hinreißendc Macht. Da« Toben und Hetzen der jüdischen Führer gegenüber dem jüdischen Volke trat wie verkörpert an un» heran. Ebenso zeigte sich die vollste Krasl im Schlußchort .O, welche Tiefe.' Und wir wollen besonder« lobeninvert hervorheben: der gesamte Chor halte, Dank der vorzüglichen Instruktion und Schulung seine« Leiter«, Dank seine« eigenen eisernen Fleiße«, da», wa« er vortrug, verarbeitet. De«halb zeigte sich auch überall eine gute Nuancierung. Z. B. besonder« in dem Choral: »Dir, Herr, dir will —' sowie Chor Nr. 11: „Siehe wir preisen selig, —' und Nr. 16 : „Wachet auf —'. Namentlich wirkte letzterer Choral durch seine heroische und gemessene Art de« Vortrag« Ehrsurcht gebietend. Die Au-lprache war recht deutlich, wenn gleich — nebenbei bemerkt — unsere Gejangrsprache unter den lokalen sprachlichen Ver hältnissen zu leiden hat. Die Einsätze kamen in den sugen- artig bez. kanonarligcn Gesängen ganz gut, und dem Ganzen prägte sich eine recht würdige Ruhe, die nur al« Folge großer Sicherheit möglich ist, auf. Wir erinnern nur an die beiden letzten Chöre: „Der Herr —' und „O, welch' eine Tiefe —'! Die Solopartien halten bereilwilligst Frau Amtsrichter Ur. Kloß (Sopran), Herr H. Gerisch er (Tenor) und Herr Paul Meinelt übernommen. Sie lösten alle ihre recht ichwierigen und anstrengenden Ausgaben recht ichön und faßten, ganz besonder« der Sopran, durch verständnisinnige Wiedergabe fo recht warm die Herzen der Hörer. Ihnen sei auch an dieser Stelle unser aufrichtigster Dank gebracht. Recht wesentlich trug zum guten Gelingen de« ganzen die gut vorbereitete Kapelle bei, die sich den Verhältnissen ausgezeichnet anpaßtc, ja mit dem Gesamten gut verschmolz, al» wenn sie alle Tage schon seit langen Zeilen recht ost diese Art der Arbeit getan hätte. Die Ouvertüre, die in der Einleitung den Choral: „Wachet aus —' glatt bring«, im Hauptsätze denselben kanon- und fugenarlig kunstvoll umrankt, sich bi» zum Schluß von Takt zu Takt au-brcitet und steigert, gelang ausgezeichnet und war in ihrem Ausdruck ritterlich. Wir treuen un« recht sehr über die wohlgelungene erste Dar bietung eine« Oratorium« im großen Stile und bringen unserm Kantor Herrn Viertel, sowie seinen getreuen Helfern dankbarst ein „Grüß Gott!" — Eibenstock. Nachstehend veröffentlichen wir da« Er gebnis der am 1. Dezember b. I». hier vorgcnommenen Vieh zählung, indem wir die Zahlen der Ausnahme vom Jahre 1900 gegenüberstellen. ES wurden gezählt: 1604 1600 Pferde 140 113 Esel 4 — Rinder 411 428 Schafe 102 68 Schweine 134 194 Ziegen 117 135 Die Erhöhung der Pferdezahl ist wohl hauptsächlich durch die regere Bautätigkeit und die hierdurch bedingte Vermehrung der Fuhren veranlaßt worden, während die zum Teil wesentliche Verminderung de« Bestände» an Rindvieh, Schweinen und Ziegen aus den geringeren Futtcrbau infolge der anhaltenden Trockenheit im Sommer 1904 Hinweis«. E» iit allerding» auch zu berücksichtigen, daß durch die Bauten immerhin größere Land strecken der landwirtschaftlichen Ausnutzung entzogen worden sind. — Eibenstock. Einen recht ergötzlichen Abend wird un« im alten Jahre noch unsere Stadlkapelle bringen (Siehe Anzeigen teil). E» werden da allerhand lustige Streiche in feiner Humoristik vorgesührt. Gleich Nr. I, Die Ouvertüre zu Suppe» einaktiger lusttger Operette beginnt. Nr. 2, Lustige Brüder, Walzer, spiegelt musikalisch eine kleine Kneipgeselllchaft, welcher in der Morgen frühe (nach einem Balle) nach Hause geht und die unterwegs noch im stärk angeheiterten Zustande einen Walzer pfeift, plötzlich aber durch den Hahnenschrei gestört, nach allen Richtungen aus einander läuft. Nr. 3 ist nun ein ergötzliche«, lustige« Stück in Kostüm, welche« eine Musikprobe darstellt und welche« sich nicht gut beschreiben läßt; sehen muß man e«. Nr. 4, Die Wiener Damenkapelle ist eine hochhumoristische Scene au» dem Leben reisender Damcnkapellcn und führt un» eine vom Polizei diener Schwippchen arretierte Damenkapeüe vor. Sämtliche Damen werden von Mitgliedern der Stadlkapelle in hochfeinen Kostümen dargestellt; sogar unser altbekannte« Mitglied Herr Theodor Schindler wird eine junge Dame darstellen. Nr. 5, Eine kuriose Geschichte, oder die sech« Müller, ist ebenfalls ein LachmuSkeln er regende« Stück mit Gesang, welche» kostümiert dargcstellt wird. In Nr. 6 werden nochmal» gesanglich alle vorhandenen Meher namhaft gemacht werden. Da« ganze Programm ist sein humo ristisch und darum jedem zu empfehlen, der es liebt, einmal tüchtig zu lachen. — Schönheide. Infolge Rippenfellentzündung starb am Sonntag früh, 63 Jahre alt, Herr SanitätSrat und Ritter pp. I)r. Penzel. Seit 1868 hat derselbe in hiesiger Gemeinde, sowie in der Umgegend al« Arzt gewaltet. In dem Zeitraum von 36 Jahren gewann er genaue Kennt»!« von den örtlichen Verhältnissen, die er bei jeder Gelegenheit zur Geltung brachle. Man wählte ihn daher zum GemeinderatSinitgliede und zum Gemeindeältesten. Mit der Entwicklung de« hiesigen Gemeinde wesen« ist auch seine Person t» Verbindung zu bringen. Ferner war er Frieden«richter und Kassierer de« Frauenverein«. Auch bekleidete er da« Amt de« Vorsitzenden im ärztlichen Bezirk-Verein. Schule und Armenpflege waren e« insbesondere, denen er seine Kraft widmete. Er war ein Wohltäter der Armen und gehörte zu denen, die die linke Hand nicht wissen lassen, wa« die rechte tut. Der Verstorbene war nicht verheiratet. — Bet der am 3. Advent erfolgten Kirchcnvorstand«wahl wurden ge wählt für Schönheide die Herren Hoflief. Carl Ed. Flemming «en. mit 179, Obermeister Carl Berger mit 175, Schuhmachermeifter Gustav Winkelmann mit 157 und Tischler E. Schädlich mit 105 Stimmen; für Schönheiderha mmer die Herren Ge- meindevorftand Emil Poller mit 21, Lehrer Bernhard Bauer mit 15 Stimmen ; für Ne »Heide Herr Gemeindevorfland Hochmuth mit 7 Stimmen. Abgegeben wurden im ganzen 214 Stimmen und zwar 185 von Schönheide, 21 von Schönheidrrhammer, 8 von Neuheit,». Die übrigen Stimmen waren gesplittert. — Schönheide, 11. Dezember. In der am 10. d. M. im Hotel „Bayrisch!» Hof' zu Schönheide stattgefundenen Kon ferenz de« BczirkSlehrerverein» Eibenstock-Schönheide (Zweig Schönheide) hielt Hr. Lehrer Flach-Schönheide einen höchst beifällig ausgenommenen wissenschaftlichen Vortrag über „Bodengestalt ung und Bewässerung von Schönheide und seiner nächsten Umgebung', dem seiner allgemein interessierenden Darlegungen wegen folgende Gesichtspunkte entnommen seien: I) Bodengestaltung: I. Inwiefern stehen die Formen der Landschast in einem gewissen Einklang mit ihrem inneren Bau? Sie sind einerseits abhängig von den geologischen Vorgängen, denen da« Gestein seine Entstehung verdank», und denen e« nach seiner Lagerung und Erstarrung ou«geietzl gewesen ist. Da hiesige Gelände ist al« Glied de« Erzgebirge« entstehung-gemäß die Folge eine« im Altertum der Erde (aus alle Fälle vor der produktiven Sieinkohlensormation) vor sich gegangenen geologisch- lektonischcn FallnngSprozessc«, lowie einer späteren Zersetzung und Auswaschung (Erosion.) Die LandschaftSsormen sind seiner ab hängig von der Beschaffenheit de« Gestein«, au« dem sie sich zusammenietzen. Der Kern de» hiesigen Gebirg«slriche« besteht au» Mu»Iovilgronit bezw. Turmalingranit, dessen wesentliche Be standteile sind: Orlhckla«, gemeiner Quarz und Mu»kovit; akzes sorische Bestandteile: Turmalin, Flußspat, Apatit, Uranglimmer, verschiedene kristalllsieiie und dichte Quarze, Turmalinquarzit, Opal, Granat, Beryll, Albi», Talk, Stcinmark, Roteisenstein, Zinnerz und Zinnkie«. Da« Gebiet, zu dcm unsere Gegend in geognostischer Hinsicht gehört, ist die Region de» Eibenstocker Turmalingranil», deren Begrenzung durch die Orte Auerbach, Schneeberg, Platten, GraSlitz markiert wird. Kkvgnosttschc Um gebung de» Eibenstocker GranitgelLndc» — im Osten Glimmerschiefer, im Süden tertiäre Ablagerungen, im Westen und Norden ver- steinerungSleere Tonschiefer der Phyllilsormation (und de» Kam brium«) mit Einlagerungen von Quarzitschiefer, Hornblende- schieser rc. Eine Zusammenstellung der frühcr hier bestandenen Bergwerke wird unterbreitet. Ferner: Struktur, chemische Zu sammensetzung und technische Verwendung de» Granit« (Stein brüche), Verwitterung dc» Grundgestein« (Felsen und Bodenarten der Umgebung.) 2. Welche« Bild bieten die diesigen LandschastS- formen (Oberflächengestalt)? Hervorragende Topographen beur teilen sie al« ein vielgipselige«, schön modellierte« Waldgebirge. Die Berge der nächsten Umgebung sind: Kuhberg, FuchSstcin, Gute Herberge, WeberSberg mit Wilhelmstein, Butterberg, Krinitz , Riedertberg, Zcisiggcsang, Wintergrün, Hammerberg, Knock, Bau- mannSberg, Oberer Keilberg, HäckerhanncS- und Laubberg. Sämtliche Berge werden nach absoluter und relativer Höhe, Neigung und Vegetation charakterisiert. Höhenbolzen innerhalb Schönheide und der umliegenden Orle, Baugelände der Schön- heikcr Flur (zwilchen 545 und 690 m), größter Höhenunterschied de« gedachten Gesamtgebietek (zwischen Kuhberg und Muldenthal- sohle bei Eibenstocker Bahnhof (300 m), größte Neigung in der Linienführung (Carl-seld-WilzschhauS—Wilkau) de« sächsischen Eisenbahnwesen« (bei Haltepunkt Blcchhammer 1:20). II) Be wässerung: Zwickauer Mulde ist Hauplfluß de« Gebiet«, ihre Seehöhc beim Eintritt 600 in, Verlauf und Länge hierselbst 14 km, Seehöhe beim AuLIritt 500 m, Gesäll 7"/„„; fiskalischer Pegel an der Emmabrücke. Nebcngewässer: Wilzsch, große und kleine Riedert, Zin«bach, Silberbach, Tanncnbach, Filzbach werden nach Ursprung, Verlaus und Mündung charakteristcrt, auch die Teiche angegeben und die WasjeileitungSangelegenheit von Schön heide beleuchtet. Schluß: Jene vielger ühmte, da« Auge erfreuende Abwechselung, die im allgemeinen den Gebirgslandschaften den Ausdruck der Schönheit verleiht, ist unserm Gelände, wie über haupt unserm gesamten Erzgebirge, in hohem Maße eigen. Da finden wir Berge und Täler, nackte und mit Wald, Feld- und Wiesenvegelation bekleidete Flächen, da« b-lebende Element de« Wasser«, mag e« nun al« sprudelnder Quell zu kühlem Trünke laden oder sich al« freundlicher Begleiter de« Wanderer« am Wiesenxfodc hinschlängeln oder walvabwärt« über Stock und Stein springen, mag e« im breiteren Dahinwogen de» Flusse« durch da« Tal ziehen, da« e« einst au-gewaschen hat. Daß der durch Gegensätze verstärkte Reiz der JahreSzcitschönheiten da« land schaftliche Gesamtbild vervollständigt, sei hier nur beiläufig gejagt: man denke an den bunten Laubwechsel de« JahreSzeilenschmucke«, an die lebhaften Farben dc» Lenze«, wenn Wald und Flur im maigrünen Kleide von entzückender Frische und Reinheit vor un« stehen, an die kraftvoll anflcuchtenden Laubfarben de« Herbste«, an den Winter mit seinen wundervollen Schnee- und Rauhreif landschaften. — Dresden. Eine furchtbare Familien tragöd ic spielte sich am Donner«tag abend in dcm Dorfe Neustadt bei Stolpen in der sächsischen Schweiz ab. Die dort wohnende be jahrte Witwe Heintzmann war mit ihrem erwachsenen Sohne, der in einer Knopfsabrik «»gestellt war, in Streit geraten, weil dieser tag»über nicht zur Arbeit gegangen war. Infolge diese« Streite« verschaffte sich der Sohn auf noch nicht aufgeklärte Weise Cyankali, tat dasselbe in ein gefüllte« Wasserglas, zeigte letztere« der Mutter mit den Worten: „Siehst du, Mutter, ich vergifte mich!" und trank da« Gla» halb leer. Die nichtsahnende Mutter glaubte natürlich nicht an den Ernst dieser Worte und trank da« Gla« au«. Inzwischen brach der Sohn zusammen und starb vor den Augen ter entsetzten Mutter. Diese stürzte in ihrer Todesangst auf die Straße, brach dort ebenfalls zusammen und hauchte ihren Geist au«. Da« entsetzliche Drama rief unter den Einwohnern de« Orte« eine furchtbare Aufregung hervor. — Radeberg, 8. Dezember. In selten geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit beging heute bier da» Glasmacher Kaiser'sche Ehepaar da« seltene Fest der diamantenen Hoch zeit. Kaiser hat trotz seine« hohen Alter«, er ist 85 Jahre alt, in der hiesigen Sächsischen Glasfabrik bi« jetzt al» Gla«beschauer gearbeitet. Die Jubelbraut zählt 83 Jahre. — Reichenbach, 7. Dezember. Welche originellen Zu geständnisse heutzutage mancher Nimrod macht, um da« von ihm beschossene Jagdrevier sich für die nächste Pachtpertode zu sichern, besagt folgender al« verbürgt bezeichnete Fall. In einiger Ent fernung von hier befindet sich ein Revier, da« im nächsten Jahre neu zu verpachten ist. Der jetzige Inhaber derselben, dem e« anscheinend darum zu tun ist, da» Revier ü «out prix wieder zu erlangen, ist nun aus die gewiß höchst seltsame Idee gekommen, der gagdgenossenschast al« Pachtschilling 200 Mk. mehr al« seit her zu zahlen und der Gemeinde einen funkelnagelneuen — Leichenwagen al« Geschenk in Aussicht zu stellen. Wohl mancher Jagdliebhaber wird ob diese« Zugmittel« den Kops schütteln, doch geht darau« hervor, welche Blüten inmitten de» Winter« der Jagdfport manchmal treibt. — Auerbach i. V, 6. Dezember. Die Königliche Krei«- hauptmannschaft Zwickau hat in einer Krankenkassen angelegenheit eine für weite Kreise wichtige Entscheidung getroffen. Die früher der hiesigen Gemeindekrankenversicherung angehörende, seit dem 1. Oktober bestehende Ort«krankenkaffe für da« Bauhandwerk und verwandle Berufe hatte von den bei der Gemeindekranken - Bersicherung«kasse angesammelien Reservefond« einen entsprechenden Anteil zur Bildung ihre« Reservefond« ver langt mit dem Hinweise, daß sie zur Gründung und Ansammlung de« Reservefond« der Gcmeindekrankenkasse mit beigetragen hab». Der Sladtrat hatte da« Ansuchen abgelehnt, weil e« keine ge setzliche Bestimmung gäbe, welche die Gemeindekrankenkasse zur HerauSzahlung eine« entsprechenden Teil« de« Reservefond« an die neugegründete Kasse verpflicht». Die Königliche Krei«haupt- mannschasl hat nun die ablehnende Haltung de« Stadtrat« gebilligt. — Plauen i. B-, 9. Dezember. Sine hiesige Firm-, die sich mit dem Kauf und Verkauf von Grundstücken befaßt, besitzt zurzeit nicht weniger al« 37 Häuser, die sie zu erwerben ge zwungen war, um sich vor Verlusten zu bewahren. — Elterlein. In Brüx wurde am Freitag vor dem Schwurgericht der Arbeiter Josef Hahn, der am 5. Oktober diese« Jahre« seine Geliebte, Anna Teubner, und deren Mutter zu ermorden versuchte, zu vier Jahren schweren Kerker« mit einem vierteljährlichen Fasttag verurteilt. 2. Ziehung 1. Klasse 147. Königs. Sachs. Landes-Lotterie gezogen den 8. Dezember 1904. 20 000 Mart aus Nr. 2007. soov Mark aus Nr. SSO« «17««. »0vv Mar« aus Nr. 2831 88490 78808. 2000 Mar« aus Nr. 4063 18247 43898 71184. tv»0 Mark aus Nr. NX» 827» 111147 2788« 78108 78180 78863 81827 »4588. SON Mark aus Nr. 12182 13442 18508 28082 81814 88078 88481 48051 50188 51282 82858 57741 58888 82188 82850 88188 88474 78484 88425 85081 «5480. 200 Mar« aus Nr. 858 782 4084 4818 5788 8800 8888 10744 18488 18728 18411 18752 >8802 18180 20447 24730 24807 25208 25845 28018 28438 30025 31807 82284 82507 37084 38150 88288 88488 41488 42843 43321 43358 48888 48781 48581 51184 51315 53358 58820 55688 58148 57703 58834 58817 58815 82067 82883 82835 88087 83535 88831 64822 64442 88873 68120 88815 73210 74718 75788 77144 77582 78085 78205 81043 82421 82718 83814 84141 85144 85840 85818 87004 87123 87765 80114 81158 82831 98103 93508 94988 95I5O 95528 95543 98052 96418 88428 97807 98329 99203 99314 98873. <Lhem««ii;er Marktpreise am IO. Dezember 1904. Weizen, fremde Sorten, 9 Mk. 85 Pf. bis 10 Mk. 25 Pf. pro 50 Kilo « sächsischer. 8 - 65 - « 8 , t^O Roggen, niedl. sächs., 7 » 25 » « 7 , 40 » » - preuß., 7 « 25 , . 7 , 40 , biefiaer 7 » « fremder, 7 » 50 , . 7 , 7 . 15 r.5 Braugerste, fremde 8 » 75 » - IO « 50 , « sächsische, 8 « 25 . , 8 . 75 , « Futtergerste 8 « 55 « * 6 « 75 « » Hafer, inländischer ü - 95 - - 7 - 15 , « Kocherbsen 8 - 75 - . 9 « 75 , » Mahl- u. Futtererbsen 8 « — , , 8 . 75 Heu, 4 - 25 . , 5 . , r Stroh, Flegeldrusch, 2 - — , » 2 » 50 - Maschinendrusch, 1 - 50 - - 2 , 25 « « Kartoffeln, 3 - 50 - « 4 - — Butter 2 - 60 * » 2 , 80 1 . Standesamtliche Nachrichten non Schönheide vom 4. bis mit 10. Dezember 1904. Geburtsfälle: 371) Dem Bürstenfabrikarbeiter Theodor Oswald Poppitz hier 1 T. 372) Der ledigen Knüpferin Martha Elise Berger hier I T. 313) Der ledigen Bürstenfabrikarbeiterin Anna Lina Ficker hier 1 S. 374) Der ledigen Wirtschafisgehilfin Klara Minna Thomas hier 1 T. 375) Dem Bürstenfabrikarbeiter Louis Oswald Baumann hier 1 T. Aufgebote: a. hiesige: Vakat. b. auswärtige: Vakat. Eheschließungen: 77) Gutsbesitzer Heinrich Richard Möckel mit Wirt schafterin Emilie verw. Meinhold geb. Spitzner, beide in Neuheide. Sterbesälle: 203) Max Hermann. S. des Fabrikschlossers Franz Hermann Baumann hier, 1 I. 8 M. 20 T. 204) Die BürstenfabrikarbeiterS- ehefrau Auguste Wilhelmine Reinhardt geb. Fröhlich hier, 44 I. 11 M. Unger hier, 9 M* 24*T* *L«i) Fritz" Hans, *S. "des Bürstenfabrik- arbeiters Friedrich Paul Fröhlich hier, 2 M. 28 T. Neueste Nachrichten. (Wolff« Telegraphische« Bureau.) — Dresden, II. Dezember: Se. Majestät der König wohnte heule vormittag dem Gottesdienste in der katholischen Hoskirchc bei und empfing hierauf im Rcsidenzschlosse mehrere Deputationen und einzelne Herren in Audienz. Nachmittag« nahm der König an der Familientasel bei der Königin Witwe teil. — Leipzig, II. Dezember. Wie da« „Leipziger Tage blatt" meldet, brannte in der letzten Nacht in Niederste!»- bei Pulinitz in Sachsen da» Bauerngut de« Besitzer« Freuden berg nieder. Dabei sanden 7 Personen den Tod, nämlich der Besitzer Freudenberg, seine Frau, zwei erwachsene Töchter, ein I4jährige Sohn und zwei Enkelkinder. Der Ehemann der älteren Tochter, Sleinbruchbesitzer Domschke, wurde heute auf Requisition de« Amtsgericht« in Pulsnitz unter dem Vcrvacht de« Morde« und der Brandstiftung verhaftet. E« verlautet, daß Domschke die ganze Familie mit einer Radehacke er mordet und daraus da« Gut seine» Schwiegervater«, um die Spuren zu verwischen, angczündet habe. — Pari«, II. Dezember. Der König von Portugal ist gestern nacht hier eingeircffen und von einem Vertreter de« Minister« der auswärtigen Angelegenheiten, den Mitgliedern der porlugiesischen Gesandtschaft sowie hervorragenden Persönlichkeiten der Portugiesischen Kolonie empfangen worden. — Petersburg, II. Dezember. Da« . Journal de Saint Petersburg" bringt eine osfifielle Mitteilung de« Auswärtigen Amte«, in welcher diese« seststellt, daß die genannte Zeitung zwar eine Unterstützung der Regierung für die Veröffentlichung von Mitteilungen offizieller Dokumente in französischer Sprache erhalte, daß da« „Journal dc Saint Peieröburg" aber durchau« kein Organ de« Ministerium« sei. Für alle«, wa» in den Spalten diese« Blatte« erscheint, trage einzig und allein der Redakteur Baschmakow die Verantwortung. — Peter«burg, II. Dezember. Heute nachmittag fanden auf dem New«kiprospekt zwischen. der Polizeibrücke unv der Sadowaiastraße bet großem Zusammenlaus dc« Publikum- Ruhestörungen statt, an welchen hauptsächlich Studierende, etwa lOOO Personen teilnahmen. E« wurden unter Gesang und Geschrei 10 rote Flaggen mit regierung«feindlichen Aufschriften entfaltet. Durch die Maßnahmen der Polizei und Gendarmerie gelang e« indessen, die Menge bald zu zerstreuen, worauf auch die Fahnen wieder entfernt und die Träger derselben, sowie mehrere Personen, die der Polizei Widerstand leisteten »erhastet wurden. Die Polizei war hierbei genötigt, zur Waffe zu greisen, doch sind keine erheblichen Verletzungen vorgekommen. Um 3 Uhr nachmittag» war die Ruhe wieder hergestellt. „Lsnnsdors-SsLäs" °°» — für »II« roileir«!»-rv«eker — -ollkrsil «ur älrvtt v. 8sick«vk»drkr. Leaavdsrx, LLrtcd.
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