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Tageszeitung der KPD / Sektion der Kommunistischen Internationale / Bezirk Sachsen Verbreitungsgebiet Ostsachsen / Beilagen: Der rote Stern / Nund um den Erdball / proletarische Sozialpolitik / Filr unsere Krauen / Der revolutionäre Jungarbeiter Nummer 148 7. Jahrgang Dresden, Sonnabend den 22. August 1931 « « - op r «il « : lrN vou, «„attich r,b0 RM l»ohlb,k Im v»rau»), durch di- Pog r.ro AM lohn« Zu!«rllj,«dllhr>. DI« ..Akb-iierstimm«" «rlchklnt ISa- lt*, auk«r «n Sonn, und isrlrriojirn. In Fäll«» böh«r«r Lemall brstrht kein Anspruch auf Lieferung der Zeliun« od«r auf Zurück^rhlung d«» Be,u«,prelle« Verlag: Dre»dn«r Verlag»g,l«llschaft mbH, Dr-^en^l. EeschSftnstell« und Re- daklton: Daierbahnhosstr. 2, Yernrus: 1/jSS. Pojlscheckkonio: Dr«»»«n 18 890. Sprechstunden: Montag, iS—18 Uhr allg. Sprechstunde, Mittwoch, 17—18 Uhr betrieb,» und arbeit,recht!. Frage«, Freitag, 18—IS Uhr surlstlsch« Sprechstunde v - !«I , « n p r«11« : dl, »«unmal a,spalt««, rronp,,«Ill«i,ll. ad«, der«» 8L Ps für FamiII,nan,«i,«» »0 Pf., filr >l« Si<kl,m,,-il« f,nschll«fi«nd «, l,n bieispalitge» Teil einer lertseitef l.iO AM. Aneeig.n-Annahm« »»r ^.cheniag, von » Uhr an I» du Expedition Dr«^«»-A. 1, wüterbahnhofsiratz« S. Ssrckliekt ctsn 5tteitr! Gemeindearbeiter-Verhandlungen wieder gescheitert / Streik beschlüsse in Stuttgart und Diisseldors / Borstoß gegen alle Arbeiter Berlin, 22. August. (Eig. Meldung.) Dio Berhandlungen iiber den Abbau der Löhne der Gemeindearbeiter wurden heute Nacht gegen 1.3» Uhr ohne endgültige Vereinbarungen abgebrochen. Li« werde» heut« vormittag fortgesetzt. Aus vielen Großstädten, so au« Düsseldorf, Stuttgart u. a. liegen Beschlüsse vor, jeden Lohnraub mit sofortigem streik zu beantworten. Eine große Kemeindearbeiteroersammlung in Berlin richtete einen Streikappell an alle Lohn- und Gehaltsempfänger. Der ADGB ist gar nicht in der Lage «inea wirksamen Kamps gegen de» Lohneoub zu organisieren. Selbst da» Berliner Tageblatt von heute erklärt, d,e ADGB ist völlig bankrvtl, es bestehe» siir ihn nur .Zrttb« Aussichten" (Näher«» sieh« 2 Seite). Die Gemeindearbeiter werden «ine« erfolgreichen Kampf nur unter der Führung der RGO führen können. biet der Steuerpolitik, der allgemeinen Wirtschaft (lies: Lohn raub!) und der öffentlichen Finanzen" (auf deutsch: wettere Ge schenke an die Kapitalisten, Abbau der Sozialfürsorge). Die sich steigernde Mordhehe der Bourgeoisie gegen die KPD steht im engsten Zusammenhang mit dem bevorstehenden gewal tigen Streik der Gemeindearbeiter. Di» bürgerlich-sozialdemo kratische Jonrnaille hat die Aufgabe, die einzige Führung der Arbeitermassen zu verleumden, um so den Kampf der Arbeiter zu lähmen. Deshalb bieten die Kommunalarbeiter, wie all« übri gen Werktätigen, alle Kräfte auf, um die KPD gegsa die ver logene Mordhetze zu verteidige«. So allein veeteMgea sie sich selbst gegen die Lohnräube«. Vvrbotstvinporr Gestern abend sand in Berlin eine grotze ösfeutliche G«> meindearbriterversammlung statt, in der Genosse Fritz Heckert s ''gebend über den Kampf der Gemeindearbeiter gegen den be vorstehenden Lohnraud sprach. Einstimmig wurde solgende Entschließung an alle Gemeindearbeiter angenommen: Appell der Berliner Gemetndearvetter an Alle! „Die am 21. 8. versammelte» Gemeindearbeiter Berlin» richten an all« Grmtindearbeiter de» Appell: Nehmt i» alle» Betrieben sofort nach vekanntwerdrn de» Lohnraubpakt«» zwi schen dem kommunalen chleichsarbtitgrberverband und der sozial- faichistischen Gewerkschastsbürokratle in Betriebsversammlungen Liellung und beschließt den Streik! Wählt Streik- ltiiungen, organisiert di« Abwthr des Streikbruche», stellt die iiimpfendt Einheitsfront mit den Bramteu, Angestellten, tliii-Ardeitern und den Erwerbslose» her! Wir kämpfe» uuter tin Losungen und Forderungen: 1. Gegen jeden Pfennig Lohn- und Gehaltsraub! ! Für den Liebrnftundentag, di« Vierzigstundenwoche bei vol lem Lohnausgleich! l.Für Einstellung von Erwerbslosen entsprechend der Arbeits zeitverkürzung! l. her mit den Millionenuberschüssen der Kommunalbetriebe für die in diesen Betrieben beschäftigte« Arbeiter, Angestell ten und unteren Beamten! Beseitigung der Korruption»gehält«r der Bürgermeister, -tadtrate, Direktoren usw.l k. Für die Festsetzung der Gehälter mit einer Höchstgrenze von KW» Mark pro Jahr! 7. Rücksichtslose Eintreibung der den Kapitalisten gestundete» Gemeindesteuern! <. Beseitigung aller Ausgaben der Stadt für Polizei, Kirch« und bürgerliche Organisationen! 3. Erhöhung der Sondertarise für die Groszabnehmer von Gas, Wasser und Elektrizität, Senkung der Werktaris« für di« kleinen Konsumenten! Ist. Herabsetzung der Fahrpreis« zweck» Steigerung de» Verkehr» und Erhöhung der Einnahmen! Unter Führung der RGO nehmt den Kampf auf gegen Lohnraub und Sozialreaktion! Beschließt den kollektiven Ein tritt der Betriebobelegschasten in die RGO! Unsere Parole Heraus aus den Betrieben! E» lebe der Streik derGemeindearbeiter!" Der Deiious der gestrigen Derhanvlungen lieber den Verlauf der Verhandlungen wird bekannt, daß Vertreter des Rcichsarbeitsministeriums den Vorschlag ge lt hat, einen weiteren einschneidenden Lohnabzug in 2 Etap- prn durch,usühren. Auf dieser Basis war bereits eine Einigung lviichen den Gewerkschaftsvertretern und dem kommunalen Ar- öritgeberverbond erzielt worden. In den späteren Beratungen irr Tariskommission des Gesamtverbandes wurde das vom Der- dandsvorstand abgeschlossene Derhandlungsergebnis aus takti- ichni Gründen wieder abgelehnt. Darauf fanden um 23 Uhr im Xeildsarbeitsministerium erneut Verhandlungen statt. Im ^:unde sind sich die Gewerkschaftsführer und die Vertreter der 8kmeindcn über den Lohnraub einig. Man berät nur noch dar- cber, in welcher Form man den Gemeindearbeitern den Lohn- >rud schmackhaft machen soll. KvD-Arottlon unterstützt den Kampf Zur Unterstützung des Kampfes der Gemeindeakbeiter ge- een den Lohnraub hat die Dresdner Stadtverokdnetenfroktion «inen Antrag eingebracht, in dem gefordert wird: l. von der Notverordnung keinen Gebrauch zu mache» uvd di« bisherige Lohnhöhe weiterzuzahlen; r. Ratvversügung auf Stillegung der Bauten rückgängig zu machen; , 2 di« e». Stunden - Woche bei volle« Lahvansgleich «iirzu» führen; < dir Direktor«» der AG »bzulm»«» »»d di« hohe» Gehälter SV» Mark h«raL-»jstze». , Weiter forderte di« Fraktion die sofortige Einberufung de» Kollegium» mit der Begründung: ,T)er Arbeitgeberverband ist bereits dabei, die Löhne der Gemeindearbeiter um » RPf zu kürzen. Erle ist ge-bol«n. Die Nichreinberufuna bedeutet di« eindeutig« Stellungnahme gegen die bedrohten Schichten der Arbeiterklasse." Di« Gemeindearbeiter, die in allen Teilen des Reiche» eben so wie in Dresden e»tschl»sse» find, den Lohnabbau ganz «ut. schieden abzuwehren, wissen, daß die wiederholte Verschleppung der Verhandlungen di« Schwäche »ad Furcht der Gegner olsen- bar«». Sie werden i« geschlossener Front unter RGO-Führung siegen. lleberall Strelkbeschlttffe Stuttgart, 21. August. (Eig. Meldung.) Si»e Versammlung der Arbeiter de» Stuttgarter Slraßen- reiuigungoamte« beschloß, gegen jeden Lohnraub in den Streik zu treten. Der in der Versammlung anwesend« reformistisch« Gewerkschaftvangestellte, der bremsen wollte, muht« die Versammlung verlass«». Weiter Raubfordemngen der Ausbeuter Der Reichsverband der Industrie hat der Reichsregierung etu Memorandum mit einer großen Anzahl Forderungen der Industriekapitäne überreicht. Wie die vosiische Zeitung meldet, ist «ine Berössentlichung nicht beabsichtigt, um „eine Diskussion in der Oesfentlichkeit zu vermeiden". Nach dieser Bemerkung kann man allerhand erwarten. Wie die vosiische Zeitung weitrr bemerkt, liegen die Forderungen der Unternehmer „aus dem Ge- Ganze Versammlung tritt der KPD bei Massenzuftrom von SVD-ArdeMrn KVD sA rdel t« rko,d«fpo»d»i»r 1S7vk) Die Ortsgruppe Verrroald« der KPD osvarrftockbet» ttr Kist»- bobritzsch b«i Fretberg eins» DisckMoamtbead »rtt partstlofr» Arbeitern, tn dem Gs». Zimmermann, Veerwald«, da» Lhema» „Warum Kommunistisch« Partei?" b«hand«lte. Nach »i»«r a»o« sührlichen Dt»kuffipn komttea u»tt -»r Btld«»g Ort»gr»pp« der Partei schrsits», alle »»wefende» Arbeiter «rklärte« ihre» ««»tritt i» di« KPD. Bon vielen wnrd« di« Arbeitersttmm« »nd die ad IS. Seplemder erscheinend« Wochenzritung „Sächsisch«» Volks-Echo" abonniert. Ein Veispisk für all«! verstärkt trrsdchorrder« di« Verdung für da« V»lk»«cho! Im Bezirk Nordbaqern wurden im Juli 87S Neuaufnahmen gemacht und 1< neue Ortsgruppen gegründet. Unter d«n Neu- «ingetKienen sind 12» früher« Mitglieder d«r SPD und de» Reichsbanners Aehniich tn Eüdbaysr«; u. a. sind tn Kö nigsdorf 3 SPD-GemeinderSt« und 1» SPD-Arbeiter in die KPD «ing«lreten. 4,1 Millionen Erwerbslose! Don 1. bls 12. August um 114 000 gestiegen / Immer mehr Ausgesteuerte Berlin, 22. August. (Eig Meldung ) Nach den neuesten Berichten der Reichsanstalt betrug am iS. August die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland tllUNN»! Da» bedeutet innerhalb 1t Tagen eine Zunahme von rund IltNll». Im Vergleich zu der gleiche« Zeit de» Vorjahre» beträgt die Zunahme rund 120NN». Bon den t,1 Millionen erhalten nur rund 2 211 »»» au» der Krlsensllrsorge oder au» der Ar beitslosenversicherung Unterstützung. Der Rest erhält entweder keinerlei Unterstützung oder ist auf die Wohlfahrt»- sürsorg« angewiesen. Zu der Zahl von t,1 Millionen sind sicher noch Zehntausende hinzuzurechnen, die sich über haupt nicht mehr aus den Arbeitsämtern melden, weil sie keinerlei Unterstützung beziehen. Weck pfeift aus Landtagsmehrheit! Anschauungsunterricht für dle GVD-Arbelter zu den DerfalsungsveranftaNungen am 24. August Die Sächsische Staatskanzlci veröffentlicht folgende Mit teilung: „Anfragen beim Ministerium für Volksbildung geben Veranlassung, daraus hinzuweifen, daß zur Teilnahme an den. Versasfungofeirrn der Schulen Lehrer und Schüler wie bisher verpflichtet sind." Es handelt sich um folgendes: Am 17. Februar beschloß de.r Sächsische Landtag mit Mehrheit, daß Schüler und Schülerinnen zur Teilnahme an den Bersassun'gsseiern nicht gezwungen w«r- Ven dürfen. Die Echieck-Regierung fetzt sich über diesen Be schluß einfach hinweg und diktiert in ihrer obigen Mitteilung: Die Schüler müssen, an den verfasiungefeiern teilnehmen. Jene sozialdemokratischen Arbeit««, die bisher den Schwin del ihrer Führer von der „Demokratie" glaubten und die Lis- her auf dir Weimarer Verfassung schworen, ^ekoinmen jetzt «inen prachtvollen Aftschäuunfisudtexricht: Der Mehrheltabe^ schloß de« Landtage» wird ohne viel Federlesen» durch die Re gierung annullier) v- gerads^ptm versaffungotag . . .! - - Und dpzu: Di* Lchicck-Argirruitg, die eine Filiale der Krüning-Diktatur ist, die t.otz Mißtrauensvoten lustig weiter ¬ regiert und diktiert, wird gestützt in erster Linie von der LPD, die sür den Echieck-Etat stimmte. Gen. Wert-Hamburg erschoßen ,. Polizeiaktion in Penig gegen Kommunisten Dos Berliner Tageblatt von heute meldet: „Der 2!ijährige -Funktionär der Kommunistischen Partei, Lhlert, wurde in sei ner Wohnung überfallen und durch einen Pistolenschuß so schwer verletzt, daß er'bald daraus verstarb. Die bisherigen ^ristitklungen der Polizei haben die. Annahme gestalt, daß es sich um eine politische Mordtat handelt. In Penig erschienen vorgestern., Grofzkampfwag«« der '. Polizei-, hatwsuchten an Hand elner Liste und nahmen zahlreiche, lommunijtifche Arbeiter,.unj,^ihnen den KPD-Stadtrsl Geißler, fest. Gesunden wurde nichts.