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Leipziger Tageblatt und Anzeiger : 20.11.1877
- Erscheinungsdatum
- 1877-11-20
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id453042023-187711202
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id453042023-18771120
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-453042023-18771120
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
- Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Leipziger Tageblatt und Anzeiger
-
Jahr
1877
-
Monat
1877-11
- Tag 1877-11-20
-
Monat
1877-11
-
Jahr
1877
- Titel
- Leipziger Tageblatt und Anzeiger : 20.11.1877
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Grscheint täglich ) früh 6^/, Uhr. ArbarttoA »ab Eep-i»i'" Johaunisgasse 83. 2»«chßa»bta bcr Arbaittsa: Vormittags 10—12 Ubr. Nachmtttagü 4 -k Uhr hme der für dir nüchit- Nummrr bcstimnrtcn irr an Wochentagen dis Nachmittags, an 2onn- fl tagen früh bis '/»9 Uhr. z« b«a öilialea für ZasAuaatimc Otto Klemm, Univerfitättstr. 22, LoniS Lösche, Katbarinenstr. 18,p. nm bis V,3 Uhr. WpMer.TaMM Anzeiger. Llgan für Politik, Localgeschichte, Handels- und Geschäftsverkehr. IS,»» ä^nmanttme«, ot«E incl. Vrülarrloha » AN., »urch »« Po- dr^gm , «l. Itd, rdqeln« Rumm« 3» Pf Belegexemplar 1» Pf. Gebühren für »rtrabeUag«, ohne PostdefSrdnung Ss M «U Postdefdedemng 4» Vtt >M«atr sgefp. Bourgeottz. Z» P». »rößn« Schriften lallt unten« Preisverzrichniß — Tabellarisch« Satz nach höherem Tarck. »rcUoae» »»ln d. Lrb<uttinu-rrr bi« Spaltzeüe 40 Pf Inserat« fiab sttt« and.Crpebvll» zu seudell. — Rabatt wirb Mchr gegeben. Zahlung prasav «e»»1i ober »und Po-vorickutz W 3L4. DienStag den 20. November 1877. 71. Jahrgang Vermiethung. Die Ahth»tt«»G Bk». SL der Vm»tzF«tsch«rhaSe am Sl«»»«sche» Platze soll Dte»<tag de» K7 -kovemder d. I. DorartttaG- LL Uhr an Rathsstelle v»« Lv Fedr»ae 1878 a« gegen oretmouattrche Kttndignog anderweit an den Meistbietenden »anmtethet »nd eS können die BermietbuugS- »nd Lnsteignnng-bedinguugen schon vor dem Termine bei nn« einzefehrn werden. Leipzig. den 14 November 1877. De« Math de, Stadt Leipzig. vr. Georg». Cerntti. Verkauf von Graphit. In hiesiger Gasanstalt lagern circa 158,800 Kilogr. Graphit, deren Bnkans Die»staa de« 8. Deeemde, d. A. tzUachiatttags S VH, an Ort »ud Stelle tm Wege öffentlicher Licitation. jedoch mit Vorbehalt der Lnlwahl unter des Licitanteu »nd jeder sonstigen verfügnng erfolgen soll. Die L citattov-bedivsturgen sind tm Bmea» der Gasanstalt eiuzufehea, auch daselbst gegen Er- legnng der Copialien in Abschrift z» erhalten. Leipzig, den 17. November 1877. Des Math« Doputatio» z», 8aSa«Oalt. Leipzig, IS. November Vom astatischen KriegSschanplatze wird der , endlich erfolgte Fall von KarS gemeldet; dort l dürfte in nicht z» ferner Zeit die Einnahme von Erze,»«, ans dem europärschen AriegStheater die von Plewna folgen Die Türken selbst geben officiell zu, daß die Einschließong von Plewna jetzt eine vollständige ist. Alle Welt, ob Freund, ob Gegner der Türken, scheint he»te darüber einig: Plewna wird fallen! — »nd nnr do- Wavn »nd Wie wird von allen Seiten noch er örtert. Der »»erwartete Gang der Errig >ffe de- gegenwärtigen Kriege- hat allerdings schon manche Vorhersage und vorschnellen Urtheile in- Gegmtheil richtig gestellt, aber dieSmal scheint die allgemeine Meinnng wirklich Recht behalten zu sollen Der eiserne Ring, der »m Plewna ge> schloffen ist. »aß von Tag ?-u Tag dichter »nd enger werden; der Stern OSman Pascha'- ist rm Sinken »nd nnr wenige Wochen dürften »u- von entscheidenden Ereignissen au diesem Pancte trennen Ein bedenteuder Machtfactor wird dann ans türkischer Sette verschwanden oder doch bedeutend zusammmgefthrnmpft sein. Wa» dann? Zur Beantwortung dieser Krage bringt die ^ ..Press«' einen Artikel an- der Feder einer her- 1 vorragender. mMairtfchen Fachautorttät, worin Folgendes anSgesührt wird: S» wäre vollstSudig »ugerechtsertigt, anzuuehme», daß mit der Tapt- tnlatton bei HeereS OSman Pascha - bei Plewna die Widerstandskraft der Türkei gebrochen fein wird. Die Türken wnrdea noch nirgend- ent schieden geschlagen nn» die Armee OSman Pascha'S rqnäsmltrt rur ein Fünftel der türkischen Streitmacht ans dem Hanptkrieglschanplatze. — Wie glücklich sich die Verhältnisse bei Plewna für die rnjstsche Sache anch gestalten mögen, so wird doch die Erinnerung an die großen Siege, welche die heroischen verthe-diger an die sem Pnvcte über die Trappen de- Czaren er rangen, nicht leicht verwischt werden. Hterzn kommt noch, daß die schließltche Entscheidnng doch nach aller Wahrscheinlichkett weaiger eine Folge großer Daffevthatrn der Russen «US vielmehr der leeren Magen der Bcrtheidign sein dürste — alle- Momente, welche den moralischen Effect selbst einer bedingungslosen Capttulatiou bedeutend herabdrückeu würden. Immerhin aber wird der Fall von Plewna für die Russen, namentlich mit Rücksicht auf die Fortsetzung »er Operationen, von größtem Einflüsse sein, von anderen strategi- schen vortheilm sehen wir hier ab Die Haupt- fache ist, daß dnrch da- Ereigniß «in großer Theil der jetzt um Plewva harrenden 128.088 Russen und Rumänen zu Wetter« operativ« Thättgkeit frei worb», wirb. ^ stimmt «an selbst an. e« gelänge Olmaa Pascha, etwa mit dn Hülste sein« gegmwärtigm Krast, also mtt circa 28,888 Man», Widdtu od« Sofia ue «reichen. wa< wobl den für die Türkei günstigsten Fall darstellt, so wird diese Macht selbst tm Vereine mtt den von Mehemed Alt zu- zusührmdm Verstärkungen kan« geeignet fein, in kurzer Zeit Wied« offenst» vorzugehen. Ja jede» Falle würde — von einem Eingreifen Serbien-, dal in solche« Moment wohl äußerst werthvoll werdrn könnte, ganz abgesehen — eine russische Armee von circa 48,»00 Mann genügen, OSman Pascha in Schach zu Hallen »uv die Wetter ein- zulettenden Operationen der Russen gegen Westen zu sichern. Man kann als» zum Mindesten 68.880 bi- 78,888 Mann rechnen, welch« am Tage nach de« Kalle von Plewna zu anderweitiger Verwendung frei werden Da> Grol der türkischen Streitkräfte ist noch i»«er in d« Rühe v»n Ra-grab zu suchen. ES zählt, ohne die Festnng-besatzuugen zu rechnen, gegenwärtig etwa 68.888 Man«. Ei» kleiner Armeetheil der Türken steht süd lich des Schlpkapasse- mtt höchsten- 25,880 Rann «nd ein and«« bei Sofia mit etwa 15.888 Manu. Dem gegenüber zählt die Arm« detz Thronfolger- -wischen Lo« »nd Iantra 88.888 Raun «ud am Rordabhaoge de- Valla» btl Lirnowa find gegenwärtig mindesten» 58.888 Manu versammelt Die russische Heere-leituog könnte nun nach dem Falle von Plewna die frei werdende Streit- kraft von »8,888 Mann nach Osten werfen, »» mtt «drückend« Uebermacht üb« die Hanpt- krast d«> Gegner« herzufallen, sie in ein« Feld- schlecht zu zerschmettern »ud damit den Feldzag zu beenden. Diese Operation ist die natürlichste, weil sie, gegen die Hanptkraft der feindlichen Streitmtttel gerichtet, diejenige ist, welche den arößtrn Erfolg in Ln-sicht stellt »nd die selbst im Falle de- Mißlingen- keinen anderen Nachtheil in sich birgt, alS daß die geschlagene russische Armee daS Gebiet östlich der Iantra verliert. Dennoch scheint eS. daß die Russen diese Operation-- richtnng nicht wählen werden; denn nach Allem, wa- bi-her in die Oeffentlichkeit drang, haben die Türken bei RaSgrad ein zweite- Plewna darbe- reitet, b. t. ein ««schanzte» Lager, besser eine ganze Reihe solch« i« engeren Sinne, deren Mittelpunkt etwa Ra-grad ist. Ja dieser Stel lung concentrirt, mtt Rustschuk in der rechten, Schnmla in d« linken Flanke, würde ohne Zweifel Vnleiman Pascha den Angriff d« Russen ruhig errartm; denn die Eharcen lägen hier für die Türken noch viel günstiger alS bei Plewna. Die Gefahr für die türkische Defensive wäre gleich Rull, denn selbst nach Wegnahme Ra-grad- würden Schum!« und Varna dn geschlagenen türkischen Arm« hinreichenden Schutz gewähren Wird ab« die russische Lrmeeleitung e- wagt», abermal- und vielleicht ebenso nutzlos wie bei Plewna HEatomben von Menschenleben zu opfern um eine» flüchtig« Erfolge» willen? Die andere Richtung, tu welche bi« vor Plewna stetwerdenden Kräfte geführt werden können, zeigt nach Süden. Schon einmal im verlaufe dtese» FeldzugeS haben die Russen gegen Süden operirt. Mit emer geringen Macht allerding- von 10 Vatatllonen, 48 EScadroneu »ud 35 Geschützen Man mag üb« die Berechtigung diese- Zuge bei den damaligen Stärkeverhältnisseu der Ruffen wie tmm« denken — eine» ist gewiß, daß er einen gewaltigen Schrecken im Herzen de- türkischen Reiche» «zeugte, einen Schocken, der mit den ausgewendeten Kräften in schreiende» Mtßver- hältviß stand. Und noch ist e» nicht erwiesen, wo dies« Zug geendet hätte, wenn den Kräften de- General Gurko nicht Plötzlich, wie a«S de« Boden gewachsen, die kurz vorher blutig «probten 58 Bataillone Snleiman Pascha'» gegenüber ge standen hätten. In Adrtanopel befanden sich Mitte Inlt allerdings Kanonen, allein sie waren io einem Magazine ans dem Bahnhofe depontrt Sonst gab e» in d« zweiten Hauptstadt des ReichrS nur confuse Pascha-, die Gurko schon aus dem Wege nach Koustanttnoprl sahen, und renitente Zaptteh». Und fragt mau, ob die Türkei anch jetzt noch eine Arm« wie jene Suleimau'S aufzutretben vermag, um sie den üb« den Balkan gedrungenen Schaar« de» Feindrs eutgegenzustellen, so lautet die Antwort: Nus Grund der vorstehenden Auseinander« setzrwam müssen wir es also für da- Wahr scheinlichste halten, baß die Operationen der Ruff« nach de« Kalle Plewna» die Rich tuna nach Süden über den Balkan nehme» ««den Etwa 128,888 Mann würden ihren Weg üb« dar Schtpka- »ud Lrajanpaß auf Adrtanopel nehmen; diese Stadt würde mit der Hälfte beobachtet werden, der Rest ab« auf Kon- stautinopel «arschtreu — ein Jahr 1829 in ver stärkt« Auflage. Blicken wir zurück, um zu sehen, wie e< tu solchem Augenblicke nördlich de« Balkan stünde, so sehen wir westlich bei Widdtn ober Sofia zwei ziemlich gleich starke Armeen, die sich die Waage haltru, und östlich die »»ge schwächte Arm« de» Dhronfolger- tu defensiv« Haltung den 68.088 Mann Suletma» Pascha'S gegenüber stehen. Hiernach würde» die Ruffen bei diesem zweiten Balkau-Uebergange den Rück« vollständig gedeckt haben und die Hauptmacht der Türke» t» Norden lahm lesen, während st« selbst ungehindert in da» Herz de» feindlichen Landes Vorbringen könnten. ra-rrgefchichtliche Uebersicht. LeiRitz« 19 November. Dal „Deutsche Montag-blatt" bringt folgende Nachricht, die wir mit Borstcht aufznuehmen bitten: Am Sonnabend früh ging der Berliner Erimtnal-Polizet die Nachricht zu, daß ein Tom- Plot gegen da- Leben de- Kaiser- t« Gange sei »nd daß die Attentäter mit einem Zuge der nach Berlin eiamündeadeu Bahnen Vormittag» ein treffen würden. Die dabet gegebene Personal-Beschreibung paßte denn auch genau auf einen mtt d« Ostbahu c gekommenenjuugen Mann, welcher fcstgenommeu »nd dem Molken- markt überliefert wurde. Derselbe beabsichtigte in einem Hotel garui d« inneren Stadt abznsteigen, um die Ankunft d« anderen Lomplicen abzuwarten. Obgleich die Trtminal- Polizei in voll« Stärke seit Sonnabend Mittag auf den Beineu ist und da- betreffende Hotel, sowie sämmiliche Bahnhöfe sorgfältig be wacht, ist e- bi-her nicht gelungen, dle anderen Theilnehmec de» Tomplot- abzufangen D« Stadtgericht-,Rath Hollmann war Sonntag Nachmittag mit der Verantwortlichen Vernehmung de» Inhafttrteo, eine- Polen, deffen Namen vor- läufig geheim bleiben muß, um in die Unter« suchung nicht hemmend einzugreifeu, beschäftigt. Die Vernehmung de- Verhafteten danert fort. Die Herren Staatsanwalt Teffeudorf »ud Re- gierungS-Rath Schmidt, Dirigent der Erimtnal- Abtheiluvg der diesigen Polizei, wohnten der verantwortlichen Vernehmung bei. lieber dasselbe Lorkommniß gehl unö soeben noch folgend«» Telegramm an» Berlin zu: Ein Pole tfi verhaft t worden, well « eine» beabsichtigten Atten tat- gegen den Kats« Wilhelm »nd den Fürsten Bi-marck sich verdächtig gemacht hat. Ob eine Mystifikation vorliegt, od« die wirkliche Absicht, wird dt« etngeleitete Untersuchung «gebe». Uebersew BerbältvißzurSoeialdemokratte spricht sich vr. Dührtng in Berlin tu folgend« Erklärung au-, die nn» in Form eine» offenen Briefe» zugehl: „Im Public»« und in mehreren Zeitungen find in diesen Tagen unrichtige Muthttlnog« «ugefLhr de« Inhalt« verbreitet worden, daß ich wich von der Social demokratie loSgesagt hätte. Dir- kann einfach schon deSwrgen nicht der Fall fein, weil ich »och nie einer politischen oder wirihschaftlichm Partei und daher auch nicht der socialdemoftattschen angrkört habe. Wir ich mrine übrige Unabhängigkeit, also di« von Kirche, Staat und Brlehrteuzunft. stet- gewahrt und sie mtt schweren Opfern durch mein ganze- wissenschaftliches Leben hindurch bi» zu diesem »ugevbttck behauptet bade, so ist «- mir auch nee in den Sinn gekommen, «ein selbstständige- Forsche« und Denken von den Rücksichten ans eine Part« abhängig werden zu lassen. Schon seit Jahre« find r- gnade die Professoren ge wesen, die mich mit Vorliebe für einen soctaldtmokraü- schrn Agitator außgaben und ausaebrn ließen, weil sie hierin bas auf der Universität zugkräftigsteMtttrlzu finden glaubten, mir dt« Zuhörer abspänstig zu macheu In früherer Zeit hatten sie mit dn Parole, ich wäre al- Lehrn uvpraktisch vud für die Studenten zu hoch, aus- zukommeu vnsncht. Als die- ab« durch di« That de- mentirt war, malten sie dir Socialdrmokratie an di« Wand. Bei Gelegenheit mein« Vertreibung vsn dn Uuivnfität kam da» an die Wand Gemalte nn» wirk lich. Di« Stadrutnbewegmrg war freilich ohuedie- rutstaudeu und i« Gauge; aber eben de-wegeu griff ei» Theil bn Socialdemokratie zu, »« di« Aagelegru- heit nach ihrn Auffassung und nicht etwa »ach dn «einigen weutan für dre Freiheit dn Wissenschaft, al» für die politischen Agitatioa-zwecke dn Partei zu be nutz«. lleberdie- war bn Augenblick für die Social- dnuokratie uud noch mehr für die zu ihr grhSrig« Halbwelt von Personen günstig, die bei dieser Gelegen heit sich wichtig zu machen und zu» Theil auch zu prostttrr» gedacht«, r» hatte nämlich eia «eich« oder gar Millionär betattrnd« Summen dn Socialdemo- kratt« zur Verfügung gestellt uud zwar zunächst für ein« Zeitschrift, dann ab« auch da« zur Grüuduug «in« sogeuauuten freien Uuivnfität Erforderlich« auge- boteu. An- diese« Topfe dachte» auch schon Manch« zu schössen, die gar nicht offen »ur Partei, t» nicht einmal zu ihr« zuvnläsfigeu Hülf-elemrutru gehör«. Indessen fehlte bet alledem z« dem Mllltouair de« Gchde- der Lapitalist de« Geistes »uf meine Sache and «einen Ramm sollte da- Geschäft in G«og ge bracht werden. Ich Hab« von voruhnetu jede vethet- liguug, sei e« mit ZeitschriftSartikel» od« mtt Vor träge», abgelehut. Ich mußt« die- thnn, sowohl um die Freiheit »etun «issenschastücheu Aafichte« zu wahren, al- «och, weil ich wußte, daß bei »m in Frage kommenden Personen und auch bei einzelnen H-upt- tuhader» der Leitung der Socialdemokratt, nicht die geringste Theiloahme für »ei» wissenschaftliche« Streben vorhanden war. Alle« »ar ficht.ich darauf angelegt, «ich dlo« auSzuoutzrn. Dazu kam noch, daß gnade dt« Professoren selbst daraw hiuaearbritet und in dem Sinn« geschürt hatten, daß »eme Sache socialdemo- krattsche Parte,angelegen heit we> dm solltet?). So uämlich aedachten sie vor ihre« Publicum gegen «ich einen Schriugrund mehr zur Vnfügaua zu habe». Wie ab« die Socialdemokratie od« vielmehr eiuzelu« ihrn Führ« uud «ttizeln« zu ihrn Halbwelt gehörige Per sonen, dt« mir all« je»« Anträge gemacht hatten, tu Wahrheit gegen mich gesoanea gewesen find, hat sich mmmehr auch handgreiflich für da- Publicum er- wiese», »«patt »ich »eium riaeue« «eg gehen zu lassen, stob diese Leute bei dn Bildung »eiun »isseu. schaftlicheu Bnnoiguag, zu dn ich nur di« Kreuud« »«tun Bestrebungen öffentlich riugrladm hatte, fetub- lich und »war mit falschen Uutnstrlluugm gegen «ick> tu bn Absicht aufgetreleu, die Unternehmung «omäg- lich zu hiuteUreiben. Sir habm mir d«-potisch« Au- sprüche mfiuunt, während ich da» gnade Gegeuthett vertrete, uämlich di« Freiheit der Wissenschaft ia 1«dn Beziehung, also auch dtejiuige von dm Zumuthuugen jeglicher Parte, uud von dm zugehörigen advocatorischm Fälschungen. Gleichzeitig mtt de» Tocialdrmokratm hattm sich auch Leiter schuvzöllunischn Organ« ge meldet, um mich für ihren Partridimst zu gewiuum Ich Hab« beide- abgelebnt. Wenn ich mm in social demokratischen und m schutzzöü attischen Organe» de- schimpft wrrdr, so ist die- nur ebeuso ein Zmgntß für «eine Uuabhäugtakeit wie meiu sonstiges Eintreten für di« Verbesserung dn Wtfimschast und Bildung. Berlin, dm I». Rovembn 1877. E. Dühriag." Äm Akademiegrbände in Berlin ist fett einigen Tagen, hervorgerufen von Trägern «eist oe« rühmt» Namen »nd unterstützt von hohen uv» höchsten Kreisen, eine Au-stellung, mit einer Lotterte verbunden, zu einem unstreitig edlen Zweck er- öffnet worden ES handelt sich «« die Hebuug de- Bolk-unterrichtß. Natürlich de- deut schen —? wird dn Fremde fragen Net», — d^t süditalieuifcheu Boll-unterricht». Line in Neapel lebende dentsche Dame hat da» dortige frühere eoUsxio wvckloo auf L8 Jahre gemieth. t und in demselben ei» „Musterfchulloeal" errichtet Bi-her find 288 verwahrloste Kind« dort «tte». gebracht worden; jetzt aber fehlt e» an Raun: »nd Mitteln, und diese sollen durche eine in Deutsch - landabzuhallendeLotteriezusammmgebracht werden Gewiß ein edler Zweck »ud namentlich von deutsche» Zdealt-mu- durch »nd durch getränkt. Mau kan» tndeß bet aller Achtung vor de« großherzigen Unternehmen die auch schon von einem süddeutschen Blatt aufgeworfene uud von dn „Tribüne" wieder- Holle Frage nicht ganz unberechtigt finden: Giebr e- denn nicht auch bet uns einen Bolk-fchuluvtn» richt, der zu hebe« ist? Sind nicht in gewissen Thetlen von Deutschland die Volksschulen zu Dutzenden lehrnlo», oder werden sie nicht hi« »nd da von 18jährigen Präparauden verwaltet? Ob ein paar Hundert Straßenkindir der allen Lazzarontstadt etwa- Innen odn nicht, da» könnte für un- Deutsche wohl wenigstens so lange gleich- gültig sein, al- in Deutschland auch nur ein K nd ohne materielle, ivlellectuelle und relizi- e Pflege bleibt „Oburit^ doglus »t domo", — sagt ein englische- Sprücbwort. „die Barmherzigkeit sängt zu Hanse au" Besinn wir zunächst und vor Allem die deutschen Lolk-zustäud«. heb« wir den deutschen Volk-,'chullehierstand materiell und geistig, nehmen wir »o- dn Taufende von Un erzogenen de- Lande» und in dm großen Städten Deutschland» an »nd lassen wir dm neapolita- nischen BolkSschuluvtnricbt nur vorläufig für fleh selber sorgen. Odn glaubt i« Errste irgend Jemand, daß die ganze italienische Ration für die Hebnvg de» deutscheu Boll-untnrtcht- auch «ur eium Tmlepmi geben würde? Gewiß nicht, und »war mtt Recht, dmn „ebarit^ dsgius »t domo" heißt e» bei alle» — praktischen Völkern. De« „Moniteur" zufolge würden gegenwärtig drei Combinattonm für da» neue französisch« Labtuet in Bnathnvg gelogen. Die erste derselben, welche die meisten A»-sichtm zu habe» schiene, wäre die Bildnng eines Tab io et- au» bn coastttnttonellm Truppe de- Senats. Wenn diese Lombivatiou nicht zu Stand« käme, würde dn Marschall, da « sich an keine der Gruppen dn Linken wen dm wolle, mittels dn Rechten entweder ein Geschäft-mioistniu» od« ein Mi- oistntu« de- Widerstande« zu dtldm suchen. I« letzt«« Kalle würde de« «ilttairischm Elemente ein vorwiegend« Anthetl »fallen In dn Sonnabend-Sttzung des Senat- brachte dn Senator Kerdrel eine Interpellation über die inane Lage eia Er befragte die Re- gieruna über die Maßnahmen, welche sie a»< Veranlassung der von dn Drpntirtenkamme: beschlossenen Uutersuchuoa üb« die bet dm Wahle» voraekommeam Mißbräuche zu «greif« gedenke Iile» Simon nnd Dusaure «hob« gegen diese Interpellation Protest »nd bezeichnet« dieselbe alt tncoustttutiouell Dn Präsident, Herz»«, von Andiffret Pakquin, erklärte, « habe bnett- dm Eharakter dn Interpellation tu Srwägun-, gezogen, iudeß habe Kerdrel mttgethetlt, n wünsch- «ur zu wisse», welche Instruction die Regier»»« ihr« Beamten geben würde Er gedenk nicht, fich üb« die Legalität des von dn Depntirtm kammer vorgenommenen Acte- auSzusprrchn.
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