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Orschet«t tLgllch früh 6^/, Uhr. ßttbottio» »ub Ervebitto» JohumüSgaste SL. Dyrrchst^obe, »cr Lrbortt»» Vormittag« 1»—12 Uhr. NachuuttagS 4—« Uhr. UuuLyme der für die nächst. » larudc Nummer befttmmkrn ^nferale an «ochmtagen dis - Uhr Nachmittags, an Soun- »nid Kesttage« früh bis '/,9 Uhr. I, »e, FMatta filr Zas. Lunahmr: Ltto Klemm. UntverfitLtSstr. 22, 1!oM< L-iche.Katbannrnstr. 1t»,p. nur »ts '/,3 Uhr. Anzeiger. OlM sm Politik, Localztschichte, Handels- Md GefchiMcckehr. Ausla-e 15,250 -tü.oa.'mnltoprtt» viertelt. 4'/, AL, incl. «rinaertohn b ML. tarch dir Post bezogen 6 ML Jede einzelne Nummer ZV Pf Belegexemplar io Pf Gebühren für Extrabeilage« ohne Postbeförderung SV Mt >..tt Postdesvrderuitg 4b Mi Zv,'erste iAesp vouraeoiSz 2vPf. Größere «chritten laut unseren, PrelSvrrzruhuiß —Tabellarischer Satz nach höherem Larst. steclamr» vvlrr drin Lrdaeiloaojirich di« Spaltzeile 4V Pf. Inserate sind stets an d. Lrrrdittn, zu senden. — Rabatt wirb wich' gegeben Zahlung i>n»rnuv>->r«M'ü ober durch PostvorsLnß. W L2L. Freitag den 10. August 1877. 71. Jahrgang. Bekanntmachung. E< ist bemerkt worden, daß neuerlich in den DroG«e«ba»-l»»ge» häufig Arz«et»aare», Sere» L«1o»tl»erra«f ««« t» Mpst-rke» grftattet tft (Verordnung vom 4 Januar 1875, Neic^aesetzblatt S. 5), im Detail verkauft werden. Wir verweisen daher auf tz. 367, 3. de- Strafgesetzbuch-, wonach Uebertretungen der bezüglich Le- Arzneihandel- bestehenden Vorschriften mit Geldstrafe bi- zu 150 oder Haft zu bestrafen find, und werde» gegen derartige Uebertretungen vorkommeuden Fall- unnachsichtlich einschreiten. Leipzig, am 24. Suli 1877. De« Math de« Stadt «eipzi« vr. Tröndlin. Wilstch, Refdr. Bekanntmachung. Ä» Monat Juli d. I gingen bei hiesiger Lrmenanstalt ein ». a» Ber«ächt«iffe»: 30 ^ durch Herrn Carl Wilhelm Riedel 8sn. zufolge testamentarischer Verfügung de- am am 12. Juli d. I hier verstorbenen Fräulein Louise Iaeger, 1». a« Gescheakr«: 200 - — - von einem Ungenannten, durch den Rath, — - 70 - von Herren Hammer L Schmidt in einer Klagsache. e. a« de« Ar«e>caffe Gesetzlich zufallrntzen Gelder«: 18 « — - diverse Strafen wegen SonnlagSeniberligung. durch vaS Köniz! Bezirksgericht, 108 - 90 - wegen ertheilter Musikerlaubniß und Gestattunz von Schaustellungen, durch den Rath, 28 . — - diverse Strafen wegen Tonntag-entheiUgung. durch denselben, 43 » 20 - als astervirte aufgehobene Spielcaste (incl 70 al- Erlös an Silberwerth für ein verfallene- >/,-Thalerstück), durch da- König! Bezirk-. Gericht. 428 80 ^s. Kür da- obige Bermächtniß und die verzeicbneten Geschenke sprechen wir hierdurch unfern auf« richtigsten Dank au-. Leipzig, den 6. August 1877. Da- A««e«dir«etori«o». Schleißner. Lange. Der grseurvärtttze Lharaklrr -er sociallftischrn ivewe-uvg. ES ist «in eigenthümlicher Zug der gegen wärtigen Entwickelung der socialistiscben Bewegung, daß von Zeit zu Zeit bei besonderen Veran lassungen gleichsam dt« Schleier und Decken weg sallen, welche für gewöhnlich dem Auge der Nichteingeweihten den wahren Charakter der Agitation verhüllen, und daß man dann mit Staunen sieht, wie weit unterdessen die Minir- arbrit gegen die bestehende Gesellschast-ordnung wieder vorgerückt ist. Den Anfang machte in diesem Jahre die unbequeme Ueberraschung, welche da- Resultat der ReichStagSwahlen von 1877 be reitete; so stark hattmunan sich da- Anwachsen der wühlerischen Fluth doch nicht gedacht! Und hätte man vor den letzten Berliner Wahlen vom 14. Juni geglaubt, daß auch in der Reich-Haupt« stadt die Partei bereit- so festen Fuß gefaßt habe'? Schon lange vorher hatte man geahnt, daß auch ein Thetl de- niederen Beamtenstandes von der Epidemie ergriffen worden sei; da- Fest aber, welche- zur Feier de- socialdemokratischen Siege in Berlin gefeiert wurde, erhob die Bermuthung zur Gewißheit. Die Beamtenuniform war bei ihm fast eben so stark vertreten, wie der Arbeiter krttel. Aber die gebildeteren Stände wenigsten- batte man doch viSher von jener Epidemie ver letzten sogenannten wissenschaftlichen Beilagen de- „VorwärlS" zu finden ist; de« menschlichen Geist wird darin eine vollständig souveratne All macht in der Erforschung der Wahrheit zuge schrieben und waS im vorigen Jahrhundert em Denker ersten Range- wie Iman » el Aavt und in unserem Jahrhundert noch in den letzten Jahren ein Naturforscher ersten Range- wie DuboiS- Reymonb in Berlin von der Beschränkung unsere- Misten- auf Gegenstände der Erfahrung und von den Grenzen de« NaturerkennenS lehrten, da- existirt für den socialistifchen Herrn Philosophen einsacd gar nicht und wird vielmehr in dem seichten, vulgären und platten Ton, der den ganzen Artikel kennzeichnet, höhnisch bei Seite geschoben. Täuschen wir unS nicht: die socialistifche Be wegung hat ihren Höhepunct noch nicht erreicht, sie ist noch in auffteigender Linie der Bewegung begriffen und wird dieselbe kaum sobald wieder verlassen. Die oben erwähnten Thatsachen zeigen, daß sie immer wettere Kreise der Bevölkerung ergrei t. Die Kluft, die jene Schichten der Be« völkerung, in denen sie allmächtig ist, von den übrigen trennt, wird immer größer, und mit wahrhaft fanatischer Leidenschaft suchen die socia- listischen Führer sie zu erweitern. Immer wilder und kühner, immer erbitterter und leiden schaftlicher wird die Sprache ihrer Blätter; eS ist nur ein Thema, da- in 160 Variationen in jeder Nummer de- „Vorwärts" auSgesührt Socialdemagogen todt macht, zeigt da- Beispiel! de- erzultramontanen Aachen; a»S der großen Fabrikftadt von beinahe 100,000 Einwohnern ging ein Mark Beitrag ein Von den A»S- gaben der Centralcaste (12,390 entfällt bei! Weitem der größte Theil auf AgttationSkosten; der Posten beherrscht Alle-; für die Agitation zum Siege Haseuclever'- in Berlin wurden nicht! weniger al- 8760 >4 geopfert. Und alle- Da-I wird au- den 15 Pfennigen Monatsbeitrag der Arbeiter bestritten. Aber freilich, viele Tropfen! machen daS Meer, und waS ein festes Zusammen wirken auch an und für sich geringer Kräfte be wirkt, dafür giebt auch diese Liste einen Beweis. schont geglaubt. Die Bewegung, welche sich an I wird: Die gänzliche Versunkenheit, Verworfenheit die Absetzung de- Privatdoceuten Dühring in I und Verkommenheit de- „BourgeoiSstaateS", der Berlin wegen Beleidigung seiner Collegen an der I ganzen gegenwärtigen Gesellschast-ordnung, der Universität knüpfte, hat aber auch hier den Schleier gehoben; sie zeigte, daß auch ein Bruchtheil der akademischen Jugend sich dem Geschrei von „Gefähr dung der Wissenschaft", durch welche- dieSocialdemo- kratie die leidige Affaire für ihre Zwecke au-zubeuten suchte, anschloß und bereit war, ihren unreinen Händen den Stolz und die Zierde unserer Nation, die Wissenschaft und höhere Geiste-cultur, durch die Bildung von sogenannten „freien wissenschaft lichen Vereinigungen" an Stelle der Universitäten zu überantworten. E- ist in der Thal ganz bezeichnend, daß die Socialdemokratie da- Princip der allgemeinen Gleichheit, de- vollständigen Nivellement-, au- dem wirthschaftlichen Leben, aus Staat und Ge sellschaft nun auch auf die Wissenschaft, auf ver geistige Leben zu übertragen sucht. Wie der faule und der fleißige Arbeiter den gleichen Lohn haben sollen, so sollen auch im Bereich de- geistigen Lebeu- der Dummkopf und da- bahnbrechende Genie sich gleichste«. Und um zu zeigen, daß im weltbeglückenden Socialisteustaat der Zukunft nicht nur der Privatbesitz und da- Capital, sondern auch da- Taleut, da- aristokratische Geschenk der Natur, abgeschastt werden soll,stellt der Buchbinder geselle Most einen Gelehrten wie Mommsen, der nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa al- einer der hevorragendsten Geister und al- gründlichster Kenner des AlteithumS anerkannt ist, al- einen Geschichtsfälscher, schlechten Uebersetzer der Allen und „windigen" Gelehrten hin, »nd wird der Eigarrevarbetter Kritzsche neben Dühring Vorsitzender der projectirten „freien wissenschaft lichen Vereiuiguna"; überall nur allgemeine- Rivellcmeot und Herrschaft der Unwissenheit und Rohheit, auch i« Reiche de- Geiste-! WaS das uuu freilich für eine Wissenschaft sein wird, die au- den Gärten des Sociali-mu- »u- ne» ans blühen soll, da- beweist ». A. ein Aufsatz unter dem Titel „Du- Unbegreifliche", der in einer der gegenwärtigen Wissenschaft, der ganzen deutschen Geiste-cultur, wogegen der Soc.al'SmuS, der in seinem Zukunft-staal der allgemeinen Gleichheit auch für da- Genie keinen Raum läßt, sondern e- herabdrückl auf da- allgemeine Niveau der Plattheit und Beschränktheit, al- der die Welt von allem Uebel erlösende Engel hingestellt wird ES ist eine Sprache wilden Grimm- und zugleich starker SiegeSgewißheit, die auf den Ungevilveten bestechend und berauschend emwirken muß. Auf diese Art, durch die Aufstachelung aller schlimmen Leidenschaften der Maste, haben eS die socralistischen Führer dahin gebracht, daß sie, wie H. v. Treilschke kürzlich einmal bemerkte, da- Volk so fest in ihrer Hand haben, daß e- aus keinen Ruf a«S den anderen Parteien hört, daß keine menschliche Stimme mehr über den Abgrund belehrend und warnend herübertönt — eine Thatsache, durch welche ein hauptsächlicher Umstand bezeichnet wird, der den liberalen Parteien die Bekämpfung der Bewegung erschwert. Ein lehrreiches Bild von dem gegenwärtigen Stand der Bewegung giebt ein Blick in den kürzlich erschienenen Rechenschaftsbericht der focia listisch« Lrbeiterp«rtet für die Zell vom 1. Januar bi- 81. März 187-. Ja nicht weniger al- circa tausend größeren und kleineren Städten de- deutschen Reiche- hat hiernach die Bewegung Wurzel gefaßt; Hamburg mit feinen Nachbar städten, aanz Schläwig-Holstein und unser Sachsen streite« sich um die Ehre, die Hauptburgen und Bollwerke de- nenev Evangelium- zu seiu. In Sachsen find selbst schwächere Städte in Beziehung auf die Höhe der Beiträge so stark vertreten wie außersächsische große Städte, Bautzen z B eben so stark, wie bie bedeutenden Kabrikstädte Elber seid und Barmen. Andere Hauptdomänen de- Soctaü-nn>- sind Hanau, Braunschweig, Han aover, Pf«rzheim und Offenbach. Daß dagegen wie bekannt, der römisch-katholische Caplan den TagesgeschichMche Dlebersiqt« Leipzig« 9. August. AuS Ischl wird unterm 8 August gemeldet: Der Kaiser Wilhelm und der Kaiser Kranz Josef sind heute Mittag hier eingetroffen und im Hotel „Elisabeth" abaestiegen, wo der Krön- Prinz Rudolf in preußischer Uniform die Maje stäten erwartete. Die Straße und der Platz vor dem Hotel waren von einer dichten volk-menge besetzt. Beide Majestäten empfingen und begrüßten sich gegenseitig auf da- Herzlichste. Bei der An kunft derselben im Hotel „Elisabeth" überreichten zw« Damen Bouquet-. Der Kaiser von Oester reich trug die Uniform seine- preußischen, der Kaiser Wilhelm diejenige feine- österreichischen Regiments. Derselbe fuhr sofort nach feiner Anrunft nach der kaiserlichen Villa, um die Kaiserin von Oesterreich zu begrüßen. Die Aug-b. „Allz. Ztg." bringt genaue Angaben über die militairischen Vorbereitungen, welche bi-her von der österreichischen Armee- Verwaltung an der Südgrenze getroste» worben sind. Hiernach befinden sich die Truppen, welche von der Mobiliflrung betroffen werden sollen, feit einigen Wbchen im Zustande der Bereitschaft, auch sind .an der Drau und Save wie an der Adria alle Vorkehrungen so weit getroffen, daß dieselben auf Grund eine- telegraphischen Aviso- in Wirk- famkeit treten können. Der Oesterrerchische Lloyd in Triest hat sich verpflichtet, der Regierung zwanzig Transportschiffe, und die Dampfschiff« fahrt-Gesellschaften an der Drau und Save ihre ganzen Transportmittel zur Verfügung zu stellen Die Südbahn wird ihren Verkehr täglich um zwei Züge, die Bahn 'Divazza Pola um einen Zug vermehren AiS Sammelstationen sind in Dalmatien Ragusa und Spalato und an der »oSnischrn Nordgrenze Sissck, Agram und Estegg bestimmt. Der galizische Landtag ist am Mittwoch eröffnet worden. In seiner Eröffnung-rede be tonte der Landes «arschall, der Landtag werde den Einflüssen fern stehen, welche ihn fremden Zielen dienstbar machen wollten. Es stehe dem Landtage nicht zu, über die Wirren im Orient seine Stimme zu erheben. Wie sich auch die Situation gestalten möge, die Nation werde sich mit der hingebcndsten Treue um ihren Monarchen schaarcn. Im französischen Ministerrath soll mit fünf gegen vier Stimmen der Beschluß gefaßt worden sein, kurz vor Einberufung der Wähler in ganz Frankreich den Belagerungszustand zu erklären. Der Marschall Mac Mahon soll den Vorstellungen Fourtou'S in dieser Hinsicht uachgegcben haben. Von dem eigentlichen Kriegsschauplätze liegen keine neuen Nachrichten von Belang vor «no die mehrfach gemeldeten „Schlachten" bei RaSgrad und Tirnowa haben wie viele- Andere, waS au- Konstantinopel, in der „N. Fr. Pr." und im „N. W. Tgbl." gemeldet wurde, nicht stattgesunden. Die Operationen in Bulgarien werben auch nicht sobald ein raschere- Tempo ein schlagen, da die Rasten sich sichern und sammeln müssen, die Türken aber einer entscheidenden Offensive durch««- abgeneigt sind. Die russische Armee wird sich wahrscheinlich mit dem Gedanken eine- zweijährmcn Feldzüge- vertraut machen. Wie der „Polil. Corresp." au- Belgrad ge meldet wird, hat eine Deputation der bo-aischen Bevölkerung dem Kaiser Alexander in Biela ein Memorandum überreicht, in welchem sie denselben ersucht, BoSnien mit Serbien zu vereinigen. Der Kaiser soll daraus geantwortet haben, er werde die Wünsch« und Bedürfnisse der christ lichen Bevölkerung Bo-nien- in Berücksichtigung ziehen. Zwölf Bataillone serbischer Infanterie, welche sich in den Lagern »m Belgrad, Kragnjewacr »nv Negoti» best »den »ud die Artillerie de- am Timok opertrenden CorpS (5 Feldbatterien zu je 8 G« schützen) haben Ordre erhalten, an di« Grenz« gegen Regotin nnd Saitschar abzurückea. Da- „Fremdenblatt" bezeichnet aber die Nachrichten von »«mittelbar bevorstehenden oder sich vorbereitenden Actionen Serbien- für un begründet. Die Zahl der vor Küsten dsche erschienenen Kriegsschiffe beträgt 7; unter denselben befinden sich 2 Transportschiff« mit Landungstruppen. Die Rüsten halten die Stadt, die von den Türkt« bombardirt wird, noch immer besetzt und leisten energischen Widerstand. Die Türken haben noch keinen Landung-Versuch gemacht. Anadolkoei be findet sich noch immer in den Händen der Rüster. Prinz Hassan steht nördlich von Bimroedi. Die Rüsten haben sämmtliche Positionen zwischen KÜstendsche und Tschernawoda besetzt. Nach einer Meldung Suleiman Pascha'S sollen sich die Rüsten jenseit- de- Balkan aus der ganzen Linie zurückziehen. Eine Stunde westlich von Popkoi, in der Nähe von E-ki-Dj»ma. stieß«, türkische Patrouillen aus ein große- russische- Lager. In Athen herrscht, wie bereit- gemeldet, groß: Aufregung, da dort eine Mobilisirung vo». 87,000 Mann bevorstehen soll wodurch die Hälfte aller militairdtenstpflichtigen Männer, über welche Getechenland verfügt, unter die Fahnen berufen würden. So manche Woche wird darüber inS Land gehen, bis diese Streitmacht kampfbereit sein wird. Sollte jedoch der Krieg mit der Türkei wirklich au-brechen, so wird die Pforte in keine geringe Verlegenheit gerathen, da sie gezwungen sein wird, die etwa 8000 Mann betragenden Be satzungen der Insel Kreta und auch einen Theil der Truppen Suleiman Pascha'S nach Thessalien und EpiruS zu dirigiren. AuSAlexandropol, 7. Auauii, wird berichtet: Gestern ist hier der Großsürst Michael eingetroffen, General MirSky wird ebensall- hier erwartet. Die Wiederaufnahme der Offensive dürfte in deu nächsten Tagen bevorstehen. Der Prinz von Oldenburg ist von Tifli- nach Peter-burg abge reist. General Tfchernajest, welcher sich augen blicklich in Rostost aushält, sollte morgen zur KaukasuS-Armee abgehen. Da- Protokoll über russische Grausam keiten, welche- ZettungScorrefpondenten im türkischen Hauptquartier vor einigen Wecken unterzeichnet haben, wie der türkische Minister de- Auswärtigen triumphirend seinen Agenten im AuSlande mittheilte, scheint ein ziemlich apokry phes Aktenstück zu sein. Wenigsten- versichert der „TimeS'-Correspondent in einem länger«,, die Verschwörung (der türkischen Preßagenteu nämlich) gegen die Wahrheit" überschriedenen Bericht, daß er zu der angegebenen Zeit gar nicht mehr in Schumla gewesen sei und daß also seine Unterschrift unter dem Protokoll gefälscht sei. Auffallender Weise scheinen die übrigen (angeb lichen?) Unterzeichner de- Protokoll- keine Ab schrift diese- Aktenstücke- erlangt zu haben, da dasselbe bi- jetzt noch nicht veröffentlicht worden ist Ucber ote Behandlung oder vielmehr Miß handlung, welcher unparteiische Berichterstatter seiten- der türkischen Behörden auSgesetzt sind, enthält jener TimeSbericht interessante Mitthei lungen. AuS Washington, 8. August, wird gemeldet: Die Kriegsschiffe, welche in Folge der durch den Eifenbahr.strelk hevvorgerusenen Unordnungen nach den betreffenden Küstenplätzen abgegangen waren, haben den Befehl erhalten, «uf ihre gewöhnlichen Stationen zurückzukehren. Dagegen wird ein großer Theit der Armee tm Osten deS StaatrS Mississippi verbleiben. Sie Keaction in Frankreich IM Dienste der da- Volk corrumpirenden und ver dummenden dynastischen Parteien, die gleichzeitig den Lölkerfrieden devrohen, darf nicht nach de» schönen osficiellen Worten Mac Mahon'- und ferner Minister beurtheilt werden Haarsträubend ist, wa- sich die Präfecten in den Departement- gegen alle Grundsätze de- Rechts und der bürger lichen Freiheit erlauben. Die Zeitungen haben nicht Raum für alle diese Exceste türkischer Pascha- wtllkür; folgende- Stückchen aber ist für unS Deutsche besonder- interessant. ES hat sich in dem hübschen Städtchen BloiS an der Loire zugetragen, un- vielfach lieb und werth, schon wegen der feinen, sanften Sitten und der Freundlichkeit seiner Bewohner, die schon Tafio gerühmt hat: 1.L terr» malle, e lietn, e stilettoM 8inM a 8« gli abitawr proäac«, d h.: Da- sanfte, heitere glückliche Land erzeugt Bewohner, die tbm ähnlich sind. BloiS ist bie Gedurt-stadt de- Physiker- DeniS Papin (gcb. 1647). der lange vor Watt die Dampfmaschine erfundeu hat. Al- ihm, während er aus Reisen im AuS lande verweilte, die W.derrusung de- Evict- von Nante- 1085 die He:mkehr in bie Heimath ver wehrte, bot ihm der Landgraf Karl von Hess«, eine Professur an der Umversttät Marburg an ; hier, auf der Lahn, ließ der Franzose da- erste Dampfschiff, da- e- gegeben hat, nach seinem Plan gebaut, stromaufwärts geben Di: Menschen kranken überall an demselben Wahne: der Fa-