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Erscheint tS-lich früh SV. Uhr. «cbac«,, «ch «MM.» JohanniSgaffe LS. BmeLftuabe, der Lröactttu: «armittags to—12 Uhr. Nachmittags 4—6 Uhr. h«e der skr die nächst- che Nummer bestimmten ..ate au Wochentagen bis o ^hr Nachmittags, au Sonn- und Festtage» früh dis'/,» Uhr. A, »r, FtUaie» fir Zus-Luuuhm«: Ott» Sie««. Umvrrsttätsstr. 22. Laut- Lösche, Aatharinmflr. 18, p. uur bis '/L Uhr. Anzeiger. Vt-W Kt Politik, Localgefchichtc, Haudklr- Mld GkschiMtlkthr. Ansiag« 15,25V Xk>l>aur»eM»»«tt« vtertüj. <V, SU, incl. Brmacrtohn b ML. durch di« Post lxzvge» 6 Jede riojU« Nummer Sc pp Belegexemplar io Pf »edühren für Extrabeilagen atme Postbefbrdcruag 36 Mtt. u.tt Poftbestrderung 4b Mt. Zastratr 4gesp Bourgeois). 20 Pf. Größer« Schriften taut unsere» Prisverrnchniß. — Tadellarvch« Satz nach höherem Tarif, »erlimr» vatrr de» Uiiactloaeßrich dl« Spaltzrile 40 Pf. Inserate stad stet» au d. Srpeittt»» -u srndeo. — Rabatt wird mch grgebeu. Zahlung pr-ujaawormx^ oder durch Postvorschuß. Donnerstag den 9. August 1877. 71. Jahrgang. Bekanntmachung. Der a» 27. Miirz 1844 z« Brnnschwig in der Gasse, Krei- CottbnS, geborene Tischler »ud Orgelbauer UHeodor G«tl Fischer wird, da sein Aufenthalt nicht zu ermitteln gewesen ist. dierdnrch znr Uebernahme seine- ans öffentliche Kosten verpflegten 7jährigen Sohne- Emil in eigene Fürsorge anfgesordert. Wir ersuch« alle Polizeibehörden, den rc. Fischer im Betretnng-salle darans aufmerksam zu machen »nd kurze Nachricht über seinen Aufenthalt hierher z» geben. Leipzig, den - Angnst 1877. Der -Rath der Stadt Leipzig. vr Tröndlin. Kretschmer. Bekanntmachung. Da der Aufenthalt der am 28. April 1850 zu Arnstadt geborenen Seiltänzerin Gltse Haida Wettzmrarr» micht zu ermitteln gewesen ist, wird sie hierdurch zur Uebernahme ihre- aus öffent lich« Kosten verpflegten 1 »/»jährigen Kmde- „Marie Elisabeth" in eigene Fürsorge aufgefordert. Wir ersuchen alle Polizeibehörden die rc. Weitzmann im Betretung-falle hieraus anfmerksam z» machen und kurze Nachrtcht über ihren Aufenthalt anher z« geben. Leipzig, am e. Angnst 1877. Der Math der Stadt Leipzig. vr. Tröndlin. Kretschmer. Versteigerung von Bauplätzen Dir S Baaplatz« de- Parce»irungSp!anr< für da- ltak- der Waldstratze gelegene, der Stadtgemeinde und dem Georgmhans« gehörige Bauareal -kr. 17 an der Anevstraße von 2888 l^G. ----- 882 HsM. . 18 - - . - 2888 . -- 88» . » 28 « « Fregestraße. 2718 , --- 888 » Flächengehalt sollen unter den in »aferem Banamte (RathhanS, 2. Stockwerk) nebst dem Parcelli- rung-plan an-lieamdm Bedingungen Soaaabead, de» 2S. diese- Mo». VoraeittagS 11 Uhr im Große« Saal« dee Alte» Waage, Katharinenstraße Nr. 29, 2 Stockwerk, z«« Ver» ka«se versteigert und e- wnd ver Versteigerung-termin pünctllch zur angegebenen Stunde eröffnet, die Versteigerung selbst aber bezüglich eine- jeden der au-gebotenen Bauplätze geschloffen werden, wenn darauf kein weitere- Gebot mehr erfolgt. Leipzig, den 3. August 1877. Der Rath der Stadt Leipzig. vr. Tröndlin. Cerutti. ^er^tlielier L62irk8vereiv der 8tadt I^ar'»»»»»»!»»« Donnerstag den S Angnst Abends 6 llbr im Saals der ^.ltsn V^aagv. V»zra»«r8i»»»gr 1) Vv»«LLtt11«Z»« SLitttielLiiiitt«». 2) Lebreido» des Kalbs, Ion OrtaxealrucklistlaratI» de r 3) L»t»v»»ve»»1eZ»«»ir»zx»v«r«lM kür dvutbodv Zerrte. 4) Antrag »nk ätz«» tz 8 La» Sl«»«I»Ltt»4»rG»>»»L. Var Vo>7»L»Mck. Lripstg, 8. August. Endlich ist auch den Russen, deren Kriegsberichte natürlich nach der schmerzlichen Niederlage bei Plewn a verstummten, die Sprache wiedergekehrt. Sie räumen die schweren Verluste ein, die sie er litten, behanpteu aber, trotz alledem in den Stellungen verblieben zu sein, die sie vor dem Kampfe eingenommen. Im Einzelnen mag bei dieser Angabe wohl manche Täuschung oder Selbsttäuschung mit unterlaufen; in der Haupt sache ist sie wohl begründet. Die Türken sind in ihren Verschanzungen um Plewna ruhig stehen geblieben und die Russen stehen ans etwa drei bi- vier dentsche Meilen Entfernung von dem feind lichen Lager. General EchachowSkoi hat fein Hanptquartier in Poredim, General Krüdener bei Tre-tanik, die Vorposten sind bis aus anderthalb Meilen von dem Feinde vorgeschoben. Ihre Stellung, so meldet ein Berichterstatter der ..Time»", ist gut »nd hätten sie sich OSman Pascha gegenüber in der Defensive verhalte», so hätte er ihnen Nicht- anthun können. Nach dem Uriheile diese- Berichterstatter- hätten die Russen einfach in ihrem Borrücken einen sehr unglücklichen Anfrnthalt erfahren; ihre Verbin dung zwischen der Dona« »ud Tnnowa sei keinen Augenblick bedroht gewesen. OSman Pascha'- Verbleiben in seiner Stellung nennt er eben so ttnklng, wie den Angriff der Russen mit schwachen Kräften ans die Verschanzungen der Türken. Eden so wenig wie die Verbindung nach Norden ist c-ie zwischen Tirnowa und den am Balkan operi- renden Truppentheilen gestört. Die Wege von Tirnowa nach den verschiedenen Balkan-Etn- und AuSgäugen stehen nach wie vor den Russen offen. Lewer fehlt un« der Raum zur Unterhrtngnng der au-sührUch« Schilderungen, die jetzt von den fürchterlichen Kämpfen um Plewna bekannt »erden. E- genüge, z« covstatiren, daß auf beiden Setten mit großer Tapferkeit und Energie gefachten wurde, daß aber die Türken den Feind hinter gut gewählten, gedeckten Stellung« erwar tet«, während die Rufs« ohne an-reichend« Vorbereitung, ohne vorgängige genane Er kundung der gegnerisch« Kräfte, zu» Theil auch noch in ungenügender Stärke jählivg- vorstürrnten. A»S einer krieg-kundig« Darstellung in der „Wiener Presse" ergiebt sich, daß die russische Ausstellung eigentlich kein Centrnm batte und gerade dort am schwächst« war, wo sie hätte am stärkst« sein soll« — nämlich bei Griwiza Gerade gegen diese Stelle hatten di« Russen ibrm Hauptangriff zu richten, nicht aber drei Regimenter einer geschwächt« Division dort ausznstellen. Krüdener und Schachow-koi schein« aber mehr an die Flanke »nd die Umgehnna de- ,>einde- gedacht zu Hab«, al- an die gegenseitige Verbindung «nd Unterstützung. Nach dem Stärk- verhältniß der Leid« Lheile hält« Krüdener »ud Schachow-koi de» Kamps gar »tcht, aber nie »nd nimmer mit solch« Angriff--Disposition« auf- nehmen sollen. Um hüb 10 Uhr Vormittag- wurde der Geschützkampf eröffnet und »m t Uhr Nachmittag- begann die Infanterie ans dem recht« Flügel vorznrücken. — Schachow-koi — »ngeduldig, sich mit dem Feinde z» «eff« — ließ, ohne Krüoener'S etwaige Erfolge abznwarien, seine Trnppen über Stock »ndStein vorrückm «nd eS gelang dmselben nach «ngehenrm Verlust«, die Türken a»S zwei Positionen zu vertreib« und in Plewna selbst einzudrivgm. Aber in Folge seiner ohne Plänklerketten an-aesührtm An- griffe halt« die Truppen so sehr guittm, daß sie sich in d« erstürmten Positionen nicht behaupten könnt« »nd »m 8 Uhr Abend- in vollständiger Deronte den Rückzug antretm mußten. Krüdener, welcher über dm schwäche« Theil verfügte, war nicht einmal in der Lage, vorübergehende Erfolge wie EchachowSkoi zu erring«. Und so waren nach achtstündigem mörderisch« Kampfe trotz der tapfer« Haltung der russisch« Truppen durch die Uneinigkeit der Commandantm, die Verkehrt heit der Dl-posttionen, die rückstcht-lofe Stoßtakttk Schachow-koi'- die Schlacht und mit ihr 6000 Mensch« verlor«. Zn bemerk« ist übrig«-, daß nach der sorg fältigsten Vergleichung aller telegraphischen »nd sonstig« Nachrichten jedenfalls bei Plewna nnr an einem Tage und zwar höchst wahrscheinlich am 30. Inli gekämpft Word« ist, und daß Alle», wa- (namentlich von der „N Kr. Pr ") üb« die Wiederholung de- Kampfe- gemeldet wird, erfunden ist oder ans einem Mißverfiändniß beruht, indem mau wahrscheinlich die an-führlichen Berichte, welche -er türkische Oberbefehlshaber am 31. dem vom 30. folg« ließ, al- Bericht Über eine neue Schlacht aufah. Ein günstige- Zeichen ist e» für die An-sichtev der Raff«, daß von einer Ausnahme der Offen- five fett«- der Türk« noch immer Nicht- ver kantet Die gestrige Nachricht der „R. Fr. Pr." von eine« um« Siege der Türk« hat sich gletch- fal- al- erfunden heran-gestellt. Da fett der Niederlage von Plewna bereit- acht Tage ver flossen find, so Hab« die Raff« Zeit ge wonnen, sich wieder zu sammeln »no Ver stärkungen heranznziehen. General Krüdener hat bereit- frisch« Trvppevznfchnß erhalt«; da» zweite Corp- hat den Uekergänz über die Dona» zum großen Theile bereit- bewerkstelligt. Die Mobilifirnng der Garden ist unverzüglich in An griff genommen Word« Nach der „Polit. Corre- spondenz" sind g'richzeitig anch sämmtltche ver fügt are Truppen de- Warschau r ArmeebezirkI au die Dona» dirigirt Word«. Die groß« Eisen bahnlinien, welche nach dem Süd« siibr«, Hab« dm Auftrag erhalt«, ans ihr« wichtigsten Sta tion« Barack« z» erricht«, »« die Trupp« während de- Transport- zu beherberg« »ad zu bewirt hm. Die aus dem Dretkaserbunde bafiren- den srnmdschaft'ichea Beziehung« zu den benach bart« Mächten, sowie die vollständige Ruhe de? Lande- g statten eS der russischen Regierung, die polnischen Provinz« militairifch zu entblößen »nd alle verwmdbaren Kräfte auf den Kriegsschauplatz zu wersan. Da» Augustheft der „Preußisch« Jahrbücher" bringt eine Studie über da- französische Officiercorp», welche in Deutschland auch für weitere Kreise nicht ohne Interesse ist. Bekannt lich gehen die französisch« Ossiciere theil- an der Schule von Sl. Cyr. theil- a«S den Unter- osficier« hervor. Der Verfasser zeigt nun, wie man bemüht ist, die letztere Kategorie ganz zu be- seitig«. Hand in Hand damit geht, daß ein größerer Zadrang junger Leute au- den höher« »nd gebildeter« Ständen zum Ossicier-beruf stattfindet. Ein anßerordeutlicdeS Hinderuiß für die sociale und wissmschaftliche Bildung liegt aber in der augenblicklich noch immer nicht verändert« Art de- Äufrücken- Auch die Besoldung, obgleich aufgebrssert, ist noch immer eine sehr niedrige, und die Pension-Verhältnisse lasten viel zu wünschen übrig. Zersetzend wirk« auf da- OssiciercorpS die politischen Strömung« ein. „Die Fortschritte, welche die Anhänger Gambetta'S in den letzten Jahren innerhalb der Bevölkerung gemacht haben, sind auch in der Armee bemerklich. BiS jetzt schon kann man sagen, daß die Hälfte der Ossiciere, allerdings meistentheil- die jungen, dieser Richtung angehörm, »nd daß sie jeden Tag in den Reihen der Armee mehr Boden gewinnt. Die Verhand lungen in der Deputirtenkammer, die Gesetze, Alle- trägt dazu bei, den Geist der jung« Generation mit dm republikanischen Idem zu erfüll« und, da Gambetta al» Herr de- Budget- sich angelegen fein läßt, so viel wie möglich besonder- für die niederen Chargen und die Mannschaft zu thnn, s<» ist e- einlälchtmd, daß diese einem Regime nicht feindlich sein wird, von dem sie so viel zu hoff« hat. Ja dm höher« Grad« der Armee herrscht dagegen ein conservativer »nd zum Theil reactiouärer Geist; bi- jetzt sind die Commaadeur- stellm der Armeecorp- in den Händm von Generalen der sogenannt« Ordnung-Partei, «nd eS ist de« Marfchall gelungen, dieselben jüngst in chren Stell« trotz de« Drängen» der Link« der Deputirtenkammer z» erhalt«, indem er ein be- stehmde- Gesetz halbweaS umging. Da» nächste Mal wird ihm die- nicht mehr möglich sein »nd Generale wie der Duc d'Anmale, Ladmtrault, Dncrot, vinoh rc. werden ihre Post« «nfgeben müssen. Besonder- ist e- anf den Dnc d'Anmale abgesehen, der von dm Orleanisten daz« bestimmt ist, d« Marschall Mac Mahon eine- Tage- z» ersetzen nnd die conservatioe Repnblrk so lange aufrecht zu erhalt«, bi- nach dem Tode dr« Traf« Chambord der Gras von Pari- dm Thron besteig« kann. Außerdem giebt e- in der Armee viele bonapar- tistifche Generale »ud die Bonapartisten leden der Hoffnung, daß sie die Erb« der Republikaner fein werden. Sie steh« heute in enger Be ziehung mit der einzigen Partei, welche anßer dm Republikanern Organisation, Energie und Macht besitzt, der katholischen. Die klerikale Partei be sitzt anch die meist« Anhänger in der Armee. Mac Mahon selbst ist ein Anhänger de- Kleri- lali-mn-, die halbe Armee besteht an- Zögling« der Iefniten, und Wallfahrer und Wnnderglänbige rrcrntir« sich nicht zum geringsten Theil anS d« Mitgliedern der Armee. So hat die Armee sämmtltche Parteischattirnng« in sich wie da- Volk, dessen getreue- Abbild sie ist. Aber nicht allein diese subjectiv verschiedene DmkungSweise der OssiciercorpS zersplittert da- Streb« nach e nem einheitlichen Ziele, die verschiedenen äußeren Partei« wirk« anch ans die Zusammensetzung de- Officiercorp- ein, insofern oie augenblicklich herrschmde ihre Trabant« nnd Schützlinge gegm die Ossiciere ersetzt, welche ihr politisch nicht ge- nehm sind. Diese Calamität hat sich »nter dem Regime de- früher« Krieg-minister- Ctffey in der Territorialarmee sehr anffällig gezeigt; anch daß der Teneralstab fast ausschließlich au- Legi- timisten zusammengesetzt ist, erklärt sich daraus. Daß ein derartige- Verfahren viel böse» Blut fetzt, ist natürlich. Der größte Krebsschaden de- franzöfisch« Officiercorp- ist sicherlich die Politik." Störend für die Entwickeln»« de- französischen Officiercorp- ist ferner die Herrschaft der Rontine »nd de- BareaaftatiSmu-. „Natürlich kann bei einer solch« Betreibung de- Dienste- von einem fpeciell« Interesse und einer allseitlgm Ln-bildnng der Ossiciere keine Red« sein. Auf der ander« Seite allerding- ist »an bestrebt, auf alle Weife die geistige Förderung de- Officiercorp- und mit allen Mitteln zu betreiben. E- find in all« Garnison« kostbare Bibliothek« aagrschafft, ,^-nulovs d«» oüüüora" zu wisseuschastlichm Zweck« smb über ganz Frankreich verbrettet, welche in gegenseitige« V«krhr sieh«, da« Krieg-- spiel ist eniaeführt, kurz »an chut da« Möglichste »nd vielleicht zu viel. ,« bke Ossiciere z» einer geistig« Beschäftigung hinznziehm. Dabei hat man uamevtttch Deutschland sich zum Muster für die AnSbildnng genommen. Die Erlernung der deutsch« Sprache gilt al- da» nolhwmdtgste Studium, die deutsche militairifch« Literatur wird mit einer gewiss« Großartigkeit de- Appetit« ver schlungen und auch die schlechteste deutsche militairische Broschüre findet in Frankreich ein dankbares Publicum, wozu sich unsere Autor« immerhin Glück wünsch« könnm. Gewiß ist diese Richtung im französisch« OssiciercorpS sehr anzuer kennen, aber die Förderung mtlttairischer Bildung wird bei diesem so verschiedenartig vorgrbildetenOfficier- corpS aus große Schwierigkeiten stoßen und viel leicht noch viele Jahre werden vergeh«, ehe ein Verständniß für die erhöht« Ansprüche unserer Zeit sich allgemein festgesetzt hat " Wa» da- OsficieicorpS der Territorialarmee betrifft, so scheint Alle- in Allem „der französische Territorial-Ossicier mit unserem Landwehrofficier bi» jetzt noch in keiner Weise zu vergleich« zu sein. Der gute Wille oder fern Patrioti-muS sind die einzig« Triebfedern feine- militairischen Handeln-, aber solche Charaktereigenschaft« trifft man selten in größerem Maßstabe an, am Aller- wenigst« bei den Franzos«, welche, nachdem die Begeisterung de- Moments vorüber, gewöhnlich recht nüchterne und egoistische Menschen zu sein pfleg«. — Zieht man einen Vergleich zwischen den Officiercorp- beider Armeen überhaupt, so möchte auS der vorstehenden Studie die Ueberzcugung bervorgehm, daß für lange Zeit da- deutsche Officiercorp- dem französischen noch überleg« ist. Mögen wir auch ferner diese» Uebergewnht zu bewahr« such« und nicht die Lorbern, welche wir jüngst errungen, durch Unachtsamkeit ver dorren last«. Daz» bedars eS eine- wachsam« Auge- auf die fremd«, einer sorgsamen Pflege der eigen« Einrichtungen! Möge »n- verdr- nicht fehlen!" Tagesgeschichtliche ZLeberjiiyt Lchylg. 8. «ugust. Kaiser Wilhelm ist am Dienstag Nachmittag um 3 Uhr von Gasteiu abgereist. Der Straubinger Platz, welcher mit österreichisch« und preußisch« Kahn«, sowie mit Guirlanvm reich geschmückt war, war von den Curgästm dicht besetzt. Man hatte vor dem Badeschloffe Aufstellung genommen, vor de« die BadecapeLe die preußische National hymne anstimmte. — Der Kaiser stattete vor seiner Abreffe noch der Gräfin von Meran ein« Besuch ab »nd »nterhielt sich bei der Abfahrt längere Zeit mit dem Bezirk-Hauptmann, Grasen Merveldt, und ander« hervorragend« Persön lichkeiten. Zu dem Bürgermeister sagte Se Majestät ». A: „Ich hoffe, im nächsten Jahre wieder z» kommen, da- heißt, wenn eS GotteS Wille ist." Unter stürmischen Hochruf« bestieg der Kaiser sodann d« mit Alpenblnmen reich geschmückten vierspännig« Wag« »nd fuhr, nach all« Seiten grüßend, ab. An- Ischl, 7. Angnst, wird gemeldet: Der Kaiser von Oesterreich wird morgen dem deutschen Kaiser bi- Strobl entgegenfahr«. Die Ankunft der beiden Monarch« m Ischl er folgt Mittag- um 12 Uhr Um 3 Uhr findet Hostafel und sodann ein Au-flug de- gesammt« Hofe- nach Halstadt statt. Für dort ist eine Rundfahrt am See over bei ungünstigem Wetter der Besuch de- Theater- in Aussicht genomm« Dem preußischen Landtage wird in seiner näch sicn Session, wie man aas da- Bestimmteste ver sichert, neben den mannichsachm Vorlagen zur ÄuSsührung der Iustizaefetze auch eine solche über die Auflösung de- Obertribunals a!S besonder« höchst« Gerichtshöfe» für Preußen gemacht werden. Eine Anzahl älterer Ober tribunatträthe, »nter ihn« emige hervorragend' juristische Autorität«, werden mit der Ueber- fiedelung de- Reichsgericht- nach Leipzig sich per sioniren lasten In juristffchm Kreisen gilt e' al- ziemlich sicher, daß der jetzige Präsident dcü Reich-oberhandel-gerickttS. Geh. Rath Pape, zum Präsident« de- Reich-gericht- ernannt wer. dm wird. Wie der „Köln. Ztg." au- London gemeldet wir», empfing die Königin Victoria ««Sonn abend in O-oorne dm Commandantm, die Ossi ciere nnd 43 Serradellen de- in Cowe- ankern ver deutsch« Uebnng-schiffe-„Niobe" »nd erwiderte später dm Besuch in Begleitung der Prinzessin Beatrix, de» Prinz« Leopold nnd de- Prinzen Heinrich von Prenßm an Bor» der Fregatte, welche seitdem von Cowe- in See gegangen ist. Ja der conservativen Presse wird die bekannt? Tischrede de- Herrn von Forckenbeck in einer Weise behandelt, al- ob sie eine principirlle Schwenkung in der Haltnna der nationalliberalen Partei bedentet« E» bedars kan« der Ausführung, wie irrig eine derartige Auffassung ist. Wenn d,e „Nordd. Allgem. Ztg." den „konservative» Zug" in der liberal« Partei,