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Grfchei-t tLßttch früh S',. Uhr. «» ««Ptdttto, JohaaaiSgasse SS. ImechßimSe, der »rSacii»,: Vr rmittagS to—12 Ubr. Nachmittags t—6 Uhr. »er für di« nächst. Nummer bestimmt« an Woch»ntagrn dis lltzr Aachmittaas, an r»nn- midNMa-ka früh bis'/.ÜUdr. >» V« Vtcate» für Z»s. ^aaadmr: LN» kl««». UntverfitLtSstr. 22. ittlnts p-sche.jkachartuenstr. Id.p. »m dis '/^ Uhr. KiWgtk La-MM Anzeiger. Organ für Politik, Loralgcschichte, HandclS- und SeschästSdnkrhr. Auflage 15,250. ^vo,»r«eittvrei, viertelt 4'/» M. incl. Bringerlohu b Mt, durch di« Post bqogen 6 Ml Jede einzelne Stummer 3» Pf. Belegexemplar to Pf. Gchübreu für Extrabeilagen ohne Postbefvrberung 36 Ml. mit P-ftdefvrderung 4S Ml. Ziserat» 4g«sp. Bouraeot-». -0 Pf. Größere Schriften laut unserem PreiSverzeichmn — Tabellarischer Satz nach höherem Tarn. >rcla»e» »»Irr S Lr»artt««ißrtq die Spaltzeil« 40 Pf. Inserate find stets an d. GepeM»» zu senden. — Rabatt wird nicht gegeben. Zahlung pr»oanmer»»<l« oder durch PosivorsLutz M rso. Mittwoch den 17. October 1877. 71. Jahrgang. Oeffentliche Plenarsitzung der Handelskammer G»»«chP«»d de» 20. Dctober d. I. Abe»tzs G Uh» t« doro» Sitz»» assaale, Wrnwearkt LS, L. Eta««. Lage-ordunng. 1) Mraistraad«. 2) Feststellnng de» gutachtlich« TheilrS des Jmtzrr-bertcht» für 1878. S) Feststellung de- Haaihaltplaas her Ha»d«lska«»e» »»d der «Srfe für da- Geschäftsjahr 1877/78. 4) Bericht d«S Kinauzau-schuffe-, die Gewährung eine- Beitrag- z»r Arethaadels« Ukorrespondeaz betr. 5) Ausschußberich r über den Antrag dt- Herrn Lorenz, da- Regulativ sür Lager»»« v»« AAt»e»»1<tte« «»d a»dere» fe«er«eföihrltche» Stoffe» betr 8) Berichte de» Ln-schnfie- sür Börsen» » Mäkterwelen über u den Antrag de- Börsen. Vorstände-, tägliche Notirnng der Epiritn-preife betr . d den Antrag de- Herrn Lorenz, dt« »e«e Berechn»»« de» Mä'-le»««d-hre» betr. 7) Bericht de- Handelsgesetzgebung- Ausschusses über die Eingabe d«S Her'n RechtSanwalt vr. Wachtel, gesetzliche Vorschrift« znr Verhütung von Hi»terzieh»»«e» der Hülfsvollffreek»»« betr 8) Wahl erne« Mitgliedes des Börse»-B»rst«»deS au Stelle de- sreiwtllig a«s- geschiedenen Herrn Commerzienratb W Stengel. Bekanntmachung. Am 8. November d. I. find die Zinsen einer Stistnng von 3800 au lO hier wohnhafte Prediger» oder Srhrerwittwen z» vertheüen. Bewerberinnen wollen sich »nter k»rzer Darlegung ihrer Verhältnisse Bis »»«« LO d. M> schrifUtch bei »n» anmeld«. Sechzig, am 8 October 1877. D«» Math de» St»dt Leipzig. - vr. Georgt. Mefferschmidt. Bekanntmachung. Da- 37 Stück de- diesjährigen Reich-»Gesetzblattes ist bei un- eingegaogeu «nd wird hts zmwe 1. kii»fti«e» Mo»»ts ans dem RathhauSsaale öffentlich an-hängen. Dasselbe enthält: Nr. 12N. Bekanntmachung, betreffend die Ernennung der Bevollmächtigten znm Bnudesrath. vom 9 October 1877. Leipzig, den 15 October 1877 De» Math de» Stadt Letpz^. vr. Georgt. ieruttr. Bekanntmachung. Da- 13. Stück de- diesjährigen Gesetz» und Verordnungsblattes für da- Königreich Sachsen ist bei uns eingegangen und wird hts -»« L. kst«. Mts. auf dem RathhauSsaale znr Ein- fichtuahme öffentlich «»SHLngen. Daffelbe enthält: Nr. 77. Brkanntmachnng, die Lersammlnng der Stände des Königreich» Sachsen zn« nächsten ordentlichen Landtage betreffend; vom 8. October 1877. Nr. 78. Verordnung, eine Ernennung für die Erste Kammer der Ständevcrsammlung betreffend; vom 15 September 1877. Nr 79. Decret wegeu Bestätigung der Genosseuschaft-ordnung für den Hopsenbachverband (VII. Strecke) Reiner-dorf-NauleiS; vom 17. September 1877. Nr. 8V. Bekanntmachung, die Erwerbung der Leipzig» Dresdner Eisenbahn dnrch den Staat betreffend; vom 1. October 1877 Leipzig, den 15 October 1877. De» Math der Staht Leipzig. vr. Georgt. Eerutti. Wegen Reinigung bleiben die Expedition-locale de» Standesamtes Do»»e»sta«, h«« L8. und gs»»tta«, he» IS. h. M. von Mittags 12 Uhr an geschloffen. Leipzig, den 15. October 1877. D»s K. S. Sta»drsa»t. Direktor Julius Burckhardt. Leipzig, 16. October Die Wahlschlacht in Frankreich ist aus; fi« hat im Allgemeiueu zu dem AuSgange geführt, den «an überall in der gebildeten Welt gehofft und vorausgesehen hatte. Der Sturm der Mac» Mahoutsten auf die Republik ist abgeschlagen, und mit klingende» Spiele kehren die Republi kaner in die Kammer znrück. Zwc-r ist ihr Sieg kein so vollständiger, die Niederlage des Gegner« keine so schimpfliche, wie sie geglaubt hatten Ga«, betta's stolze Prophezeiung, daß die Repnblikaver 400 Mann stark wtederkommen würden, hat sich mcht erfüllt, vielmehr haben die 363 über 40 Kammerfitze verloren, also ungefähr so viel, wie sie zu gewinnen gehofft hatten. Da- MinuS wächst als PluS der Regierung zu, deren Anhänger von 158 auf 200 und vielleicht mehr gestiegen sind. Aber wie weit ist diese Zahl noch von den 300 entfernt, die Fourto« in Au-ficht gcftellt hatte! Thals«che ist, daß trotz der krampfhaftesten Anstrengungen, trotz aller Verlockung-» »nd Einschüchterung!»versuche, trotz der unverfrorensten Anwendung aomiotstru- tiver »nd klerikaler Machtmittel die Sache der Republik mit entschiedener »nd unzweideutiger Majorität siegreich au- dem Kampfe hervorge- gangen ist. Damit hat die französische Natron, wenn sie sich auch im Einzelnen irreleiten ließ, 8 doch al- Ganze- eine ehrenvolle Prüfung der Reife abgelegt; sie hat ihr Lerdammung-urtheil gesprochen über die Verschwörung de- 16. Mar und über die unsauberen Geister, von denen der Marschall'Präsideut feit jene« Tage umsponnen ist. Ob Mac Mahon nunmehr, wie eS sich gehört, seine schlechten, vom Volke gerichteten Rathgeber entlassen »nd reuig zur Kammer» Mehrheit zurückkehren wird, um aus ihr feine Minister zu holen? Wir glauben e« nicht Schwerlich wird der eigensinnige Mann der con, servativen „Mission", von der er in letzter Zeit so viel gesprochen, so kurzer Hand entsagen wollen. Seine Broglie und Kvnrtou werde» ihn damit trösten, daß er ja die Regierung-gewalt nud den Senat für sich habe «nd daß die Zahl seiner Freunde in der k«««er schon nach knrzer Arbeit beträchtlich gewachsen sei ES ist also nicht «n» wahrscheinlich, daß er ans feinem Kopfe bestehen »no r- später noch einmal mit eine« Appell an da- Volk »ersuchen werde. Die Kammer schon jetzt wieder aufzulösen, wird er aber doch nicht wagen; eine knrze Zeit wird er sie neben sich besteh« lassen müssen. Ans solche« Mißverhält nisse müssen aber die ärgsten Wirren entstehen, »nd was daran» »och werden soll, weiß Mac Mahon wohl selbst nicht zn sage«. Arber die Finanzen der Etnzelstaatev »nd deren verhältntß zum Reiche spricht sich die „Rational!. Eorr " wie folgt ans: Wir haben vor Kurzem die Ansicht a»-gefproch«v. daß die Einzel» staaten ihrer sich stetig steigernden finanziellen Verlegenheiten an- eigener Kraft schwerlich Herr «erden, sondern d»p» der Hülfe de- Reiches de» dürfe» würde». Durch««- fern aber liegt u»S der Gedanke, daß diese Hülse in Kor« von Dotationen des Reiches au die Etnzelstaatev zu gewähren sei Unter den zahlreichen gutgemeinten Steuerreformvrejeclen, welche seit Jahr und Tag die Luft durchschwkreo, hat freilich auch der vor. schlag nicht gefehlt, von Reich-weg« indirekte Steuern in eine« Maße etvzusübren. daß dadurch nicht allein die d,-hengen Matriculai beitrüge vollkommen beseitigt, sondern auch das Reich tu de» Stand gesetzt würde, namhafte Ueberschüffe an die Einzelstarten abzuführen. Die praktischen Bedenken dieser in jeder Beziehnng seltsamen Idee liegen ans der Hand. In einer derartigen .esitzlicheu Organisation einer veberschußwirth» (hast in der Reichsfinanzverwaltnng würde für >ie letztere eine fortwährende Anreizung liegen, sie Rücksichten der Sparsamkeit, welche in »vserer heutiger» Lage doppelt geboten sind, anßer Acht » lasten. Andererseits würden sich die Erwar- «na« der Stozelstaatea in Betreff der Reichs» »ülfe vnr z» oft getäuscht sehen, würde znm Mindesten die Finanzverwaltnng des letzteren aus einen sehr »nfichern Boden gestellt werden. ES ist denn auch gar nicht zweifelhaft, daß die meisten Etvzelstaaten schon a«S Selbst» iändigkeit-bedenken eine« derartigen Projekte, welche- sie in eine sehr empfindlich« Abhängigkeit vom Reiche bringen müßte, nicht deistimmen würden. Wir »asererseit- halten aber nicht allein sie Verweisung der Emzelstaaten auf Ueberschüffe de- Rente- für »nthunlich, sondern wir sind der Meinung, daß die Vermehrung der eigenen Ein« nahmen de- Reiche- überhaupt nicht so weit gehen sollte, daß die Matricularbetträge durch sie rollständia überflüssig gemacht würden. Wer da- Budgetrecht der konstitutionellen Verfassungen nicht für eine Mopie oder für eine unberechtigte Forderung erklärt, der muß zugeben, daß e- für sie Volksvertretung keine-weg- gleichgültig fein kann, ob der einzige bewegliche Factor im Reich-» budaet, derjenige Punct also, an welchem jrne- Necht voll und ganz au-geübt werden kann, voll ständig verschwindet oder nicht Selbstverständlich ist nicht nothwendig, daß die Matrtcularbeiträge auf einer Höhe von 70Mill erhalten werden. Der weit aus g, ößere Lheil dieser Summe, etwa zwei Drittel, möge durch eine Vermehrung der eigenen Ein nahmen de- Reiches gedeckt werden. Den Rest aber möchten wir als dev von der BolkSvertre- tung gewissenhaft zu handhabenden Regulator des Budgets betbebaltev Wiste». Bind wrr demnach der Ansicht, daß einerseits die Beiträge der Einzel» staaten zu de» Ausgaben de- Reiche- nicht ganz aufgegeben werden können, andererseits aber drn wachsenden finanzier» verlegen heilen der Einzel» staaten vnr dnrch da- Reich abgeholfen werden kan», so ergiebt sich ganz von selbst ein Gedanke, der, wenn er anch b»h«r noch nicht in die DiS- cnsfion gezogen wurde, der Erwägung vielleicht nicht unwerth ist. Wir «einen eine Einrichtung, »ach welcher der Ertrag einer vou Reich-wegen etnzusührevden oder zu erhöhenden indirekten Steuer, z. B. der Tabaksteuer, von vornherein zu einem gesetzlich fixieren Theile den Emzelstaaten Überwiesen würde Ei» ähnlich«» verfahren ist bereit» bet der Wechselstempelstener, wenn anch nur sür eine gewisse Zeit, «iugeschlagen worden Eine derartig« ein für allemal festgestellle Ein nahme der Emzelstaaten würde vou den Be» denken, welche einer „Dotation' vou Seiten des Reiches auhaste» würden, jedenfalls frei sein. An der Znkäsfigkett einer solch»» Ein» rtchtuvg scheint »ns kein Zweifel möglich Hvch» fleuß könnte die Frage a«sg»worsen werden, warn« gerade eine indirrcte Stener ins Auge fassen sein würde. Dieselbe beantwortet kraft de- Volkes z» Grnnde Ist also von der directen Besteuerung, auch nach einer etwaigen Reform derselben, im Großen nud Tanzen et» höheres Ergebntß nicht z» erwarten, und ist andererseits die Rothweudigkeit, stets wachsende Bedürfnisse zu befriedigen, nicht zu leugnen, so bleibt kein anderer Au-weg, al- sich au die in» directe Besteuerung z, halt«. ö' ch unseres E,achtens bnrch die bloße Thatsache der Nothwendigkeit eine, Vermehrung der Ein nahmen in den Etvzelstaaten. An eine Erhöhung der bestehenden directe« Stenern wird nirgend gedacht. Der Forderung einer »«fastenden Steuerreform liegt der Wunsch einer rationelleren Einrichtnng de- Stenerstzstrms. nicht aber der« jenige einer stärkeren Urspannung der Steuer» LetWlAi 18- -October. ES bestätigt sich durch«»-, daß jetzt die An-» dehuung der krei-ordnnng aus die ganze »renßische Monarchie beschlossene Sache ist nud die Vorarbeiten dazu unmittelbar in Angriff genommen werden sollen. Die Regierung wird iber ihre bezüglichen Pläne dem Landtage Mit» theilungen machen. Selbstverständlich wird von betreffenden Vorlagen in der bevorstehenden Session noch nicht die Rede sei». Die Fragen dürften zunächst eine Verzögerung bi- zu de« Angenbltck erfahren, in welchem die Frage der künftigen Zeitung de- Ministerium- de« Innern abschließend gelöst sein wird. Graf Eulenburg rüstet sich, heißt e-, zu etuer Reise nach dem Süden und würde zu einer solchen noch vor der endgültigen Entscheidung de« Kaiser- zunächst einen längeren Urlaub erhalten. Da nach dem gegenwärtigen Stande der Dinge die wichtigsten Vorlagen, welche im Ministerium de- Innern vorbereitet waren, zurückgezogen find, so würde in der Haupt sache nur der Etat de- Ministerium- vor dem Landtage zu vertheidigen bleiben »nd diese Auf» gäbe vielleicht dem Unterstaat-secretair Bitter «fallen. Die Einbringung d«S Etat- in da- Abgrordnelenhau- wird scho« am zweiten Tage nach Eröffnung der Session ersolgeo. Der .Weser Ztg." schreibt mau: LS bedarf keiner Versicherung, daß bte zahlreichen Rameu, welche al- künftige Nachfolger de- Grasen Eulenburg genauut werden, vorerst lediglich »ahelleaevde Evmbiuatloueu find, daß aber irgend welche Thatsacheu noch nicht vorltegen, welche über die künftige Besitzung diese- Posten-, feine Er ledigung überhaupt vorausgesetzt, einen Fingerzeig enthalten. Es steht fest, daß Gras Eulenburg de« Beginne der Landtagssesfiou noch als Minister beiwohnen wird; mau erwartet, daß alsdann der Reichskanzler noch einmal zu einem kurzen Auseut» halte nach Berlin kommen werde, während dessen die Entscheidung erfolgen dürste. Bon den als Ministercavdtdaten colportirteu Namen glaubt «au in unterrichteten Kreis« den des Geh. RathS PersiuS. vou de« bekanntlich bisher die verwal- tuugsgrsetzgebuvg tu erster Stute ausgearbeitet wnrde, ans sachlichen »ab persönlichen Gründen an-scheiden z» müssen. Ob aber schließlich einer der Ober Präsidenten (Herr v. Puttkamrr, Graf Eulen dura, ter Reffe des Ministers) oder Herr v. Bennigsen der Auserkorene sein wird, darüber stad die Ervrternuaea einst« weilen durchaus unfruchtbar, »m so mehr, als e- zur Zeit anch sonst etngewethteu Personen nicht hinlänglich klar ist. welche Tragweite die jüngste» Beschlüsse in Sachen der verwaltungsresor« be» fitzen. Wenn «an diese Beschlüsse einfach als . Sisttrnvg" bezeichnet, so dürste dies« vezetchnnog keineswegs ganz »»treffend sei»; es dürste sich vielmehr Herausstellen, daß es aus eine Revision der bisherigen Gesetzgebung und bis dahin aller» ding» ein langsamere* Tempo im weiteren Aus bau abgesehen ist Daß manche Pnucte der neuen Tesetzgebnng in der Thal verseblr und a«I prak tischen Gründen undurchführbar fiad, gestehe« selbst liberale Abgeordnete ein, die sich in Kühlung mit der Praxi- erhalten haben In noch viel chaotischerem und embrponenhasterem Zustand befinden sich die Steuerreformpläne, um denen sich der Reichskanzler tragen soll. ES liegt zn dieser Frage gegenwärtig noch gar nicht- Posi tive- vor, al- die allerdings hinlänglich bekannte Neigung des Fürsten Bt-marck für eine Erwei terung der indirekten Steuern. Eine positive Gestalt aber hat diese Neigung bisher nicht an» genommen. Die preußische Landtaassefftou kann unter den augenblicklich herrschenden kritischen Umständen möglicherweise sofort zu wichtigen Verhandlungen führen. Die Ultramontaueu träumen vou einer überaus günstigen Lage, und eS ist nicht unwahrscheinlich, daß ihre Partei führer demgemäß handeln werden. Bon einer strich nach Beginn der Session zu stellenden Interpellation in der Schulfrage ist bereit» jetzt sie Rede. Hoffentlich werden auch die liberalen Mitglieder de- Landtag- sofort vollzählig am Platze sein Alsbald nach dem Ableben de- Bischof- ketteler von Mainz, de- notorischen Führer- de- deutschen Episkopat-, tauchte die Frage auf, wem wohl fortab die geistige Führerschaft zufallen werde, welche Würde der streitbare Mainzer Prälat eine Reih« von Jahren hindurch bekleidet hatte und für oie er sich namentlich auch bet den Bischof- eovfereuzen seit dem 15 October 18-7 geeignct gezeigt hat. Ist doch nicht zu leugnen, daß in dem ersten Deeennium der bischöflichen Krieg führung wider den modernen Staat »nd besonders gegen da- evangelische Preußen alle Handlungen de- Episkopat-, dessen Proteste, Forderungen rc den Charakter der ketteler'schen Vaterschaft tragen, wie er den« auch der eigentliche Organisator de- fogenannten .passive« Widerstande-" gegen die Mai gesetzgebung ist. Aeußerlich lag der Oberbefehl tu den Händen de- Erzbischof« von Köln, welcher die Eorrefpondenz leitete, die Eonfereozen berief und bet denselben den Vorsitz führte Allein diese» kirchensürfl erscheint jetzt schon an- bekannten ränmlichen Rücksichten nicht mehr znr äußeren Führerschaft geeignet, während feine intellektuelle Präpouderauz auch nicht derart ist, daß ih» die geistige Seitnug übertragen oder t» dieser Rich tung von ihm »der eine« feiner College» etwa- Außerordentliche- erwartet werden könnte wie hiernach die Verhältnisse liegen, wird die Krage der geistigen Führerschaft vorlänfig w»hl noch eine offene bleib«. Der frühere Präsident be- Reich-kanzleramt« Minister Delbrück, welcher vor kurze« vou längereu Reffen t» Süd« «um WiederaüseuthaU nach Berlin znrückgekehrt A. soll mit der »ns» arbettuug «wer au-sührlichcn Geschichte der preußisch»deutschen Zollpoltitk beschäftigt sei», welche mit de« Jahre 1818 beginnen und btt ans die ueneste Zeit reich« soll. Nnsstihrlich soll in dieser Schrift die amtliche Wirksamkeit vou Motz »nd Maß«, welche sich «« da- Zustande« komm« des Zollverein- so verdient gemacht Hab«, sowie die Thättgkeit des Generalsteuer» directors kühne, de- »umittelbar« Amlsoor- gäuger- de- Präsident« Delbrück, besprochen werden. Mao sieht dieser gewiß interessanten Darstellung der prrußisch - deutschen Zollpolitik, welche gewissermaßen eine Rechtfertigung der eigen« Wirffamttlt de- früher« Retch-kanzler- amt-präfid«t« sein wird, mit Spannung ent- gegen-