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Leipziger Tageblatt und Anzeiger : 08.10.1877
- Erscheinungsdatum
- 1877-10-08
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id453042023-187710080
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id453042023-18771008
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-453042023-18771008
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
- Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Leipziger Tageblatt und Anzeiger
-
Jahr
1877
-
Monat
1877-10
- Tag 1877-10-08
-
Monat
1877-10
-
Jahr
1877
- Titel
- Leipziger Tageblatt und Anzeiger : 08.10.1877
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7 ? Grschetst IStzlich ^ früh 6»/, Uhr. tct von >rch seine iche dieses istei, sind ksngnnüen «Aucü»» aas Erpebrim» JohanuiSgass« -- »»tOßuubeu der Lrbucilo»: Vormittag 1"—12 Uh^ Nachmittags 4-0 Uhr. Kr dir nLchft- «er bestimmten an Wochentagen dis lttzr Nachmittags, »o Sonn- «mb Festtagen früh bis '/,i> Uhr. -» »ruFittiür, fiir ZN.-Aauadme: Otto Klemm. Uunürsttät-Pr. 22. Lorfft Lösche, «atharinenstr. 18,p. «« di« ^ Uhr. M »81. Anzeiger. Organ für Politik, Lvcalzcschichte, Handels- und GrschLstSdrrkhr. Montag den 8. Oktober 1877. «ttz-Auslaze 15,350. Abovoe«r>»§»rrt, viertelt. 4'/,Mk mcl Vrmaerlohn 5 Mt. durch die Post bezog« « Mt Jede einzelne Nummer Ln Pi. Belegexemplar io Pf. Sediibrrn für Extrabeilage» ohne Pvstbefdrderung 8« Mt. mit Postbefvrdrrung 45 Mt. Zustratr 4gesp. BourqeoiSz. 20 Pf Größer« Schriften laut unsere«, Prriöverzeichniß. — Tabellarischer Satz nach höherem Tarif. Lec1u«r» »Irr d Lebuiftouchrlk dt« Spallzeile 40 Pf. Inserat« stob stets and.Gepebttto» zu send«. — Rabatt wird nicht gegeben. Aablunaorasaauu'r«-., oder durch Pvstvorfchuß 71. Jahrgang. Alninrt. uar 1878. lir zum atur- itbe Flasche» gegen Nack ter und kann eses Prä- mugsvoll >F«k, tliotar. Trauben- '. ll rieken- ösartigen berraschendcr ib veranlagt, ittel hiermit iS Nimptsch lbesitzer. rinz. Durch ltden-vrusl- cher erlangt, ad Nacht, so s; mich dieser .'iden befreit, genug Dank. erg, Bayern. 1876. Ihr k>ei dem hier angewendet. Kaufmann, d allein Ihr mals 5jähn- r, 18/10. 75. Juni 1876. des achten on dem Er- nheimrr in eise an mir nden Husten len, ließ ich BrnsthonigS . N. Deutter kurzeni Ge- durch eine »v meinem Interesse so be ich daher ese Anerken- Bestätigung > lasse. Priester. lebigkn Unt-r« rkt-iSrmrtnde» bi bürg, bei, Irgermeister. I doKt. ge, welche erichte in ichtlich in fte Marke en. Jeden r Imitation denen dieser Fabrik- Stempel eingcprägl ist. i. D. v Bekanntmachung. Ei find i» ne»er«r Zeit außerordeulltch zahlreiche Heluche »m irgendwelche Anstellung in städtischen Dienstes an »u» gelangt; wir machen darauf aufmerksam, daß derartige Gef «che Berück» fichtiaung nicht finden könne», wenn fie nicht ans eine bestimmte, z»r Erledigung gekommene Stelle gerichtet find Leipzig, den 5. Oktober 1877. De, M«th der «tadt Let»,t«. —— vr. Georgi. M sserschmidt. Gewölbevermitthung m Mauricianum. DaS von der Firma E. H. Löhne Wittwe bisher innengehabte G»schö>ft<l»e«l nebst D»»pt»t, and Dutrefol im Ma«riet«»»», Grimma'sche Straße Nr. 18, wird am 1. April 1878 «rechfrrt und soll von diesem Zritpuncte an auf sechs Jahre meistbietend versteigert werden. Miethliebhaber werden hiermit ersucht, sich in de« hierzu auf -reit«- de» LA. Oetode» d I., V»r«tttag« 1L Vhr an gesetzte» Termine im UutverfilatS - -ke»ta«tr (Paulmum) emzufinden und ihre Gebote abzugebev. Die Auswahl unter den Licitavteu und die Entschließung in der Sache überhaupt bleibt Vorbehalten. Leipzig «u 2 Oktober 1877. V»t»ersitätS.Ne«ta«t. Graf. Ts-esgelchiryMche Aeverstiyr Leipzig« ^ Oktober DaS preußische Staatsministerium ist «m Sonnabend unter dem Borfitz de- Fürsten VtSmarck zu einer Sitzung zusammen getreten, die sich natürlich mit den Landtag-Vorlagen beschäftigt haben wird. ES heißt, der Reich-- taozler werde etwa acht Tage in Berlin anwesend fein uud während dieser Zeit sind wohl die ent scheidende» Beschlüsse über diejenigen Fragen un serer inneren Politik zu erwarten, die in letzter Zelt wie allgemein behauptet wurde, zu Diffe renzen innerhalb de- Staat-ministeriumS Anlaß gegeben halten. In erster Linie gehört dahin die Frage «ach der Fortführung oder der Sisti- rurig der BerwaltungSreform in der bevor» stehenden LandtagSfisston Ein Artikel der ..Post" eröffnet eine Perspective, die sich mit Einem Wort als Ststirung der Reform bezeichnen läßt Der Organisation der Selbstverwaltung müsse vor Allem die Steuerreform vorangehen. ES wird «nS in Aussicht gestellt, daß, da man die Reform in einer unrichtigen Zeit übereilt habe, jetzt eine Pause unerläßlich sei, um von einem «eiteren Neberblick und einer erschöpfenderen Prüfung der Grundlagen au- da- Ganze nach einer Unterbrechung nochmal- in Angriff z« neh» men. Die „Rat. Corr" bemerkt hierz«: „Wir »»Yen nun freilich nicht, inwieweit der Artikel der „Post 'nnr private Anschauungevwiedergiebt oder die in Regierung-kreisen herrschende Stimmung ab spiegelt Ader mit anverweiten Symptomen zu- sammengehalteu, werden diese Auslassungen de- sreiconferoativen Organ- jedensallS dazu beitragen, die Hoffnung auf eine ersprießliche Weiterführung de- begonnenen Reformwerke- in der bevorstehenden LandtagSsession stark herabzudrücken. Unser Ur« theil über diese Politik wollen wir noch zurück- halten, biS sichere Thalsachen an Stelle der jetzigen vielleicht trügerischen Bermuthungen und An» deutungen vorliegen. Heber die angebliche Wendung in der inneren Politik Preußen- und Deutschlands sagt die „Magd. Zig: „Im Großen und Ganzen dürste wohl Alle« beim Alten bleiben. Die Deutsch» Conservativen werden von der Regierung nach wie vor alS Popanz benutzt werden, mit denen man ängstlichen Liberalen zu gelegener Zeit Schreck etnjagt Die Nationalliberalcn werden nach wie vor die Partei bleiben, deren Fürst BiSmarck nicht entrathev kann und welche anderseits den Kanzler — so viel an ihnen ist — zu einer Zeit, wo die auswärtige Politik von so unermeßlicher Wichtigkeit ist, wie gegenwärtig, am Steuerruder de- Reiche- fefihalten wird — welche- übrigens auch für die Weiterentwickeluny feiner embryo nischen inneren Verhältnisse d»e Hand eine- Manne- von der Autorität und Genialität de- Fürsten BiSmarck durchaus bedarf Durch da- neueste Auftreten der »ltramontanen Politik, wie fie sich gelegentlich d«S OrientkriegeS und der französische» ReactionSgelüste, sowie durch vor laute Aeußerungen einzelner klerikalen Blätter und Parteiführer in Deutschland selbst zur Gr» »üge skr alle Me, welche sehen wollen, entpuppt bat, ist da- übereinstimmende Zusammenwirken Bi-marck'S und Fall'- allen Angriffen geaevüber von selbst gegeben Der heikelste Punkt in der inneren Po litik ist und bleibt sür die Liberalen die Frage der «eiteren Fortführung der BerwaltungSresorm Un serer Ueberzeuguna nach wird kaum ein entscheidender Schritt in dieser Reform weiter gemacht werden können, so lange Graf Eulcnburg am Ruder ist W«S endlich da- Berhältniß drr Parteien zu einander anlavgt, so wird die nationalliberale Fraktion gut thun nach wie vor theil- mit den Freteonscrvativea, theil- mit der Fortschritt-« vartei gemeinsam zu gehen, je nachdem es die Verhältnisse erfordern. Von einer Wiederver einigung der beiden liberalen Fraktionen, von deren Anbahnung gesprochen worben ist, kann wohl so lange keine Rede sein, alS der Einfluß gewisser Mitglieder in der Fortschritt-Partei nicht völlig gebrochen ist." Der Botschafter de- deutschen Reiche- in St. Peter-burg unterbreitete der russischen Regierung ein Memorandum, welche- die Wünsche der ReichSregierung in Betreff der För» derung deS gegenseitigen Handelsverkehr- zufammenfaßt und die Eröffnung neuer Zollab fertigungsstellen, die Aushebung gewisser bedrückender Zollgesetzposittonen, die Beseitigung deS Monopols de- sogenannten ArtellwesevS und eine Erleichte rung der Paßrrvision vorschlägt. ? AuS Olmütz wirb gemeldet, da- dort garni- sonirende Regiment Gruber habe telegraphisch Marschbefehl nach Siebenbürgen erhalten. Zn Frankreich geht die Wahlbewegung ihren bekannten Tang Die Regierung tritt immer deutlicher alS päpstliche Delegation auf, und die Betheuerungen der Minister, daß sie kein Pfaffenregimrnt seien und auch nicht den Kirchen, staat herzustellen versprochen hätten, werden von ihnen und ihren Getreuen wiederholt, finden aber keinen Glauben. DaS „Journal de- DebatS", die vornehmste und unabhängigste Zeitung in Paris, schreibt: „Der Sitz der französischen Regierung ist weder in Pari-, noch in Versailles, sondern in Rom. Untere armseligen Minister bilden sich ein, zu regieren, fie sind aber nur Puppen, welche von stärkeren Händen am Drahtseile gezogen werden." Die russisch-serbische Convention soll, trotz der Schwierigkeiten, welche die Verhand lungen mit dem russischen Generalkonsul Persiani boten, nun perfect geworden sein. Zunächst wurde eine serbisch-rumänische Cooperation beschlossen. Der „Polit. Corresp." wird a»S Bukarest ge meldet: DaS russische Hauptquartier hat die unverweilte Mobilisirung eine- neuen Armeecorp- und die Abfindung desselben nach Bulgarien befohlen. DaS GardecorpS wird am 12 dsS. vollständig aus dem Krieg-fchauplatze sein. Prinz Arnulf von Bayern ist auf seiner Reise nach dem Hauptquartier in Bukarest eingetroffen. — Gerüchtweise verlautet, im Falle eines Win- terfeldzugeS würde der Kaiser im Palast Co- troceni bei Bukarest Wohnung nehmen. Die Türken fitzen die Verfolgung der Bul garen ohne Unterbrechung fort Mit den Eifen- dahnzügen von Adrianopel werden Hunderte dieser an Händen und Füßen gefesselten Unglücklichen täglich nach Konstantinopel gebracht. Nach einem Anfenthalte von einigen Tagen im dortigen Eentral-Tefängniffe werden sie in die asiatischen Festungen oder nach den Inseln de- Archipe- laguS zu zeitwriser oder lebenslänglicher Zwangs arbeit drportirt. DaS österreichische Packelboot nahm vorige Woche fünfzig nach der Festung St Jean d'Acre bestimmte Bulgaren mit Be kanntlich hat die Regierung sammtliche Beamte bull arischer Herkunft au» dem Staatsdienste ent fernt. Jüngst wurde diese Maßregel bi- aus die bulgarischen Zöglinge i« kaiserlichen Lyceum aus gedehnt. Diese harmlosen, unschuldigen Kinder, oeren Ellern zumeist in Konstantinopel wohnen und demgemäß den Vorgängen in Bulgarien fern flehen, wurden gleichfalls von der Schule davon- gejagt! ff « ^7' Me AntwortSnote Server Pascha'- an den deutschen Botschafter in Konstantinopel, Prinzen Reuß, in Angelegenheit der Reklamation der deutschen Botschaft wegen Freilassung der Ver» »rtheilten von Salonichi lautet: Hohe Pforte, 1Z. September 1877. In Beantwor- tung der Note, welche Ew. Durchlaucht unter dem 29. »ugust d. I. i» Betreff der drei «erurtheilteu von Salonichi an mich zu richten di« «üte hatten, Hab« ich dir Ehre, Ihnen folgend« Eröffnungen »u machen: Diese drei Individuen wurden nach Salo- nicht gebracht, in »ewäßhett einer allgemeinen Ver fügung, welche di« Ueberführung aller Gefangenen von W ddia tu di« vom Kriegsschauplatz mehr «nt- fernteo Orte auordmte. Da der Srneralgouverneur vo» Salonichi in Betreff dieser drei Häftlinge In. ßructiouea verlangte, »md« ihm rmgesrirfk, die öder fie verhängten Strafe» zu vollstrecken Dieser Lustrag wurde bereit- vor der bezügliche» Mit- theilnug der kaisnl. Botschaft vollstreckt. Indem ich di« Ehre habe, da- Vorstehend« zur LrulltmßEw. Durchlaucht zu dringen, kann ich nicht umhin, zu er- klären, daß die hohe Pforte stet- Sorge getragen hat. dir f ierlichru gegenüber befreundeten Mächten e>u- gegangrntu verpflicht»» gen zu respectireo und keinen den vefetzleu drr Justiz zuwider lausende« Art zu gestatten gewillt ist. Genehmigen E». Hoheit »c. rc. Server Pascha. Aus Stadt und Land. —r. Kehyig, 8. Oktober. Wir haben bei vielen Gelegenheiten, in Versammlungen gewerblicher Eorporationen x. von Gewerbetreibenden Klagen und Beschwerden über die angeblich mangelhafte und ungenügende Vertretung ihrer Interessen in den Tewerbekammern auSsprechen hören. Daß die Gewerbetreibenden, fall- diese Ausstellungen in der Thal begründet waren, nur daran selbst die metste Schuld insofern trugen, alS sie seiner Zeit so gut wie gar nicht von ihrem Wahl- recht bei Zusammensetzung der Gewerbe-Kammern Gebrauch machten, da- bedachten die Beschwerde führer in der Regel nicht Heute und morgen ist nun den hiesigen Gewerbetreibenden wiederum dte Gelegenheit dargeboten, auf den Mitglieder bestand der Leipziger Gewerbekammer für eine bestimmte, mebrjährige Periode Einfluß a«S- zuüben, und wir können nur wünschen, daß die Aufforderung deS OrtSoerein- drr selbstständigen Handwerker und Fabrikanten zur lebhaften Theil- nahme an der Wahl — da- Wahllokal befindet sich in der Alten Waage — nicht «»gehört ver hallen möge. * Leipzig, 7. Oktober DaS herrliche Herbst wetter, welche- in eben verflossener Woche di« Messe begünstigte, hat sich auch biS ans den heutigen sogenannten zweiten Bauernsonntag er halten. Die Frequenz auf den Bahnhöfen, und zwar aus sämmtlichen ohne Au-nahme, war eine noch lebhaftere alS am vorigen Sonntage, denn auch heute mußten zur Bewältigung der Menschen« Massen theilweise Extrazüge eingelegt werden, und schon in den ersten Vormittagsstunden war in den Straßen der Stadt, insbesondere aber auch auf den Meßplätzen, ein rege- Leben bemerkbar. Nie mand freut sich natürlich mehr über die Gunst de- Himmel-, alS die kleineren Geschäftsleute, die auf eine einträgliche Loosung hoffen. — Heute wird Salingrb'S GesangSposse „Die Reise durch Berlin in achtzig Stunden" zum fünften Mal gegeben. Die fortwährend im Steigen begriffene Anziehungskraft der Posse spricht am Besten sür den Erfolg, welchen die. selbe auch hier gefunden. DaS im 7. Bilde ne» eingelegte Ballel tnlipv orugeusv" hat in den letzten Vorstellungen ganz besonder- gefallen. Leipzig« 7. Oktober Mit der Vorführung von ThomaS Holden'- Marionetten- Theater hat die Verwaltung de- Schützen- Hause- daS Programm ihrer diesmaligen Meß» Vorführungen um eine ganz eigenartige Erschei nung bereichert Nachdem wir einer Vorstellung beigewohnt, ist unS so recht klar geworden, wie die fortschrAtende Zeit auch aus diesem künstleri schen Gebiet eine ganz gewaltige Veränderung beroorgerufen hat Wer sich noch der Zeiten der Wittwe MagnuS erinnert, Der muß erstaunen, wie eS möglich geworden, da- Marionettentheater auf eine solche Stufe der Vollkommenheit zu stellen, wie man eS »ur Zeit im Schützenhause beobachten kann. Die Geheimnisse der modernen Mechanik kommen hier ganz und voll zur Geltung, die kleinen Puppen gleichen in allen ihren Bewegungen, ja sogar in ihrem Gesicht-au-druck, in ihrem Augenspiel rc. so vollständig dem Auftreten leben der Menschen, daß man fast meinen könnte, die Vertreter eine- ZwerggefchlechteS vor sich zu haben. Selbstverständlich erheitern die kleinen automatischen Schauspieler und Künstler da- Public»« ungemein und wir sahen, daß nicht allein die zahlreich anwrsende Jugend, sondern auch die große Welt an dieser Heiterkeit Theil nahm. Me sämmtlichen Darstellungen find von ur wüchsiger Komik durchdrungen, daß man unwill kürlich darüber herzlich lachen muß Nebenbei rst auch dem Auge durch den Glanz, in welche« daS Aeußere und Innere de- Theater- erscheint, und durch die Farbenpracht, die durch die An wendung von elektrischem Licht auf die Ver- wandlungSfcenen erzielt wird, ein wirkungsvoller Genuß dargeboteu Wir können insbesondere den Eltern, die ihren Kindern eine große Freude be reiten wollen, den Besuch der Marioaetten-Bor- stellungen i« Schützenhause nur dringend an- rathen. X Lehyl-, 7. Oktober. Der Nachtfrost bat heute früh eine dicke GSkruste aus Leiche und sie- hende Wwässer in unserer Umgegend gelegt. Der heurige Oktober diSeoutirt bereit- recht flott den November? — Aus eine« etwa- hoch gelegen« Dorfreiche (in Sautzsch) brachte der Frost eMe so starke Ei«dkcke zuwege, daß heute früh dte Gänse auf de«selben spazieren gehen, statt schwimmen konnte»! Diese Kalte trat erst nach 4 Uhr Mor gen- ein, b,S wohin noch Nicht- gefröre» war, wie Augenzeugen versichern. Ein weißer Reff schleier bedeckte weit und breit die Fluren. ) Leipzig, 7. Oktober An der Marschner- straße verunglückte gestern Abend ein Maurer- lehrliug, Namen- Emil Münch a»S Klein zschocher, i« Elsterflusse. Er hatte sich daselbst unvorsichtiger Weife aus einige im Wasser befind liche Baumstämme gestellt, von denen er rücklings herabflvrzte und im Wasser untergtng, bevor ihm Hülfe geleistet werden konnte. Der Leichnam de- Verunglückten wurde erst heuteMorgen aufgesuu- den. — Von dem Stande eine- Obsthändler- am Roßplatz nahm ein kleiner vierjähriger Knabe gestern Nachmittag einen Apfel heimlich weg. DaS sah der Obsthändler und glaubte, den kleinen Dieb sofort selbst abstrafenzu müssen. DieArt uud Weise aber, wie er die- that, war roh und erregte de» Unwillen de- Publikum-, Er schlug da- Kind zu Boden, so, daß eS im Gesicht sich verletzte und blutete. Der dadurch entstandene Menschen- znsammenlauf führte auch (Polizei herbez. welche den Obsthändler zur Verantwortung nach dem Naschmarkt abführte. DaS verletzte Sind wurde mittel- Droschke in dte Wohnung der Eltern gebracht.— In einer Restauration der Albertstraße geri eihen in vergangener Nacht ein hiesiger Klempner meister und sein Geselle mit dem Wirtb und dafigen Gästen in heftigen Streit, der seiner Gesährlichkek wegen und da der Geselle mit einem Stuhle aus die Gäste loSschlug, die Herbeiholung von Polizei nothwendig machte. Die erschienenen Schutzleute vermochten aber in Güte Ruhe nicht zu schaffen und mußten dte beiden Excedenten arretiren uud mit Gewalt entfernen, woder sich dieselbe» wider- setzten und an den Schutzleuten thätlich vergriffen, namentlich der Meister einen der Letzter« wieder holt mit der Faust in- Gesicht schlug. Beide Arrestaten kamen aus dem Naschmarkt zur Haft — Mm Vernehmen nach soll Grimma seine bi-herige Garnison verlieren. — Am 4. Oktober Nachmittag- »/,2 Uhr wurde bei« Eisenbahn-Übergänge unweit de- Dorfes RuppertSgrün (GerichtS-Amt Elsterberg) die Handarbeiter-frau Johanne Christiane Petz old au- RuppertSgrün von einem Personenzuge über fahren und getödtet. Da gerade zwei Züge kreuzten, so hatte die Petzold den einen nicht be merkt; sie wurde von der Maschine erfaßt, völlig zermalmt »nd der Kopf vom R»n,pfe getrennt. — Am 3. dsS. Mt». Nacht» N Uhr ging in FriedrichSgrün bei Falkenstein daS Hau- d«S Restaurateur- Carl Götz in Flammen auf. Götz und seine ganze Familie waren nicht zu Haufi, sondern in der Nachbarschaft auf Besuch. Die Ur- sache der Entstehung ist unbekannt «nd eS wird Brandstiftung vermuthet. Von den Habfelipketten de- Beschädigten, welche in der Militair - Feuer versicherung versichert sind, wurde nur wenig ge- rettet — In Bad Elster ertränkte sich am 2. d. M. eine 82 Jahre alte Frau. Eie ging in die nahe seichte Elster, kniete bin uuv hielt den Kops in- Wasser Me Krau lebte in guten Verhältnissen. Geiste-störung mag die Ursache diese- Selbstmorde- sein. -5- Dresden,6.Oktober. HerrMrector Hausse, welcher mit einer Energie, die eigentlich einer besseren Sache würdig wäre, den Grundsatz ver ficht, daß der Mensch angeborene Talente nicht besitze, und über diese- Thema bereit- im vorigen Winter «ne Reihe von Vorträgen gehalten, beab sichtigt auch in der beginnenden Saison eiuen CykluS von nicht weniger alS 30 Vorträge» über die EntwickelunaSgeschichte de- menschlichen Geiste- zu eröffnen. Gestern sollte der erste Vortrag stattfiaoen; aber da sich blo- zwei Personen. Referenten hiesiger Blätter, hierzu eingesunden, so hat Herr Direktor Hausse sein Projekt fallen lassen. Hoffentlich wird sich Niemand durch diese» Entschluß graue Haare wachsen lassen. — Heute beging ein alter Buchdrncker, Fridolin Diener in drr hiesigen königl.Hosbuchdrnckereivon Meiuhold L Söhne, sein goldene» Buchdrucker-Iublläu». Selbstredend wurde dieser Tag durch seine Privcipale »nd College« au-gezeichnet. Mr Jubilar erhielt mehrere ansehnliche Ehrengeschenke, der DreSdner Buchdruckerverein ernannte ihn zu» Ehrenmitgliede und Abend- fand ihm zu Ehre« ein FestcommerS in Meinhold'S Sälen statt, wobei er durch Principale und Eollegen in herz licher Weise gefeiert wurde. — Man meldet au- Crimmitschau »0» K Oktober: vor einigen Wochen wurde von eine» Gutsbesitzer zu Blankenhain eine K»h geschlachtet, deren GelnndheitSzufiand de« dortigen Herr» Förster Tinene«ann im höchsten Grade verdächtig vorkam. Er iuhibirte den Verkauf de- Fleische» der Kuh und rief den H-rrn Thierarzt MöbinS
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