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Jede einzeln« Nurnmör 3<t Pf. «rlenexrmplar Id Pf. «evchreu stk «NrabeLzrn »hue Pofwefvrdcrung SS Mt. mit P-vstbrfbrderllllg 4S ü'lt. Zvstrate 4aesp Bourgeorchi. 2V^f. Größere «Lchnilen taut nuferem Preisnerzeichiiiß. —LahMaVstckur Satz «ach höherem Tgris Aeciamr, uolcr »na Ut»iutttz«chnq di« Epeützeile 10 Inserate sind fictü au d. «vrbktk, zu senden — «adatt »n» vuM -tstadea. Zahlung pr^ouM»2»a> »da durch Postvorschust. M 37. Die«Stag den 6. Februar 1877. 7L Jahrgang. Im Monat Zannar 1877 erhielten da? hiesige Bürgerrecht: Herr Martin. Paul Hermann, Kaufmann - Schilling, Johann Eduard. Holz» und Kohlenhändler. » Reinhardt, Karl Hermann, Kohlenhdlr. » Liebe-kind, Friedrich Wilhelm, Instru mentenmacher. , Slähn, Johann Carl Wilhelm. Restau rateur - NiclaS, Max Wolfgaug. Graveur. » Reimann, IulinS Robert Bruno, Haus besitzer. - Kretzschmar, Carl Trauaott, Zimmermstr. - Peter, Friedrich Anton Albert, Postdirector. » Ryssel, Carl Lictor, vr. pdil. und Ober lehrer. - Schmidt, Carl Gottlob Hermann, Haus besitzer und Nähmaschinenfabrikant. - Scheibe, Friedrich IuliuS, Lehrer. Fräulein Rusch vier, Emma Caroline Julie, Hausbesitzerin. Herr Blum, Carl Georg Richard. RathSbau- amtS-Ingenieur. Fräulein Rubin, Theuesia. Wollwaarenhiindlerin. Herr Ion, Joseph, Schuhmacher. Herr Rolle. Heinrich, Schneider. Gnler, HanS, Markthelfer. Scheide. Heinrich, Maler. Krause, Georg August, Restaurateur und Viktualienhändler. Bach, Eduard Moritz, Th-rcontroleur. Dam mann, Johann Gerhard Bernhard, Tapezierer Schirmer, Ernst Wilh.. Professor a. D. Wendeborn, HanS Theodor, Kaufmann. Pohl, Johann Ferdinand, Kaufmann. Pfennig, Johann Friedrich David, Haus besitzer. Pfänder, Karl Theodor. Maurer. Wagner, Edgar Johannes, Prokurist Kneisel, Paul Gustav Ludwig, Zahnarzt. Barth, Heinrich Ernst, Auswärter. Franke,^Christian Friedr. Wilhelm. Copist. Hirsemann, Friedr. Wilhelm, HauSmaun Hertz, Hirsch, Kaufmann. Rüdiger, Carl Wilhelm, Ober-Inspektor und Bevollmächtigter an der Berliner Eisenbahn. Fein. Cbaim Leib, Kaufmann. Bekanntmachung. Denjenigen Grundstücksbesitzern bez. Garteninhabern, welche ihre Bäume. Sträncher. Hecken rc b«S jetzt nicht oder nicht genügend haben von Raupen säubern lasten, wird hierdurch unter HinweiS aus die Bestimmung in tz 368,, deS Strafgesetzbuches bei Vermeidung von Geldstrafe biS zu sechSzig Mark oder entsprechender Hast aufgegeben, u«gesä««t und ILagsteaS bis Gäbe Februar diese» Jahres gehörig raupen sowie die Slaupeuuester »erltlae« zu lasten Leipzig, am 30. Januar 1877. Der Math der «ladt Leipzig. vr. Georgi. Vr. Reichel. Holzauctiou. Mittwoch, de» 7. Februar 1877, sollen von Vormittag- u Uhr a» i« Forstreviere Burg«-, in der Nähe de-Forsthause- und der Ehrenberger Wiese», am kleine» Derrd« ca 10V statte Abrau»»- und 200 starke Laughausr« unter den im Termine öffentlich auSgehangenen Bedingungen und der üblichen Anzahlung an den Meistbietenden verkauft werden. Ausa««<uk»»ft: auf dem Mittelwaldschlage in Abtheilung 1» in der Nähe d«S ForsthauseS Burgan. Leipzig, am 8. Januar 1877. DeS AathS Forst-Deputation. Realschule ll. Ordnung (LoSpitalstraste 3). Die Au«elbuug «euer Schüler für Oster» erbitte ich mir Mittwoch de« 7. und DouuerSrag den 8. Februar Vormittag« von 8—12 und Nachmittag- von 2—5 Ahr. Die Michael'.Scenfur, daS Taufzeuguiß (der Geburtsschein) und der Impfschein sind beizubringen und »erden nach genommener Einsicht sofort zurückgegebeu. Die Auf»a-««prüfuu- sinket Mittwoch de» 21. Februar stich 8 Uhr statt. Dir. vr. Leidig, 5. Februar. Etz bestätigt sich, daß dem BundeSrathe der Entwurf eine- Gesetze- über den Sitz de- Reichsgericht- zugegangen ist. Der einzige Paragraph d«S Gesetzes lautet: „Da- Reich-- geeicht erhält seinen Sitz in Berlin." Die Motive de- Entwurf- besagen in der Hauptsache: ,,Die beschleunigte Entscheidung über den Sitz dr- NeichSgerichtS ist dringend, schon »eil die baulichen Vorbereitungen, welche nochwendig vorangehen muffen, eine erhebliche Zeit in Anspruch nrbmen werden und bis rum 1. Oktober 1879, den» spätesten Termin für V«S Juslebeutreten des neuen Gerichtshöfe-, nicht her- zufteveu sri» würden, wenn die Feststellung des Ort» mcht schon in der bevorstehenden Session ve- Nrich-. tog» erfolgt«. Der Vorschlag, Berlin zum Sitz bes «erch-gerkm- 0» erheben, wir» durch verschiedene Gründe unterstützt. Zunächst eignet sich die Reich-- bauptstadt «egen ihrer geographischen Lage ziemlich im Mittelpunkt des Reiches am testen dazu; ferner spreche« dafür die reichen HülfSmittel, welche dies« Stadt den Mitglieder» des Gericht» materiell wie geistig bietet. D-zu tritt »och mit au-schlaggebender Bedeutung, daß Berlin die Residenzstadt de» Kaisers ist, daß hier der Bunde-rath und Reichstag rrfivirru und überdies die höchsten ReichSbehördrn ihren Sitz haben. Fast in allen größeren europäischen Staaten fällt der Sitz de- höchste« Gericht- mit dem Sitz der Staatsregierung zusammen. Auch die Rücksichten auf die Zusammen setzung deS Disciplinarbofes. de» Bundesamt- für daS Hennathwesen und de« ReichS-Eisenbahnamts, zu deren Bildung die Heranziehung richterlicher Beamten nöthig »st. sprechen für die Wahl Berlin«. „AuS allen diesen Erwägungen", heißt es schließlich, „sowie im Hinblick daraus, daß mit der «eitern Entwickelung der Reichs- inürtutiouen sich immer mehr das Bedürsniß ergeben »ird, in den Reichsbehörden aus die Mitwirkung von reich-richterlichen Kräften zurückgreifen zu können, hat der Entwurf Berlin al» Sitz des Reichsgerichts in Vorschlag gebracht. ^ „Schon gleich nach Abschluß der Reich-justiz- gesetzt (bemerkt hierzu die „Nat-Ztg ") habe» wir wiederholt hervorbehoben, wie dringend wün- schenSwerth nunmehr nn Interesse der Personen »nd Sachen ein schleuniger Entschluß über die im Gericht-versa stung-gesetze vorbehaltene Bestim mung wegen de- Reich-aericht- sein werde. Wir be grüßen daher gern die angekündigte Vorlage, die «nS auch «nteriell da- einzig Richtige zu treffen scheint, wenn »Ir auch den Verlost nicht unter schätzen, der von localem Standpunkt einer so hervorragenden und reich-treuen Stadt wie Leipzig droht. Bei jenem früheren Anlasse haben wir daraus hingewiesen, daß gerade für Berlin zu allerletzt die Frage ein Gegenstand de- örtlichen Interesse- ist, daß achtzig oder hundert Mitglieder und Anwälte de- Reich-gerichtS mehr oder weniger für die ökonomische wie für die intellektuelle Be deutung der preußischen und deutschen Hauptstadt ganz verschwindend finv, während ein solcher Zu wachs selbst für die größten der Mittelstädte ein unschätzbarer Gewinn wäre. Wir hegen den Wunsch , daß man sich allseitig in Leipzig wie anderwärts von dem Gefichtspunct de- localen Interesse- vollständiA befreie und die Frage in ihrer großen allgemein politischen Bedeutung er fasse. Eine solche Behandlung-weise wird nicht nur dem bisherigen Sitz de- ReichSoberhandelS- gerichlS, sondern auch allen anderen etwa coucur- rirenden Städten die selbstlose Ruhe geben, die ein objektives Urtheil ermöglicht. Stellt man sich aus localen Standpunkt, so wird die An- gelegenheit rein z« einer Frage der Gunst oder Ungunst. Denn würde z. B nicht Frank furt, die alte Wahlstadl de- deutschen Reich-, mit mindesten- gleichem Rechte diese „Lebensfrage" für sich gellend machen, würde eS nicht der Mehr heit in den Güdstaaten bester gelegen und sonst genehmer sein ? Oder Nürnberg, welche- «eben allen andnen Titeln auch sich daraus berufen kann, dem zweiten Staate de- Reiches anzuge- hören? Im Ernst wird man dem deutschen Reichstage so wenig wie den Regierungen zu- muthen, die Frage nach solchen Gesichtspunkten zu entscheiden, man wird nicht, nachdem Berlin zehn Jahre hindurch der Sitz von Bunde-rath und Reich-tag wie zahlloser Reichsbehörden ge wesen und geworden, landschaftliche Sympathien oder Antipathien in- Feld führen. — Die sach lichen Gründe, welche für Berlin sprechen, find in den obigen Erläuterungen kurz «nd schlagend (?) zusammengesteüt. Ihnen hat Leipzig Nicht- ent- gegenzufleUen, alS die Thatsache, daß augenblick lich dort da- Oberhandelsgericht — in sehr un genügenden Räumen uutergebracht ist und irgend welche Mittelstadt nur da- unsere- Erachten- inhaltlose (?) Seblagwort, daß die Unabhängigkeit de- höchsten Gericht-Hose- dvrch die größere »der geringere Nähe de- Hofe- und der Regierung ge fährdet oder gerettet werde. Wenn lediglich diese sachlichen Momente gegen eruauder abgewogen wer den, sind wir über oie Entscheidung de- BundeS- rath- und de- Reich-tag- unbedenklich. Wir hoffen, daß auch die Stadt, die neben Bnlin bi- jetzt im Vordergrund der DiScufsion bezüglich d«S Sitze- de- Retch-gerichte- stand, sich diesen sach lichen Gründen ohne allzu große Bitterkeit unter werfen wnd." Wir können die Gründe, die hier für Berlin in- Feld geführt werden, durchaus nicht so „schlagend" finden. Wir hören übrigen- heute von wohlunterrichteter Sette, daß die Angelegen heit keineswegs so ungüustia für Leipzig liegt, al- eS auf den ersten Blick nach dem Ve- kanntwerden de- Gesetzentwürfe- und nach den Auslastungen preußischer Blätter scheinen mochte. Daß der Iuflizminister Leonhardt, von dem der Entwurf herrührt, und die preußischen Iuristen- kreise, die dem Obertribunal nahe stehen, für die Wahl Berlin- eintreten, kann nicht Wunder nehmen; die Entscheidung wird aber beim Reich-tage liegen, in welchem (ganz ab gesehen von der nicht eben willkommenen BundeS- genoffenschaft de- CentrnmS) hervorragende Mitglieder der nationalliberalen Partei für Leipzig in die Schranken treten werden. ES wird dabei, wie schon LaSker in der letzten Reich-tag-session andeutete, al- selbstverständlich vorausgesetzt, daß Sachsen sein OberappeüationSgericht in Dre-den anfqebe. Die sächsische Regierung hnt sich Über diesen Punct noch nicht schlüssig gemacht; doch glaubt man mit Bestimmtheit annehmen zu können, daß sie die Erhebung Leipzig- zum Sitze de- Reich-gerichtS aufrichtig wünscht und daher nach der erwähnten Richtung hin keine Schwierigkeiten macheu wird. Wenn Da- der Kall ist, so verdient die Regierung in diefer Auge» legen heit «ffer» »ärmste Ermunterung »nd Unter stützung. Die Presse wird sich nach Kräften dies« Pflicht entledigen. Wir selbst kommen wohl »och öfter auf die Krage zurück, und wollen für heute nur noch «iNhenen, daß in diesen Tagen eine Petition de- RatheS und der Stadt verordneten der Stadt Leipzig an da- sächsische Ministerium abgehen wird, in welcher dasselbe ersucht weroen soll, im BundeS rathe einen Gegenantrag auf die Wahl LeipzigS einzubringen und sich eifrig für denselben zu ver wenden. Jedenfalls werden wir gut thun, den Erfolg dieser Schritte und die Haltung de- ReichStage- abzuwarten, ehe wir alle Hoffnung ausgcden. Tagesgeschichtliche Aebrrfichl. Leipzig, 5. Februar. Die „Gegenwart" veröffentlicht einen beachten--- werthen Artikel, in welchem eine Darstellung de- deutsch-französichen Federkriege- unter besonderer Bezugnahme auf den jüngsten Zei- tung-feldzug gegeben wird. Der ungenannte Brr- fasier, der eine genaue Kenntniß der französischen Preßverhältnifle verräth, kommt nach eingehender Erörterung der jenfeitS der Bogesen betriebenen Verdächtigungen zu dem Schluß, daß, wenn den französischen Zeitungen da- Waffengeklirr, über da- sie klagen, wirklich unangenehm ist, eS nur bei ihnen liegt, dasselbe in Zukunft nicht wieder zu vernehmen. Wenn sie aufhören, Deutschland zu verdächtigen, so wird mau hier keine Ursache mehr haben, sich über sie zu beklagen. Aber wenn sie forlfahren, bei jeder Gelegenheit die Sturm- glocke zu läuten, al- wolle Deutschland die Welt m Brand setzen, so dürfen sie sich nicht wundern, wenn eS Lärm und Aufregung giebt. — Man kann dem Verfasser gewiß nur beistimmen. An dem ganzen Federkriege ist der Umstand interessant, daß man seit einiger Zeit jenfeitS de- Rhein- die Behauptung aufstellt, ^r ganze Streit sei durch die veulicbe Presse erregt worden. Kür den deutschen Zeitung-leser bedarf e- de- Nachweise- nicht, daß die Sache umgekehrt liegt. In Sachen der BiSmarck-Beleidigungen scheint die Staatsanwaltschaft endlich die wirklich« Quelle erfahren zu habe«, au- welcher alle diese Gehässigkeiten entsprungen sind. Der in Bern weilende Heinrich Joachim Gehlsen hat dem StaatSanwalt Teffendors von dort au- Mitthei lungen gemacht, worin er zwei Großgrundbesitzer bezeichnet?, denen gegenüber Herr von Diest- Daber solche Erklärungen gegeben, die mit denen übereinstimmen, welche der vr. Rudolf Meyer in seinem Proceffe Uber die BiSmarck - Gerüchte bereit- ausgesprochen hat. — Man hört ferner, daß eme Anklage gegen von Diest-Daber bevor stehl, und dürste d,e- die erste Folge de- Procrffeß wider den vr. Rudolf Meyer sein. Da- Obertribunal hat nunmehr in dem Ar- nim'schen Lande-verrath-proceß die Be schwerde des RechtSanwaltS Munckel gegen die Zurückweisung de- Recht-mittel- der Nichtigkeits beschwerde al- unbegründet verworfen und dabei den Recht-grundsatz angenommen, daß gegen ein Contumaeial-Urtheil, gleichgültig ob dasselbe von einem Schwurgerichte oder von de« Staat-ge- richt-hofe gefällt ist, dem Angeklagten kein Rechts mittel zusteht. Die Verurteilung de- Gras-u Arni« hat somit die Rechtskraft beschritten uud »ird erst bei dessen eventueller persönlicher Ge stellung wieder aufgehoben. In dem Gehlsen-Aruim'schen Proceß soll, ww man hört, trotz de- «uthmaßlich eintretenden Contumacial-Bersahren-, der Beweis für die Be schuldigung erhoben werden, daß Gras Hermann von Arnim Verfasser verschiedener Artikel der „Reich-glocke" sei. Wie mau an- Fnlda schreibt, circultrt unter den Bischöfen resp. Domkapiteln der prenßischen Diöcesen, sowie der BiStbümer Mainz. Freiburg und Olmvtz ein päpstlicher Erlaß, welcher die Milderung de- passiven Widerstands gegen einzelne maigesetzliche vestimmungeu über die kirchliche Disnplinargewalt, sowie über die Vor nahme von Amt-Hanvlunsen in verwaisten Kirch spielen behandelt. E- soll hier „im Interesse der Kirche" eine gewisse, „da- Princip nicht verletzende" Nachgiebigkeit an Stelle des starren Widerstande- treten. (Ällmälig lenkt man über zum ^possawus-.) Die an der Börse in Pari» verbreiteten Ge rüchte von dem Tode de-Papste- werde« von der „Agenzia Stefani" al- unbegründet bezeichnet. Noch am 3. d. habe der Papst die Oberen religiöser Orden zur Kerzenweihe empfangen. Da- nunmehr bekannt werdende Rundschrei ben de- Fürsten Gortfchakoff erinnert zu nächst daran, daß die Uebereinstimmung der Groß mächte aus Anregung der russischen Regierung lei dem Beginn der orientalischen KrisiS erzielt wor den sei. Sodann wird au-geführt, daß diese Ucbereiustimmung durch die Zurückweisung de- verliner Memorandum gestört, bald aber wieder ans der vou England »orgeschlagenän Grundlage wiederhergestellt worden sei, und endlich dazu ge führt habe, daß die Mächte einstimmig ihre For derungen auf der Couserenz in Konstantinopel der Pforte vorlegten, welche dieselben alsdann ab gelehnt habe. Die kaiserliche Regierung glaube, daß Europa durch diese vereinigte diplomatische Aktion bewiesen habe, daß eS lebhaft die Er haltung de- Frieden- im Orient wünsche uud daß Europa es al- seine Pflicht und fein Recht er kenne, dazu im Namen der allgemeinen Interessen mitzuwirkeu. Die kaiserliche Regierung habe da her, bevor sie einen Entschluß in dieser Auaeleger heit gefaßt hätte, geleitet von dem Wunsche, auch in dieser neuen Phase der orientalischen Frage die Uebereinstimmung der europäischen Mächte auf recht zu erhalten, ihre Vertreter bei den . fünf Mächten, welche den Pariser Vertrag unter zeichnet haben, beauftragt, sich darüber Gewißheit zu verschaffen, waS die Regierungen, bei denen sie beglaubigt find, gegenüber der Abweisung, welche die einstimmigen Wünsche Europa- bei d« Pforte erfahren haben, nunmehr zu thun gedenken DaS Rundschreiben wird vom russischen „Re- gierung-anzeiger" veröffentlicht, trägt da- Datum vom 19 /31. Januar und ist an die Vertreter Rußland- in Berlin, Wien, Pari-, London und Rom gerichtet. Die serbisch-türkischen Friedeußver- Handlungen haben bi- zur Stunde keinen Fortschritt gemacht, da die Pforte die Garantien, die sie verlangt, noch nicht bestimmt hat. Obwohl demnach auch die serbische Regierung die genauen Detail- derfelben noch nicht kennt, sträuot mau sich in Belgrad mit aller Heftigkeit gegen eine Garantiesorverung überhaupt und, wie mau hört, bat sich Ristics sogar veranlaßt gesehen, die Unterstützung der Mächte auzurusen, um die Pforte zur Zurücknahme diefer Forderung, die er als «ue Beschämung und Demüthigano SerbienS erkärt, zu bewegen. ES scheint jedoch, daß die Mächte eS vorziehen, die serbisch-türkischen Ber- Handlungen nicht zu beeinflussen, zumal nicht in diesem Armenblicke, wo eine einseitige Einmischung leicht zu Recriminationen von der andern Seite führen könnte. WaS Montenegro betrifft, so hat e- die Frieden-unterhandlungen gleich vom Anfänge an mit einem kräftigen Striche durch kreuzt. Fürst Nikita beansprucht nämlich nicht Mehr uud nicht Weniger alS den zwischen österreichische- Gebiet eingekeilten Landstrich der Suttorina, den selben Landstrich, der schon in der Konstanttnopeler Vorkonferenz den Gegenstand lebhafter Debatten bildete, die zu dem Schritte führten, daß die Suttortn« bei der Türkei zu verbleiben habe. E- ist dies vom österreichischen Gtandpnncte an- selbstverständlich, da nicht nur die Türkei, sondern auch Oesterreich Rechte an diesen Landstrich hat. Wie au- Bukarest gemeldet wird, steht die daselbst au-gebrochene Ministerkrifts in keinerlei Beziehung zur außwürtigr« Politik der Regierung. (?) Da- rumänische Amtsblatt veröffentlicht die Ernennung von 18 Stab-ossicieren zu Commandanten der t« Dorobautzu-rRe gimenter.