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0,scht1,1 ßßtzkch früh ÜV, Uhr. Ichnnnisgofir 23. »vr»<ßm»,» »er »e»«ert«, vormittag« 14-12 Uh,. -lachmittagS 4—8 Uhr vnnatune der sSr dir nächst' sotaeno« «nmmer bestimmt«, ^merale an Wochentage« bi-S 8 Uhr Aachmittags. an Lona- und Festtage« früh dis '/,9 Uhr. D, dea FUiate, flie Z,s.-7i»,aime: Ott« «1e»«. lluiversttSt-str. 22, H»aiS Lösche,LaHanuenstr.: 8.p nnr dtS '/.? Uhr. WpMer Anzeiger. OWN für Politik, Localgeschichte, Handels- und Geschäftsverkehr. «*fl«e14,-4O Ldo»»r«eat»rkt« »ierttlj. incl. Briugerlohn 5 Mk.. «irch die Post bezogen 6 Mk- Jede euizeliie Nimuncr 30 Pf. Belegexemplar IO Pf Gebühren für Extrabeilage ohne Postdcfördcrung 28 Mk. mit Pofibesbrderuug 4L Mk. Iichratr äIesp. Bourgeois. 20 Pt GrdHere christeil laut »nserrm Preirverzrichniß -Tabellarischer Satz nach höherem Tarif lttliawra »oler dem LtdarNonsürüo die Spaltzeile 40 Pf. Inserate sind stclS an d. Erprüktov zn senden. — Rabatt wird nicht gegeben Jahlung pr»o««»wvra»ch. oder durch Postvvrfchuh. M 31. Mittwoch den 3t. Januar 1877. 71. JahlgÜNg. Bekanntmachung. An unserer höhere» Bürgerschule für Mädche» ist zum l April d. I. eine mit 22L0 -ck JahreSgehalt dotirte Oberlehrerstelle zu besetzen. Akademisch gebildete Bewerber mit der Befähigung zur UnterrichtSertheilung i« Deutschen, Französischen und möglichst auch im Englischen wollen ihre Gesuchs unter Beifügung ihrer Zeugniste nnd eine- kurzen Lebcu-lause- spätestens bis zum 1. Mär, d. I. bei un- «»reichen Leipzig, den 29 Januar 1877 Der Rath der Stadt Leipzig. Dr Georgi. Wilisch, Res Bekanntmachung. Die Stelle eine- ftäptzigen HülfSgeiflltch»e« bei den vereinigten Parochien Leipzig-, mit welcher ein jährlicher Gehalt von 2400 verbunden ist. soll alSbald besetzt »erden Wir fordern geeignete Bewerber hierdurch auf, ihre diesbezüglichen Gesuche bi- zum 2V. F-br»»r diese- JahreS bei «n- einznre»chen Leipzig, den 29 Januar 1877. Der Rath der Stadt Leipzig. De. Georgi. Mesterschmidt Holzauction. Freitag den 2. Februar 1877 sollen von Vormittag- 9 Uhr an nn Forstreviere Burgan ln der Nähe des ForsthauseS und der Ehrenberger Wiesen, am kleinen Gerod«, ca. 2k Rmtr. eichene Rntzfeihette, sowie 239 Rmtr. eichene, 68 Rmtr. buchene. 37 Rmtr. rüsterne, 3 Rmtr. erlene, 13 Rmtr. linderte und S Rmtr aSpene Brrnnskhette unter den im Termine öffentlich auSgehangenen Bedingungen und der üblichen Anzahlung an den Meistbietenden verkauft werden. Znsa««eukn»ft: aus dem Mittelwaldschlage in Abth. la in der Nähe de- ForsthauseS Burga«. Leipzig, am 8. Januar 1877. DeS RathS Forstdepatatio». Bekanntmachung. Die von unS zur Submission ausgeschriebene Lieferung von Granitsteinen für die Waster- schieber nnd Posten des hitsigcn RöbrennetzeS ist vergeben und werden die unberücksichtigt gebliebenen Herren Submittenten biermit ihrer Offerten entbunden Leipzig, am 29 Januar 1877 Der Rath der Stadt Leipzig. I)r. Georgi. Wangemann. Holzauktion. Montag de» A. Februar ». sollen von Vormittags 9 Uhr an i« Forstreviere Eouuetvitz aus dem Mittelwaldschlage in Nbtb. 16 a und 17a ca. 1l Raummeter eichene Nutzscheite, sowie 331 Raummeter eichene, 23 Raummeter buchene, 16 Raummeter rüsterne, 38 Raummeter erlene und 4 Raummeter lindene Brrn>schette unter dcn ,m Termine an Ort und Stelle öffentlich auSgehangenen Bedingungen und der üblichen Anzahlung an den Meistbietenden verkauft werden. Zafam»e«k«»ft: aus dem Holzschlage im sogenannten Streitholze bei Connewitz, unweit der WasterleitungSanlage. Leipzig, am 24. Januar 1877. DeS RathS Forstdeputatto«. Nutzholz-Auction. Freitag den tt. Februar ». «. sollen von Vormittags 9 Uhr im Forstreviere Connewitz aus dem Mittelwaldschlage in Abth. 16rr und 17» ca. 81 eichene, 43 buchene, 1 eschener, 54 rüsterne, 19 ellerne nnd 3 lindene Ratz klötze, sowie 14 eschene und 7 ellerne Schirrhölzer unter den im Termine an Ort und Stelle öffentlich auSgehangenen Bedingungen und der üblichen Anzahlung an den Meistbietenden verkauft werden. Zusammenkunft: aus dem Holzschlage im sogenannten Streitholze bei Connewitz, unwert der WasterleitungSanlage. Leipzig am 24. Januar 1877. DeS RathS Forskdeputatto«. Leipzig. 30. Januar. Zum Thema „Die eine liberale Partei" schreist bre „Nat. Corresp.": Jetzt, nachdem der Wahlkamps vorüber, drängt sich die Frage auf, wie in Zuknnst da- Berhältniß der Parteien sich gestalten soll. Bi-ber war man gewohnt, von einer einzigen liberalen Partei zu sprechen; in der That wurde die Scheidung in nationalliberale vn'.sortschrlttliche Fraktion im Land: überwiegend «l- aus einer Meinungsverschiedenheit über die parlamentarische Taktik, nicht aber als auf eigentlich grundsätzlichen Verschiedenheiten beruhend ange sehen. Heute kann diese Anschauung nicht mehr aufrecht erhalten werden. Nickt als ob die na- tionalllberale Partei ihren Standpunkt veiändert hätte. Trotz aller Bewerbungen von gemäßigt konservativer und von ultramontaner Seile, trotz ihrcS grundsätzlichen Bestreben-, sich unl der Regierung über die Fragen der Gesetz gebung zu verständigen, ist sie eine libe rale Partei geblieben. Diejenigen Elemente der Fortschrittspartei aber, welche dem jüngsten Wahlkampfe die Signatur gegeben haben, sind nicht mehr die Vertreter eineS gesunden Libcra- liSmuS, sie geberde» sich al« die Vertbeidigrr der radicaltn Opposition und Negation. Auch bisher ist diese Richtung in der FortschritlSsraclien un serer Parlamente öfter zum Durchbruch gekommen: aber eS durste gehofft werden, daß sie sich in der praktischen Arbeit an den nationalen Aufgaben je länger je mehr abschwächen werde. Wesentlich auf dieser Voraussetzung beruhte daS freundschaftliche Verhältnis welche- die nationalliberale Partei zur Fortschrittspartei unterhielt Die Ereignisse der letzte« sechs Wochen haben diese Voraussetzung wider legt. Die Wortführer der Fortschrittspartei in den Wahlversammlungen wie in der Presse baben zwischen ihr und der uationalltberalen Partei «ne Kluft constatirt, weit tiefer und principieller, altz der Abstand ist, welcher die Nationalliberalen »o« de« Freiconservativen trennt. Bon der „einen liberalen Partei" im früheren Sinne kau«, zur Zeit wenigsten-, nicht mehr die Rede fei». Daß dieser Riß, der daS freisinnige Bürger- th«« Deutschland- zerspaltet und gegen sich selbst i» de« Kampf treibt, doppelt zu beklagen ist im Augenblicke de- AnschwellenS der Socialdemo kratie. wird allgemein empfunden; nicht minder die Nothwendigkeit, den Riß zu beseitigen. Aber darstber soll sich Niemand täuschen: ein Zu sammengehen zwischen nationalliberaler und Fortschrittspartei in der bisherigen Weise ist nur dann wieder möglich, Wern die letztere sich emancipirt von dem sie terrorisirenden Radika lismus, wenn sie sich klar und entschieden eine Operationölinie verzeichnet, welche erkennen läßt, daß sie Positive- zu schaffen, nicht in unfrucht barer OppositionSmacherei ihre Stärke zu suchen entschlossen ist. Zu unserer Freude ersehen wir au- einem der hervorragendsten Provinzialorgane fortschrittlicher Richtung. daß die- sonnenklare Gebot der Situation im Lande sebr wohl ver standen wird. Die „BreSlauer Zeitung" sagt offen heran-: „Damit diese Hoffnung" — auf da- danernde Wiederzusammengehen von natwnal- lrberaler und Fortschritt-Partei —. „von welcher die Zuknnst der liberalen Partei abhängt, sich erfülle, ist eS aber vor Allem nolhwendig, daß diese Partei ihr politische- Programm einer Durchsicht unterziehe, um alle diejenigen Punkte «nSznschelden, die lediglich theoretischer Recht Haberei zur Anknüpfung dienen, während sie für die praktische Tb8tigk»-t der liberalen Partei in unseren Parlamenten keinen Zielpunkt hergeben können, wenigsten- so lange nicht. alS sich nicht im neuen Reiche eine allseitige Anerkennung der neuen Grundlagen vollzogen hat. so daß kein Conflict zwischen der Mehrheit der Volksvertretung und der Regierung mehr im Stande ist, an der Fort dauer verfassungsmäßiger Zustände auch nur leise Zweifel auskommbn zu lasten " An welche Adr« sie diese Ermahnung zur AnSsihkiduna der , An- knüvfungSpuncle für theoretische Rechthaberei" allein grricktet sein kann, bedarf keincS Worte-. Und am Schlüsse dcS Artikel- heißt eS: „Es müßte geradezu ein Wunder stck ereignen, wenn nicht ein „Conflict" zwischen ReichSregie'ung und Reichstag, durch eine oppositionelle Mehrheit deS letztern Herausbeschmoren, dem Hereindruch der Reaktion gegen die Einheit und die Freiheit die Sckleußen öffnete. Die liberale Partei wird gut thun, die Augen aus eine solche Eventualität gerichtet zu balten; eS liegt darin eine Warnung vor der Ausstellung von hoch, tönenden Programmpuncten, die, wenn damit Ernst gemacht werden sollte, nur zu einer poli tischen Katastrophe führen können, welche leider nickt bloS unbesonnene Ratbgeber politisch ver nichten würde" Wir wollen nicht mit der „BreSlauer Ztg." darüber rechten, daß ihr diese Erkenntniß nickt schon vor N/, Monaten ge kommen; wir begnügen unS, die scharfe Ver- vrtbeilung de- ganzen Verhalten- der Fortschritts partei in der jüngsten Zeit mit Genugthunng zu registriren und können nur wünschen, daß die Anschauung, au- der sie hervorgegangen, inner halb der Partei die Oberhand gewmne. Die ton angebenden Führer und Blätter in Berlin sind davon freilich noch himmelweit entfernt. Ihr ganze- Sinnen und Trachten bewegt sich dermalen in dem einen Gedanken, ob ihre Fraktion in dem neuen Reichstage 32, oder ob sie 34 Sitze einnehmen wird. Daneben wird weidlich weiter geschimpft aus die Nationalliberalen, ja die „PolkSzeitung" ist zu der Erkenntniß gelangt, daß die Spaltung der liberalen Partei gerade im Hinblick aus die So- cialdtmokratie ein wahrer Degen sei. Man darf gespannt darauf sein, wie lange die zur Fort schrittspartei zählenden Liberalen im Lande sieb diese StaatSweiSheit noch gefallen lasten wollen. Wir unsererseits baben wenih Lust, jenen Pro pheten der Fortschrittspartei nachzuahmen, die seit Jahren auf den Zerfall der nationalliberalen Partei speculirt und damit nur da- Sprüchwort von den Wirkungen deS Hoffen- und HarrenS wahr gemacht haben, aber wir wiederholen eS — darüber kann kein Zweifel sein: ohne einen sehr tiefgreifenden inner« LäuterungSproceß der Fort schnttSpartei wird da- alte Berhältniß zu den Nationalliberalen, wird die „eine liberale Partei" nicht wiederhergestellt werden GS wurde schon früher erwähnt (schreibt die „Nordd. Allg. Ztg"), daß die socialistische Partei ohne Zweifel von allen die beträchtlichsten Summen aus die Wahlagitation verwendct: die mit der Hand arbeitenden Elasten haben zu diesem Zwecke bereit- früher */« Million bergeaeden, und zu den Stichwahlen dürsten ihnen leicht noch weitere 1(0,000 ^ck entlockt worden sein Die Wablauflage wird theilS durch freiwillige Beiträge, durch Tellersammlungen in den Vereinen und ähnliche Mittel, hauptsächlich aber durch d,e Erhebung von Eintrittsgeldern zu den Versamm lungen (gewöhnlich 10 Pf. pro Kops) erhoben. Nack der Versicherung der socialistischeu Organe läßt die Opferfreudigst ver Parteigenossen Nicht- zu wünschen übrig: in Esten z. B. brachte eine nicht außergewöhnlich zahlreich besuchte Partei versammlung in kurzer Zeit die Summe von 90 „ck auf Wenn man auch die straffe Organi sation der Socialdemokratie, die Rührigkeit der Agitatoren, die au« der Agitation ein Gew"be wa-ben und häufig keine andere Leben-- beschättigung Haien. in reichlichen Ansatz bringt, so bleibt dock noch immer die Höhe der dem Proletariat bloS zu den ReichStagSwahlen abge- preßten Summen eine auffallende Erscheinung. Freiwillige Beiträge Pflegen sonst nie bedeutende Summen zu erzielen: woher kommt cS, daß gerade in diesem Falle unter so erschwerenden Umständen das Gegentheil eingetrosfen ist? Man darf nur an die Streikkassen denken, die seit langer Zeit die Organisation geschaffen und die Wege geebnet hatten, und man erhält den Schlüssel zur Erklärung jener Erscheinung. Durch die Streikkassen sind unsere mit der Hand arbeitenden Elasten an Zahlungen für Parteizwecke und Parleunteresten gewöhnt: die Streikkassen haben ihnen auch dann und wann augenblickliche Vor theile, häufig Erfüllung ihrer Forderungen ge bracht, aus alle Fälle aber ihr Selbstgefühl und leider manche schlimmen Eigenschaften gefördert. Auf dieser Basis operirten die Agitatoren: den Arbeitern wurden nicht nur größere und ent schiedenere Vortheile, sondern vollständige Um wandlung ihre- Verhältnisse-, domrnirende Stellung und so fort in Aussicht gestellt, wenn cs gelänge, erhebliche Wahlsiege zu erkämpfen. So ließen sie sich bethören zum Frommen de- Herrn Fritzsche und so fort die schwersten Opfer zu bringen und zu zahlen. Lehrt sie die Erfah rung, daß ihre Vertreter im Re ch-tage, selbst wenn sie deren zwei Dutzend hineindräcbten, ihnen gar Nichts nützen, während gerade die Erfolge der Agitatoren ihre (ver Arbeiter) Interessen an allen Ecken und Enden aus da- Empfindlichste schädigen, kommen sie zu der Erkenntniß, daß sie nicht nur ver geblich, sondern zu ihrem eigenen Nachtheil gezablt haben, so wird die sociafistische Bewegung bei einiger Wachsamkeit und ernster Pflichterfüllung der maßgebenden Faktoren und Schichten deS Staates schneller fallen, als sie gestiegen ist. Vor Kurzem wurde angedeutet, daß die socialistischen Organe, abgesehen von einigen blödsinnigen Renommistereien, im Ganzen genom men bei den unleugbaren Erfolgen ihrer Partei einer relativen Mäßigung sich befleißigten Jetzt, wo da« Facit der Wahlen klar vor Augen liegt, wo eS sich nicht mehr bestreiten läßt, daß die Socialdemokratie zwar mit Erfolg ge wühlt und einen guten Theil der Masten be- tbört und in ihren Netzen gefangen hat, daß sie aber ihre Succeste bei den Wahlen einzig und allein der Indolen; und der Zwietracht der nichtsocialistischcn Parteien verdankt, jetzt bat jene- Lob keine Gültigkeit mehr: die puerilste Renommisterei und die strafbarste Unaufrichtigkeit gegen die Parteigenosten ist in den socialistischen Organen w eder im vollsten Schwange. Nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt soll» über die Ergebnisse der ReichStagSwahlen, über die Erfolge der Socialisten theilS in Furcht und Angst, theilS in SiegeSjubel sich befinden Solche Fanfaronaden sind nicht geeignet, die wirkliche Sach lage zu vertuschen: e- steht heute fester denn je, daß die Socialdemokratie augenblicklich noch nick>t stark genug ist. um staatsgefährlich zu sein, sie ist eS weniger sogar alS der Nltramontani-muS; sie erfüllt aber zusehends die Masten mit ihre» heillosen Gifte, und gerade auS Sorge für diese, für die urtbeil-losesten und schwächsten Schichten der Gesellschaft, inuß ihren Bestrebungen ans da- Nachdrücklickste cntgegenaetreten werden Daß dieser Standpunkt der allein berechtigte ist, zeigen auch wwder die Vorfälle in Elberfeld, die leicht einer Menge Verjährter thcuer zu stehen kommen dürsten: ,,e zeigen desgleichen ferner, welch« Be wandniß eS bei den Socialisten mit den Ver sicherungen der Friedfertigkeit, der Achtung vor dem Gesetz rc. hat: nicht minder eifrig alS die „Germania" betheuert auch der „Vorwärt-": „seine Parte« kenne nur den passiven Widerstand, ihr liege Nickt- ferner alS Gewaltlhätigkeit." Ja beiden Parteien entsprechen aber die Thaten de» Worten gleich wenig; wo immer die socialistischen Agitationen eS vermögen, ihre Getreuen zu Ge waltakten zu verleiten, tbun sie eS stetS, zum Glück aber gewöhnlich nicht mit der Schlauheit, durch welche die eigentlichen ActeurS der ulNa- montanen Propaganda dem strafenden Arm der Gerechtigkeit sich zu entzieben pflegen. Ueberblickt man daS Wablorama in seiner Ge- sammtheit, so erhellt, daß die constitutionclle StaatSform trotz der sorgfältigen Pflege, die ihr die Krone angedeihen läßt, in der Nation unerwartet schwierige Hinderniste zu bekämpfen hat. Wenn an- dieser Thatsacbe ängstliche Ge müther Besorgniste schöpfen wollten, so kann deren Berechtigung doch nur bedingungsweise zu gestanden werden; von Seiten de- Kaiser- und der BundeSsürsten droht dem Vaterlande wahrlich keine Beeinträchtigung seiner Freiheit, allcin Deutschland, da- in den Sattel gesetzt ist, muß dock auch selbst reiten. Seine gesunden Elemente müssen sich selber rühren «nd die Rettung vor der rotben und schwarzen Internationale nicht bloS dem Kaiser und seiner Regierung Überlasten; so gewiß diese Rettung im Nothsalle nicht auS- bleiben würde, so unwürdig ist eS einer großen Nation, immerfort nach mehr Freiheit zu schreien nnd dabei auf Steg und Weg z« bethätigen. daß man nicht einmal die vorhandene zn tragen und zn gebrauchen vermag Lagesgeschichtliche Aeberficht. Leipzig, 30 Januar. ES war ein denkwürdiger Augenblick in der Geschichte de- HohenrollernhauseS, alS am Sonn abend im Rittersaale de- königlichen Schlöffe- der Prinz Wilhelm, alS ältester Sohn de« Kronprinzen der dereirstige Träger der deutsckeu Kaiserkrone, mit Mantel und Sette de- Schwarzen Adlerorden- geschmückt wurde. Zum ersten Male vollzog an einem preußischen Prinzen König Wilhelm al- deutscher Kaiser die Ceremonie Unmittelbar zur Rechten de- Throne-, aus dem der Kaiser saß, stand der Kronprinz; die Kron prinzessin mit de« Prinzessinnen-Töchtern wohnte in der Nähe ihre- Gemahl- der Investitur bei Zar Rechten de- Kaiser- und de- Kronprinzen standen in ihren Orden-mänteln der Piinz Karl, Prinz Alexander. Prinz Friedrich Karl, Prinz August von Württemberg, Prinz Albrecbt ,c. Mit besonderer Tdeilnahme ruhlen Aller Blicke auf de« Prinzen Wilbelm, der von seinem Vater und dem Prinzen Albrecht al- seinen Patben in den Rittersaal geleitet wurde Beide schmückten ihn nach angelegtem Gelvbniß mit dem Mantel. Prinz Wi' 'm trce da»^ran den Th'vn heran, kniete ' ^ r-'vpll'rg