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«80 und Nubien auf. Dann an Ort und Stelle augekommen, sammelte er circa 10L00 Oka (21800 Pfd.) der Knollen, eine Arbeit, die mit großer Mühe und Gefahr verbunden war und al- anerkennungSwerther Beweis des unermüdlichen, beharrlichen StrebenS des Genannten hervorgehoben zu werden verdient. Diese reiche Ernte brachte er zum großen Theil nach Deutschland, besonders nach Trieft, Wien und Dresden. Herr vr. Hirzel zeigte nun zunächst eine getrocknete Blüthen- ähre der Nourtoak-Pflanze; dann ganze Knollen mit den daran befindlichen Ausläufern, ferner eine m Wasser aufgeweichte Knolle, die so aufgequollen erschien, wie wenn sie eben erst frisch auSge- araben worden wäre. Auch das Mehl, welche- letzt sehr sorg- mltig dargeftellt und im Kleinhandel in Packeten zu 6 Nar. per Packet zu erhalten ist, wurde vorgezeigt, ebenso ein Packet mit grob geschrotener Wurzel, die sich besonders anstatt Sago zu Suppen eignet. Ferner zeigte er einen Sack von Ziegenhaaren vor mit der Bemerkung, daß die Wurzeln in solche Sacke, zum Theil auch in schöne Angoraziegendecken und Teppiche von Ziegen haaren verpackt, tranSportirl werden. Zum Vergleiche wurde auch Ealepwurzel vorgelegt und neben dem dicken Schleim der Nourtoak- Wurzel auch Salepschleim, wobei hervorgehoben wurde, daß da- Nourtoakmehl schon mit kaltem Master, durch bloße- Anrühren damit, einen dicken Schleim bildet, während die Salepwurzel heiß mit Master behandelt werden muß, wenn ein Schleim daraus bereitet werden soll. DaS Nourtoak - Mehl ist ungefähr 50 Procent billiger als der Salep. Der Schleim ist sehr dick und wohlschmeckend und sehr geeignet als EinhüllungSmiitel für Medicamente, als leichtver dauliches Nahrungsmittel für ReconvaleScenten, schwächliche Indi viduen rc., und ist in dieser Hinsicht neuerdings von Prof. Richter und Medicinalrath Küchenmeister in Dresden sehr empfohlen worden. Auch zur Bereitung von Pastillen u. dgl. ist das Mehl vorzüglich geeignet. DaS Nourtoak-Mehl eignet sich nicht allein zur Zubereitung von Suppen mit Butter und Salz oder Gewürzen und Wein, sondern ist auch zugleich ein ganz ausgezeichnete- Klebmittel, zu welchem Behufs man das Mehl mit kaltem Master zu einem ganz dicken Schleime anrührt und diesen ohne Weitere- mittelst eines Pinsels auf die zu verklebenden Stellen aufträgt. Vorgelegte Proben lieferten den Beweis von der vorzüglichen Klebekraft dieses Stoffe-, der daher, richtig benutzt, für Hutmacher, Buchbinder, Cartonagen - Fabriken, Blumen - Fabriken, Tapezierer, auch für Druckereien, Damastwebereien und Papier-Fabriken sehr werthvoü werden kann. Man kann damit nicht allein Papier auf Papier oder Pappe, sondern auch Leder auf Leder, Etiquetten an Gläser, Felbel auf Hüte, Tapeten auf Holz und Mauern fest kleben. Auch zum Aufziehen der Photographien ist der Schleim empfohlen worden. Der CentnerpreiS für den Nourtoak stellt sich nur auf ungefähr 22—25 Thlr. und in Dresden ist derselbe besonders als Nahrungs mittel bereits vielfach in Ausnahme gekommen. Zur Zeit ist der Nouripak hauptsächlich von Herrn C. Iunghähnel, Droguist in Dresden (Annen- und Zwingerstraße), zu beziehen. Auch das Handlungshaus Gehe L Comp. in Dresden hat diesen Stoff in der neuesten Zeit mtt ausgenommen. — Herr Pros. Roßmäßler bemerkt hierzu: Bei der Bedeutung, welche, wie zu erwarten, diese Wurzel erlangen werde, erscheine es ihm nicht unwichtig darauf aufmerksam zu machen, daß auch in Spanien mehrere ASphodeluS-Arten in großer Menge Vorkommen; man finde namentlich in den öden Gegenden Andalusien- den ^spboclelus rawosus und üstulosus in großer Menge. Der von Herrn Vr. Hnzel vorgezeigte Blüthenschaft der syrischen Pflanze sei demjenigen des ^sxbockelus rawosus ähnlich und daher sei es nicht unwahrscheinlich, daß die Wurzel der spanischen Pflanze ähnliche Bestandtheile enthalten werde wie die der syrischen. Cr richte daher die Aufmerksamkeit derjenigen hiesigen HandlunaS- häuser, die mit Spanien in Handelsverbindung stehen, aus diesen Gegenstand und es wäre jedenfalls der Mühe werth, wenn Jemand au- Spanien einige Pfunde der getrockneten Wurzeln der genannten Pflanze als Probe kommen lasten würde. Sollte diese Wurzel wirklich dieselbe Beschaffenheit wie die syrische zeigen, so könnte man sie auch aus Spanien leicht in großen Quantitäten beziehen. Auf die Anfrage des Herrn Ke ferst ein, ob die Wurzel auch in Leipzig zu bekommen sei, erwiedert vr. Hirzel, daß wahr scheinlich die hiesigen Droguenhäuser bald davon beziehen und da durch der Nachfrage entgegenkommen werden. Als Antwort auf eine in voriger Sitzung gestellte Frage über die Prüfung der Bindekraft de-Leims macht Herr Heinze die Mittheilung, daß er einige hierauf bezügliche Versuche nach der von Lipowitz empfohlenen Methode ausgesührt habe. Zuerst macht er darauf aufmerksam, daß man Pflanzenleim und Thier leim unterscheide. Der erste gehöre jedoch zu den sogenannten Proteinstoffen oder eiweißartigen Körpern und komme hier nicht in Betracht. Der letztere finde sich im thierischen Organismus nicht fertig gebildet, sondern entstehe erst aus dem sogenannten leim- gebenden Gewebe durch Kochen mit Master oder Dampf. Vom thierischen Leim unterscheidet man Knochenleim oder Gelatine und Knorpelleim (au- Haut, Sehnen, Bändern und dergl.). Behandelt man Knochen mit GalzsLkre, so löst sich die Knocheuerde HrößtentheilS aus phosphorsaurem Kalk bestehend) auf und da- leimgebende Gewebe bleibt zurück. Legt man dagegen einen Knochen in- Feuer, so verbrennt da- leimgebende Gewebe und e- bleibt nur die Knochenasche zurück, die jedoch noch die Form de- ursprüng lichen Knochens besitzt. Der Sprecher zeigt solche gebrannte Knochen vor. Auf die Beschreibung der von Lipowitz empfohlenen PrüfungS- methode übergehend, erwähnt er, daß man nach derselben 5 Theile des zu prüfenden Leims nach dem Aufweichen in kaltem Master in so viel heißem Master auflösen soll, daß das Gewicht der ganzen Lösung 50 Theile betrage; dann läßt man die so bereitete Lösung bei 18o C. zwölf Stunden lang stehen, damit sie gelatinire. Die meisten Leimsorten gelatinire« bn diesem Gehalte ihrer Lösung und wenn dieß nicht geschieht, so kann hieraus auf ihren geringeren Gehalt, sowie auf ihre geringere Bindekraft geschlossen werde». Zur eigentlichen Ausführung der Probe gehört aber ein einfache- Instrument von Weißblech, welches Herr Heinze vorzeigte. Dieses wird auf die au- dem zu prüfendm Leim bereitete Lerm- lallerte gesetzt und so lange durch fortgesetzte- Auflegen kleiner Gewichtsstücke mehr und mehr beschwert, bis eS endlich dm Wider stand der Leimgallerte überwindet und in dieselbe einsinkt. Je größer nun der Zusammenhang der Leimgallerte und die diesem entsprechende Bindekraft de- Leime- ist, desto mehr Gewichte muß man auflegen, damit da- Instrument einstnkt. ES ist daher ein leuchtend, daß man au- der zum Einsinken nöthigen Beschwerung de- Instrumentes ein annähernde- Urtheil über da- gegenseitige Werthverhältniß verschiedener Leimsorlen erhält. Herr Heinze hat folgende Leimforten nach dieser Methode geprüft und nach stehende Resultate erhalten: Leimsorte. NöthigeS Gewicht. Preis per Centner. Reine thierffche Gallerte . . 12000 Gramme — Breslauer Leim 1740 - ... 27»/z Russischer Leim 1446 - ... 23»/, Kölner Leim 1215 - ... 22>/» - Mühlhausener Leim I. . . 727 - ... 15»/, - Nördlinger Leim 724 - ... 17»/, - Mühlhausener Leim II. . . 387,5 - ... 13»/» - Herr Heinze macht darauf aufmerksam, daß diese Ergebnisse in einem auffallend richtigen Verhältnisse zu den Preisen der ge nannten Leimsorten stehen. Auf. eine Anfrage de- Herrn Bücher, ob die in manchen Leimsorten vorkommenden erdigen Beimischungen da- Resultat dieser Prüfung nicht stören könnten, erwiedert Herr Heinze, daß er dies nicht bemerkt habe. So enthalte z. B. der russische Leim schwefelsaures Bleioxyd, welches sich jedoch während deS Gelatinire«- der Lösung zu Boden setze, daher durchaus keinen störenden Ein fluß ausübe. (Fortsthnng folgt.» Thaler. Verschiedenes. H Leipzig, 3. Februar. Gestern Abend »/,9 Uhr langte auf der Magdeburger Bahn das Arztpersonal und die Mannschaften des nunmehr aufgelösten sächsischen FeldhoSpitalS in Plön, be stehend aus 2 Aerzten, 2 Apothekern und 20 zum SanitätScorpS commandirt gewesenen Unteroffizieren und Soldaten, unter dem Commando des Hauptmann von Baumann, au- Holstein hier an und gingen heute Morgen 9 Uhr, bis aus einen Arzt und einen Soldaten, die hier verblieben, weiter nach Dresden. Mit Aus nahme zweier sächsischer Soldaten, die noch in dem preußischen MilitairhoSpitale in Plön krank darniederliegen, sind nunmehr sämmtliche Mannschaften unserer vormaligen mobilen Brigade in- Vaterland zurückgekehrt. — Den bereits gestern Abend hier angelangten Personale und Mannschaften de- nunmehr aufgelösten sächsischen FeldhoSpitalS in Plön in Holstein folgte heute Nachmittag »/»3 Uhr die FeldhoSpital- Colonne. Requisitenwagen, Apothekm rc. mittelst ExtrazugeS auf der Magdeburger Bahn. Die Colonne ging bereit- »/»3 Uhr weiter nach Dresden ab. — Einer hier angelangten Nachricht zu Folge ist am gestrigen Morgen in dem Dorfe Glaubitz bei Riesa die Schmiede abgebrannt. — Aus Schimmels Teiche hatte heute Nachmittag ein junger Mann, der daselbst Schlittschuh lief, da- Unglück hinzufallen und einen Fuß zu brechen; man brachte den Verletzten m einer Chaise nach seiner Wohnung auf der Zeitzer Straße. — Der Bayerische Personenzug, welcher Abend- »/»I I Uhr hier eintreffen soll, langte am gestrigen Abend erst »/»12 Uhr au. Wie wir hören, hat der Grund dieser Verzögerung darin gelegen, daß bei dem Chemnitzer Bahnzuge, an den sich der bayerische Zug in Gößnitz anschließt, kurz vor dieser Station am Tender etwa- schad haft geworden war. * Leipzig, 3. Febr. Nach einer Mittheiluug der Direktion de- Dienstmann-InstitutS Expreß ist da- Verbot de- ZutrittS rotber Dieustmannschaft zu dem Leipzig-Dresdner Bahnhof ohne alle Beschränkung zurückgenommen worden, so daß die Mann schaft sich wie früher auch vor der Ankunftshalle aufstellen darf. 0 «eud folge, Sach au d eine lafsm sprech auffi, sich 1 Üche meist« L wuth gekoa die i, samu vorko wahr die 9 2 Word aber Darr werdi mer der § schon Hunt bring außei empf Umst dem Führ und was und Hun' fielet meist dem abgel 2 Mä, Pers aufg um fcrip »atte kvo 15. 21. Wir Vag sein, wie übli. vor eben er i köm Auf, der tive nah« vor Ge( Kno thü, wäh al- vert Ale ein« ihm prü Ih, nich