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1848. Leipziger Tageblatt M» Anzeiger. 348. Mittwoch den 13. December. Mittheilunge» ^ I der Wahlliste in drei möglichst gleiche Theile (Wahlabthei- aus den Plenarverhandlungen der Stadtverord- I lungen) zu scheiden; neten vom 22. November a. e. ' 2) die Wahl jeder dieser drei Wahlabtheilungen für sich, in Nach Eröffnung der heutigen Sitzung sprach zuvörderst Herr! gesonderten Wahlhandlungen zu veranstalten, und da- Er- Vorsteher Werner den Herren Stadtverordneten Ohrtmann und I gebniß der Wahl einer jeden derselben drei Tage vor Abgabe Georg Wigand den Dank de- Collegiums dafür aus, daß dieselben I der Stimmzettel der nächsten Wahlabtheilung im Tagebtatte als Deputirte de- Letzter» zugleich mit den beiden vom Stadtrath! zu veröffentlichen und zwar deputirten Herren Stadträthen vr. Seebura und Nies nach Frank-1 3) ohne Beschränkung der Wählbarkeit aus eine besondere Wahl- furt a/M. gereist sind und die in Betreff der Erschießung Hrn. Robert I abtheilung. Blums an die Cmtralgewalt und die Nationalversammlung daselbst ge-! Herr Heinrich Brockhaus widerlegte indessen als Referent die richteten Adressen persönlich überreicht haben. Eben so gedachte I vom Herrn vr. Bertling erhobenen Bedenken. Er glaubte nicht derselbe mit einigen Worten des Eifers, der Hingebung und rühm-1 befürchten zu müssen, daß die Theilnahme der Bürgerschaft an lichen Ausdauer, Mit welcher der Stadtrath sowohl, als auch I den Wahlen durch das Ausfällen der Stimmzettel mit 60 Namen unsere Communalgarde in den jüngst vergangenen Tagen der Auf-1 werde beeinträchtigt werden und ebenso sei auch dem Zeitverluste regung die Ruhe und Ordnung in unserer Stadt aufrecht zu er-1 beim Auszä'klen der Stimmen durch Verwendung einer größer» halten bemüht gewesen sind, und es schloß sich das ganze Colle-1 Anzahl gewandter Gehilfen beim Controlliren zu begegnen. Im gium dieser Erklärung an. I Uebrigen vermöge er die Ansicht, daß die daraus hervorgehenden AufderTagesordnung stand das Gutachten derDeputationzum Lo-1 Wahlen der Ersatzmänner als Minoritätswahlen zu betrachten, calstatut über die Ausführung der diesjährigen Stadtverordnetenwabl. I nicht zu theilen. Nachdem durch Regierung und Stände bestimmt worden ist, I Die übrigen Redner, welche sich an der Diskussion betheilig- daß die Wahl der Stadtverordneten schon in diesem Jahre einelten, die Herren Stadtverordneten G. Wigand, vr. Brachmann, direkte sein und sich auf das ganze Collegium erstrecken soll, so I Adv. Cichorius, Wünning, Kramermeister Poppe und vr. Heine, hatte der Stadtrath vorgeschlagen, diese Wahl in der Weise I sprachen sich durchgängig im Sinne des Deputation-gutachtm- vorzunehmen, daß drei ideelle Wahlbezirke gebildet und von laus, welches, nachdem Herr vr. Bertling seinen obigen Antrag jedem Stimmberechtigten 32 Namen ausgezeichnet werden sollten. I zurückgezogen hatte, einstimmig angenommen wurde. Die Deputation, damit nicht einverstanden, glaubte vielmehr! Herr Stadtverordneter Adv. Klemm berichtete sodann im Na- an dem Prinzips der direkten Wahl möglichst festhalten zu I men der Deputation zum Localstatut über die vom Stadtrathe müssen, ob sie schon nicht verkannte, daß das Wahlgeschäft in I beschlossene Anstellung mehrerer neuer Beamten bei der Sparkasse, etwas erschwert und am Ende geringere Theilnahme finden werde,I Der Stadtrath hat nämlich in Folge eine- bereits früher von den wmn jeder Stimmberechtigte 96 Männer seines Vertrauens, näm-1 Stadtverordneten auf Vermehrung der Expedit!on-zeit bei der Spär lich 60 Stadtverordnete und 36 Ersatzmänner aufzeichnen solle. I kasse gestellten Antrags beschlossen: Dieselbe hatte deshalb den Vorschlag des Herrn Heinr. Brockhaus, I 1) daß bei der Sparkasse, anstatt bisher an zwei, von und mit daß jeder Stimmberechtigte sämmtliche 60 Stadtverordnete zu I Beginn des Jahre- 1849 an vier Tagen expedirt, wählen haben soll, während diejenigen 36, welche nach den Ge-1 um dieß zu ermöglichen aber wählten die meisten Stimmen haben, als Ersatzmänner in das! 2) für die Sparkasse ein besonderes Expeditionslocal im Waage- Collegium eintreten , zu dem ihrigen gemacht, und empfahl den-1 gebäude beschafft und selben in dem von Herrn Brockhaus bearbeiteten und vorgetragenen I 3) bei derselben Gutachten dem Collegium zur Annahme. Um bei Ausfüllung der I a) ein Vicebuch Halter mit jährlich 500 Thlr., Stimmzettel alles Unwesentliche auszuscheiden, erachtete die Depu-1 d) ein Vicekassirer mit jährlich 450 Thlr., tation die bloße Angabe der Nummer der Wahlliste und des Na-I e) ein Expedient mit jährlich 300 Thlr. neu anaestellt, jeder mms de- zu Wählenden für vollkommen ausreichend. I dieser Beamten aber zugleich mit für das Leihhaus ver- Nach Eröffnung der Debatte über diesen Gegenstand ergriff! wendet und demgemäß verpflichtet, Herr Stadtverordneter vr. Bertling zuerst das Wort und erklärte I demnächst sich zwar im Princip mit dem DeputationSvorschlage einverstanden, l 4) der erste Pfändverwahrer Herr Giesow unter Belastung selue- glaubte jedoch, denselben au- praktischen Gründen nicht für räch-1 dermaligen Gehaltes an den vier Expeditionstagen mit bei lich haltm zu können. I der Sparkasse verwendet, Denn abgesehen davon, daß bei der vorgeschlagenen jArt der! ferner Wahl die Betheiligung eine geringere sein werde, die ernannten I 5) dem Vicepfandverwahrer Herrn Hermsdorf auf Grund der Ersatzmänner gewissermaaßen nur durch Minoritätswahlen in das ihm durch die theilweise Verwendung seines College» (vergl. Collegium kämm und sonach eine Garantie dafür, daß dieselben I sub 4.) bei der Sparkasse zusallenden Geschäftsvermehrung auch da- Verträum der Mehrzahl der Wähler für sich hätten, I beim Leihhause zu seinem dermaligen Gehalte von 300 Thlrn. nicht geboten werde, so sei auch zu bedenken, daß da- Auszählen I eine jährliche Zulage von 50 Thlrn. von 1849 an gewährt, der Grimmen einen längeren Ausmthalt verursachen werde und bei! endlich aber alle dem dir Befürchtung nicht ausgeschlossen bleibe!, daß auch bei! 6) die oberste Leitung auch dieser getrennten Sparkassen-Expe- Emmnung der 60 Stadtverordneten MknoritÜtSwahlm zum Vor-1 dition nach wie vor dem Buchhalter Herm Härtel über schein kommen würden. Herr vr. Bertling brachte deshalb nach-1 tragen werde. folgendes Wahlverfahrm in Vorschlag: I Da durch die Vermehrung der EweditionSzelt bei der Spar- 1) Behufs der Wahl der Stadtverordneten und deren Ersah-! kasse einem längst gefühlten Bedürfnisse abzeholfm wird und die männer die stimmberechtigten Bürger in jeder der bestehenden I gedachten neuen Anstellungen bei der ohnedies sehr beträchtlichen drei Classen, nach Maaßgabe der fortlaufenden Nummer! Geschäft-Überhäufung des BeamtmpersonalS der Sparkasse und