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02-Abendausgabe Leipziger Tageblatt und Anzeiger : 14.08.1900
- Titel
- 02-Abendausgabe
- Erscheinungsdatum
- 1900-08-14
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id453042023-19000814025
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id453042023-1900081402
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-453042023-1900081402
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Leipziger Tageblatt und Anzeiger
-
Jahr
1900
-
Monat
1900-08
- Tag 1900-08-14
-
Monat
1900-08
-
Jahr
1900
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Abend-Ausgabe le I SOI, ! 4-/„ npngcr Tagcblal! Anzeiger Druck mrd Verlag vo» E. Polz i» Leipzig 94. Jahrgang. 4» DienStaß den 14. August 1900. 6«Iä 2050 Feuilleton zu 121 13700 4500 3575 l 0.01). » 0,01). jtie Morgen-AuSgabe erscheint nm '/,? Uhr, die Abend-AuSgabr Wochentags um b Uhr. von und ge- 7200 14250 5100 3800 550 1625 3400 800 2125 2600 trauensvoll blickten auch die Transvaalboeren zu ihrem bewährten Führer auf und schwuren, ihn nicht zu verlassen. Aber unter den die »1. »U 0,<U). 2050 775 150 2525 1450 18700 ikr-, ok vgrdotsol Tie Streitkräfte der Mächte. In der „Nordd. Allg. Ztg." lesen wir: Die Ernennung des Grafen Waldersee zum Ober Filialen: Alfred Hahn vorm. v. Klemm'» Lorttm. UutSrrsitätsstrabe 3 (Paulinum«, Laut» Lösche, -ochaotnachr. la, pari, und KöutgSplotz L. ^nnahmeschluß für Anreizen: Ab end-Ausgabe: Vormittags 10 Uhr. Margeu-AuSgabe: Nachmittag- 4Uhr. Bei deu Filialen und Annahmestellen je ei« halbe Stunde früher. Anzeigen sind stets an die Expedition zu richte«. Nedaction und Expedition: Johanni-gaffe 8. LieExpedition ist Wochentag- ununterbrochen geöffnet von früh 8 bis Abend» ? Uhr. Die ganze Nacht waren die Bveren beschäftigt, die Geischütze und die schwere Bagage zurückzubringen; die Engländer störten diese Arbeit nicht; sie waren durch die Gewaltmärsche der letzten Tage zu erschöpft, und namentlich die Kavallerie und reitende Artillerie des Generals French bedurfte dringend einiger Ruhe. Die langen Wagen-Züge der Bveren konnten ungehindert auf Bloemfontein ausweichen, während Genoral Cronje den Morgen abwarten wollte, um «ine neue Stellung an der großen Straße nach Bloemfontein zu nchmon. Aber unter den Boeren selbst herrschte Unzufriedenheit und Unlust, hier nochmals den Kampf mit den Engländern aufzunehmen. Viele von ihnen setzten den Rückzug auf eigene Faust fort, das heißt, sie sattelten ihre Pferde und flohen einfach davon. Als der Morgen anbrach, sah man ganze Schaaren fliehender Boeren, welche die Komman danten und Feldcornets vergeblich zurückzuhalten suchten. Eine allgemeine Panik hatte sich mit einem Male namentlich der Freistaat-Boeren bemächtigt, die nur um ihr Hab und Gut be sorgt waren und energisch den Rückzug auf Bloemfontein ver langten. Zähneknirschend fügte sich General Cronje und führte die noch beisammen gebliebene Truppenmacht auf der Straße am Modderriver entlang zurück. Während des Marsches jedoch ent fernten sich noch viele Freistaat-Boeren heimlich, so daß General Cronje kaum viertausend Mann zusammenbehalten konnte. Als man bei Klip Drift den Modderfluß überschreiten wollte, wurde die Nachhut von den Engländern angegriffen. General Cronje ließ sofort Halt machen und einige Hügel nordöstlich der Klip Drift besetzen, um den Rückzug der Bagage und des Haupt trupps zu decken. Die Engländer stürmten in ihrer mannhaften Art mit dem Bajonett« die Hügel, drei Mal wurden sie durch das furchtbar« Feuer der Boeren zurückgetrieben; endlich gelang eS ihnen, zwei Hügel zu erobern, beim dritten scheiterten jedoch alle Versuche, und die Boeren behaupteten ihre Stellung bis zum Einbrüche der Nacht. Inzwischen war cs aber General Cronje gelungen, mit der Hauptmacht bei Klip Drift den Modder zu überschreiten, eine kleine englische Abtheilung zurückzuwerfen und am südlichen Ufer des Flusses in verhältnißmäßig sicherer Stellung ein Biwack zu beziehen. Nur wenige Feuer wurden angezündet, um nicht der eng lischen Artillerie, welche jetzt di« Hügel nördlich des Flusses be seht hatte, einen Zielpunct zu bieten. Die Boeren ruhten, das Gewehr im Arm, bei ihren Pferden, die Bagagewagen waren in eine Art Wagenburg zusammengerückt, in deren Mitte die Frauen und auch einige Kinder höherer Boerenoffioiere ruhten. Auch die Gattin des Generals Cronje befand sich unter ihnen. Es herrschte eine gedrückte Stimmung, die General Cronje dadurch zu heben suchte, daß er im Lager umherging und die Boeren zu neuem Kampfesmuth zu entflammen strebte. Ver- Die Wirren in China. neuer Hoffnungsschimmer! Die gestern Abend berechtigter Besorgniß vermißten Nachrichten keitsgefühl, um scheinbar ungerechte Schläge und schlechte Behandlung zu ertragen. Vor Allem warne Ich vor Zersplitterung der Kräfte; dem Admiral Seymour würde es nicht so ergangen sein, wenn er nicht mit 2000 Mann gegen eine Millionenstadt vorgegangen und außerdem besser unterrichtet gewesen wäre, was um so bedauerlicher ist, als Seymour schon als Seecadett bei der Einnahme der Takuforts mitgekämpft hat und die Erfah rungen, die er vor 40 Jahren gemacht hat, auf seine jetzige Lage hätte übertragen müssen. Eins möchte Ich Ihnen noch ans Herz legen, Meine Herren. Wir können darin von den Engländern lernen, die hierin sehr praktisch sind und gerade in den letzten Monaten viele Truppentransporte gehabt haben. Machen Sie mit Ihren Leuten recht viele Laufspiele, damit sie nicht mit erschlafftem Körper nach dem guten Essen und der gelängen Bewegung plötzlich in die großen Anstrengungen hineinkommen. Im Verkehr mit Officieren anderer Nationen fallen selbstverständlich alle politischen Gefühle weg. Ob Eng länder oder Russe,Franzose oder Japaner, wir kämpfen Alle gegen denselben Feind zur Aufrechterhaltung der Civilisation; wir besonders für unsere Religion. Machen Sie dem deutschen Namen, der Flagge und Mir Ehre. Und nun, Meine Herren, glückliche Reise!" „Dies sind fast genau di« Worte Sr. Majestät", bemerkt der Briefschreiber. „Se. Majestät sprach mit scharfer Betonung und sehr bestimmt und doch wieder so kameradschaftlich und gnädig. Darauf gab er den Commandeuren und Hauptleuten die Hand und blieb nachher noch längere Zeit in unserem Kreise." Das hier entwickelte Programm des Kaisers (wir meinen damit die fett gedruckten Sätze. Red. des „L. T.") deckt sich durchaus mit dem bekannten Expose des Grafen v. Bülow an die deutschen Bundesregierungen, und wird Wie letzteres unein geschränkter Zustimmung begegnen. Wir wollen hoffen, daß durch die neuerlich hinzugetretenen Momente keine zu weit gehende Ueberschreitung dieser selbstgezogenen Grenzen herauf beschworen wird. Gold und Glut. Roman aus Südafrika von O. Elster. Nachdruck verbot«». Vierzehntes Capitel. Jacobsdaal war nur von einer kleineren Abtheilung besetzt, welche zum größeren Theil aus den Freistaat-Boeren der benach barten Bezirke bestand. Da das Stäbchen zum Oranje-Freistaat gehörte, hatten die Boeren in ihm groß« Vorräthe und Munition für das Belagerungscorps vor Kimberley aufgehäuft. Von dem Gipfel eines Hügels konnte Hans das Gefecht ganz übersehen. Die Boeren waren hinter Mauern und Bretter zäunen sehr Vortheilhaft aufgestellt; auch hatten sie die Häuser am Ausgang dos Ortes besetzt, sowie zu beiden Seiten der Straße Schützengräben auSgowovsen, so daß sie die Engländer mit einem wohlgezielten Gowehrfcuer empfangen konnten. Hans beobachtete dann auch, wie das F«uer der Boeren in die langen Linien der Engländer klaffende Lücken riß; dennoch blieben die Engländer in stetem Vorrücken, nicht einen Augenblick stockte die Linie, aus der nur einzelne Schüsse gegen die Stellung der Boeren fielen. Der deutsche Officier konnte nicht umhin, die brave Haltung der Engländer in diesem verderblichen Feuer der Maufer- Repetirgewebre zu bewundern. Großen Schaden richteten jedoch die englischen Granaten in der Stellung der Boeren an, die selbst kein Geschütz dem feind lichen Artilleriefeuer entgegenzusetzen hatten. Plötzlich verstummte >das englische Geschützfeuer; ein donnern des Hip—hip—Hurrah! schallte über das Feld und mit dem Bajonett warfen sich die Engländer — in «rster Linie di« City Imperial Volunteers auf die Stellung der Boeren, die den Gegner nrft einem rasenden Schnellfeuer empfingen. Doch di« Engländer drangen in die Verschanzungen «in und ein erbittertes Handgemenge «ntspqnn sich, in dem di« Engländer im Dortheil waren, da die Boeren keine Bajonetts besaßen. Langsam wurden die Boeren daher zurückzedrängt. Als aber die Briten auch von einer anderen Seide in den Ort drangen und den Boeren den Rückzug abzuschneiden drohten, artete der Rückzug dieser bald in eine wilde Flucht aus. Sie warfen sich auf ihre Pftrde und jagten einzeln oder in kleinen Trupps di« Straße nach Petrusberg und Bloemfontein zurück, verfolgt von dem Ar tilleriefeuer der Engländer, die somit völlig Herren von Jacobs daal geworden waren. Hans erkannte di« groß« Wichtigkeit dieses Verlustes, denn mit der Besetzung des Ortes war der Armee Cronje's die Haupt- Das China-Programm Les Kaisers. Bei den Angehörigen eines deutschen Officiers, der sich mit einem der Truppentransportdampfer auf dem Wege nach China befindet, ist ein Brief des Officiers eingegangen, der vom „B. L.-A." mitgetheilt wird. Der Schreiber schildert zuerst die Momente, die der Abfahrt des Schiffes vorausgehcn. Die Ba taillone defiliren an dem Kaiser vorbei. Er richtet eine An sprache an die Truppen, dann ergeht der Befehl: Die Herren Officiere ....! „Die Ansprache", so heißt es in dem Brief weiter, „die Se. Majestät nun an uns richtete, kennt Ihr nicht, und ich schreibe sie Euch daher, wie wir sie uns Alle genau gemerkt und dann gemeinsam zusammen gestellt haben." Der Kaiser sagte: „Sie gehen ernsten Sachen entgegen. Ganz gegen Meine Absicht haben sich die Verhältnisse in China bis aufs Aeußerste zugespitzt. Ich beabsichtigte vor vier Jahren der Welt durch Meine Zeichnung: „Völker Europas, wahrt Eure heiligsten Güter!", da sich die Worte zu leicht verwischen, einen Fingerzeig zu geben, aber Meine Warnungen blieben unbeachtet. Die Ver hältnisse, so wie sie liegen, haben ihren Grund in der gänzlichen Unterschätzung des Gegners. Hätten die Gesandten die Gährung im Volke geahnt und besser zu schätzen gewußt, so würden sie sich bei den Truppen ihrer Regierungen in Sicherheit gebracht haben. So haben wir diese Schmach erleiden müssen. Ruhen Sie nicht eher, als bis der Gegner, zu Boden ge schmettert, auf den Knien um Gnade fleht. Damit Sie, Meine Herren, wenn Sie von anderen fremd herrlichen Officieren gefragt werden, Bescheid wissen, will Ich Ihnen gleich Meine politischen Absichten sagen, nämlich: Unterdrückung des Aufstandes, exemplarische Bestrafung der Aufruhrer, Wiederherstellung des Statut gno ante, Einsetzung einer starken Regierung, die uns die nöthigen schriftlichen Garantien dafür bieten kann, daß solche Zu stände nicht wieder cintreten. Wer das sein wird, weiß Ich noch nicht; es heißt ja auch, die Kaiserin sei schon geflohen. Außerdem scheint neben dem Chinesenaufstand auch ein Mandschuaufstand ausgebrochen zu sein. Einer Aus- thcilung des weite« chincsischcn Reiches werde Ich mich auf SaS Entschiedenste widersetze»; daran ist nach Meiner Meinung vorläufig ganz und gar nicht zu denken, denn das würde noch zu vielen anderseitigcn Verwickelungen Anlaß geben. Der Chinese ist nun einmal an eine centrale Negierung gewöhnt. So ist es unter dem bisherigen Kaiser reich uns und unserem Handel am günstigsten. Was nun Ihren Feldzug anbelangt, so hüten Sie sich vor Allem vor Unterschätzung des Gegners. Der Chinese ist, wie Mir Hauptmann Mauve gesagt, ein braver Soldat, der auch am Schießen Freude hat, und in der Hand tüchtiger Führer ein nicht zu unterschätzender Gegner, mit den modernsten Waffen ausgerüstet und gut von europäischen Jnstructoren ausgebildet. Herr Major! Sie werden die Herren eingehend über das Wesen, über die Taktik und Fechtart der Chinesen instruiren. Bilden Sie sich stets ein, einen gleichwerthigen europäischen Gegner vor sich zu haben. Aber vergessen Sie auch seine Hinterlist nicht. Be handeln Sie ihn gut, denn er ist um die Finger zu wickeln; aber er hat ein viel zu ausgeprägtes Gerechtig- Freistcratboeren waren viele Kleinmüthige, von denen mancher Dunkelheit der Nacht benutzte, um das Heer zu verlassen. General Cronje bemerkte es wohl, vermochte es aber nicht hindern. Hans begleitete den General auf seinem Rundgang durch das Lager mit und rieth ihm, als er die Flucht der Freistaatboeren bemerkte, den Rückzug noch in der Nacht fortzusetzen, da die Engländer sonst leicht den Weg nach Bloemfontein abschneiden könnten. General Cronje jedoch schüttelte das Haupt. „Wir werden Vie Engländer schlagen," sagte er, „wenn sie es morgen wagen sollten, uns anzugreifen. Von Bloemfontein aus werden uns Berstärkungen entgegcngesandt, wir nehmen somit die Engländer zwischen zwei Feuer." „Werden die Verstärkungen rechtzeitig ointreffen, General?" „Ich denke ja — ich habe schon gestern Depeschenreiter nach Bloemfontein geschickt. Und nun lassen Sie uns einige Stunden schlafen, morgen giebt's einen heißen Tag." — Noch vor Tagesanbruch brach man auf. Unter fortwähren den Scharmützeln der Nachhut mit «den Engländern wurde der Marsch südlich des Modderflusses fortgesetzt, um bei Koodons- randdrift die Straße nach Bloemfontein zu erreichen. HanS wurde mit einigen Reitern zur Recognoscirung vorausgeschickt. Als er in die Nähe von Koodonsranddrift kam, sah er die Eng länder den Fluß überschreiten — General Cronje kam zu spät, die Hochländer-Brigade des Generals Macdonald hatte durch einen Nachtmarsch die Uebergangsstelle eher erreicht und legte sich jetzt dem Weitermarsch der Boeren entgegen. Hans jagte zurück und meldete die Ankunft der Engländer in Koodonsranddrift. „So müssen wir sie von dort vertreiben," sagte Cronje mit düsterer Energie. Dann befahl er einem Commandanten mit tausend Mann, die Hochländer anzugreifen und über den Fluß zurückzuwerfen. Ein heftiges Gefecht entspann sich; aber dieses Mal fruchtete die Tapferkeit der Boeren nichts, die Schotten lagen gedeckt an den Ufern des Flusses, ihre Geschütze beherrschten das ganze Übersichtliche Terrain; den Boeren, welche bislang stets in der Defensive gefochten hatten, fohlte der rechte Offensivgeist, und als dann Verstärkungen bei den Engländern orntrafen, gingen dies« zum Angriff über und warfen die Boeren zurück. General Cronje hatte inzwischen mit seiner Hauptmacht eins feste Stellung zu beiden Seiten des Flusses eingenommen, dk er durch Schanzen und Schützengräben verstärken ließ. „Hier werde ich die Engländer erwart««, mögen sie sich di« Köpfe an unseren Schanzen einrennen," sagte er mit finsterer Extra-Beilagen (gefalzt), nur mit der Morgen-Ausgabe, ohne Postbrfördernag 60.—, mit Postbesörderung ^l 70.—. Rückzugsstraße nach Bloemfontein abgeschnitten und die Stellung bei Magersfontein in der linken Flanke umgangen. Da die eng lische ^Cavallerie und reitende Artillerie bereits von Osten und Norden her di« Stellung angriff und das Lager vor Kimberley unter wirksamem Granatfeuer hielt, die englischen Infanterie kolonnen sich ebenfalls schon östlich Magcrsfontems zeigten, so war dit Fortsetzung der Belagerung Kimberleys unmöglich, ja es war sogar fraglich, ob General Cronje sich der drohenden Um zingelung durch die Engländer noch entziehen konnte. Rasches Handeln that vor Allem noth, und Hans jagte zum General Cronje zurück, den er von einer Anzahl Commandanten und Feldcornets umgeben fand, während auf den ostwärts ge legenen Hüg«ln noch das Gcwehrfcuer knatterte und der Donner der englischen Geschütze dröhnte. „Jacobsdaal ist von den Engländern besetzt, 'General", meldete Hans. „Die Burghers sind nach Petrusberg zu entflohen." General Cronje stieß einen ärgerlichen Fluch aus. »Ihr seht, General", sagte ein Commandant, „daß unsere Lage hier unhaltbar geworden ist. Wir müssen noch heute das Lager vor Kimberley abbrechen und über Olifant-Fontein nach Bloemfontein uns zurückziehen." „Ich kann mich noch nicht entschließen", sprach der General dumpf. „Es muß noch einen anderen Ausweg geben. Wir nehmen eine neue Stellung bei den Paardcbergen und legen uns so dem englischen Vormarsch entgegen." „Die englische Kavallerie und reitende Artillerie ist schon jenseits «der Paardeberge, General, wir würden also zwischen zwei Feuer gerathen." „Die englische Cavallerie muß zuvückgetrieben werden!" „Unmöglich — sie befindet sich schon mit einem Theil in Kimberley. Und dann, General, meine Freistaatsburghers meinen, daß es besser sei, das eigene Land zu schützen, als sich hier nutzlos aufzuopfern." „Mit anderen Worten, Commandant, die Freistaatsbuvghers wollen nicht mehr kämpfen?" „Wenigstens nicht hier, General." Neue Meldungen von dem Vordringen der Engländer liefen ein, und General Cronje vermochte sich jetzt selbst nicht mehr der Ansicht zu verschließen, daß nUr ein schleuniger Rückzug auf Bloemfontein fein Korps vor gänzlicher Vernichtung retten konnte. Er 'befahl die Aufhebung der Belagerung Kimberleys und di« RUckschaffung >der Geschütze und Bagag« noch während der Nacht. Er selbst mit seinem etwa 5—6000 Mann starken Corps wollte die Fortschaffung des Belag«rungstrains gegen die nachdrängenden Engländer decken. Di« rasch hereinbrechende Nacht machte dem Gefecht an der Front ein End«; das Artilleri«fcuer schlief ein, und auch das Gewehrfeuer flackert« nur hier und da noch einmal leb hafter ans. - ÄnüsMtt -es Königlichen Land- und Amtsgerichtes Leipzig, des Nathes und Nolizei-Ämtes -er Lta-t Leipzig. rl»- (1178) i- »rLpor«, (12^ 1», „UllUSLNL' es" (11,8) von (12,8) uuä „krstori»' In Srswsll. io lsiodorir (II 8> » llsiorick-. w -u (12/8, b vdr < ()»t»,i»u! voll on) 8ct>osv' >2,8) ,k»x«rll". u i Dover (12I BezttgS-PrefV der Hauptexpedition oder den im Gtubt» sezirk und den Vororten errichteten AuS- «abestrllrn abgeholt: vierteljährlich^ 4^0, -ei zweimaliger täglicher Zustellung in» Haus 5.50. Durch die Post bezogen für Deutschland und Oesterreich: vierteljährlich >tl 6.—. Directe tägliche Kreuzbandiendung in» Ausland: monatlich 7.50. Kriek 7800 80 4600 3625 17500 37L0 3025 2100 10250 17700 8400 12300 7300 14,50 5175 2800 3850 6L5 1675 3475 850 2200 2700 3450 15300 1325 2)25 1675 825 175 2575 1500 140 18800 1170 3800 1275 1380" — j 400 — 350-' — 850 — 28!b — 11000 1200, 1250 Lt- Von LoU- Truppen biwackiren bei Aangtsuu. Der Gesundheitszustand ist ausgezeichnet. Lte „Rettungsabsichten" der chinesischen Regierung, welche bekanntlich verzweifelte Anstrengungen macht, die Ge sandten in Peking so bald wie möglich außerhalb der Stadtthore zu bringen, finden zu ihrem größten Aerger bei den Gesandten selbst nach wie vor nicht die Spur von Der- ständniß. So wird uns auS Petersburg unterm heutigen Datum telegraphirt: Der „Regierungsbote" veröffentlicht folgendes chiffrirte Telegramm des russischenGesaudten in Peking an den Verweser des Ministerium- deS Aus wärtigen, datirt vom 4. d. M.: Die chinesische Regierung wandle sich neuerdings an sämmtliche fremden Vertreter in Peking mit dem Ersuchen, den Tag und die Bedingungen unseres Ab gangS nach Tientsin zu bestimmen. Zugleich theilt daS Tsung li Jamen mit, die auswärtigen Re gierungen hätten nicht ein einziges Mal von den chinesischen Gesandten unsere Abreise von Peking unter Bedeckung verlangt. Wir erwiderten, daß wir von unseren Regierungen Instructionen verlangt hätten, ohne die wir unsern Posten nicht aufgeben könnten. Ich betrachte eS als meine Pflicht, mitzutheilen, daß eS für unsere Abreise unumgänglich ist, daß unS die auswärtigen ver bündeten Truppen in ausreichender Stärke zum Schutze der 800 Europäer, unter denen sich 200 Frauen und Kinder, sowie 50 Verwundete be finden, abholen. Im Allgemeinen erscheint die Reise nach Tientsin in der jetzigen Jahreszeit wegen deS Mangel- an Verkehrswegen gefährlich. Alle meine College» hier senden ihren Regierungen ähnliche Telegramme. — Ich bitte, den be treffenden Familien mitzutheilen, daß sich alle Mitglieder der kaiserlichen Mission und der russischen Colonie wohl befinden. Einem ähnlichen Mißgeschick begegnet, und mit Recht, da famose Friedensan gebot Lt-Hung-Tschang'S. In der Antwort der amerikanischen Regierung auf das chinesische Evict, durch welches Li zum Bevollmächtigten für die Leitung der Friedensunterhandlungen ernannt wird, heißt eS, daß von keinen allgemeinen Unterhand lungen zwischen den Mächten und China die Rede sein könne, solange die Gesandten und die anderen Ausländer in Peking sich in der jetzigen gefährlichen Lage befinden. Die Vereinigten Staaten seien jedoch bereit, ein Ueberein- kommen zwischen den Mächten und China zur Ein stellung der Feindseligkeiten herbeizuführen unter der Be dingung, daß eS einem aus genügenden Truppenmassen be stehenden Entsatzcorps gestattet werde, unbelästigt in Peking einzuzieben und die Gesandten und übrigen Aus länder nach Tientsin zu geleiten, und zwar müßten für diesen Marsch die Sicherheitsmaßregeln und Truppenauf stellungen angeordnet werden, welche den die Entsatztruppen commandirenden Generälen genügend erscheinen. DaS ist auch der Standpunct der übrigen betheiligten Regierungen und von diesem können und werden sie nicht abgehen. tbalsächlich gebrochen ist, daß sie auch noch weiter kampflos zurückweichen werden und nur Peking selbst zu halten ge denke», oder aber — und mit dieser Eventualität muß leider noch gerechnet werden — cs liegt im Plane, die Verbindungen des Expeditionscorps der Mächte mit seiner Operationsbasis Tientsin durch die schon wiederholt signalisirten, vom Süden heraufrückenden chinesischen CorpS abzuschneiden. Wir wiesen schon einmal auf diese Gefahr bin; sie wächst natürlich in dem Maße, in welchem die Entsatztruppen Peking sich nähern. Auch ist auf die Friedensliebe der Gouverneure der Südprovinzen durchaus nicht zu bauen und eS ist anzunehmen, daß von dort noch erhebliche Verstärkungen nach Peking ge worfen werden. Jetzt liegen auch ausführlichere Meldungen über die Ein nahme von Peitsang und Aangtsun vor. AuS Petersburg, 13. August, wird uns berichtet: Vom General-Leutnant Linewitsch sind dem Krieasministerium unter dem 8. und 9. d. MtS. nachstehende Meldungen vom Kriegsschauplatz zugegangen: Nach wechselseitigem Einvernehmen der Chefs der Expeditionstruppen haben wir am 5. August mit Tages anbruch unter meiner Leitung (ich war der älteste Officier) den Angriff auf die stark befestigten Stellungen der Chinesen bei Peitsang begonnen. Peitsang liegt 12 Werst von Tientsin auf dem Wege nach Peking. Die Position war durch eine ausgedehnte Ueberschwemmung noch mehr verstärkt worden. Die Chinesen waren etwa 25 000 Manu stark und standen unter dem Befehl des Vicckönigs Tschung-Tschu. Um 10 Uhr früh war bereits die linke Flanke der feindlichen Stellung und zwei Eisenbahnbrücken von den russischen Truppen genommen und besetzt worden. Gleichzeitig batten Japaner, Engländer und Amerikaner mit der dritten ostsibirischen Schützenbrigade des Generals Stössel die rechte feindliche Flanke umgangen und die Stadt Peitsang genommen. Die Chinesen zogen sich so schnell zurück, daß sie nicht einmal die Schiffsbrücke mehr zerstören konnten. Zur Verfolgung des flüchtigen Feindes wurde eine auS Russen, Japanern und Engjändern bestehende Colonne nachgesandt, die auS Infanterie, Cavallerie und Artillerie zusammengesetzt war. Auf russischer Seite waren 6 Mann gefallen, die Japaner verloren über 200 Mann, Engländer und Amerikaner je 20 Mann. Die Verluste der Chinesen waren bedeutend, außerdem verlorenste 13 Geschütze, von denen unsere Kosaken das eine nahmen. Die Kosaken nahmen auch das feindliche Lager. Am 6. August nahmen die Verbündeten um 4 Uhr früh die energische Offensive gegen Bangtsnn auf beiden Ufern deS Peiho auf. Nach einem Marsche 20 Werst bei 40 Grad Hitze wurden die Schanzwerke die Stadt Aangtsun selbst gestürmt und nommen. Unsere Vorhut griff unter dem Befehl des Obersten Modi die rechte Flanke der feindlichen Stellung an, bemächtigte sich nach dreistündigem Kampfe deS Platzes und besetzte die Eiscnbabnbrücke, die Bahnstation und 2 Schiffs brücken über den Peiho. Engländer, Japaner und Ameri kaner griffen den Feind gleichzeitig in der Front an. Ihre Verluste sind noch nicht bekannt. Auf unserer Seile wurden 16 Soldaten und 2 Officiere verwundet. Die Chinesen waren 20 000 Mann stark, ihre Verluste sind schwer. Unsere Anzetgen-Prel- die 6 gespaltene Petitzeile 20 Pfg. Reklamen unter demRedactionSstrich (»ge spalten) 50^, vor den Familiennachrichtea . (6 gespalten) 40^. Gröbere Schriften laut unserem Preis« verzrichniß. Tabellarischer und Ziffernjatz nach höherem Tarif. -L>. Ein noch unter über das weitere Vordringen der Verbündeten gegen Peking sind heute eingetroffen und werden überall mit Freude und Genugthuung begrüßt werden. Man berichtet unS: * Washington, 13. August. Eine Tcpesche des Generals tthaffee vom 10. S. M. besagt: Wir sind gestern in Hobsiwn an gekommen. Hohsiwn liegt aus dem halben Wege zwischen Tientsin und Peking. ES geht leider aus dem Telegramm nicht deutlich hervor, ob die Chinesen Widerstand geleistet haben, aber aus dem Ausdruck „angekommen" dürfte zu schließen sein, daß dies nicht der Fall gewesen ist, sonst würde der General Wohl telegraphirt haben: Wir haben Hobsiwu „genommen". Hier nach scheint cs, daß entweder der Kampfesmuth der Chinesen i«u 533,— 14S7 22,80 21, oouosu- veckllKLsu s UoUsr. «w. 562 läl. 288'!« 380 o. 540 Lol 128'!i ciü 711, -1». it«u. 82,30 llts 82,70 r.w 81,50 W.8 89,25 . IO 88.75 a. 8 80,80 mb. 57,— 2>ll. 103,10 ,l«M md. 65.— 87,50 16,31 ior. 110,40 .eik. 72,40 »ld. 14) ,60 >»t — iov 88.50 Uu 174,50 itd. 108,— L 132.25 :oo. 137.— 156,80 tllli — illk — k. 145,10 132,75 8«<t scb 136,— vdk. 103,— t.8. 44,50 156,50 ?«sb Itsr 101,25 Sk.1- 81,— 108.— ix« 143,50 bau 142,— ,-VV. 210.60 lllk. 180,— kt-r. 157,— öM. 181,— ,-L.. 143.25 Wik. 102.— rud. 343,50 Ultr 188 50 I-Ics 150,60 >x»p 145,50 ic-L.. 82,— m 72,— Iscd 152,— slkb. 171,— ri-L» 65,50 ic»U 202,25 '.-L. 111,80 205,- 84,25 mt« 83.-5 8 17 215,65 llkts j-re. airo. 84,45 do. 216,05 Msu Usiv —— 187,50 r 05,75 201,00 ou 340.50 reu 188,— 178,25 188,50 Mit 14/,— iretk. 118,50 107,60 w 103,—
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