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01-Frühausgabe Leipziger Tageblatt und Anzeiger : 13.03.1900
- Titel
- 01-Frühausgabe
- Erscheinungsdatum
- 1900-03-13
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id453042023-19000313012
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id453042023-1900031301
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-453042023-1900031301
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Leipziger Tageblatt und Anzeiger
-
Jahr
1900
-
Monat
1900-03
- Tag 1900-03-13
-
Monat
1900-03
-
Jahr
1900
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Morgen-Ausgabe MpMr, TagMM Anzeiger Druck und Verlag von E. Polz in Leipzig. Jahrgang, 1A Dienstag den 13. März 1900. 8. Sie tloue» Hone» außer Spiel zu setzen. Darin hat sie sich a!ber geirrt. Die au« Pretoria vom 10. d. M.: Die Eonsuln der fremden Re- Arbeiterverein« -es Landes haben bereits zum großen Theile I gerungen sind gestern zu einer Eonferenz eingrladen und ersucht F^lung^'t ^>-r Soomidemokm«- genommen, und es ist kaum morden, di. Intervention der Mächte, deren Vertreter sie zwerfekbaft, daß -er Linken 'durch -lese Schwenkung, besonders ,r . ... in n Kt-idten StEm.n ^l5>n.n s'"d, anzurufen, um dem weiteren Blutvergießen Einhalt zu thun. 25 8. LtO» Die Morgen-Ausgabe erscheint um '/,? Uhr, die Abend-Ausgabe Wochentags um ö Uhr. * London, 12. März. (Telegramm.) Die Blätter melden aus Durban, daß vier deutsche Ofsicierr, di» sich nach Pretoria begeben wollten, vorige Woche in Lourengo Marques von den portugiesischen Behörden angehalten und fr st genommen worden sind, nachdem Bewehr» und Munition in ihrem Bepäck ent deckt worden waren Extra-Beilagen (gefalzt), nur mit der Morgen-Ausgabe, ohne Postbefürderung 60.—, mit Postbeförderung 70.—. v 6. o 8. 5 8. - 8. - v 0 8. Filialen: Alfred Hahn vorm. v. Klemm'- Gorli«. Universitütsstraße 3 (Paulinum), Lont« Lösche, Katharinenstr. 14, pari, und König-Platz 7. kamen, wie jeder Boer, Pferd, Patronengurt und Mausergewehr gestellt und mußten sich erst im Felde als gemeiner Mann die Sporen verdienen. Das klingt nun Alles sehr „freiheitlich" und ideal. Aber militärisch praktisch ist es nicht. Gerade die fest gefügte militärische Hierarchie vom letzten Gefreiten aufwärts bis zu der monarchischen Spitze, oder in Republiken wenigstens bis zu dem mit Dictaturgewalt ausgerüsteten Generalissimus, ver bürgt die Durchführung großer Actionen. Im Einzelgefecht kommt es weniger auf das über allen Truppen schwebende Damoklesschwert eines herrischen Willens an. Hier bietet sich der Intelligenz der Kämpfer ein weiter Spiel raum. Besonders bei der zerstreuten Fechtwerse der modernen Zeit mit ihrer weittragenden Infanteriewaffe ist der einzelne Musketier weit mehr sein eigener Herr, als jemals in der Zeit des Salvenschicßens und des geschlossenen Parademarsches zum Sturmangriff. Aber neben der Freiheit im Kleinen darf der Zusammenhalt im Großen nicht fehlen. Sobald erst die Truppen selbst die Strategie bestimmen und sich nach Belieben die Führer aussuchen, die auf ihre Direktiven emgöhen, dann kann es wohl noch einen Buschkrieg geben, aber der große Zug der Initiative, das Zwingen des Schlachtengeschicks in selbstgewählte Bahnen, ist vorbei. Für die Boeren ist die Gelegenheit noch niemals so günstig gewesen, wie jetzt, durch einen großen Schlag das Kriegs glück an sich zu binden. Wenn sie jetzt die Kirchthurmsstrategie in Natal aufgeben, alle verfügbaren Kräfte aber concentriren, um bis zur rückwärtigen Etappenlini« des Gegners durchzustoßen und sie in geschicktem Zusammenwirken mit den Aufständischen völlig zu zerstören, während gleichzeitig Roberts energisch ungefaßt wird, dann sind die Briten im prooiantlosen Feindesland ver lachen und verkauft und bieten nach mehrtägigem Hungern für- ernen Gegner, der zu rechter Zeit blutige Opfer in größerem Um fange nicht fcheut, das zur Niederlage bestvorbereitete Angriffs object. Das ist aber nur möglich, wenn ein großer Wille ein greift. Wenn vor Mafeking und in den Biggarsbergen, in Doro- recht und Bloemfontein, bei Noroalspont und im Aufstandsgebiet jede kämpfende Gruppe ohne gemeinsamen Operationsplan für sich allein handelt, dann werden auch immer höchstens nur Theil- erfolge zu erreichen sein, im schlimmsten Fall aber Niederlagen hintereinander. Im Interesse der Boeren wäre daher zu wünschen, daß die Befürchtungen wegen eines Commandowechsels sich als irrig erweisen, und daß sie sich wieder auf die einheitlich geleitete und daher bis auf den Mangel an offensiv nachstoßender Kraft großartige Action der ersten Feldzugsmonate besinnen. (Wir geben diese an sich interessanten Mittheilungen, ohne zu der Frage, ob Joubert wirklich „abgesetzt" ist, wieder, um zu zeigen, wie und was man bei uns über Joubert und die Boeren denkt. D. Red d. „L. T".) Annahmeschluß für Anzeigen: Abend-Ausgabe: Vormittag« 10 Uhr. Morgen-Ausgabe: Nachmittag- 4Uhr. Lei den Filialen und Annahmestellen je ein« halbe Stunde früher. Anreisen sind stets an die Expedition zu richten. Re-action und Expedition: -o-anni-gaffe 8. Die Expedition ist Wochentag« ununterbrochen geöffnet von früh 8 bi- Abend- 7 Uhr. l. i). i. o. X» 8 — 8 — 8. ;o — v. — tr?6 — 8. — 8. 75 8. 15 8. 85 8. 50 8. 75 8. 50 8 — 6 — 6. 75 <7. 25 8 — 8. — 8. 75 8. SO tt. 7S 8. >. 0. t. I>. >. 0. i. 11. t. 0. Arrzeigen-PrelS die 6 gespaltene Petitzeile 20 Pfg. Reclamen unter dem Redactivnsstrich ^ge spalten) ÜO-H, vor Len Famitienuachrichtea (6gespalten) 40-H. Größere Schriften laut unserem Preis- verzeichniß. Tabellarischer und Ziffernsay nach höherem Tarif. i. o >. u i. 0. ros. IUL8S. Was ist mit Aonbertf Seit zwei Wochen fehlt in den Depeschen aus Südafrika Piet Joubert's Name. Jetzt heißt es, er sei nach Pretoria gegangen, wo er eine Unterredung mit Krüger haben werde. Ob er, sagt ein Londoner Telegramm, in Ungnade fiel oder Maßnahmen für den Fall einer Belagerung der Stadt vorbereiten soll, ist noch nicht klar gestellt. Der „Frkf. G.-A." schreibt unter dem Titel „C ommando- wechsel?" zur Sache: Piet Joubert's Name. Als früher einmal, Anfang December, der Generalcommandant zeitweilig von der Front verschwunden war, da hieß es, er sei getödtet worden; das Gerücht erwies sich aber bald als falsch — Joubert war nur krank und hatte sich zu seiner Erholung in das hochgelegene Volksrust an der Trans- vaalgrenze begeben. Während seiner Abwesenheit vertrat ihn Schalk Burger, und dessen Unterführer Louis Botha erfocht am 15. December den Sieg von Colenso, der so imponirend war, daß der deutsche Major Freiherr von Reitzenstein, der dazu au»- ersehen zu sein scheint, unserer Heeresverwaltung als inofficieller AttachS bei den Boeren zu dienen, vor Erstaunen die Hände zu sammengeschlagen haben soll. Jetzt ist derselbe Botha, der noch kürzlich einen Versuch zum Entsätze Cronje'S gemacht hat, falls ihn die englischen Torrespondenten nicht mit feinem Namens vetter Hans Botha verwechseln, Obcrcommandirender der Natal armee geworden. In der Liste der ihm Nachgeordneten Befehls haber wird David Joubert genannt; aber von 'deS alten General- commandanten Piet Joubert Verwendung schweigt Alle-. Die nach europäischen Begriffen naturgemäße Annahme, der wir auch gestern Ausdruck gegeben haben, wäre nun di«, daß Louis Botha nur einen in Natal zurückbleibendrn kleinen Theil der Truppen befehligt, während „slim Piet" mit der Hauptmacht anderswo steht. Aber man könnte in dieser Ansicht doch fast wankend werden, und es machen sich heute schon schwerste Bedenken geltend. Die Befürchtung regt sich in uns, daß die Boeren als konsequente Republikaner einen allgemeinen Führerwechsel vor genommen haben könnten, nachdem sie die ersten Schlappen er litten. Ein Umstand deutet besonders darauf hin. In der Zahl der Untergebenen Botha'S wird auch Schalk Burger genannt. Das ist aber der frühere „Assistent-General" der Boeren, der im Range dem „Comandant-General" Joubert zunächst stand. DaS wäre also eine directe Umkehrung des Vorgesetztenverhält nisses. In einer europäischen Armee ist dergleichen nicht denk bar. Man müßte schon auf die Zeiten Napoleons I. zurück greifen, um auch nur schwache Analogien dazu zu finden. Bei der Militärverfassung der Boeren ist so etwas aber möglich. Ihre Führer wählen sich die Boeren selbst. Auch der Generalissi mus ist, ebenso wie der Präsident, ein gewählter Beamter. Die mit den Transvaalern fechtenden fremden Militärs unterstanden demselben Brauch. Der junge Graf Zeppelin, der bei Elands- laagte nachher fiel, war von der deutschen Freischwadron zum Chef gewählt, nicht von der Regierung dazu ernannt. Die über Delagoabai in Pretoria eintreffenden fremden Osficrere erhielten auch nicht «twa gleich ein Commando, fall» nicht besondere artilleristische Kenntnisse sie dazu qualifictrten, in der einzigen aktiven Truppe der Boeren, der Staatsartillerie, al« besoldeter Batteriechef »der Zugführer Derwendung ,u finden. Ti» be» s. KL 141,-8 i. l>. l. i). ! o. - 6 0 8 0 8. - 6 0 8. - 8. 0 8. > 8. ' 8 ' 8. > 8 1 8 > 8. > 8. > 8. 1 0 ) 8 - <4 ) 8. 8 - 8. - 8. - 8. ) 8. 8 LLi-.N-icvu v 8 l.0. t. l) I. o. i. 0. i. 8. «. 0. t 8. >. 8. w.Lp.60 0i.0l>48 i 8. >. 8. !. 8 ÄmtsAatt -es Königlichen Land- «nd Amtsgerichtes Leipzig, -es Rnthes «nd Nolizei-Ärntes -er Lta-t Leipzig. Die Neuwahlen und die Parteien in Norwegen. Noch müssen einige Monate vergehen, ehe die Neuwahlen zum norwegischen Storthing stattfinden; aber schon beherrschen Vie Wahlfragen die gesummte norwegische Politik und der Auf marsch der Parteien ist in vollem Gange. Die Sdorthings- ivckhlen des Jahres 1900 dürften für Norwegens innere Politik für lange Zeit hinaus ausschlaggebend werden; sie haben aber auch für das Ausland ein besonderes Interesse; weil sie über das Schicksal jener viel erörterten Unionsfrage, die einmal bereits aicht an den Rand des Krieges geführt hat, bestimmen werden. Bei den Wahlen des Jahres 1897 eroberte die Linke 79 von den 114 Storthingsmmrdaten. Ein so überwältigender Sieg war in der Geschichte 'des norwegischen Parlamentarismus unerhört. Tiefer Nickende Parteiführer aber verkannten auch Ne Ge fühlen nicht, die in 'den durch eine so gewaltige Majorität auf gelegten Verpflichtungen beschlossen liegt. Sie erklärten damals, ser große Wahlsieg werde den endgiltigen Triumph oder di« dauernde Niederlage der Linken bedeuten. Wie werden nun die lammenden Wahlen diese Frage beantworten? Was Ne Linke auf dem eigentlichen Kampfplatz« der Partei politik, in 'der Unionsfrage, erreicht hat, hat durch seine Dürftigkeit selbst die skeptischsten Erwartungen übertroffen. Das Resultat der dreijährigen Linkenherrschast ist hier die Ein führung der „reinen" Flagge. Diese Einführung war partoitaktisch ein Sieg, politisch und national «in schwerer Fehler. Denn «da nahezu die Hälfte des norwegischen Volkes in der neuen Flagge nicht daS Symbol der nationalen Ehre und Einheit, sondern das einer fanatischen Parteityrannei sah, so wurde nicht allein die Mißstimmung bei den gegnerischen Parteien verstärkt, sondern es wurden auch weite Kreise der Linkenpartöi bedenklich und verdrießlich, die sich der naiven Hoffnung hingegeben hatten, mit 'der reinen Flagge werde auch wie auf einen Zauberschlag die nationale Versöhnung oinzishen. Das ist nun Alles, was die Partei mit ihrer gewaltigen Macht hinsichtlich der uniellen Fragen erreicht hat. Dir Angelegenheit des eigenen norwegischen ConfulatLwesrns und gar di« Les eigenen „Außenreichsministers" ist nicht um Haaresbreite vom Flecke gerückt. Di« Ursachen 'diese» völligen Versagens liegen in den Personalverhältnissen der Partei. Diese Schwäche trat gleich im Anfänge der ablaufenden StorthingS- periode hervor. Damals empfahl eine Gruppe einsichtigerer Linkenmänner zum Ministerpräsidenten den Bergenser Wollert Konons, einen in seinen Ansichten maßvollen Mann, dem man auch staatsmännische Gewandtheit zutraute. Der Vorschlag hatte keinen Erfolg; der alte, nunmehr 70jährige Steen be stieg Wieder 'den Prästdentensessel, und von Neuem trat somit 'Ne Herrschaft an die Politik jener Volkshochschüllehrer, dir triviale Theorien mit blindem Fanatismus vertreten und durch aus unfähig scheinen, das Erreichbare und das Unerreichbare zu unterscheiden. In diesen Politikern lebt auch etwas von jenem Bauerngciste, der seinen Nutzen unbedenklich 'überall sucht, wo er ihn finden kann; und so wurde ein Cliquenwesen eing«führt, bei dem bald alle Rücksichten außer Acht gelassen wurden. Her vorragende Posten wurden mit Personen besetzt, Ne außer ihrer Zugehörigkeit zur Partei keine Qualification dafür aufzuweisen hatten. Dies Vorgehen erregte große Verstimmung im Lan'de und 'das Linkenorgan „Verdens-Gang" gab diesen Empfindungen scharfen, aber berechtigten Ausdruck. Das waren Ne ersten Zeichen, daß Ne schon bestehende S p a l tu n g in der Partei sich vertiefte. Sie hat seitdem immer wertere Fortschritte gemacht. Björnfon, der Führer der Verdensgang - Partei, hat die Regierungsgruppe öffentlich der Cliquenwirthschaft, der Mittel mäßigkeit und des beschränkten Eigensinns geziehen, und 'darauf hat das Organ der Steen'schen Partei erklärt, Björnson s«i nicht mehr als ein „repräsentativer" Linkenmann anzusehen. Damit ist Ne Spaltung der Partei gewissermaßen officiell besiegelt. Zu Nesen inneren Schwierigkeiten gesellten sich aber für Ne Linke noch andere. Durch die Erweiterung des Wahl rechtes gewinnen für Ne kommenden Wahlen die A r b ei t e rma s s« n eine erhöhte Bedeutung. Nun hat Ne Linke einen Vergleich mit der bisher allerdings noch wenig mächtigen Socia'l'demokrati« abgelehnt. Sie hoffte, N« Soobal- Lemokratre durch die bisher ihr treue „Linkenarbelterpartei" Sin Rundschreiben Krügers. Im verlassenen Boerenlager vor Ladysmith wurde in einer dem Commandanten Potgieter gehörenden Tasche ein Circular des Präsidenten Krüger vom 17. Januar gefunden, in welchem er die Landdroste folgendermaßen apostiophirt: Der Generalcommandant klagt, daß in einigen Distrikten nur die Hälfte der Burgher sich unter der Fahne befindet: die übrigen sind in einer Zeit zu Hause geblieben, wo unsere Angelegenheiten sich in so kritischem Stadium befinden. Der Femd wird in einigen Tagen sein Möglichstes thun, den Tuge la zu über schreiten und Ladysmith zu befreien. Sobald dies geschehen »st, wird unser Fall bedenklich und kritisch. Ich weiß wohl, daß Gott unS nicht verlassen wird, aber wir müssen unsere Pflicht thun. Die Burgher müssen erkennen, daß wir für unsere Unabhängigheit, unsere nationale Existenz, unsere Nachkommen kämpfen. E« ist ein Kampf auf Leben und Tod, ein Kampf, in welchem sich Jeder Mühen und Entbehrungen unterziehen muß. Ich und der au-führende Rath fordern alle FeldcornetS auf, stimmt- liche Burgher einzuziehen und nach Ladysmith zu schicken. Dieser Befehl muß ohne Verzug ausgeführt werden. Ladysmiths Lage ist äußerst kritisch. Wenn wir alle-, wa- in unserer Macht steht, thun, um den Feind zu besiegen, so glaube ich, daß wir bald auf einen Frieden rechnen können, in dem wir alles erhalten, wa- un« theuer ist. Sind wir dagegen saumselig und thun nicht unsere Pflicht, so ist es möglich, daß uns schlimme Tage bevorstrhen. Seit wach sam, Brüder, und laßt jeden Mann seine Pflicht thun, dann wird uns der Herr segnen! — Nachschrift: Alle Personen, die Urlaub erhielte», müssen ohne Rücksicht, ob dieser ab gelaufen ist, zur Truppe zurückkehren. in Iden großen Städten, zahlreiche Stimmen verloren gehen werden. So stehen Ne Aussichten für 'die Linke Lei ben nächsten Wahlen recht ungünstig. Daß 'Ne Partei gerade zusammen brechen 'wird, ist bei der Zähigkeit, mit der der norwegische Bauer, bi« Stütz« der Partei, an feinen Ansichten festhätt, nicht anzrmehmen. Da» aber ist kaum zweifelhaft, daß N« Wahlen dieses Jahres ben Beginn der großen Abrechnung des nor wegischen Volke» mit der Linken darstellen werben. Die Ent täuschung darüber, wie unfähig Ne in Worten großen Partri führer sich gezeigt haben, di« ihnen anvertraute seltene Macht praktisch zu verwerthen, ist im Land« allgemein; und wenn auch vielleicht nicht gerade Ne Rechte wieder ans Ruder kommt, di« sich von dem Ballast des hyperconservatioen uisd orthodoxen, im Lande wenig beliebten Beamtenthums nicht recht befreien kann, so dürften doch Ne maßvoll««» Gruppen von links und rechts über lang oder kurz eine Fusion «ingehen, N« eine Gesundung der politisch«» Verhältnisse Norwegen» ermöglicht«. Die» wär« um so wünschenswerther, als Ne Jahre d«S greisen König» Oskar gezählt sind und der Thronfolger den Ansichten der schwedischen Ncrkionalpartei zuneiat, Ne den Bruch Wit der nor wegischen Linken, wi« sie jetzt ist, ;e eher desto lieber herbeiführen würde. Bezugs-Preis tu der Hauptexpedition oder den im Stadt« briirk «nd den Vororten errichteten Aus gabestellen ab geholt: vierteljährlich^ 4.50» bei zweimaliger täglicher Zustellung in- Hau« 5,50. Durch die Post bezogen für Deutschland und Oesterreich: vierteljährlich 6.—. Directe tägliche Kreuzbandiendung in- Ausland: monatlich 7.bO. „Renegaten", Bezrichnuugrn, welche nicht unverdient er scheinen, wenn er wirklich den Aufruf verfaßt und unter zeichnet hat, welcher in seinem Namen soeben erschienen ist. Derselbe ist eine Apotheose der englischen Gerechtigkeit und Musterverwaltung, eine leidenschaftliche Denunciation de- Präsidenten Steijn, welcher England die Treue gebrochen, da eigene Land in einen Abgrund gestürzt und die Transvaal- revublik zum Kriege verführt habe, lediglich um seinem eigenen Ehrgeize zu folgen. Die Freistaatler werden aufgerufen, dem fluchwürdigen Bündniß mit dem Transvaal zu entsagen, ihrem Verführer, nämlich Steijn, den Rücken zu kehren und ihr Vaterland zu retten, indem sie sich reumuthig, und ihr Unrecht einsehend, unterwerfen, friedlich auf ihre Farmen zurückkehren und in Ergebung auf die Gnade der Königin rechnen.... Eine solche Sprache kann selbst auf diejenigen Freistaatler unmöglich die gewünschte Wirkung haben, welche sonst den Krieg bedauern oder desselben überdrüssig sein sollten. Der Krieg in SS-afrika. -p. Klarer wird das Bild der letzten Kämpfe im vranjefreiftaat auch durch die weiter eingetroffenen Nachrichten nicht, besagen: * London, 12. März. (Telegramm.) Der Correspondent der „Daily New«" tm Hauptquartier von Roberts meldet au- Driefontein vom Sonntag: Eine Schlacht wüthete gestern den ganzen Tag, Robert- errang einen neuen Erfolg, aber nicht ohne beträchtliche Verluste. Der Feind wurde in Abrahamskraal erreicht. Er hielt weit besser als Mittwoch Stand. Erst nach heißem Kampf wurden seine Stellungen von der Infanterie mit dem Bajonnet genommen. Die Boeren wurden schließlich nach Süden vertrieben. Sie ließen viele Todte zurück. Die Eavallerle hatte eine härtere Aufgabe als sonst. Der Versuch, eine Flanken bewegung auszusühren, mißlang mehrere Male. Der Feind schien von größerer Stärke zu sein, als erwartet worden ist. Seine Linie erstreckte sich über den ganzen Bischoffsrand. Seine Ge schütze wurden trefflich gehandhabt. General Broadwood stieß sechs Meilen nach Süden vor, fand aber den Feind überall. Die Boeren versuchten sogar uns zu überflügeln. Der letzte Schub wurde V«8 Uhr Abend- abgefeurrt. Als wir heute Morgen er wachten, fanden wir, daß der Feind trotz deS gestrigen hart näckigen Widerstandes wieder sein Heil im Rückzüge gesucht hat. Kein Boere war sichtbar. Wir sind jetzt auf dem Wege nach Bloemfontein. Robert- geht ohne Zeitverlust vor. (Magdeb. Ztg.) * London, 12. März. (Telegramm.) Aus Drie- fontein wird gemeldet: DaS gestrige Nachhutgefecht mit dem Pretoriacommando war eine fortgesetzte Enttäuschung. Die Boeren hatten den Erfolg, obgleich Roberts persönlich commandirte und sämmtliche Truppen den ganzen Tag gegen die geringe Nachhut de- Feindes führte. Der Cavallerieaogriff war verfrüht und versagte. Die Pferde brachen zu sammen. Die Infanterie traf zu spät ein, die Marine artillerie blieb au-. Die Boerengeschlltze schossen weiter und besser al« die unsrigen und vereitelten alle Flanken angriffe der Generale French und Broadwood. Ebenso wiesen die Boeren die Infanterieattacken der Generale Kelly Kenny, Porter, Coleville und Tucker ab. Am Abend zog Roberts seine Truppen zurück. Kundschafter melden, daß die Boeren Nachts ihre fünf Geschütze fort brachten. * London, 12.März. (Telegramm.) „DailyNews" melden ans Aasvogelkop vom 11. d. M. « '/, Uhr Abends: Aeldmarschatl Roberts setzte feinen Vormarsch oftwiirts hente bis Aasvogelkop fort. Ans bem Wege dorthin wurden keine Boeren gesehen. Die britischen Truppen find nur noch 25 Meilen von Bloemfontein entfernt. Nach der ersten dieser drei Meldungen soll der Kampf bei Abrahamskraal, nach den gestrigen Nachrichten in der Nähe von Driefontein stattgefunven haben. Beide Poncte liegen aber in der Luftlinie 75 englische Meilen auseinander. Wie dem auch sei, Robert» Hauptquartier befand sich am 10. März in Driefontein, während er am 11. Abends bereits bis Aasvogelkop vorgerückt ist, also wenige Stunden vor Bloemfontein steht. Man sollte annehmen, daß die Boeren, die fortgesetzt zurückgegangen sind, ihnen hier den letzten energischen Widerstand entgegen setzen werden, da AaSvogelkop eine vorzügliche Bertheidigunzs- stellung abgiebt. Sonst wäre noch Folgende- zu berichten: * London» 12. März. (Telegramm.) Die „Daily News" melden aus Brit-town vom 9. d. M.: Eine britische Abtheilung kämpft» am DienStag den ganzen Tag mit Aufständischen und kehrte am Mittwoch hierher zurück. Auf britischer Seite wurden 14 Mann verwundet, 9 werden vermißt; auf Seiten des Feinde- beträgt der Verlust 5 Todte und mehren Verwundet». Die Aufständischen räumten Hvuwater und zogen sich nach Prietka zurück. * London, 12. März. (Telegramm.) „Daily Mail" meldet olerrltori >ö ü !5 6. - 8. >0 8. Der Absa» »er Freistaatler von ihrem Bündniß mit dem Transvaal scheint noch in recht weitem Felde zu stehen, wenigsten» nach den Anstrengungen zu urtheilen, welche gemacht werden, um Zwietracht zwischen den Verbündeten zu säen. So bat jetzt da« Uitlander-ComitS einen feiner besten und geschicktesten Agitatoreu plötzlich in- Feuer gesandt, einen Herrn van der Lingen, welcher schon bei den letzten Wahlen im Freistaat mit englischem Gelbe und keineswegs ohne Geschick die kleine anglo-frrundliche Minorität an- Ruder zu bringen suchte. Von jeher rin persön licher Gegner de- Präsidenten Steijn und de« StaatS- secretärS Reib, hatte Herr van der Lingen, von Hau- au- Geistlicher der holländischen Kirche, stet feinen ganzen Einfluß aufgeboten, um seine Gegner au- ihrer Machtstellung zu verdrängen. Je weniger ihm da gelang, desto rücksicht-loser wurde seine Opposition, bi- er sich schließlich völlig dem Einflüsse de- Uitlander-EomitS- biagab- Jetzt scheint er ganz zu einem einfachen Agenten desselben hinabgesunkrn zu sem. Sein« eigenen 8and«lru1» beschuldig» ihn de- Lande-verrath- und neunen ihn einen Heidelberger Bries. Einem ihr zur Verfügung gestellten Privatbriese aus Heidelberg (Transvaal) vom 26. Januar entnimmt die »Frkf. Ztg." Folgendes: „Im Felde stehen höchstens r/z der streitbaren Männer, also ungefähr 60000 Mann und eö bleibt also für die Reserve noch genügend übrig. Täglich sind alle Züge überfüllt mit Urlaubern. Selbst wenn man große Schlachten erwarten kann, werden noch Mannschaften beurlaubt. Ich bin überzeugt, daß man solche Zustände in Europa nicht für möglich hält, jedoch es ist dis lautere Wahrheit, wenigstens 1/5 der Feldmacht ist ständig aufUrlaub. Obwohl die Männer im Felde stehen, geben doch die Arbeiten zu Hause ihren geregelten Gang, vielleicht ein wenig schwieriger, und eS wird mehr Arbeit erfordert von den Zurückgebliebenen, aber die Schwarzen verrichten doch die Hauptarbeit. . . . Im All gemeinen hat sich das Leben der am Kriege nicht Thril- nehmenden nicht sehr verändert. Man geht seinen täglichen Geschäften nach wie zuvor; an Lebens Mitteln ist keine Noth, ja, Landcsproducte sind noch nie so billig gewesen, wie gegenwärtig. Eier, Geflügel, Kartoffeln, Ge müse und Früchte giebt eS dieses Jahr m Unmassen und dieselben sind sehr wohlfeil. Fleisch hat einigermaßen eine Vertheuerung erfahren, die aber mehr künstlich erzeugt ist und dem Sicherheitsgefühl unserer Boeren entspringt, da dieselben kein Vieh verkaufen wollen. Auch Mealies (Welsch korn) gedeiht dieses Jahr gut und e- steht eine gute Ge treideernte in Aussicht. HungerSnoth giebt eS darum lner noch lange nicht. Salz ist genug im Lande und andere Ge würze sind ja nicht unbedingt zum Leben nöthig. ES sicht jedoch traurig auS mit Genußmitteln. Kaffee und Thee sind sehr theuer und beinahe nicht mehr zu bekommen, besonders mangelt eS aber an Zucker. Die Hauptsache aber, Bicr! giebt e- noch, und da e- jetzt wieder erlaubt ist, während bcr EffenSreiten Bier au-zuschänken, so sieht man bloS noch fröh liche Gesichter. In Tran-vaal erscheinen noch alle landesgetreuen Zeitungen. In Iohanne-burg voran der.^tkinckarä an-l Viggsrs Aevs", der in letzter Zeit deutschfreundlicher geworden ist, in englischer Sprache als RegierungSorgaa; dann die „Ranck kost" mit mehr radicalen Ansichten erscheint in holländischer Sprache; in Pretoria da- Regierungsblatt die „Vollrsstom", wird jetzt in englischer uub holländischer Sprache herauSgrgeden. In Bloemfontein er scheint „vo Lrpress", früherer Besitzer Borkenhaaen, und „01 Vrivnt van ckeu V r^stast", mehr englisch gesinnt. Alle diese Zeitungen erscheinen täglich, die erste sogar in Morgen- und Abrnd-Au-gabe. In Johannes burg wird im Verlag von H. Michaeli-, deutsche Buch handlung, die „Süd-Afrikanische Zeitung" einmal per Woche au-gegeben. Bor dem Krieg erschien sie drei Mol per Woche, für da« deutsche Lesepublicum genügend, aber wegen de« Au-bleibrn- der Annoncen wurde auf «ine wöchentliche Ausgabe zurückgegriffen. E- ist sehr zu bedauern, daß die einzige deutsche Zeitung Südafrika- nicht mehr unter stützt wird durch deutsche Exporteure und Solch«, die cs werden wollen. Zu wünschen ist jedenfalls, daß es recht bald möglich wäre, eine deutsche Zeitung hier zu haben, welche täglich erscheint. Denn r« ist ja bekannt, welchen Einfluß in civilisatorischer, commrrzirller und socialer Beziehung die Presse au-zuttben vermag.- : Stück Usrk - 8t.8 - j.I). <1 >. v r- i. v. 0 8. i. I> ) «1. >. I> 5 8. l. 0 0 8. i. v. 0 8. i. I> 0 8 I. » 8 8. i. v- ) 8 >.v 0 8. I. 0 0 8. I. v 0 8, >. l>. S 8. i.l> 5 <4. I. » 0 8. 0 8. I.» 0 8 1. 08-L2MF.N..V » 8. I -c Stvck U.i k 8. ' 8. 0. > 8. I. v. > 8. e s > 8. » 8. ». > 8. v-S- ?roccoi >,— 8. I— 6. S-! 8. UL
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