LEDERAUSSTELLUNG IN PHILADELPHIA. Der Werth der Weltausstellung in Philadelphia in Bezug auf die Leder- und Lederwaarenbranche beruht hauptsächlich darauf, dass zum erstenmal durch dieselbe uns Europäern Ge legenheit gegeben wurde, ein richtiges und vollständiges Bild über den Stand und die Bedeutung dieser Industrie in Amerika aus eigener Anschauung zu gewinnen. Das Arrangement und die ganze Art der Vorführung der amerikanischen Lederausstellung war zweifellos geeignet, auf jeden Beschauer einen grossartigen Eindruck zu machen. Es zeigte sich in ihr der ausserordentlich praktische Blick des Amerikaners in seiner Grösse. Ihm war es nicht genügend er schienen, für seine Waare irgend einen beliebigen, gegenüber den Kunst- und Luxusartikeln bescheidenen und verborgenen Platz zu erhalten, wie dies bei anderen Ausstellungen leider der Fall war, für ihn war „Leder” nach dem bekannten Motto „nothing like leather” das Wichtigste der Ausstellung und er scheute deshalb weder Kosten noch Mühe, um den Besuchern der Ausstellung den Artikel auf eine imponirende Weise vor zuführen. Aus Eigenem hatten die Leder- und Schuhfirmen die Summe von 50.000 Dollars aufgebracht, womit sie ihre eigene Halle (Leather Building), den Anforderungen entsprechend, erbauten. In dieser Lederhalle war nun das Gros der gesammten ausgestellten Leder untergebracht. Wie leicht erklärlich, über wogen die amerikanischen Fabricate schon nach ihrer Anzahl so sehr, dass man fast nur von einer „amerikanischen Leder ausstellung” sprechen könnte. Die europäischen Länder waren durchgehends nur schwach vertreten und boten im Vergleiche Bericht über die Ausstellung zu Philadelphia. XVIII. i