SCHLUSSFOLGERUNGEN. Es erübrigt mir noch, unter Zugrundelegung der im Frühe ren besprochenen thatsächlichen Verhältnisse der amerikanischen Lederfabrication, die Möglichkeit und Tragweite gesunder Han delsbeziehungen in Leder zwischen Amerika und dem euro päischen Continent, beziehungsweise Oesterreich und Deutschland in resumirender Weise festzustellen, d. h. die Frage zu behan deln: Wie steht es mit gegenseitigen Ex- und Import- beziehungen? Wenn die ausserordentlich hohen amerikanischen Importzölle vorläufig ausser Acht gelassen werden, kann man mit Bestimmt heit den Satz aufstellen: Es ist die Möglichkeit eines für die Lederfabrication beider Welttheile vortheilhaften Verkehrs in Leder vorhanden. Zur Begründung dieses Satzes sollen die vier Hauptledergruppen diesfalls charakterisirt werden, nämlich Sohlen leder, Oberleder, Marocco und Glace. Amerika ist das Land des Sohlenleders und wird darin stets über Bedarf erzeugen. Ein Export davon nach Europa wird daher stets stattfinden und mit allen Mitteln von dort aus befördert werden. Welche Sorte steht aber nun zum Export zu Gebote? Welche Sorte hat Aussicht, auf dem europäischen Markte sich einzubürgern ? Unter welchen Verhältnissen tritt dieser ame rikanische Export für uns gefahrdrohend auf, und wie kann ihm begegnet werden? Fül- die erste Frage fällt das Unionleder vorläufig insoferne ganz weg, als die erzeugte Quantität dieses guten Leders von Amerika, wenigstens bisher, selbst consumirt wurde. Es bleiben daher für den Export das Eichen- und Hem- lock-Sohlenleder, und beide Sorten sind in der letzten Zeit in Europa hinlänglich bekannt geworden.