IE Vereinigte Maschinenfabrik Augsburg und Maschinenbaugesellschaft Nürnberg, A.-G., mit dem Sitze in Augsburg, ist im November 1898 durch Fusion der Maschinenfabrik Augsburg und der Maschinenbau-Actien-Gesellschaft Nürnberg entstanden. Die Maschinenfabrik Augsburg wurde 1840 von L. Sander begründet und ist im Jahre 1844 mit damals 44 Arbeitern in den Besitz von C. Reichenbach und C. Buz übergegangen; die Gründung der Actiengesellschaft erfolgte 1857 mit 600 000 fl. Actienkapital bei einem Bestände von 333 Arbeitern. Zur Zeit sind im Augsburger Werke etwa 3200 Beamte und Arbeiter mit etwa 4 000 000 Jl Gehalten und Löhnen beschäftigt. Der jährliche Umsatz beziffert sich auf ca. 10 000 000 Jl. Das Fabrik grundstück hat eine Grösse von 14,3 ha, wovon 43 °/ 0 überbaut sind. Zum Betriebe des Werkes dienen 8 Dampfmaschinen von zusammen maximal 1900 Pfst., eine Turbine von 40 Pfst. und 5 Dieselmotoren von zusammen 200 Pfst. Von dieser Betriebskraft entfallen 800 Pfst. auf die elektrische Anlage, welche 500 Bogenlampen, 2000 Glühlampen und 90 Elektromotoren mit Strom versorgt. Die Werkstätten zur mechanischen, Bearbeitung sind mit 600 Schraubstöcken und 1000 Werkzeugmaschinen ausgerüstet; die Geleislänge innerhalb der Fabrik beträgt 5 km. Das Werk Augsburg pflegt insbesondere den Bau von Dampfmaschinen (bis heute 2540 Stück), von Dampfkesseln (885 Stück), von Turbinen (532 Stück), von Dieselmotoren (18 Stück), von Kälteerzeugungsmaschinen (1630 Stück), von Pumpwerken für Wasserversorgungsanlagen u. s. w., von Transmissionen und von Buchdruckmaschinen (6180 Stück, wovon 364 Stück Rotations maschinen). An Wohlfahrtseinrichtungen bestehen daselbst u. a. eine Arbeiterkrankenkasse, eine A'rbeiter- unterstützungskasse, sowie eine Arbeiter-Wohlfahrts-Einrichtungskasse mit einem Gesamtvermögen von etwa 895 000 Jl; die Beamten sind bei dem Später erwähnten ^ i Pensionsverein beteiligt. In 18 Häusern stehen 124 Familienwohnungen für Arbeiter zur Verfügung. Die Maschinenbau-Actien-Gesellschaft Nürnberg wurde 1842 von J. F. Klett gegründet und ging nach seinem Tode 1847 an seinen Schwiegersohn Th. Cramer-Klett über; zu dieser Zeit waren 300 Arbeiter beschäftigt. 1873 wurde das Unternehmen in 2 Actiengesellschaften, die Maschinenbau-Actien-Gesellschaft Nürnberg mit 2 700 000 Jl und dieSüddeutsche Brückenbau-Actien-Gesellschaft München mit 600000 Jl Kapital verwandelt, welch letztere jedoch im Jahre 1884 wieder mit der erstgenannten Actiengesellschaft vereinigt wurde. Das Unter nehmen in Nürnberg begann mit dem Betriebe einer Eisengiesserei und Maschinenfabrik, erfuhr jedoch Ende der 40er Jahre eine wesent liche Erweiterung durch Aufnahme der Fabrikation von Betriebsmitteln für Eisenbahnen, wie Waggons, Drehscheiben, Wasserkranen, ferner Schiffsdampfkessel. 4 4