Leuten wiegt da bedeutend mehr als die übliche Vorbereitung einer Volks schule. So wie auch Taubstumme im Zeichnen und Modelliren erfreuliche Fortschritte zu machen pflegen, so ist der Zeichnenunterricht auch bei Schü lern mit Erfolg möglich, welche sich nicht einmal die nöthige Fertigkeit im gewöhnlichen Schreiben und Rechnen angeeignet haben. — Die Aufnahme findet Anfangs Oktober statt; doch werden die Schüler in das Freihand zeichnen, Modelliren u. ä. so weit es der Raum zulässt, jederzeit aufgenommen. Zeugnisse. Aus dem Zeichnen und Modelliren und aus den Arbeiten in den Werkstätten werden den Schülern am Schlüsse des Jahres nach Ver langen Zeugnisse ausgestellt. Aus den Unterrichtsgegenständen findet dies nur über eine am Schlüsse des Schuljahres abgelegte Prüfung statt. Die Praktiker sch einen jedoch die Vorlage der Zeichnungen jedem Zeugniss aus dem Zeichnen vorzuziehen, was für die Anstalt die unangenehme Folge hatte, dass sie grössere ausgeführte Zeichnungen zur Weltausstellung nicht vorlegen konnte. Dieselben können nämlich den in der Regel armen Schülern, da sie dadurch ihre Existenz zu begründen pflegen, nicht vorenthalten werden. Da für die Schüler dieser Anstalt gar keine irgend welchen Namen habende Unterstützungen oder Stipendien bestehen, die Schüler aber nebstbei den ärmsten Volksklassen entnommen sind und vom Schulgelde nicht befreit werden, so pflegen sie die Anstalt alsogleich zu verlassen, sobald die dort erworbenen Kentnisse denselben irgendwo einen leichtern und ausgiebigeren Broderwerb zu verschaffen vermögen, dieses umsomehr, als die Nachfrage nach gebildeten jungen Arbeitskräften im r er grösser wird und die Anstalt den stets wachsenden Ansprüchen der verschiedenen Firmen und Erwerbsunternehmun gen bei Weitem nicht nachkommen kann. Erfolg. Die Resultate während des Decenniums des Bestandes der Anstalt sind erfreulich zu nennen; gar viele haben schon ihre bessere sociale Stellung und viele Lehrer der Bürger- und anderer Schulen ihre weitere praktische Ausbildung der Anstalt zu danken. Während in den ersten Jahren von ältern Arbeitern nur spöttisch auf die Schule hingewiesen wurde, macht sich schon häufig in den Werkstätten die Ansicht geltend, das esEhren- sache des Arbeiters ist, sagen zu können, das derselbe einmal auch die Ge- werbschule besucht hat. Während in den ersten Jahren von der Sehuldirek- tion auch der Einfluss des Tagesjournale in Auspruch genommen werden musste, um der Anstalt eine entsprechende Anzahl Schüler zuzuführen, ist der Andrang von Schülern nunmehr ein so grösser, dass bei den gebotenen Räumlichkeiten jede Anregung überflüssig erscheint. Gegenwärtig erhalten 1200 Schüler von 21 Lehrern Unterricht in 24 Lehrgegenständen; auch ist die Hoffnung vorhanden, dass die Anstalt in die Lage kommen wird, einen selbstständigen Direktor und selbstständige Lehrkräfte zu bekommen. Entwiklung der Anstalt. Das leitende Comite bemühte sich immer die Einrichtung dieser Anstalt den Anforderungen der Zeit und den lokalen Bedürfnissen anzupassen und deshalb steht sie wahrscheinlich als Unicum