10 CHEMISCHE INDUSTRIE. Wasserdampf' in Schwefelsäure. Es soll nur nach diesem Verfahren zur Herstellung einer bestimmten Menge Säure in einer bestimmten Zeit ein kleinerer Bleikammerraum in Anwendung kommen, als hei der alten Fabricationsmethode. De Hemptinne’s Apparat beruht auf der Voraussetzung, dass die Bildung der Schwefel säure viel mehr abhängig sei von der Grösse der Oberfläche als von dem Volum der Bleikammern, und aus diesem Grunde füllt er seine Kammern mit Bombonnes aus feuerfester Masse aus, welche eine Oberfläche von 7800 Quadratmeter geben. Ob seine Voraussetzung richtig, ist noch zu entscheiden, jedenfalls sprechen gewichtige, von Bode in der citirten Abhandlung angeführte, der Praxis entnommene Umstände gegen dieselbe. Die Concen- tration der Säure auf 66 Grad B. geschieht nach de Hemptinne durch überhitzten Wasserdampf. Einer Erwähnung werth scheint mir die Art der Verpackung der Schwefelsäureballons in Amerika. Dieselben werden zur- Versendung, nicht wie in Europa allgemein üblich ist, durch geflochtene Körbe geschützt, sondern in cubischen Kisten mit Seegras ('/ 3 Dollar pro Centner) fixirt. Die Bretter zu diesen Kisten werden in den nothwendigen Dimensionen schon in den Wäldern hergestellt. Das zu einer Kiste erforderliche Material wird durch ein eisernes Band zusammengehalten und so an die Fabriken geschickt, wo es nach Bedarf zusammengefügt wird. , An Nitroglycerinfabriken wird Schwefelsäure und ebenso ganz coneentrirte Salpetersäure in grossen eisernen Trommeln geliefert, in welchen das Glycerin aus Frankreich importirt wird. DIE SODAFABRICATION. Nicht allein dem Umstande, dass auf dem Gebiete der Soda-Industrie seit der letzten Weltausstellung keine besonderen Fortschritte zu verzeichnen sind, ist es zuzuschreiben, wenn ich mich über dieses Capitel kurz zu fassen veranlasst finde, son dern zunächst dem Zustande dieser Fabrication in den Ver einigten Staaten, welche programmmässig in erster Linie zu