XII. ABSCHNITT. DREHBÄNKE. Unter den Werkzeugmaschinen für Eisenbearbeitung nimmt die Drehbank, sowohl in Folge ihrer vielseitigen Verwendbar keit, als auch ihrer allgemeinen Verbreitung wegen, unstreitig den ersten Platz ein; sie ist überdies die älteste Werkzeug maschine. Gleichzeitig wird aber keine andere Arbeitsmaschine in so vielen verschiedenen Ausführungen auf den Markt gebracht, als eben die Drehbank. Ihr Zustand ist in steter Umwandlung begriffen; sie kommt so zu sagen nie zur Ruhe, sie hat sich noch niemals eines und desselben Gewandes, einer und derselben Einrichtung, für eine längere Zeit zu erfreuen gehabt. Der Scharfsinn eines intelligenten Werkzeugmaschinen-Ingenieurs hat an der Drehbank immer etwas auszusetzen, trotz der hohen Ver vollkommnung, die diese Maschine im Laufe der Zeit erreicht hat. Anders verhält es sich natürlich bei jenen Ingenieuren und Fabrikanten, welche die Drehbank nach einer einmal angenom menen oder angelernten Schablone, ohne irgend ein näheres Ver- ständniss der einzelnen zusammenwirkenden Factoren, herstellen. Bei diesen handelt es sich um nichts Anderes, als um die An fertigung einer Vorrichtung, mit welcher man irgend einen Gegen stand in rotirende Bewegung versetzen kann, um ihn dabei ab zudrehen, gleichgiltig, wie die Arbeit ausfällt. Dieser Unterschied der Auffassung der Aufgabe einer Dreh bank und der Art und Weise der constructiven Durchführung derselben dürfte in jedem Lande Vorkommen, weil es überall Abnehmer für gute, wie für weniger gute Drehbänke gibt. Bericht über die Ausstellung zu Philadelphia. XII. 15