VI. ABSCHNITT. FRAISMASCHINEN (Milling machines). Der Massenbedarf gewisser gleich gestalteter Artikel und der Mangel an Arbeitskräften, um diesen Bedarf in kurzer Zeit zu decken, mussten den amerikanischen Maschinenbauer nötliigen, solche Maschinen, besonders aber solche Werkzeuge in Anwen dung zu bringen, die den Mangel an Zeit und an Arbeitskräften zu ersetzen im Stande waren. Eines dieser Werkzeuge ist unstreitig die Fraise, ein System von rotirenden Messern, welche hintereinander zum An griff kommen und von welchen jedes einzelne verhältnissmässig nur einen geringen Spahn zu nehmen hat, deshalb auch nur wenig in Anspruch genommen wird, aber im Ganzen doch eine viel grössere Materialmenge von dem Arbeitsstück entfernt, als es durch irgend ein anderes Werkzeug möglich wäre. Dabei ist der Zeitverlust, wie er beim Feilen mit der Hand, oder beim Hobeln mit einem Messer, durch den leeren Rückgang entsteht, auf ein Minimum reducirt. Ausserdem besitzt die Fraise den grossen Vortheil, dass mit ihr beliebig profilirte Formen ebenso gut wie einfache, ebene Flächen erzeugt werden können. Die Fraise ist aber ein kostspieliges Werkzeug, sie verlangt die sorgfältigste Herstellung und Instandhaltung und kann nur dort mit Vortheil angewendet werden, wo die Menge der Arbeit, welche sie verrichten kann, auch wirklich vorhanden ist. Ein zelne Stücke mit der Fraise zu erzeugen, würde sich niemals rentiren.