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. März: r, , onzert -ängern r, nee/- salat. ^»«eil iger >st ,r allen ispesen- kein-» l. .4 Uhr S. .4 Uhr r, 55^- ltt. .4 Uhr llk, grS». 4 Uhr r, Ze", ,4 Uhr r, f«- . Amts- M A»zchebl«tt für den Gchrk des Amtsgerichts Eibenstock und dessen Umgebung I»«»s S8 Ubonnsmeut viertelj. 1 M. 20 Ps. einschlietzl. der .Jllustr. Unterhaltungsbl." u. der Humor. Beilage »Seifen blasen* in der Expedition, bei unfern Boten sowie bei allen Reichspostanstalten. «trschetnt wöchentlich drei Mal und zwar Dienstag, Donnerstag u. Sonn abend. Jnsertionspreis: die kleinspaltige Zeile 12 Pf. Im amtlichen Teile die gespaltene Zeile 30 Pf. Verantwortlicher Redakteur, Drucker und Verleger: Emil Hannebohn in Eibenstock. — 51. Jahrgang. ' > Dienstag, den 8. März Rr. 14« der Tchankstättenverbotsliste ist zu streiche«. Stadtrat Eibenstock, den 5. März 1904. HHe. Handelsschule Eibenstock. Die Osteraufuahme findet Montag, -em 1t. April, vormittags 8 Uhr im Industrie- und Handelsschulgebäude statt. Anmeldungen nimmt der Direktor entgegen, der auch jede weitere Auskunft erteilt. Die Anstalt lehrt in 3 aussteigenden Jahreskursen folgende Disciplinen: Deutsch (Stil, Grammatik und Litteratur), Französisch, Englisch, Handelskorrespondenz (deutsche und fremdsprachliche), Handelsgeographie, kaufm. Rechnen, Handelslehre (Handels- und Wechsel recht, volkswirtschaftliche Grundbegriffe), einfache und doppelte Buchführung, Gewerbliche Geschmacks- u. Stillehre, Stenographie, Schönschreiben, Rundschrift u. Maschinenschreiben. Der Schulvorstand: Die Direktion: Max Ludwig, erster Vors. Rudolf Jllgrn. Henerakfetdmarschass Hraf Wakdersee -i-. Hannover, b. März. Generalseld- marschall Graf Waldersee ist heute abend kurz nach 8 Uhr gestorben. (Der Feld marschall war nur einige Tage krank.) Mit dem Berschiedencn ist einer der letzten Generale des deutschen Heere« in das Grab gesunken, die sich im Kriege in verantwortlicher Stellung bewährt und ausgezeichnet haben. Diese Verdienste de» Grafen Waldersee reichen zurück bi« zum Beginne de« Kriege« 1870. Er bekleidete damals al« Major im Generalstabe den Posten eine« Militär-Attache« in Pari«. Seine Berichte über den Zustand der kaiserlichen Armee, ihre Organisation und Kampsweise waren so sachgemäß und zutreffend, daß ein zusammensasscnder Auszug dieser bei Ausbruch de« Kriege« in Umdruck allen Kommandostellcn zuging. Dem großen Haupt quartier zugeteilt, versah der Graf den Dienst eine« Flügcladju- tauten beim Könige bis in da« letzte Drittel de« Monat» No vember 1870. Dann trat er eine Mission zum Prinzen Friedrich Karl an, um Ende Dezember al« Stabschef zum Großherzog von Mecklenburg überzulrctcn. Hier bewährte er sich ebenso al« praktischer Generalstab«osfizier, Beobachter und Berichterstatter über die Vorgänge bei der Zweiten Armee (Prinz Friedrich Karl). Letztere Stellung erforderte auch ein gewisse« diplomatische« Ge schick, und die Erfolge nach dieser Richtung waren wohl in erster Linie die Veranlassung, daß Graf Waldersee al« junger Oberst leutnant mit der schwierigen Mission betraut wurde, als Geschäfts träger bei der französischen Republik vom Juni bi« September 1871 zu funktionieren. Hieran schloß sich die Uebernahme de« Kommando« der 13. Ulanen (jetzigen König« - Ulanen) in Han nover und im Jahre 1873 die Ernennung zum Ches de« Gcne- ralstabe» de« X. Armeekorps, bi« 1882 diejenige zum General quartiermeister der Armee erfolgte. Dieser Posten wurde damals neu geschaffen, und hatte in demselben der 1876 zum General major beförderte Generalquartiermeister vor allem die nicht ganz leichte Aufgabe zu lösen, dem 82jährigen Gencralfeldmarschall Grasen Moltke einen großen Teil seiner verantwortungsvollen Tätigkeit abzunehmen, ohne jedoch dabei die überragende Stellung de« greisen Strategen der Armee gegenüber zu schmälern. Auch hierbei zeigte Graf Waldersee große« Geschick; denn während er tatsächlich die Geschäfte al« Chef de» Generalslabe« führte, blieb sein persönliche« wie dienstliche« Berhältni» zu Moltke stet« da» beste und ersprießlichste im Interesse der Sache. So ist wohl selten ein Ches de« Generalstabe» der Armee, auf dem womöglich eine noch größere Verantwortung lastet, seinem Kriegsherrn, der Armee und dem Lande gegenüber al« auf dem Krieg-Minister, besser vorbereitet an die Spitze de« Generalstabe» getreten wie der General der Kavallerie Graf Waldersee im Herbste 1888, nachdem Moltke ganz au« dem Dienste geschieden war. Da« Berhältni« al« Generaladjutant hatte den Grafen Waldersee stet« in engen höfischen Beziehungen erhalten; außer dem war bei ihm ein unverkennbarer Zug vorhanden, sich für die natürlichen Wechselwirkungen zwischen den Vorbereitungen für den Krieg, die ihm al« Chef de« Generalstabe« oblagen, und der auswärtigen Politik persönlich ganz besonder« zu interessieren. Im Jahre 189 > entstanden hierau« Verstimmungen zwischen ihm und dem damalige» RciL«kanzler, General v. Caprivi, welche schließlich die Hauptveranlassung wurden zum Rücktritt de« Grafen Waldersee von der Stelle al« Chef de« Generalstabe« der Armee. In letzterer wurde die« allgemein und lebhaft bedauert. Am meisten aber im Generalstabe selbst, denn e» unterliegt keinem Zweifel, daß die Armee, abgesehen von Moltke, noch niemals einen so vorbildlichen Chef de« Generalstabe« besessen hat, wie den Grafen Waldersee. L« lag die» nicht nur an dem Umstande, daß er praktisch wie theoretisch gleich ausgezeichnet vorgebildet und veranlagt war sür diese Stelle, sondern daß er ein ausgezeichneter Soldat war im besten Sinne de« Worte«. Er vereinigte frische«, zugreisendc« Wesen mst scharfem Blick für Menschen und Dinge, ging stets von großen Gesicht«punkten au« und besaß eine starke Willen-kraft. Dabei war er ungemein wohlwollend und nahm keinerlei Rücksichten, wenn e« galt, den richtigen Mann an den richtigen Platz zu stellen. Alle diese Eigenschaften stempelten ihn, zumal er schnellen Entschluß faßte und Wagemut besaß, zum General großen Stil«, welcher im stände war, Truppen selbst zu führen. Nach dieser Richtung war er vielleicht sogar feinem großen Vorgänger überlegen, der sich in der unmittelbaren Truppen führung nicht betätigt hat. Al« kommandierender General de« IX. Armeekorp» in Altona »erstand e« Graf Waldersee außerdem in hervorragender Weise, sich die allgemeine Sympathie — auch der Zivilbevölkerung — zu erwerben, und wenn möglich in noch au«gedehnterem Maße später in Hannover, wo er von 1901 ab nach der Rückkehr au« China in seiner Eigenschaft als Inspekteur der III. Armee-In spektion seinen Wohnsitz ausschlug. Der Feldmarschall — er war zu diesem Range am 6. Mai 1900 befördert worden — hatte im Sommer 1900 da« Kommando de« Expeditionskorps in China übernommen und in dieser ebenso heiklen wie undankbaren Stell ung eine ungemein schwierige Aufgabe mit großem Geschick zu lösen verstanden, sowohl nach der politischen wie nach der mili tärischen Seite hin. Es mag ja sein, daß bei dem Antritte dieser Stellung, welche in eine Zeit allgemeiner Aufregung fiel, hie und da elwa« weniger geräuschvoll hätte verfahren werden können; aber die« kann die großen Verdienste nicht verkleinern, welche der Feldmarschall — der infolge einer Brandkatastrophe nur mit knapper Not dem Tode entging — sich während der Wirren in China erworben hat. Auch noch nachher, speziell sür die deutsche Armee, weil er nicht die geringsten Bedenken trug — entsprechend dem Freimut seine» Wesen« — die Schäden und Mängel zu be rühren, welche sich damals militärtechnisch ergeben haben. Tagesgeschichte. — Deutschland. Der verewigte Generalfeldmarschall Graf Waldersee war am 8. April 1832 al« Sohn de« im Jahre 1873 zu Breslau verstorbenen preußischen General« Graf Franz Heinrich Waldersee in Potsdam geboren. Er trat au» dem Kadettenkorps 1850 als Offizier in die Gardeartillerie und war 1858/59 Adjutant der l. Artillerieinspeklion, wurde 1862 Haupt mann, 1865 Adjutant des Prinzen Karl von Preußen, 1866 in den Gcneralstab versetzt und zum Major befördert. Waldersee nahm am Feldzuge in Böhmen im Großen Hauptquartier teil, kam nach dem Frieden zu dem Generalkommando de» 10. Armee korps in Hannover, wurde 1870 Militärattache in Pari« und Flügeladjutant, trat bei der Mobilmachung zum Großen Haupt quartier, wurde 1871 Chef de« Generalstabe« der Armeeabteilung de« Großherzog« von Mecklenburg-Schwerin und war Stabschef de« Gouverneurs von Pari«, während deutsche Truppen in Paris standen, dann vom Juni bi« September Geschäftsträger der deutschen Regierung bei der französischen Republik. Hierauf trat Waldersee al« Oberst und Komniandeur de« 13. Ulancnregimcnt« in den praktischen Dienst zurück, wurde 1873 Chef de« General stabe« de« 10. Armeekorps, 1876 Generalmajor und 1880 Ge neral ü iu vuits. Er wurde 1882 Generalquartiermeister und Vertreter Le« Ches» de« GeneralstabcS der Armee, in demselben Jahre Generalleutnant, bald daraus Generaladjutant de« Kaiser«. Unter Kaffer Friedrich 1888 zum General der Kavallerie be fördert, wurde Waldersee bald nach der Thronbesteigung Kaiser Wilhelm« II. al« Nachfolger Moltke« zum Chef de« General stabe« der Armee ernannt und auch in da« Herrenhaus und in den Staatsrat berufen. 1891 wurde er zum kommandierenden General de« 9. Armeekorp« ernannt; im Januar 1895 erhielt er den Schwarzen Adlerorden; September 1895 wurde er General oberst der Kavallerie. Seine Tätigkeit al» »Weltfeldmarschall" im Chinafeldzugc ist noch in frischer Erinnerung. Waldersee« Tod ist für die deutsche Armee ein schmerzliche« Ereignis von schwerwiegender Bedeutung. — Der frühere Leutnant Prinz Prosper von Arenberg ist am Freitage vom Kriegsgericht im Wiederaufnahme-Verfahren freigcsprochcn worden, weil da« Gericht nach den Aussagen der Zeugen und den Darlegungen der medizinischen Sachverständigen annahm, daß der Prinz bei seiner Mordtat in Südwcstafrika geistesgestört gewesen sei. — Am Sonnabend wurde derselbe nach der Berliner Irrenanstalt in Herzberg übergcführt. — Au« Kamerun sind über die Empörung der Neger am Croß-Flusse keine weiteren Nachrichten eingetroffen; dagegen hört man, daß die Engländer in dem benachbarten Süd-Nigeria drei ähnliche Aufstände gehabt hätten, welche einigen Offizieren da« Leben gekostet haben sollen. E« scheint überhaupt über ganz Afrika eine Zeit der Währung hcreinzubrechen; Negerauf stände scheinen sich überall in Afrika vorzubereiten. Mit Recht wird die Gährung unter den Negern zurückgeführt aus da« Verhalten der Engländer im Burenkricge, die Eingeborene gegen die Buren bewaffneten und sie zu ihren Bundesgenossen machten. Da muß da« Selbstgefühl der Schwarzen ungeheuer gesteigert haben, selbstverständlich mögen sie sich rühmen, den Engländern zum Siege über die Buren verhelfen zu haben. Mit den üblichen Uebertreibungen gehen diese Märchen weiter, überall wacht der Neger aus; er sagt sich, daß er, wenn seine Stamme-genossen am Kap mit den vielen Tausend Buren fertig wurden, er mit den wenigen Weißen in seinem Lande erst recht schnell aufräumen wird. So sind denn die jetzigen Ausstände in Südwestafrika aus die falsche Politik der Engländer zurückzuführen. Wir müssen nun erst wieder den Schwarzen Respekt vor den Weißen beibringen und im Interesse aller Kolonialmächte die Fehler gut machen, welche die Engländer in Südafrika begingen. — Rußland. Je mehr der politische Horizont sich ver düstert, um so größere Hoffnungen setzt die öffentliche Meinung Rußland« auf eine Vereinigung Rußlands, Deutsch land« und Frankreich«. Damit Hand in Hand wächst die cnglandfeindliche Haltung der russischen Presse. Im Chor dieser Rufe wird nur eine ruhige besonnene Stimme laut, weiche davor warnt, durch Hetzereien gegen England neue Verwicklungen hcr- vorzurufen. Die »Nowosti" warnt vor der Politik de« Gefühl« und persönlicher Feindschaft und vor Zuversicht auf eine Ver einigung, welche noch nicht vorhanden sei. Da« Blatt gibt zu, daß eine Bereinigung Rußlands, Deutschland« und Frankreich« nützlich, sogar notwendig sei, doch vorläufig seien keine Anzeichen für ihr Zustandekommen vorhanden. Wa« im besondern Deutsch land betreffe, von dessen Haltung da« Zustandekommen vorzugs weise abhängig, so spreche doch alle» dafür, daß strengste -Neu tralität die Losung der deutschen Politik sei, wa« voraussichtlich schließlich ernüchternd auf die gegen England hetzenden russischen Schriftsteller einwirkcn werde. Die bewährte Friedensliebe Kaiser Wilhelm« werde wohl auch in diesem bewegten Augenblick sich treu bleiben. — Die Spannung zwischen Rußland und England, welche in den letzten Wochen bestanden hat, scheint behoben zu sein, oder wenigsten» nachgelassen zu haben. Der russische Ge sandte in London, Graf Benkendorff, ist mit besonderen Zusicher ungen de« Königs Eduard nach Petersburg gegangen und mit ebenso friedlichen Zusicherungen de« Zaren nach London jetzt wieder zurückgekehrt. Man hofft, daß die noch vorhandenen Ver schiedenheiten in der gegenseitigen Auffassung bald im Sinne gegenseitigen Entgegenkommen« Erledigung finden werden. — Frankreich. Die Verhandlung über die Revision de« Dreyfu« - Prozesse«, welche am 3. März in Pari« vor dem Kassationshof begonnen hatte, endete am Sonnabend. Der Gerichtshof verkündete folgendes Urteil: Der Revision de« Urteils gegen DreyfuS wird stattgegcben und es wird die Eröffnung einer ergänzenden Untersuchung angeordnet, welche vom Kassation-Hof selbst vorzunehmen ist. — Afrika. Ein neuer Mullah aus dem Stamme Ogaden im Somalilande hat am Flusse Webi Schebehli einen Ausstand erregt. — Vom Kriegsschauplätze in Ostasien liegen keine wichtigen Nachrichten vor. Noch immer sind beide Parteien mit dem Aufmärsche ihrer Streitkräfte beschäftigt. Au« dem in den letzten Tagen besonder« vielgenannten großen Hasenplatz am Liaotung < Golf Niutschwang wird berichtet, daß die Russen die Absicht haben, sich eventuell auf eine Verteidigungslinie im Binnenlande zurückzuziehen, und mit einer Abschneidung und Einschließung Port Arthur« rechnen. - E« wird weiter gemeldet: London, 5. März. Wie der »Time»" gestern au« Tokio telegraphiert wurde, sollen die russischen Truppen, die bis her südlich vom Jaluslusse standen, sich sämtlich in der Richtung auf den Jalu zurückgezogen haben. London, 5. März. Eine Shanghaier Drahtung de» »Daily Expreß" meldet, daß ein zweite« japanische» Ex peditionskorps in Transportschiffen, eskortiert von Kriegs schiffen, nach Ostkorea unterwegs ist und wahrscheinlich in Fusan ausgeschifft wird. London, 5. März. Au« Shanghai, wo übrigens unter der persönlichen Leitung Pawlow«, de« früheren russischen Ge sandten in Söul, ein russische« KundschastSbureau eingerichtet ist, wird gemeldet, daß gestern eine große Flotte japanischer Transportschiffe in der Höhe der Insel Tsuschina zwischen Nagasaki und Fusan gesehen worden sei. Der Transport wurde von Kriegsschiffen begleitet und scheint für die westlichen Häfen Koreas bestimmt. Locale und sächsische Nachrichten. — Eibenstock, 7. März. Gegen Mitternacht vom Sonn abend zum Sonntag brach in der den Herren Gustav Strobelt und Hermann Dörffel gehörenden, an der Verlängerung de« Triftweges im Winkeler Stadtteile gelegenen kleinen Feldscheune, Kat.-Nr. 291 e, auf bi« jetzt noch unaufgeklärte Ursache Feuer au», welche« da« Gebäude bi« auf die Grundmauern völlig zer störte. Verbrannt sind ca. 60 Ztr. Heu, sodaß also ein immer hin nennenswerter Schaden entstanden ist. S« wird Brand stiftung vermutet und sind die polizeilichen Ermittelungen darüber bereit« im Gange. — Eibenstock, 7. März. Chicagoer SensationSblätter