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—> BergerMMet und Tageblatt. «7 Taße, und >88. i Erscheint jeden Wochentag Nachmttt.V,6 Uhr für dm Rü andern Tag. Preis vierteljährlich 2 Mart 2S Pf., vl- " zweimonamch 1M. SO Pf. und eimnoratlich 7S Pf. Älbert »1*1« pril, vo» Lauro. ne Auftreteu er in xke. : bei einer Trompeter« ee 50 Pf. laben. VVIII, Brauer zeit. e 50 haben. 88. enst einladet vk«l. untag ende. Soubrette. Mor n Saale zum die Herren, eilzunehmen, tr. Nr. Sl, zlehrer. e werden in I> O. unter Ueberwindung großer Anstrengungen und Gefahren den Watzmann bestiegen, um die Bcrgfeuer zu entzünden, ließ der Kaiser je eine Uhr mit goldener Kette zustellen. Das deutsche Kaiserpaar empfing den /Prinzen Wilhelm von Preußm vor neu hinzutretendes Bataillon in Glciwitz 1. Rate 42000 M., Neubau einer bedeckten Reitbahn in Schweidnitz 37 000 M-, Herstellungen zur vorläufigen Unterbringung eines Bataillon- Infanterie in Lippstadt 3000 M., Neubau einer Kaserne für eine Abtheilung Feldartillerie in Münster 1. Rate 47 000 M., Herstellungen zur Unterbringung einer Trainkompagnie in Münster 35 000 M., Herstellung zur Unterbringung einer Abtheilung Feldartillcrie in Soest 15000 M., Neubau einer Kaserne für ein Bataillon Infanterie in Aachen 682 000 M-, desgl. für eine Feldbatterie in Koblenz 263 000 M., deSgl. für eine Tramkompagnie daselbst 260000 M., Herstellungen zur Unterbringung von 3 Bataillonen Infanterie in Köln 218 000 M., Herstellungen zur Unterbringung einer Feld. artilleric-Abtheilung m Saarlouis 16 000 M , Neubau einer Tagesschau» Freiberg, den 25 April Der deutsche Kaiser fühlt sich wieder so kräftig, daß die Absicht hegt, der Eröffnung des Reichsgerichtsgebäudes Leipzig beizuwohnen. Den beiden Bergführern Stangl und Walch in Berchtesgaden, die anläßlich seines 90. Geburtsfestcs Amtsblatt für die königliche» und städtischen Behörden zn Freiberg nnd Brand Verantwortlicher Redakteur: Julius Braun in Freiberg 40. Jahrgang Dienstag, Sen 26. April eines Kasernemcnts für 2 Eskadrons in Posen letzte Rate 271800 Mk., Her stellungen zur vorläufigen Unterbringung von vier Trainlom- pagnicn in Posen 18 000 M., Neubau einer Kaserne für 1 Mk., Erweiterung der dortigen Trainkaserne 222000 Mk., Kasernirung von zwei Feldbatterien in Erfurt 68940 Mk., Neubau einer Kaserne für 1 Bataillon Infanterie in Halle 1. Rate 38000 Mk., Herstellungen zur Kasernirung einer Train-Kompagnie in Magdeburg 10525 Mk., Herstellung zur Unterbringung von 2 Feldbatterien im Barackenlager bei Glogau 40 000 M, Neubau seiner Abreife nach Dresden, wo der Prinz dem König von Sachsen vorgestern die Glückwünsche der kaiserlichen Majestäten persönlich überbrachte. Anläßlich diese- Geburtstages fand am Sonnabend bei dem Gesandtm Grafen Hohenthal in Berlin eine Festtafel statt, an der die sächsischen Bundesrathsbevoll- mächtigten und Reichstagsabgeordneten theilnahmen. — Die offiziösen »Berliner Pol. Nachrichten" erklären, eS werde dem Fall der Verhaftung des französischen Polizei-Kommissar- Schnäbele eine Bedeutung beigelegt, die ihm in keiner Weise zukomme. Der sensationellen Aufbauschung und Ausbeutung dieser Angelegenheit gegenüber, die augenscheinlich von interes« firter Sette fortdauere, will das Blatt wiederholt betone», daß dazu durchaus kein Grund vorhanden und daß die poli« lisch gutunterrichteten Kreise in Berlin eine sehr bald be vorstehende, aufklärende Darlegung des Hergangs erwarten. — Nach einen der „Straßburger Post" au- Metz zugegangenen glaubwürdigen Bericht erfolgte die Verhaftung Schnäbele-, al« derselbe eben das Haus de- früheren Bürgermeisters Antoine zu Noveant, de- VatcrS des kürzlich ausgewiesenen Thierarzte- Antoine in Metz verließ. Wenn dem so ist, dann gewinnt auch eine Angabe Wahrscheinlichkeit, wonach Schnäbele in den letzten Wochen in verdächtiger Weise in Metz gesehen worden, von wo Antoine jüngst ausgewiesen wurde. Nach einer anderen aus Metz erfolgten MittheÜung wurde dort rin deutscher Be amter verhastet, welcher der Mitschuldige Schnäbrle'S war.— Das preußische Abgeordnetenhaus gmehmigte am Sonnabend in dritter Lesung die Gesetzentwürfe über dir Heranzirhung der Fabrik« zu Wegbauten in der Provinz Sachsen und wegen Bertheilung der Grundstückslasten in Hannover und Herbergordnung für den Dillkrcis. Bei der zweiten Lesung des Volksschullastungsgesches beantragten Abg. Friedberg und Genossen, die Geltung des Gesetzes bis zum Erlaß des DotationsgesetzeS längstens auf 5 Jahre zu be schränken. Im Lauf der Debatte sprach sich der Kultusminister unter Hinweis auf den provisorischen Charakter des Gesetze- gegen diesen Anttag aus. Schließlich wurde die Vorlage durch weg nach den Anträgen der Kommission angenommen. Die nächste Sitzung findet heute statt. Auf der Tagesordnung steht die K-rchcnvorlage. — Das Material, welches die Erhebungen über die Sonntagsarbcit ergaben, soll nebst dem Generalschluß bericht, welcher im Reichsamt des Innern ausgearbeitet wird, in acht Tagen dem deutschen Reichstag zugehen. Die Frage ist sowohl von den verschiedenen Berufen, als innerhalb der selben Berufe, ost ganz entgegengesetzt beantwortet worden. Eine Lösung der Frage bringt also der Bericht nicht. — Für Kasernenbauteu sind im Nachttag zum Militäretat 5479 584 Mk. in Aussicht genommen. Es sollen damit her gestellt werden: Kaserne für 2 Eisenbahn-Bataillone in Berlin 1. Rate 367000 Mk., Exerzierschuppen auf dem Uebungsplatz bei Clausdors 70000 Mk, bauliche Herstellung u. s. w. zur Unterbringung der Verstärkung der Feld-Artillerie in Danzig 45570 Mk., desgleichen für eine Train-Kompagnie in Königs berg i. Pr. 28470 Mk., Kaserne für 1 Bataillon Infanterie in Strasburg i. Weftpr. 1. Rate 14000 Mk. und für Bauten zur Unterbringung des Bataillons 78700 Mk., Bauten zur Unterbringung eines Bataillons Infanterie in Jnowrazlaw 99745 Mark. Herstellungen zur Unterbringung der Garnison- Verwaltung in Thorn 49 605 Mk., Herstellungen zur vor läufigen Unterbringung einer Tcainkompagnie in Spandau 4020 Kavallerie' . Konzett neier (FU z. „Berlin bers letzter >on Saro. n). Spa- Inserate »erden bis Bormittag 11 Mr angenom- TBO mm und beträgt der Preis für die gespaltene Zeile ß FH GH L oder deren Raum IS Pf. h M.w » dern Nachtrag nach sich ziehen würde. So ist zum Beispiel für das Artillerie-Retablissement eine Forderung von etwa 52 Millionen Mar! in den Nachkagsetat eingestellt, ohne daß dabei von weiteren Forderungen für diesen Zweck die Rede wäre. Fachmänner sind aber der Ansicht, daß die in Aussicht genommene Erneuerung und Ergänzung des deut- schm Geschützwesens mit 52 Millionen Mark unmöglich zu bestreiten sei und daß deshalb die genannte Summe nur den Betrag darstellen könne, der etwa in einem Jahre ver braucht werdm müßte. Wenn bierbei keine Nachforderung angekündigt werde, erkläre sich dves aus der noch obwalten den Unklarheit über das, was in den nächsten Jahrm für das Artillerie-Retablissement sich nöthig machen wird. Die politischen Verhältnisse sind Gott sei Dank! jetzt nicht so be- unruhigender Art, daß so schwerwiegende Fragen, wie die Höhe deO Nachttagskredits und das Anleihegesetz über das Knie gebrochen werden müßten und daß eine Herabminde rung der unzweifelhaft sehr weitgehenden Forderungen des Nachtragsetats dem Vaterland Gefahr bringen könnten. Das Unterbleiben der Drkorirung des russischen Ministers von Giers und die Verhaftung des mit den Französlingen in Metz in verdächtigen Verbindungen gestandenen französi schen Polizeikommissars Schnäbele sind doch sicher keine so aufregenden Ereignisse, daß Deutschland einen bal digen Krieg zu gewärtigen hätte und deshalb für Ver- theidigunaSzwecke in aller EL/ seinen Kredit erschöpfen müßte. Von einer Ablehnung dessen, was die deutsche Heeresleitung zum Schutze des Reiches für unerläßlich hält, kann und wird keine Rede sein, wohl aber bedarf es einer innerhalb der Kommission vorzunehmenden ernstlichen und vorurtheilslosen Prüfung, um die Annahme zu widerlegen, daß das Bewußtsein, es diesmal mit einem ungewöhnlich opferfreudigen nationalen Reichstag zu thun zu haben, nicht sehr dringliche Forderungen veranlaßte, die in einem andern Falle nur nach und nach in einer längeren Reihe von Jahren aufgetaucht wären. Es mag für die Reichstagsabgeordneten nicht angenehm sei», die schönste Jahreszeit in dem nicht sehr einladenden Parlamentsgebäude in Berlin zuzubringen s dies dürfte aber eine allzurasche Erledigung des Nachtragskredits um so weniger herbeiführen, als die Arbeiten des Reichstages so wie so nicht vor Pfingsten beendet werden können. Die deutsche Volksvertretung wird sich unmöglich damit be gnügen, in diesem Frühjahr nur Millionen von Ausgaben zu bewilligen, ohne dem Reich gleichzeitig sehr wesentlich erhöhte Einnahmen zu sichern. Leider wird es nicht mög lich sein, das Letztere vor dem Ersteren zu bewerkstelligen. Die Bundesraths-Ausschüsse fingen erst am Sonnabend mit der Bernthunq über die Branntweinsteuer an. Bei der geschäftlichen Behandlung halten dieselben das gleiche Ver fahren inne, wie bei dem Nachlragsctat und dem Anleihe gesetz, d. h. es wird die strengste Geheimhaltung des Ent wurfs und der Kommissionsberathung beobachtet und nichts Verlässiges bekannt bis zu dem Beschlusse des Plenums. Das aber sicht schon jetzt fest, daß sich die Dinge nicht schnell abwickeln werden. Die Angelegenheit wird von den einzelnen Regierungen in ernste und eingehende Berathungen genommen, so daß die Arbeiten im Bundesrath im Wesent lichen von den Informationen der Bevollmächtigten ab hängig sind. Die Branntweinsteuer-Vorlage kann also kaum vor den nächsten 8—10 Tagen dem Reichstage vorgelegt werden. Wann die Zuckcrsteuer an den Bundesrath kommt, ist noch nicht abzusehen. Die Kommission, welche der deutsche Reichstag heute oder morgen mit der Prüfung des Nachtragskredits betrauen wird, braucht sich deshalb wegen des etwaigen frühzeitigen Neichstagsschlusses nicht sehr zu beeilen. Sie hat um so mehr Zeit zu den gründlichsten Erwägungen, als viele Volksvertreter ihre Zustimmung zu neuen erheblichen Mehrausgaben von der Sicherheit der Erzielung größerer Mehreinnahmen des Reiches aus dem Zucker und dem Branntwein abhängig machen werden. 88l«r. ursus 1. Der Nachtragsetat. Die erste Lesung des Nachtragsetats soll an diesem Mtag im Reichstage erfolgen, der damit an die bedenk lichste und folgenreichste Aufgabe der Frühjahrs-Session ßautritt Die strenge Geheimhaltung des Gesetzentwurfs m deutschen Bundesrath ließ schon nichts Gutes ahnen; die Höhe der für militärische Zwecke geforderten Summen hol aber die weitgehendsten Befürchtungen übertroffen. Es A schon in Anbettacht des vorhandenen Defizits der Wchsfinanzen keine geringe Forderung, wenn der Nach- tragsetat 176 Millionen Mark verlangt; in Wirklichkeit handell es sich aber um eine noch wett größere Ausgabe, dam die im Etat gestellten Summen stellen zum Theil m erste Anzahlungen dar, durch deren Bewilligung die des Restes schon mit ausgesprochen werden würde. Bei der Unmöglichkeit, später die weiteren Raten abzulehnen, muß da Reichstag fchon jetzt eine Gesammtausgabe von mehr als 300 Millionen Mark in's Auge fassen. Nach dem ilnleihegesetz sollen rund 172300000 Mark ausgenommen we.den, wozu zunächst 19400000 Mark fortlaufende Aus gaben kommen. In der ersterwähnten Summe sind 29500 000 Mark für die Ergänzung und Verstärkung der Festungen enthalten, wofür aber nach den beigegeoenen Erläuterungen später noch 96 800 000 Mark zu verwenden sein würden. Auch die ansehnliche Forderung von 36300000 Mack für strategische Bühnen stellt nur eine Anzahlung dar, dem für die Finanzperiode 1888/89 sind dafür noch Ausgaben in der Höhe von 30900000 Mark in Aussicht genommen. Dies ergiebt einen Gesammtbedarf von rund 320 Millionen Mark. Genau gerechnet, beliefe sich die dauernde Belastung des Reichshaushalts, welche durch diese Bewilligung bewirkt würde, auf 31 Millionen Mark jähr lich, nämlich auf 19400000 Mark fortdauernde Ausgaben wid auf etwa 11'/, Millionen Mark Zinsen des übrigen, durch Anleihen zu deckenden Betrages. Leichten Herzens bum selbst das regierungsfreundlichste Mitglied des deutschen Reichstages nicht seine Zustimmung einer Vorlage geben, deiche das Reich mit bedeutenden Schulden belastet und zur Ausbringung einer sehr großen Zinsenlast verpflichtet. Auf die 19 Millionen Mark betragenden Mehrkosten in Folge des neuen Militärgesetzes war man allseitig gefaßt; das jetzt so unangenehm überrascht, ist die Höhe der auf- Mehmenden Anleihe für einmalige Ausgaben und diejenige der dafür aufzubringenden Zinsen. In der Militärvorlage deren nur 24 200 000 M. als einmalige Ausgabe für die Durchführung der neuen Heeresreformen veranschlagt; wo bei freilich die erforderlichen neuen Kasernen und ähnlichen Bauten nicht in Betracht gezogen waren. Nach Ansicht mehrerer Berliner Blätter wird der Reichstag gerade bei diesen, unzweifelhaft in dem Nachttagsetat etwas sehr aus giebig vorgesehenen Milstärbaute,l das Bedürfniß und die Wungsfähigkeit auf das Eingehendste zu Prüfen haben. Einer längeren Erwägung scheint auch der Posten von 15613190 M. zu bedürfen, der „zur Steigerung der Lperations- und Schlagfertigkeit des deutschen Heeres" ohne weitere Spezialisirung unter denjenigen einmaligen Ausgaben mit aufgeführt ist, die mit dem Militärgesetz nichts P schaffen haben. Unmöglich kann sich der deutsche Reichs tag hierbei mit der beigefügten kurzen Begründung zufrieden Wen: „Die nebenstehend geforderten Mittel sind bestimmt, diejenige nothwendige Vervollkommnung und Ergänzung des Kriegsmaterials zu bewerkstelligen, welche die Militär verwaltung mit den bisherigen verfügbar gewesenen Mitteln m ausreichendem Maße nicht hat erreichen können." Es steht freilich zu erwarten, daß hierüber in der Kommission uähere Auskunft gegeben wird; das Gleiche dürfte betreffs der Nothwendigkeit der für die Ergänzung und Verstärkung der Festungen verlangten großen Summe von 130 Millionen Mark der Fall sein. Auf nicht geringe Bedenken stößt auch die Absicht, das Reich die Riesensumme von 67 Millionen ur den Bau von strategischen Eisenbahnen hingeben zu Äsen, ohne demselben einen Anspruch auf Verzinsung und Rückzahlung zu sichern und ohne das Eigenthumsrecht des Reiches an den betreffenden Bahnen festzustellen, zu deren Bau die Einzelstaaten nur 5 bis 25 Prozent der Kosten beitragen würden. Unmöglich kann es der Mehrheit des Reichstages ent- Wn, daß für eine vollständige Durchführung der Pläne °er Heeresverwaltung, die sich in der Vorlage kund geben, st.bü 320 Millionen noch nicht hinreichen, daß der jetzige Nachtragsetat, wenn er ungeschmälert Annahme fände, noth- wendig zur Vollendung des Begonnenen noch manchen an