Volltext Seite (XML)
Amts- iiiiii Aiizmckatt für de» Bezirk des Amtsgerichts Eibenstock und dessen Umgebung »»04 ^7 ISS Ab»»«e»e«t oi«rtelj. 1 M. 20 Ps. einschlichl. de» .Jllustr. llnterhaltungsbl."' n. der Humor. Beilage »Seifen blasen"' in der Expedition, bei unfern Boten sowie bei allen Reichspostanstalten. Lelegr.-Adresse: Amt«blatt. Erscheint wöchentlich drei Mal und zwar Dienstag, Donnerstag u. Sonn abend. JnsertionspreiS: die kleinspaltige Zeile 12 Pf. Im amtlichen Teile die gespaltene Zeile 30 Ps. Fernsprecher Nr. 8tt). Verantwortlicher Redakteur, Drucker und Verleger: Emil Hannebohn in Eibenstock. 51. I-Hrgau«. - Dienstag, den 18. Oktober Verordnung, die Landestrauer für Te. Majestät weiland König Georg betreffend. Im Hinblick aus daS Ableben Sr. Majestät des Königs Georg werden sämt liche Obrigkeiten, die eS angeht, hierdurch angewiesen, innerhalb des Bereichs ihrer amt lichen Wirksamkeit dafür Sorge zu tragen, daß die durch das Gesetz vom 25. April 1904 für den Fall des Ablebens des Königs über die Landestrauer getroffenen Bestimmungen alsbald in Vollzug gesetzt werden. Hierbei wird bestimmt, daß das in 8 2 des Gesetzes vorgeschriebrne Trauerlauten von Sonntag, den 16. Oktober bis einschließlich Sonn abend, den 29. Oktober 1904 stattfindet und der in 8 b des angezogenen Gesetzes vorge sehene Trauergottesdienst am Sonntag, den 23. Oktober 1904 abzuhalten ist. Oeffentliche Musik sowie öffentliche Lustbarkeiten und Schauspielvorstellungen sind nach 8 3 des Gesetzes bis mit Dienstag, den 18. Oktober 1904 sowie am Tage der Beisetzung Mittwoch, den 19. Oktober 1904 . einzustellen. Dresden, am 15. Oktober 1904. Die Ministerien des Innern und des Kultus und öffentlichen Unterrichts. v. Metzsch. v. Seydewitz. Wahlen von Abgeordneten der Landgemeinden zur Bezuksversammlung betr. In Folge Ablaufs der Wahlperiode scheiden mit Ende des laufenden Jahres die Herren Aaörikant 6. V. Lissslinx in Jernsöach, — Wahlbezirk l — Hemetndevorstand llsrrmaiul in Lanier und Hemeindevorstand Oslsnsr in Aermsgrün, — Wahlbezirk II — Hlasyüttendireklor Voss in Garksfeld, - Wahlbezirk VII - Javrikant Lnxort in Kundshüvel, — Wahlbezirk IX und Hemeindevorstand, Kommerzienrat vanss in Aueryammer — Wahlbezirk X — als ländliche Abgeordnete zur Bezirksversammlung aus und sind daher in den in der An fuge sub O bezeichneten ländlichen Wahlbezirken Neuwahlen vorzunehmen. Die Wahl der Abgeordneten wird unter Leitung des für den einzelnen Bezirk er nannten, in der Beifuge sub O mit namhaft gemachten Wahlkommissars durch die Vor stände bez. deren Stellvertreter der im Bezirke gelegenen Gemeinden und die Besitzer der jenigen, vom Gemeindeoerbande ausgenommenen Güter, welche nicht unter den Höchst besteuerten — d. h. denjenigen selbständigen Personen, welche im Bezirke an direkten Staatssteuern den Betrag von mindestens 300 M. entrichten — stimmberechtigt sind, bewirkt. Für Gemeinden von 500 bis 1000 Einwohner tritt außer dem Gemeindevorstande bez. dessen Stellvertreter ein von dem Gemeinderat gewählter Wahlmann der Wahlver sammlung zu. - In gleicher Weise wird weiter für jede Vollzahl von Tausend Einwohnern über Ein Tausend ein zweiter, dritter, vierter u. s. w. Wahlmann außer dem Gemeindevorstande gewählt. Solches wird mit dem Bemerken bekannt gegeben, daß den weiteren Verfügungen der Wahlkommissare innerhalb ihrer Bezirke nachzugehcn ist. Schwarzenberg, am 8. Oktober 1904. Königliche Amtshanptmannschaft. Demmering. Lr. O i. Wahlbezirk: Bernsbach, Beierfeld und Obersachsenfeld. Wahlkommissar: Herr Gemeindevorstand Scherstg in Bernsbach. II Wahlbezirk: Lauter, Bermsgrün und Neuwelt. Wahlkommissar: Herr Gemeindevorstand Kerrmann in Lauter. VII. Wahlbezirk: Sosa, Wildenthal und Carlsfeld mit Weitersglashüttc. Wahlkommissar: Herr Gemeindcvorstand Brandt in Carlsfeld. IX. Wahlbezirk: Oberstützengrün, Unterstützengrün und Hundshübel. Wahlkommissar: Herr Gemeindevorstand Ileiu-ardt in Oberstützengrün. X. Wahlbezirk: Bockau, Schindlers Blaufarbenwerk, Blauenthal, Wolfsgrün, Neudörfel und Auerhammer. Wahlkommissar: Herr Gemeindevorstand, Kommerzienrat Lauge in Auerhammer. Oessentliche Sitzung des Bezirksausschusses zu Schwarzenberg findet Sonnabend, d. 2S. Hktoöer dieses Jahres, von nachmittags 3 Mr an im Verhandlungssaale der unterzeichneten Amtshauptmannschaft statt. Schwarzenberg, am 15. Oktober 1904. Königliche Amtshauptmannschast. Demmering. Lr. Traueraktus der Handelsschule und der Zuieigabteilung der Kgl. Kunstschule Plauen zu Eibenstock. DienStaa, de« 18. Oktober, werden die unterzeichneten Anstalten vormittags S Uhr im Zeichensaale der «unstschnle einen AktuS zum Gedächtnis des hochseligen Königs Georg veranstalten. Die Herren Prinzipale, die geehrten Behörden und Eltern werden zu dieser Feierlichkeit ergebenst eingeladen. Die Handelsschule: Die Zweigabteilung der Kgl. Kunstschule: Max Ludwig. Illg««. «neisel. Dienstag, den 18. Oktober 1904, nachmittags 4 Uhr soll im Katek „zum Englischen Kost' hier ein daselbst eingestelltes Sopha mit rotbraunem Uebcrzug an den Meistbietenden gegen sofortige Barzahlung versteigert werden. Eibenstock, am 17. Oktober 1904. Der Gerichtsvollzieher des Königlichen Amtsgerichts. König Heorg Eine lrauervolle Sunde durchhallte am Sonnabend morgen die Lande. Se. Maj. unser König Georg ist dem schweren Leiden, da» ihn bereit« seit längerer Zeit an da« Krankenlager fesselte, erlegen und in der Nacht vom Freitag rum Sonnabend aus seinem Schlosse Pillnitz sanft entschlafen. Dem Tode war am Freitag die Bestellung de» Kronprinzen Friedrich August zum Stellvertreter bezüglich aller Regierungsgeschäfte unmittelbar vorausgegangen. L« war dieser Akt ein Ausfluß der nimmer rastenden Fürsorge de» greisen Monarchen für sein Land. König Georg fühlte, daß er in seinem kranken Zustande der Bürde der Regierung»geschäste nicht mehr gewachsen war, und so faßte er den Entschluß, die Zügel der Regierung in die jüngeren und kräftigeren Hände de» Kronprinzen Friedrich August zu legen. Da« außerordentliche Pflicht- und Verantwortung»<Gefühl de« hohen Toten duldete e« nicht, ein Amt formell weiter zu führen, zu dessen tatsächlicher Verwaltung ihm die Kräfte fehlten. Von frühester Jugend bi» in sein späte« Alter zeichneten den verstorbenen Monarchen ein reger Arbeit»eifer und ein un ermüdlicher Tätigkett»drang au». Kein Detail der RegierungS- geschäste entging seinem Weitblicke und seiner Umsicht. König Georg ist im 73. Leben«jahre dahingeschieden. Mit ihm ist der letzte der hervorragenden fürstlichen Heerführer au« der großen Zeit der Wiedergeburt de« einigen Deutschen Reiche« dahingegangen. Trauernd steht Sachsen« Voll an der Bahre de« Verblichenen, hat er sich doch durch seine strenge Rechtlich, kett, durch sein hochentwickelte« Pflichtgefühl, durch seine echt- deutsche Treue in der kurzen Zeit seiner Regierung da» unein geschränkte Vertrauen, durch die Milde seine» Regiment« die Liebe seiner Sachsen in vollstem Maße zu erwerben gewußt. Bon de« Glücke« Sonn, aber ist König Georg in seinen letzten Lebensjahren wenig zuteil geworden, und die ganze Zeit seiner Regierung war fast eine ununterbrochene LeidenSzeit für den hohen Herrn. Doch selbst in den schwersten Prüfungen war er un« ein hehre« Beispiel männlicher Standhaftigkeit, unerichütter- lichen Gottvertiauen«. Nun ruht er au« von allen Erdcnsorgen und allem Erdenleid. Durch den Tod König Georg« geht die Krone aus den Sohn de« hohen Verstorbenen, unseren bisherigen Kronprinzen Friedrich August, über. König Friedrich August III., al« welcher er den Thron besteigt, steht im 40. Lebensjahre, befindet sich also in der Vollkraft der Jahre. Möge ihm eine recht lange und gesegnete Regierung beschiedcn sein! Ueber die letzten L e b e n »st u nd e n und den Tod de« verewigten König« wird au« Pillnitz geschrieben: Bereit« im Lause de« Freitag steigerten sich die KrankheitSersckeinungen in besorgniserregender Weise, die Beklemmungen und Kurzatmigkeit nahmen gegen Abend beträchtlich zu und c» traten zuweilen vorübergehende Bewußtsein«stSrungen ein. Abend« 7 Uhr sprach der Hohe Kranke den Wunsch au», daß Ihre K. und K. Hoheit die Frau Erzherzogin Maria Josepha und Se. Königl. Hoheit der Prinz Max telegraphisch gerufen werden möchten. Kurz nach 7 Uhr traf Ihre Majestät die Königin - Witwe in Pillnitz ein und um 8 Uhr wurde Sc. Majestät mit dem heiligen Abendmahl und dem Apostolischen Segen »ersehen. Bei dieser heiligen Handlung waren zugegen: Ihre Majestät die Königin-Witwe, sowie Ihre Königl. Hoheiten der Prinz Johann Georg und die Prinzessin Mathilde. Unmittelbar daraus verschlimmerte sich der Zustand und die kurz nach 10 Uhr von den «erzten festgestellte Herzschwäche veranlaßte dieselben, die Hohen Angehörigen, die Damen und Herren de» Dienste« sowie den Geistlichen an da« Krankenlager rufen zu lasten. Der Geistliche sprach die Sterbe gebete. An der rechten Seite de« Bette« knieten Ihre Majestät die Königin-Witwe, Ihre Königl. Hoheiten der Kronprinz und der Prinz Johann Georg, am Fußende de« Bettes Ihre Königl. Hoheit die Prinzessin Mathilde. Unmittelbar hinter den Aller höchsten und Höchsten Herrschaften knieten die Damen und Herren der Umgebung, die Dienerschaft hatte sich in den anstoßenden Zimmern versammelt. Bei Sr. Majestät dem Könige war volle Bewußtlosigkeit eingetreten, jedoch war der Pul« allmählich, wie von den Leibärzten beobachtet wurde, noch stundenlang fühlbar. Erst nach Mitternacht nahm die Herzkraft schneller ab und 2 Uhr 25 Min. wurde Se. Majestät durch einen sanften Tod von Seinem schweren Leiden erlöst. Die Leibärzte meldeten, daß Se. Majestät verschieden sei, worauf die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften an da» Sterbelager näher herantraten und dem Hohen Ent schlafenen die Hand küßten. Darauf zog sich die Königliche Familie zurück. * * * Die Uebersührung der Hohen Leiche Sr. Majestät de« hochseligen König« Georg von Pillnitz nach Dre-den wird Montag, den 17. Oktober mittel« Dampfschiff« erfolgen und zwar so, daß die Hohe Leiche abend« 8 Uhr in Dresden eintrifft, wo die feierliche Uebersührung nach der katholischen Hoskirche stattfindet. Die Beisetzung de« hochseligcn König« wird Mittwoch, den 19. Oktober, abend« 8 Uhr, in der katholischen Hoskirche erfolgen. Pra»l»m«ttone«. Dresden, 16. Oktober. Da« »Dresdner Journal" ver öffentlicht folgende Erlasse: Wir, Friedrich August, von Gotte» Gnaden König von Sachsen re., tun hiermit kund und zu wissen: Nachdem durch Gotte« unerforschlichen Ratschluß de« Allcrdurchlauchtigsten König» und Herrn Georg, König« von Sachsen, Unsere« viel geliebten