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Juli die Wohngebäude deS sogenannten „MichelgnteS" in dem angrenzenden St. Michaelis zerstörte. Man vermuthet, daß dieses Schadenfeuer von ruchloser Hand angelegt worden sei. — Am 11. Juli wurde das etwas über 1 Jahr alte Töchterlein des Bergmanns Schüttig in Oberzug, welches seinen schnellen Tod in dem Wasser deS KunstgrabenS ge funden hatte, öffentlich beerdigt. Ein OjährigeS Schwesterchen sollte in Abwesenheit beider Eltern die Aufsicht über das Kind, welches noch nicht allein gehen konnte, führen. Letzteres kam beim Herum- kricchen dem Graben zu nahe und stürzte hinein. Als Leiche wurde es herausgezogen; denn alle Wiederbelebungsversuche des wackern Arztes blieben wirkungslos und vergeblich. — Am heutigen Tage feierte der bergmännische KrankenuntcrstützungSvcrein zu Brand sein Jahresfcst in bekannter kirchlicher Weise. In dem Festzuge waren fast alle hiesigen Vereine vertreten. An dasselbe schloß sich in der Mittagsstunde die Feier eines goldnen Ehejubiläum-. Am 7. p. Drin. des Jahres 18ll war nämlich der WirthschaftSbefitzer und Bergmann Christian Wilbelm Linse zu Erbisdorf mit seiner Gattin in der Kirche zu Erbisdorf öffentlich getraut worden, an welche feierliche Handlung der heutige Tag das Jubelpaar ernst und feierlich erinnerte. Aus besonder« Gründen hatte das Jubelpaar eine Feier im Gotteshause selbst abgelehnt. Daher be gann auf einem hochliegenden freien Platze vor "dem Wohngebäude, beschattet und eingeschlossen von hohen Bäumen, das hiesige Kirchen- sängerchor, freundlich begleitet vom Bcrgmustkchore, die Jubelfeier mit einem Choralgesange. Dgrauf hielt Herr l?. Colditz eine kurze und würdige Ansprache an das unter dem sonnigen, blauen Himmel sitzende, tiefgerührie Jubelpaar, über welches nach herzlichen Glückwünschen der uralte Segen der Kirche feierlich ausgesprochen wurde. Außer den zwei Ortsgeistlichen waren anwesend die Ver treter der Gemeinde zu Erbisdorf, welche dem Jubelpaar als ein Zeichen der ehrenden Theilnahme einen sinnig bekränzten Ruhestuhl übergaben; der Stadtrath zu Brand überreichte demselben, dessen Wohngebäude nämlich ganz nahe bei, man könnte fast sagen in Brand liegt, ein eingeramtes Gedicht (von C. Graupner). Sehr viele Freunde und Bekannte hatten die greisen Eheleute jdurch Wünsche, Kränze, Gedichte und angemessene Geschenke erfreut. Die ernste Feier schloß mit einer Motette von Bergt: „Danket dem Herrn!" Später wurde von den zahlreich anwesenden Freunden und Sängern eine Polonaise auf dem schattigen Raume unter Gottes freiem Himmel nach den taktvollen Tönen der Blasinstru mente ausgeführt, woran das Jubelpaar ebenfalls theilnahm. Der Jubelgreis ist 55 lange Jahre hindurch als Bergmann angefahren und genießt seit etwa zehn Jahren der wohlverdienten Ruhe. Obgleich die Last der Jahre seinen Rücken gekrümmt und sein Haupthaar gebleicht, so verbindet er doch einen heitern Sinn mit geräuschloser Thätigkeit und reinsittlichem Wandel. Biel rüstiger noch ist die Gattin, deren tiefschwarzes Haupthaar der Jubelkranz schmückte. Arbeit, Kummer und schwere Sorgen scheinen ziemlich spurlos an ihr vorübergegangen zu sein. (Nur erst im vor. Monate wurde das Wohnhaus ihres Schwiegersohns ein Raub des zünden den Blitzstrahls.) Gott schenke dem wackern Jubelpaare einen ruhigen, heitern und seligen Lebensabend! Dresden, 18. Juli. Die Zweite Kammer beendete heute die Debatte über den Bau einer Staatsbahn von Chemnitz nach Annaberg und verwarf den Antrag der Minorität der Deputation, die Bewilligung zur Zeit abzulehncn, mit 47 gegen 20 Stimmen. Dresden, 17. Juli. (D.J.) Uebrr den hiesigen Aüfenthqlt des durch sein Attentat auf de« König- von Preußen Majestät in so trauriger Weise bekannt gewordenen Leipziger Studenten Becker geht unS voN hier aü- verlässiger Quelle folgende Mittheilung »u: „Bl- OSkär Becker, ctM 17 Jahre alt, nach Dresden kam, zeigte er sich zwar nicht unbegäbt, theilweise wohl unterrichtet und strebsam, aber eS fehlte ihm, wie den meisten ruifischen Gymnasiasten, grammatische uNd logische Zucht: Alle« war ihm cönfuS und unklar. Dazu kam noch die unglückliche Marotte, immer in höher«, ihm noch unzugänglichen Gebieten geistige Nahrung zu suchen, und eine grenzenlose Eitelkeit und Geniesuckt, so daß seine, davon nicht sehr erbauten Altersgenossen wenig mit ihm verkehrten. Don religiöser oder politischer Exaltation, die in jungen Leuten diese- Alters manchmal hervortritt, war in seinen schriftlichen Expektorationen, in denen er sein inneres Wesen sehr naiv bloS legte, nichts zu bemerken. In seinen Neigungen und Plänen war er höchst ver änderlich und unstät. Die verschiedensten Berufswege waren eS, die er zeitweise und eine kurze Zeit stets mit rücksichtslosem Eifer ins Auge faßte. In der letzten Zeit seine- Dresdner Aufenthaltes hatte er in Folge tüchtiger Arbeit an Klarheit gewonnen. Dies erklärt die spätere Befähigung zu gelungenen Arbeiten auf der Universität, die man ihm früher nicht zutrauen konnte. UebrigenS war sein Betragen, mit Ausnahme einzelner, mehr lächerlicher al- unsittlicher Aeußernngen eines dünkelhafren Eigenwille««, durchaus gesittet, trotzdem daß er im letzte» Jahre außerhalb der Schule ohne specielle Aufsicht sich selbst dirigircn mußte. Doch würde auch die gewissenhafteste Aufsicht aus seine innere EntwickeKtng keinen großen Einfluß gehabt habe». Denn wenngleich der Autorität gegenüber äußerlich höflich, fügsam, suchte er sich doch in sich selbst- genügsam, vielleicht, ohne sich dessen klar bewußt zu sein, von jeder Autorität zu emancipiren. Unklarheit und Eitelkeit, wodurch un endlich viele nicht unbegabte Menschen zu Grunde gehen, haben ihn wahrscheinlich auf den'Weg geführt, auf welchem er zum Verbrecher wurde." Aus Elterlein schreibt der dortige HilfScomit«: „Für die hiesigen armen Abgebrannten sind bereit- so reichliche Spenden eingegangen, daß wir uns gedrungen fühlen, schon vorläufig unsern wärmsten Dank auszudrückcn. Große Sorge und Noth ist bereit- durch die empfangenen Liebesgaben gemildert worden. Dadurch daß wir die eingegangenen Naturalien und Kleidungsstücke nach gewissenhafter Bemessung vertheilt, die Gelder aber anfangs zur Beschaffung von Brod und je nach Wunsch der Bedürftigen als Vorschüsse zu Anschaffung von Handwerkszeug und andern Wirth- schafsgeräihe rc. verwendet haben, glaubt der Comitt seiner Aufgabe bis jetzt sowohl rm Sinne der Geber, als zur Zufriedenheit der Empfänger seiner Pflicht nachgekommen zu sein. Eine vollständige endliche Vertheilung, sowie QuittungSablegung kann aber natürlich erst dann erfolgen, wenn die Sammlungen beendet sind." Wie aus Köln berichtet wird, hat der geh. Commerzienrath Abraham Oppenheim aus Veranlassung der Rettung des König- aus Lebensgefahr dem Vorstande des „Nationaldankes" die Summe von 5000 Thlrn. in 4^/,procentigen rheinischen Prioritäten als eine Stiftung zu dem Behufe überwiesen, daß jedes Jahr am 14. Juni eine Speisung von Invalide» für de» Betrag der Zinsen stattfinde. Am dritten Sängerfesttage finden in Nürnberg wichtige Be- rathungen statt. Von dem Liederdichter Müller von Werra, der lm vorigen Jahre in Coburg die Anregung zu dem Nürnberger FAe gab, sind folgende Anträge übermittelt worden: I Die deutschen Sanger, resp deren Vertreter, beschließen: die Gründung eine- allgemeinen deutschen Sängerbundes. Der Zweck desselben tst: 1) Die Förde rung des deutschen BolkSgesangwesenS im In- und AuLiands mit