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MivergerAitzeigsx und Taaeblatt und Tageblatt AvUSdlatt lür die üniMell Md städtischen Behörden zu Frciderg Md Braud. — bl. Jahrgang. — 17 Mittwoch, deu 1. Februar. HLH/V ü »riwemt j«I /Vo VI« -ndn-n L< ' j -wklwonvlll Verwalter bis zum Anzeige z« machen. Le* Etadtrath. Vr 8ot»r«tter. Bgm tdr» WoLniiag Ab Md» st.» ihr für Leo °a. Urei» vimeljährltw S Ml. Sb Psg. US 1 Ml. 50 Pfg. u. »mwonarlich7öPig. 14. Februar 1809 La» Königliche Amt-gericht »« vrand. , . Bekannt gemacht durch den Gerichtsschreiber: Exped. Die Staatsgruudsteuer und die Gemcindeanlagen vom Grundbesitz für 1. Termin 1VV9 sind mit 2 Pfennig von jeder Steuereinheit, beziehentlich mit 1 Prozent des festgestellten Nutz- «rtrageS in der Zeit vom 1. dis mit 14. Februar V. I. an .das Stadtsteueramt hier zu tntrtchten. Freiberg, am 80. Januar 18SS. dabei wirklich nicht mehr sagen. Die Konservativen beleuchteten heute besonders die antimonarchische Seite der Sozialdemokratie, und Graf Mmkowström errang sich den jubelnden Beifall seiner Parteifreunde, als er mit Emphase erklärte: „Nur über unsere Leichen führt der Weg zur Republik.* Nach dieser Episode, die allerdings den größeren Theil der Sitzung aussüllte, wurde eS furchtbar öde. Viel trug dazu bei der Umstand, daß Herr Lieber (C.) als Referent fungirte. Herr Lieber, der übrigens seinem Ruse als Flotteneuthusiast alle Ehre machte und für die unveränderte Bewilligung des EiatS eintrat, behält leider seine wuchtige und eindringliche Redeweise, mit der er bei wichtigen Fragen oft großer rhetorische Erfolge erzielt, auch bei den nebensächlichsten Dingen bei, und das wirkt aus die Dauer ermüdend, ja einschläfernd. Er unterstreicht jedes Wort und macht dazwischen solche Pausen, daß die Stenographen sich nach jedem Schristzeichen einmal um ihre Achse drehen könnten, ohne in Zeitbedrängniß zu gerathen. Alle- in allem: So in teressant Herr Lieber sonst als Redner ist, als Referent ist er unleidlich, denn kein Mensch kann es aus die Dauer aushalten, so wichtige Fragen, wie z. B. die, ob die Marineverwaltung sich die nöthigen Räume hier oder da miethen soll, mit einem solchen rednerischen Kraftaufwand erörtern zu hören. Dazu kam, daß die sachliche Debatte nur sehr unwesentlich war. Die Vertreter der Seestädte Danzig und Kiel, Rickert und vr. Hänel (fr. Vg.), brachten die Schmerzen einiger Beamtenkategorien in Bezug auf Gehalt und Beförderung zur Sprache, und I)r. Paasche (nl.) interpellirte über die Weitersührung des Baues von Ärbeiter- mohnungen. Staatssekretär Tirpitz und Admiral Büchsel gaben im allgemeinen befriedigende Auskünfte, so daß es gelang, den Maruieetat in vorgerückter Stunde zu erledigen. Aus Einzelheiten glauben wir auch heute nicht eingehen zu sollen. , Verantwortliche Leitung: Georg Burtharvt. — In ««rare werden btt Vormittag " Km 1 angenommen. Preis für die So-ltz-il- M- KOv b «uherhalb d«S Konkursverfahren. u.k, I«, d« Dich»,« und «E u.°E KleinhartmannSdorf, wird heute am 89. Januar 1899, vormittags 11 Y De/Gutsbesitzer Noack in ErbiSdorf wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungeu sind biS zum 88. Februar 1899 bei dem Gerichte anzumelden. . . „der die Wahl «i«» Es w.rd zur Beschlußfassung über d.e Beibehaltung Atreteud« anderen Verwalters sowie über die Bestellung emeS Gl^bigerausfch st Falle- über die in 8 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände aus de« 18. Februar 1899, vormittag» 9 Uhr und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf den 1t. Mär, 1899, vormittag» 9 Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. «... «.nu ad« «u Allen Personen, die eine zur Konkursmasse gehörige Sache s" desitz ^abe^ Konkursmasse etwas schuldig sind, wird ausgegeben, nichts an den mA den For^v- oder zu leisten, auch die Verpflichtung auserlegt, von dem Besitze ^r und von^n ungen, für die sie auS der Sache abgesonderte Befriedigung rn Anspruch nehmen, dem Kontur». Politische Umschau. Freiberg, den 31. Januar. Prinz Heinrich hat am 27. vor. Monats mit seiner Gemahlin das deutsche Findelhaus „Bethesda* zu Hongkong be sucht und dem Vorsteher Namens des deutschen Kaisers 5000 Mark als Geschenk für die Anstalt überreicht. Die Grabstätte des Fürsten Bismarck ist jetzt im Aeußern fertig gestellt; im Innern werden die Handwerker noch längere Zeit zu thun haben, und die Ausschmückung des Platzes wird erst im Frühjahr erfolgen können. Die „Gruftkapelle" — wie sie von dem Bauherrn, dem Fürsten Herbert, genannt ist — gewährt mit dem dahinter liegenden Walde in ihren edlen romanischen Formen einen erhebenden Anblick. Eigen ist in diesen Wochen auch das Bild, welches sich nach Eintritt der Dunkelheit crgiebt: dann zeigen sich die Fenster der Kapelle und des Thurmes in düsterem Roth erleuchtet durch die Gluth der Oefen, welche im Gebäude aufgestellt sind und auch die Nacht hindurch geheizt werden, um das Austrocknen der Mauern zu beschleunigen. Diese sind von ungewöhnlicher Stärke und Festig keit, und das auch in allen Einzeltheilen mit der größten Sorgfalt errichtete Gebäude gewährt den Anschein, Jahrtausenden Stand bieten zu können. Die bisherigen Abbildungen geben, zumal bei dem noch ganz unfertigen Zustande der Umgebung, den harmonischen Eindruck, welche« der Bau in Wirklichkeit macht, leider nicht wieder; mit Rücksicht auf die starke perspektivische Verkürzung, die photographischen Bildern eigen ist und besonders bei Wieder gabe von Gebäuden zur Geltung kommt, wird bei künftigen Auf nahmen der Platz vom Photographen mit besonderem Bedacht ausgewählt werden müssen. Die „Leipz. Jllustr. Ztg." brachte kürzlich neben der Reproduktion einer Photographie eine Mit- theiluug über den Kapellenbau, die einige unrichtige Angaben enthielt. Der Hügel, auf welchem das Gebäude steht, heißt nicht, wie dort gesagt wurde, der „Schncckenberg". Letzterer ist viel mehr eine kleine künstliche Anhöhe hinter der Anhaltiner Hirsch gruppe, in früherer Zeit mit einem schneckenförmigen Wege und einer Flaggenstange ausgestattet, später aber gesperrt und auf geforstet, weil von dieser Höhe aus die Vorgänge im Fürsten- Dtt Marille-Etat im Reichstag. nk. Berlin, den so. Januar. Der Marine-Etat, der heute zur zweiten Beratbung stand, hatte ein zahlreiches Publikum auf die Tribünen gelockt, während daS HauS nur mäßig besetzt war. An den Bundesrathstischen herrschte natürlich die Marineunisorm vor, und eS gab einen merkwürdigen, fast drastischen Anblick, al- die winzige, unschein bare Gestalt de- Reichskanzlers aus der Bildfläche erschien und die wetterfesten Hünengestalten der Seeoffiziere, mit dem Admiral Tirpik an der Spitze, sich ehrfurchtsvoll vor ihm verneigten. Die heutige Verhandlung bestand aus zwei scharf getrennten Theilen, einem langwelligen, der die Marine zum Gegenstände hatte, und einem interessanten, der nichts anderes war als eine >— Sozialsstendebatte. Die Veranlassung zu ihr gab ein beim Titel „Staatssekretär" von Aba. Singer (soz.) zur Sprache ge brachter Erlaß des Danziger Werstdirektors, in dem den Werft arbeitern bei Gelegenheit der letzten Stichwahl zum Reichstag empfohlen wurde, „für den staatserhaltenden Kandidaten Danzigs, den treuen Bürger dieser Stadt" zu stimmen. Daß dieser von amtlicher Seite so warm empfohlene staatserhaltende Kandidat Niemand anders als Herr Rickert (sr. Vg.) war, mußte die Ange legenheit für Alle, die einigermaßen Sinn für politischen Humor haben, nur noch interessanter machen. Herr Rickert selbst übrigens schien sich in seiner neuen Nolle als „Negierungsschützllug" ganz behaglich zu fühlen, denn der noch mehr „marinesromme" als militärsromme freisinnige Vertreter Danzigs schmunzelte vergnügt, als Singer die an ihm von einem hohen Beamten der Marme- verwaltung entdeckten Vorzüge zur Kenntniß des Reichstages brachte, während jein alter Freund und Widersacher Eugen Richter — schlief und deshalb nichts davon hörte; als eine be sonders starke Lachsalve der Sozialdemokraten ihn weckte, war das Beste bereits vorüber. Herr Rickert wurde durch die Sache in der That in eine glückliche Lage versetzt. Während er nach der rechten Seite hin durch das Eingreifen des Werftdirektors ,in eindringlicher Weise empfohlen wurde, konnte er sich nach der linken Seite hin durch eine scharfe Verurtheilung der Wahl beeinflussung in ein gutes Licht setzen, was er natürlich nicht versäumte. Aber auch Admiral Tirpitz desavouirte den ihm unterstellten Beamten, dem er seine Mißbilligung zu erkennen gegeben habe, und die Abgg. Gröber (C.), Bassermann (natlib.) und Werner (Ncfp.) gaben für ihre Fraktionen ziemlich scharfe Erklärungen ab, die das Vorgehen des Direktors als durchaus unzulässige Wahlbeeinflussung verurtheilten. Ans den entgegen gesetzten Standpunkt stellte sich dagegen die Rechte durch ihre Wortführer Graf Klinkowström (k.) und Frhr. v. Stumm (Rp.). Letzterer ging sogar soweit, die Stellungnahme des Staatssekretärs in dieser Frage entschieden zu bemängeln, wogegen sich Basser mann (nl.) wendete, und was Singer (soz.) sogar zu der Be merkung veranlaßte, daß das eine an eine höhere Adresse gerichtete versteckte Denunziation sei. Das Präsidium war heute auffallend milde gestimmt, denn Herr v. Frege rief Singer für diese Aeuße- rung nicht zur Ordnung, sondern machte den „verehrten Herrn Kollegen" nur darauf aufmerksam, daß sie kaum parlamen tarisch sei. Die Auslassungen der rechtsstehenden Redner, die den in Frage stehenden Erlaß lediglich als einen durchaus berechtigten, wohlgemeinten Rath an die Untergebenen charakterisirten und cs für die Pflicht der Staatsbetriebe erklärten, ihre Arbeiterschaft von Sozialdemokraten frcizuhalten, einerseits, und die Behauptung Singers andererseits, daß jener Erlaß mit einer durch keine Sachkeuntniß getrübten Unbefangenheit geschrieben sei und daß der Verfasser desselben nicht das ABC der Sozialdemokratie kenne, brachten dann eine regelrechte Sozialistendebatte zustande, in die außer den oben genannten Rednern der Rechten und äußersten Linken, die jeder mehrmals sprachen, noch Molkenbuhr (soz.) eingl iff. Hageldicht sausten die Hiebe hinüber und herüber zum großen Vergnügen der unbetheiligten Parteien und der Tribünenbesucher, die ja immer auf die Momente lauern, in denen es etwas lebhafter zugeht. Was da vorgebracht wurde, waren natürlich alles olle Kamelle», denn etwas Neues läßt sich Hause mit Fernröhren und Spiegeln beobachtet wurde«. Die Grustkapelle liegt aber jenseits deS tiefen Hohlwege» auf einer fre,« Fläche oben am Waldrand«. An der verhältnißmäßig weittu Aus sicht, die sich von dort aus daS Thal und den gegenüber hmh ansteigenden Wald bietet, hat Fürst BiSmarck sich ost, auch noch tu den letzten Jahren, erfreut und hervorgehoben, daß man dorr fast alle Wahrzeichen von FriedrichSruh sieht: das Fürstenhaus, dir Parkbäume, Post, Bahn, Oberförsterei, ThurmhauS, den Aue- fluß und jenseits den hohen Eichenwald, der wie ein großer Kranz das Bild deS Thales einfaßt und in dem der Fürst, wie er sich ausdrückte, jeden einzelnen Baum „persönlich kannte . Zu der Stelle, an der jetzt seine Ruhestätte mit liebevoller Sorg« und in seinem Sinne bereitet wird, hat der Fürst vor viele« Jahren einen bequem ansteigenden Weg für seine Gemahlin an legen und oben eine Bank anbringen lassen, dir noch steht. Ma« wür e, wenn er die Wahl dieser Grabstätte nicht selber getroffen, sondern freigtstellt hätte, einen geeigneteren Platz in FriedrichS ruh nicht gesunden haben als diesen, über den deS Fürsten Wort bekannt geworden ist: „Dort erlebe ich noch etwas, da Hörr ich noch die Eisenbahn." Der Wortlaut seiner letztwilligen Ver fügung ist, soweit sie sich auf den Begräbnißplatz bezieht, nickt sogleich nach dem Tode bekannt gegeben worden, um damals einem zu großen Andrange vorzubeugen; ihr voller Text lautet: „Letztwillige Verfügung. FriedrichSruh, 15. Juni 1896. Für den Fall meines Todes bestimme ich Folgendes: Ich will auf der westlichen Seite deS Hohlweg» jenseits drr Eisenbahn auf dem hohen Acker in der Ecke begraben sein. Als Grabschrist wünsche ich:, „Fürst von Bismarck, geboren den 1. April 1815, gestorben ....", und den Zusatz: „ein treuer deutscher Diener Kaiser Wilhelm» I." von Bismarck." Zu den Gerüchten von einem Kanzlerwechsel schreibt dir „N. A. Z.": „Seit einigen Wochen beschäftigt sich die Presse mit Gerüchten, wonach der Herr Reichskanzler seinen Rücktritt in- Auge gefaßt haben soll. Einige Blätter wissen sogar schon den Tag des Rücktritte» anzugeben. Wir sind zu der Erklärung ev- mächtigt, daß auch diesmal die Gerüchte über einen Kanzlerwechsel völlig unbegründet sind." — Die Gerüchte traten diesmal, wie bekannt, in parlamentarischen Kreisen auf, die man für gut unterrichtet halten konnte. Sie gründeten sich nicht auf eine an gebliche Krisis in politischem Sinne, sondern auf eine angebliche Aeußerung des Kanzlers selbst, die bei seinem hohen Alter wohl Anspruch auf Glaubwürdigkeit erheben konnte. Ueber den Inhalt des im ReichSamt des Innern fertig ge stellten Gesetzentwurfs, welcher die soziale Fürsorge auf die kaufmännischen Geschäfte ausdehnt, vev» lautet, die Angestellten in kaufmännischen Geschäften sollen täglich obligatorisch zehn Stunden ununterbrochene Ruhezeit erhalten, ferner eine Stunde Mittagspause, falls sie nicht im Geschäft essen. Ausnahmen sollen nur bei der Sonntagsruhe, zu Weihnachten, an Jnventurtagcn rc. zulässig sein. Vor allen Dingen sollen aber auf Antrag von zwei Drittel der Geschäftsinhaber einer Stadt die Kommunalbehörden, also nicht die Ortspolizeibehörden befugt sein, während der Zeit von 8 Uhr Abends bis 6 Uhr Vormittags oder während bestimmter Stunden dieser Zeit abso luten Geschäftsschluß mit gleichzeitigem Verbot jeder Art von Feilbietung und des Hausirens in den Restaurants anzuordneu. „Zur Ordnung« ruft der „Vorwärts" den ReichStagS- praudenteii Grafen von Ballestrem! Das sozialdemokratische Centralo^an wird immer drolliger. Jetzt legt es schon der ich Reichstagsrestaurant veranstalteten Geburtstagsfeier für Se. Majestät den Kaiser den Charakter einer Parlamentarischen Sitzung Propst dagegen, daß Herr Graf Ballestrem in ! Toaste gegen die von ihm im Neichstagsplenum ver- kündete „Theorie.wonach die Hineinziehung der Person deS die Debatten unzulässig sei, verstoßen habe. Wir glauben gern, daß der Sozialdemokratie — und vielleicht auch ""deren Leuten — der Kaisertoast deS ReichstagSpräsidente» m ßfallen hat; allein der „Vorwärts" hätte aus Klugheit besser gethan, seinen Zorn nicht so laut und nicht in so widersinniger Weise zu äußern. Was den „Vorwärts" in so hohem Grade auS Bekanntmachung. « ...T" tn Gemäßheit von Art. II H 6 der Allerhöchsten Verordnung vom 21.Juni 1887 — » Seite 245 flgd. — nach dem Durchschnitte der höchsten Tagespreise deS Haupt- m Dresden im Monate Dezember vorigen Jahre» festgesetzte und um fünf vom Hundert erhöhte Vergütung für die von den Gemeinden oez. Quartiemurthen im Monat Januar diese» Jahres an Milstärpserde zur Verabreichung gelangende Marschfourage beträgt im Liefrrungs- °^"de der hiesigen Königlichen Amtshauptmannschaft 7 Mk. 23 Psg. für 50 Kilo Hafer, - Pfg- für 50 Kilo Heu, 2 Mk. 73 Pfg. für 50 Kilo Stroh, wa» zur Nachachtung andurch bekannt gemacht wird. Tretderg, den 30. Januar 18SS. Königliche UmtShauptmannschaft. Vr. 8t«Invrt.