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1858 Dirnstag den 3. August. Tagesgeschichte. schaffen gewesen. beizuwohnen. Gegen 7 Uhr Feuerwerk auf dem Place - de - la - beischaffung von Nettungsmittcln nach Dresden an LaS Mini- snrium deS Innern gewendet, desgleichen der Stadtrath zu Glauchau wegen Beschaffung von Kähnen und Mannschaft an Schwimmmeister Gasse hicrsclbst. Auf Veranlassung dcö Mini steriums LeS Innern ist vom Kriegsministerium auf taS Schleu nigste Veranstaltung getroffen worden, einen Offizier, mehrere Unteroffiziere und 24 Mann der Pionnier- und Pontonierab- thcilung mit 6 Schluppen per Extrazug von hier über Leipzig und Gößnitz nach Glauchau abzusenden. Telegraphisch sind von hier aus die Anmeldungen der E.rtrazüge bereits vorausgescndet und wegen schleunigster Weiterbeförderung die nöthige» Anträge gestellt worden. — Soeben, Mittags 12 Uhr, gehl auf Veran staltung deS Oberbürgermeisters Pfotenhauer der erste Extrazug mit 7 vom Schwimmmeister Gasse beschafften Kähnen ab, welcher, wenn nicht besondere Hindernisse eintretcn, wie man hofft, bald nach 4 Uhr in Glauchau eintreffen kann. Der Extrazug der Pontoniers wird gegen 2 Uhr zum Abgang ans der Leipzig- DreSdner Bahn fertig gemacht werden. Pari-. Das vollständige Programm der Festlichkeiten von Cherbourg lautet, wie folgt: „Mittwoch Abends, 4. August. Ankunft des kaiserlichen Zuges im Eisenbahnhose um 4 Uhr 15 Minuten Abends. Ihre Majestäten werden von den vor nehmsten religiösen, Civil-, See-Militärbehörden, dem General- Aus Glauchau wird dem „Dr. I." vom 1. August früh gemeldet.' Seit vorgestern Mittag steht der von über 30M Men schen bewohnte Wehrdigt ellenhoch unter Wasser. Bereits sind Häuser cingestürzt. NcttungSmittel, namentlich Kähne, fehlen. Nach einer andern Depesche ans Glauchau ist auch in l"( m'tz, Zwickau und Leipzig nicht ein Kahn für Glauchau zu Amtsblatt des KöniAl- Bezirksgerichts zu Freiberg, sowie der König!. Gerichtsömter und der Stadträthe zu Freiberg, Sayda nnd Brand. Zwickau, 3l. Juli. (Dr. I.) Infolge anhaltender, seit Mittwoch srüh in hiesiger Gegend und im Oberzebirge gefallener Regengüsse ist die Mulde seit vergangener Nacht um 5 Ellen gestiegen. Alle Niederungen der Umgegend stehen unter Wasser, eben so die niedrig gelegenen Stadtthcile. Der Stadtrath läßt eien Kahne in die am meisten bedrängten Gegenden schaffen. Aus Eibenstock treffen traurige Nachrichten über das Wachsen LeS Hochwassers ein, daher befürchtet man auch hier ein weiteres Steige» der Mulde. — Vormittags 11 Uhr. Das Wasser strömt in einzelnen Bächen bereits bis vor auf den Markl. Zn Bockwa beiürchtet man daö Eindringen des Wassers in die Kohlenschächtc. — Eine am 2. August vom Stadtrath zu Glauchau an den Stadtrath zu Dresden gerichtete Depesche lautet: Eine fürchterliche Ucberschwemmung hat beinahe die Hälfte unsrer Stadt beschädigt und zerstört. Ein sehr großer Theil der Be wohner hat seine sämmtliche Habe eingebüßt und nur daS nackte Leben gerettet. Man bedarf daher, um nur dem ersten dringensten Bedürfniß abzuhelfcn, vor Allem Kleidungsstücke, besonders Hemden, Strümpfe und Beinkleider. Trotz der größten Auf opferung des von dem Unglück verschont gebliebenen TheileS der hiesigen Einwohnerschaft mangelt cs noch allzu sehr an diesen Gegenständen. Wir wenden uns daher in dieser Noth vertrauens voll an unsre sächsischen Brüder und bitten den geerthen Nath, vielleicht durch Anschläge oder öffentliche Aufrufung, die Bewoh ner Dresdens, auf deren oft bethätigtcn, cdcln Sinn, wir nicht vergebens zu bauen hoffen, zur Lieferung von Kleidungsstücken aufzufordcrn, deren schleunige Anhersendung der geehrte Nath wohl die Güte haben wird, zu vermitteln. Chemnitz, 31. Juli. Auch hier haben die letzten Regen güsse ein plötzliches Steigen der Gewässer zur Folge gehabt. Nur noch 18 Zoll fehlen, so hätte das Hochwasser den Stand vom 9. Juli 1854, wo cS die Straßen der Stadt theilweise 2 Men hoch überfluthete, wieder erreich!. Die Klostervorstadt, die Rochlitzer, Annaberger und Zwickauer Straße sind vom Wasser bedeckt. ! rathe, den Deputationen des Departements empfangen werde«. Der Maire von Cherbourg überreicht dem Kaiser die Schlüssel der Stadt. Ihre Majestäten steigen in den Wagen und bege» ben sich nach der Scepräfectur; die Pompiers, Douaniers und i die Truppen der Garnison bilden Spalir. Bei Ankunft auf der Präsectur werden die Damen der Hanptbeamten der Kai serin vorgestellt. Ein Blumen- und Spitzenkorb wird von jungen Mädchen der Kaiserin übergeben. Um 7 Uhr kaiserliches Diner. j Donnerstag, 5. August. Besuch Ihrer Majestät der Königin von England. Freitag, 6. August. Promenade auf der Rhede. Besuch auf dem Deich. Besuch auf den Schiffen der Flotte. Um 7 Uhr kaiserliches Diner. Sonnabend, 7. August. Des ! Morgens Promenade in Ler Stadt und Umgegend; nm 12 Uhr I Einzug Ihrer Majestäten in das Arsenal. Einsegnung deS BassinS Napoleon's III. und des Linienschiffes „Ville de Nantes". Einweihung des Bassins durch Se. Majestät zwischen 12 und 1 Uhr und Versiegelung der Medaillen und der Protokolle im Boden deS Bassins. Um 2 Uhr Einlassung des Wassers l« das Bassin. Gleich darauf Besuch im Arsenal und in der mili tärischen Stadt. Um 6 Uhr neuer Einzug Ihrer Majestäten in den Hafen, uni dem Stapellaufen der „Ville de Nantes" ' Baiern. Das Augsburger Tageblatt schreibt: „Nicht ge« ! nug können wir für die neueste Verfügung der Negierung in ! Betreff des Reisens der Handwerksgesellen danken; dies» Verfü gung hilft gewiß mehr als die Wiedereinführung des Wander» ! zwangcs und wird den Gewerben wieder hinreichend Arbeit ver» ! schaffen. Man denke sich, welchen Vexationen früher d»r wan dernde Geselle, namentlich der Ausländer, selbst bei dem hu» ! mansten Benehmen von seiten der Behörden ausgesetzt war, der, > so oft er sein Wanderbuch visiren ließ, jedeswal 10 Fl. aufweisen i mußte; da er Lies in der Länge nicht konnte, so mußte er oft vorher Effecten verpfänden, wovon in manchen Orten sich einige ein einträgliches Gewerbe machten. Kein Visa durfte weiter crtheilt werden als bis zum nächsten Landgericht, z. B. auf Route nach München, nach Friedberg oder nach Bruck, während ersterer Ort nur 1'/i Stunde von Augsburg entlegen ist. Schrei ber dieses, der selbst ein paar Jahre im Paßbureau in Function war, glaubte nicht zu fehlen, wenn er solchen, die in Fried« ! berg eine Arbeit gar nicht finden konnten, das Visa bis Dachau ertheilte. Allein einige Zeit darauf erhielt er, auf Anzeige deS Landgerichts Dachau, deswegen einen Verweis und den Auf trag , kein Visa weiter als bis zum nächsten Landgericht zu »r- I «heilen. Noch ärger war eS für den reisenden Gesellen, wenn er beim Visiren noch Vexationen ausgesetzt war, weshalb gerade ! Ne tüchtigsten Arbeiter cS vermieden, in solchen Orten zuzu- i sprechen. War z. B. der Andrang von reisenden Gesellen nach Cüem- I! München sehr groß, so vertheilte ein früherer Officiant auf dem " Paßbureau dahier, die Wandernden, indem er dem einen daS . Menschenleben, meldet man a.,8 Glauchau, ! Visa nach Friedberg, den. andern nach Bruck, dem dritten nach s zu lassen. War aus den Wanderbüchern ersichtlich, daß ein paar Gesellen längere Zeit miteinander gewandert waren, so konnten sie sicher sein, daß jeder im Visa die entgegengesetzte Richtung erhielt; ja jeder Gesell«, der mit einem Schnurrbarte zugewan« dert kam, mußte ihn damals, falls er nicht im Wanderbuch ausdrücklich in der Personalbeschreibung aufgeführt war, ab« > nehme., lassen, ehe er daS Visa erhalten konnte." ----- Freiberger Anzeiger dm bi« Nachmittag« gespaltene Zeile ober z Uhr für die nächst- * deren Raum mit 5 erscheinende Nummer berechnet.