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lei, k 3. I i- 188-, gni^! iebe, dii U und gegäü, ud Fr«». gnli I > Pelwücka,! önkn BlM»I cimngkidvl > veylmbas! e. ihrer Sch» sangvmin »I Gesang Msal Tank. Nii» Vergelter ss» ;iäsa!WpI crlaflna der Lick A»! Schrift, fcke nenschmslti unvergeßlich« len den haz- >m vor solcher nrksakSWgm r 1885. Hel». FwL IM. cf unsere hch >n 2'» Zah» rdurch an und Frau I r 1885. Oktober: Za nstWichal f- ».Stick' Beifall i, ».) dredeol«: : dritten Mb! i», Hmw el mit Gesa« Von s«ä Nt. I, Direktor i 22. OktoK l, 88, 8S,l» reikWrA^^ und Tageblatt. Amtsblatt stir die königlichen nnd statischen Behörden zu Freiberg nnd Brand. Bttlmtwortlicher Redaltem: Iuliu» Braun iu Freiberg. "7————Inserate werd«, bi» Boruimag 11 Uhr angenom- h 4r "47. j Freitag, Sen AL. Oktober. »» j 1885 Die Adreßdebatte im österreichischen Abgeordnetenhause Ter Nothschrei aus Böhmen, wo die Czechen das Kutschthum immer brutaler befehden, ist feit Monaten in Nr Presse und in zahlreichen Versammlungen vernommen nordens lauter als je ertönte er aber in den letzten Tagen Möglich der Adreßdebatte im österreichischen Abgeordneten- dach. Seltsamer Weife fühlten sich von den wuchtigen Mgm der deutschböhmischcn Abgeordneten nicht deren Mche Kollegen getroffen, sondern die Vertreter des jetzigen Hkgimmgssystems, unter deren Verwaltung die Czechen kn Muth gewannen, die nationalen Interessen der Deutschen in Oesterreich fort und fort anzugreifen. Der von der Mehrheit des Abgeordnetenhauses vorgelegte Adreßentwurf del den Slaven Zeithammer, die rechte Hand des Statt- Mrs von Böhmen, des Baron Krans in Prag, zum Lersasser. In dieser Adresse bedroht der Wunsch der Wsrathsmehrheit, „daß durch eine organische Entwickelung der Autonomie der Königreiche und Länder die Macht des goijenrichs zu fördern sei", die Deutschen Böhmens in ernstester Weise. Die von dcm Vertreter der Letzteren äderreichte, vou dem Abg. Or. Sturm verfaßte Minoritäts- adresse wird einfach niedergestimmt und das czechische Pro dukt mgcnommcn werden, das wissen die Deutschen im Loms, deshalb sind sie froh, daß ihnen wenigstens durch dir Adreßdebatte die Fähigkeit gegeben wurde, zu sagen, ! ws sie leiden. i Kmächst ergrikk der Abg. Krzpek das Wort, um auf Wunsch der deutschen Bauernschaft Böhmens das jetzige Regierungssystem vom Standpunkte des Landwirthes zu drleuchten. Seine Betrachtung kam zu dem Schlüsse: „Em rrhöhter Bildungsgrad ist die erste Grundbedingung zur ^Haltung eines kräftigen Bauernstandes. Wir Bauern Böhmens betrachten ein zweckmäßig eingerichtetes Schul- dms mit einem tüchtigen Lehrer als höchste Zierde unseres Torfes. Wir betrachten dies auch als erste Grundbedingung der Existenzsähigkeit unserer Nachkommen, welche Basis mr für viel wichtiger halten als das fadenscheinige Erb- 'vizegesetz, mit welchem die Regierung unseren Nachkommen Helsen will. Es ist ein wohlerwogenes Mißtrauen, das m dieser Regierung cntgegenbrinaen, und deshalb muß ich von meinem Standpunkte als Bauer mich an jene Be- daaptung anschließen, die eine der größten Zierden unseres Hmenhauscs ausgesprochen hat: „Diese sogenannte kon- nwative Partei wird nicht eher ruhen, als bis sie die Er rungenschaften von zwanzig Jahren wieder vollständig auf dm Kopf gestellt hat." Darauf antwortete der jungezechische Äg. l>r. Gregr, indem er den Vorredner beschuldigte, durch die Fenster des Hauses Hctzwortc unter die bäuer liche Bevölkerung zu werfen. Der gewandte Redner ver achte dann alle den Deutschen in Böhmen zugesügtcn Un- dickn als unbedeutend, dagegen vereinzelte Repressalien be drängter Deutschen als Staatsaktionen ersten Ranges hin- zvstrllen. Sehr treffend wies vr Knotz sofort in der 6nvitdmmg auf den merklichen Unterschied zwischen Gregr, dmi Parlamentsredner, und Gregr, dem husstttischen Tabor- «dner vom Berge Lipan, hin. Dort Appell auf gegen- sritiges Wohlwollen, hier der geschworene Kampf gegen ullts, was deutsch spricht und fühlt. Ein Widerspruch, an dm Knotz das Charaltenstikon der slavischen Denkart und ! di: Unmöglichkeit einer Verständigung beider Nationen zu dmonstriren unternahm. Er formülirte die Forderung 'Mn Parteigenossen dahin: „Die Regierung gebe uns M Statthalter einen in der Leitung von Staatsgeschäften probten Kavalier oder einen in deutsch-österreichischen Tradi- Mnm ausgewachsenen alten Soldaten. Ein solcherWechselwird Wrleine Äcndcrung der Verhältnisse in Böhmen herbeiführen." mtn großer Bewegung im Hause und auf den Galerien °Wrte ferner Abg. Knotz über den Klerus in Böhmen: A deutschen Gegenden predigen czechische Geistliche den gegen das deutsche Volk. Wir stehen auf dem Stand- dunkle, auf dem uns der nationale Gedanke höher steht als m konfessionelle. Und wenn der deutsche Klerus uns Aemiber in seiner Herzlosigkeit verharrt und wir in ^rvlschböhmen keine Geistlichen haben werden, die Gefühl ^r unser Volksthum haben, dann wird den Deutschen in ^hnien nichts übrig bleiben, als sich einer Konfession zu- Mnden, die deutsche Seelsorger stellt, welche ein warmes N für ihr Volksthum haben. Dann wird das deutsche M zum Altkatholizismus oder zum Protestantismus, ^drZeinen Schöpfung des deutschen Geistes, schreiten." Was dann der deutschböhmische Abg. Knotz weiter über ^Unsicherheit der öffentlichen Verwaltung und des Rechts °tn deutschen Gebieten Böhmens an der Hand konkreter Fälle vorführte, war allerdings geeignet, das Staunen des Hauses zu erregen. Wie weit der nationale Hader bereits gedrungen, hierfür fand Knotz in der großen Schlägerei zwischen Deutschen und slavischen Soldaten beim jüngsten Manöver zu Pilsen, wobei es auf deutscher Seite 30 Ver wundungen absetzte, einen drastischen Beleg. Diese letzte sensationelle Mittheilung griff der Ministerpräsident Graf Taaffe heftig auf, nm den abwesenden Statthalter von Böhmen gegen die wider ihn gerichteten Beschuldigungen zu vertheidigen, das Eindringen des Nationalitätenzwistes m das Heer durchaus zu bestreiten und die Opposition unpatriolischer Angriffe auf die österreichische Armee zu zeihen. Diese ministerielle Beschuldigung erregte einen wahren Sturm auf der linken Seite des Hauses und veranlaßte den Abg. Fiegl zu dem Antrag, dem Ministerpräsidenten den Ordnungsruf zu ertheilen. Als ihm selbst darauf das Wort entzogen wurde, entstand ein förmlicher Tumult, bei dem das Wort Foreggers fiel: „Das sind ja kroatische Zustände!" In den eingewechtrn Kreisen sucht man für Taaffe's Er regung den Erklärungsgrund, daß es den offiziösen Kreisen bisher gelungen war, die Pilsener Soldatenaffaire, obwohl sie sich so zu sagen unter den Augen des Monarchen ab gespielt, in der Oeffentlichkeit überhaupt und insbesondere dem Kaiser gegenüber todtzuschweigen. Die Angelegenheit selbst muß jedoch im Abgeordnetenhause, nachdem Plener sofort Namens der Partei an den Ministerpräsidenten das Ersuchen um Rücknahme seines Vorwurfes stellte, in dieser oder jener Weise zum Austrag gelangen. Tie Unruhe und Erregung im Hause war am Montag so groß, daß der letzte Redner des Tages, Füist Alfred Liechtenstein, trotz der Klarheit und objektiven Art der Begründung des kon servativen Programms, sich nur mühselig die Aufmerksamkeit des Hauses erzwingen konnte. Im Verlaufe der am Dienstag im österreichischen Ab- qeordnetenhausc sortgesetzten Adrcßdebatten verlas der Ministerpräsident Graf Taaffe ein Schreiben des Kriegsministers, in welchem dieser erklärt, kein ver trauliches Rundschreiben erlassen zu haben, um das Ein dringen nationaler Streitigkeiten in die Armee zu hindern. Der Kricgsmmister würde nicht angestanden haben, jede» solchen Versuch schon im Beginne zu ersticken, es sei aber hierzu kein Anlaß gewesen, da der altbewährte Geist der Armee unerschüttcrl blieb. Diese Erklärung wurde von der Rechten mit großem Beifall ausgenommen. Von den Rednern der Linken erzielten Eduard Sueß, Schaup und Swoboda mit ihren gegen die Majoritätsadresse gerichteten Angriffen entschiedene Erfolge. „Armes tranchirtes Oester reich!" sagte Swoboda u. A., „Verdrossenheit nnd Pessi mismus bilden den Grundton des gegenwärtigen politischen Konzertes. Nicht biegen, lieber brechen, ist heute der leitende Grundton des sonst so gutmüthigen deutschen Volkes." Gegen die Anschuldigung des Ministerpräsidenten protestirte er, dieselbe sei eine ministerielle Vermessenheit. Widerwille und Abscheu erfülle die deutsche Wählerschaft; das habe Graf Taaffe mit seiner Versöhnung gethan. Der Vertreter der Wirthschastspartei, Abg Heinrich, schilderte dann unter stürmischem Widerspruch der Linken und dem Beifall d-r Rechten den Terrorismus, dem jene Deutschen in Böhmen ausgesetzt seien, welche sich mit der Regierung des Grafen Taaffe verständigen wollen. Diese Deutschen seien den größten Insulten ausgesetzt. (Stürmische Rufe links: „Wo? Das ist eine Unwahrheit!" Rufe rechts: „Ruhe! Ruhe!") Die Wirthschastspartei strebe eine ehrliche Verständigung mit den böhmischen Landsleuten an. (Rufe: „Lüe sind ein Czechen-Söldling!" „Vcrwirthschastunaspartei!" Große Unruhe.) Schon in den siebziger Jahren sei er zur Ucbcr- zeugung gekommen, daß eine Aenderung in der Politik Oesterreichs cintreten müsse, zu einer Zeit, da sich dessen deutsches Rechtlichkeitsgefühl aufbäumte gegen die Drang- salirungen und Erniedrigungen der Czechen in Böhmen. (Bewegung im Hause. Stürmischer Beifall links.) Niemals werde er sich dazu herbeilassen, zum Henkersknecht an der Brudernation zu werden. Der Deutsche Klub verläßt den Saal, kehrt später zurück und unterbricht den Redner immer wieder durch stürmische Zurufe. „Oesterreich — so fährt Heinrich fort — habe keine deutsche Mission seit der Grün dung des Deutschen Reiches. Oesterreich sei ein Völker- siaat; die Czechen seien eine ebensolche Kulturnation, wie die Deutschen. Gott bewahre uns vor einer abermaligen deutschen Herrschaft, weil dann die Czechen zu Heloten würden." — Die Rede dieses Abgeordneten wurde von den Mitgliedern der deutschen Parteigruppen mit wüthcnden Zurufen unterbrochen. Man warf ihm Beleidigungen, wie „Verräther" und „Czcchensöldling" dazwischen und lärmte fortwährend in einer Weise, als ob man sofort zum Kampf schreiten wollte. Inzwischen ist auf Antrag des Abg. Dobhammer die Adreßdebatte geschlossen worden, so daß nur noch die von beiden Parteien gewählten Generalredner Abg. Fürst Cazrtoryski und Abg. Or. von Plener zum Wort gelangten. Tagesschau. Freiberg, den 22. Oktober. In den Kreisen der deutschen Reichsregierung hält man an der günstigen Lage der Orirntkrisis fest und hegt das Ver trauen, daß die letztere durch eine europäische Konferenz selbst dann eine günstige Lösung finden werde, wenn die buchstäbliche Wiederherstellung des früheren Zustandes auf der Balkanhalb insel sich nicht ermöglichen lasten sollte. Das Zustandekommen der Konferenz ist freilich bis jetzt noch nicht sichergcstellt. Mehrere Mächte scheinen Bedenken gegen die Veranstaltung einer neuen Konferenz zu haben, und England speziell hat seine Zustimmung an gewisse Vorbehalte geknüpft. Einzelne Botschafter haben überdies, wie die „Agence HavaS" aus Konstantinopel berichtet, die Ansicht ausgesprochen, daß zur Wiederherstellung des statuv gua rrnto in Ostrumrlien die Abhaltung einer Konferenz nicht nothwendig sei. Zur Ab änderung des Berliner Vertrages, wie dies z. B. durch die Annahme einer Personal-Union zwischen Bulgarien und Oft- rumclien erfolgen würde, wäre eine Einwilligung der Mächte nöthig, zur einfachen Aufrechterhaltung des Berliner Vertrage» würde jedoch die Ausübung des der Pforte im Artikel 16 des genannten Vertrages ringeräumten JnterventionsrechteS genügen. Daß trotzdem die deutsche Reichsregierung das Zu standekommen einer neuen Konferenz wünscht, geht aus der fol genden offiziösen Notiz der „Berliner Pol. Nachrichten" hervor: „Der Gewaltstreich der Bulgaren, wie die Rüstungen der Serben und Griechen konnten die Mächte auch nicht einen Augenblick über das Verhalten irre machen, welches sie gegen über den drohenden allgemeinen Wirren auf der Balkanhalb- injel zu beobachten hatten. Das einmüthige Festhalten an dem auf dem Berliner Kongreß von 1878 stipulirten Vertrage, wie sich dasselbe in dem Memorandum der Botschafter kund- giebt, schließt es ans, daß Europa ohne Weiteres den Ver tragsbruch, welchen die Bulgaren sich haben zu Schulden kommen lasten, gutheißen kann. Der Berliner Vertrag muß in seinem vollen Umfange wieder her gestellt sein, ehe an die Frage herangetreten werden kann, ob den nationalen Wünschen der Bulgaren in der einen oder anderen Weise Rechnung getragen werden soll. Die Botschafter deklaration hat diese formelle Frage ohne Zweifel erledigt, und die jetzt iin Zuge befindlichen Verhandlungen der Signatar- Mächte dürsten jedenfalls die praktischen Entschließungen be treffen, welche zu fasten sein werden. Der günstige Verlauf dieser Verhandlungen rechtfertigt in vollem Maße die Annahme, daß eine Bolschasterkonserenz in Konstantinopel binnen Kurzem zur endgiltigen Erledigung der durch den bulgarischen Staats streich vom 18. September veranlaßten Schwierigkeiten zu- sammentreten wird." Der entschiedene Erfolg, den die Mittheilung der Botschafter in Sofia gehabt hat, wo Alles seitdem zum Stillstände kam, hat die Botschafter veranlaßt, ihren Regierungen ein gleiches Verfahren für Belgrad und Athen anzuempfehlen. Wie weit die dorthin gesandten kalten Wasserstrahlen eine Wirkung ausgeübt haben, läßt sich bis jetzt deshalb nicht er kennen, weil seit einer Woche aus Serbien und Griechenland nur sehr spärliche Mittheilungen in's Ausland gelangen konnten. Stach einem längeren Bericht des Referenten Häußler em pfahl gestern die staatsrechtliche Kommission des braun schweigischen Landtages dcm letzteren, den Prinzen Albrecht von Preußen zum Regenten des Herzogthums Braun schweig zu wählen. Tie Kommission empfahl außerdem die sofortige Vornahme der Entscheidung und der Landtag beschloß demgemäß. Zur Debatte meldete sich Niemand. Der Präsi dent Oberkammerherr v. Veltheim fragte darauf die Versamm lung, ob dieselbe beschließe, dem Antrag der Kommission gemäß den Prinzen Albrecht zum Regenten zu wählen und bat Die jenigen, welche dafür seien, sich von den Sitzen zu erheben. Sämmtlichc Abgeordnete erhoben sich hierauf. Hierauf kon- statirte der Präsident v. Veltheim, daß die Wahl des Prinzen c i n st i m in i g vorgenommen worden se>, proklamirte de» Prinzen Albrecht von Preußen als den erwählten Regenten des Herzog thums Braunschweig und sprach die Hoffnung ans, daß der selbe die Wahl gnadigst annehme. Der Landtag habe einen Bejckluß gefaßt, wie er wichtiger und folgenschwerer für das Herzogihum von dieser Versammlung nie gefaßt worden sei. Gott möge den Entschluß segnen und dem Prinzen Krast ver leihen, die Regierung zum Heil und Segen des Landes und seiner Bewohner in gleicher Weise zu führen, wie dies von dem Herzog Wilhelm geschehen. Ms Deputation, welche sich zu dem Prinzen Albrecht zu begeben hat, wurden gewählt: Präsident