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Md Tageblatt Tageblatt F 215 Inserate werden bis Vormittags 11 Uhr angenommen. Preis für die Spaltzeile 15 Pfg. -LHzGzG Außerhalb deS LandgerichtSbezirtS 16 Pfg. Amtsblatt sw die königlichen Md Mtischen Behörde» zu Freiberg mld Brand. veranIworUiche Leitung der Revattion: Georg Burkhardt. . -- . ... . ... bL 5tabraaua. —————— Erscheint ^eden Wochentag Abends '/,6 Uhr für den anderen Tag. Preis vierteljährlich 1 Mk. 80 Pfg. 1-H. einmonatlich 60 Pfg.; durch die Post 2 Mk. 2b Pfg. j> Unter dem Viehbestände in dem Gehöfte Cat.Nr. 34 für Kleinwaltersdorf ist die Maul- uud Klauenseuche ausgebrochen. Freiberg, den 14. September 1899. Königliche Amtshauptmannschast. Idr Oeffcutliche Ladung. Die Nachgenannten alS: 1., Alfred Woldemar Löfer, geboren am 11. März 1876 zu Löbau, zuletzt in Dippoldiswalde aufhältlich, L, Hugo Max Gerlach, geboren am 24. October 1876 zu Oederan, zuletzt daselbst aufhältlich, 8., Ernst Moritz Richter, geboren am 14. October 1876 zu Oederan, zuletzt daselbst aufhältlich, 4., Ernst Bruno Bieweg, Fleischer, geboren am 12. August 1876 zu Chemnitz, zuletzt in Klein- Neuschönberg aufhältlich, ö., Otto Richard Mühle, Dienstknecht, geboren am 10. October 1870 zu Kleinluga, zuletzt in Thecschütz bei Mochau aufhältlich, »erden beschuldigt, — als Wehrpflichtige in der Absicht, sich dem Eintritte in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das Bundesgebiet verlassen oder nach erreichtem militärpflichtigen Alter sich außerhalb des Bundesgebietes auf gehalten zu haben —, Vergehen gegen tz 140 Abs. 1 No. 1 deS St. G. B. Dieselben werden auf Mittwoch, de« 1«. Octover 1899, Bormittags 9 Uhr vor die I. Strafkammer des Königlichen Landgerichts zu Freiberg zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach § 472 der Straf prozeßordnung von den Civilvorsitzenden der Königlichen Ersatz-Commission zu 1 Löbau, zu 2 uud 8 Flöha, zu 4 Chemnitz und zu 5 Pirna über die der Anklage zu.Grunde liegenden Thatsachen ausgestellten Erklärungen verurtheilt werden. Freiberg, de« 10. Juni 1899. L. 1 78/99. Königliche Staatsanwaltschaft. 8t. Ill 45/99. Schffhr. Ausloosuug Freiberger Stadtschuldscheine. Bei der am 16. dieses Monats stattgefundenen Ziehung der am 1. Oktober 1899 ein- zMeuden Freiberger Stadtschuldscheine sind folgende Stücke ausgeloost worden: 1) von der Anleihe des Jahres 1872» lüt. Nr. 86. 94, 96. 154. 191 209 zu je 1500 Mark, ' Ott. L Nr. 1. 186. 199. 220. 446. 503. 520. 540. 576. 606. 607. 644. 649. 678. 693 720. 732. 754. 783. 793. 871. 915. 962. 972. 1011. 1115 zu je 300 Mark, lüt. 6 Nr. 99. 127. 229. 292. 295. 298 zu je 150 Mark, lüt. v Nr. 23. 84. 108. 130 zu je 75 Mark; 2) vo« der Anleihe des Jahre- 1889 t n Nr. 112. 221. 223 zu je 1000 Mark, lät. L Nr. 7. 160 zu je 500 Mark, Oit. 6 Nr. 26. 202. 205. 215. 225 zu je 300 Mark, IR. v Nr. 1. 2 zu je 100 Mark. Der Nennwerth dieser ausgeloosten Schuldscheine kann gegen Abgabe der Stücke und der dazu gehörigen Zinsleisten und Zinsscheine vom 1, Oktober 1899 ab, von welchem Tage ab die Verzinsung der Schuldbeträge aufhört, bei der Stavthauptkassenverwaltung hierselbft »der bei der »«gemeinen Deutschen Kreditanstalt in Leipzig erhoben werden. Von den früher ausgeloosten Stadtfchuldfcheinen wurden bisher nicht zur Ein lösung vorgelegt: 1) vo« der Anleihe des Jahres 1872: lut. L Nr. 928, zahlbar gewesen am 1. Oktober 1894, Nr. 977. 1169, zahlbar gewesen am 1. April 1896, Nr. 91. 1149, zahlbar gewesen am 1. Oktober 1898, lüt. 0 Nr. 8, zahlbar gewesen am 1. Oktober 1898, lüt. v Nr. 116, zahlbar gewesen am 1. April 1896; 2) von der Anleihe des Jahres 1880: Oit. 6 Nr. S, zahlbar gewesen am 1. Oktober 1897. Freiberg, am 18. März 1899. Der Stadtrath. Vr. Kßlg Koukursverfahren. Ueber daS Vermögen des vormaligen Gasthofspachters, jetzigen Privatmannes OIVIMVM8 SlökiM8 in Freiberg, Krankenhausstraße Nr. 348L, wird heute, am 18. September 1899, Nachmittags 5^ Uhr, daS Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann August Straubel in Freiberg wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 25. Oktober 1899 bei dem Gerichte anzumelden. . , Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung deS ernannten od^r die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines GläubigerauSschusseS und eintretenden Falles über die in § 120 der KonkurSordnung bezeichneten Gegenstände auf den 10. Oktober <899, Bormittags 10 Uhr, und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf de« 10. November 1899, Bormtttags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 33, Termin anberaumt. Allen Personen, die eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder -nr Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeiuschuldner zu verabfolge» oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für die sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 14. Oktober 1899 An^eiae »u machen. , , Königliches Amtsgericht zu Freiberg, Abth. I. Bekannt gemacht durch den Gerichtsschreiber: L. 21/99. No. 2. Sekr Allootot. Bekanntmachung. Die seit Juli 1879 erscheinenden Patentschriften über die vom Kaiserlichen Patentamt in Berlin in sämmtlichen Patentklassen Nr. 1 bis mit 89 ertheilten Patente, beginnend mit Nummer 5701, können im Lesezimmer der Bibliothek der Königlichen Bergakademie zu Freiberg an jedem Werktage in der Zeit von 9 bis 12 Uhr Vormittags und 3 bis 5 Nachmittags von Jedermann unentgeltlich eingesehen werden. Freiberg, de» 12. September 1899. Der Rektor der Königliche« Bergakademie. . L-oSolmu?. LrloÄIxt hat sich die in Rothenfurth für den 15, September 1899 augesetzte Auetion. Freiberg, den 14. September 1899. Sekr. Rlauorsvoi'xor, G^-V. Kolzverkeigerung auf Borstendorfer Staatsforstrevier. KleeS' Gasthof in Borstendorf. Montag, den 25. September 1899, Bormittags 9 Uhr. 297 fi. Stämme, 29 buch., eich., ah. und 4524 fi. Klötzer, 6194 fi. Schleifhölzer, 23 fi. Derb stangen, 1*/, Rm. bu. und 2*/, Rm. fi. Nutzscheite und -Knüppel. Nachmittags 2 Uhr. 83*/, Rm. h. und 122 Rm. w. Brennscheite u. -Knüppel, 35*/, Rm. h. und 78*/, Rm. w. Neste, 420 Gebund w. Abraumreisig und 41 Rm. w. Stöcke. Aufbereitet auf den Kahlschlägen der Abth. 16 u. 19, auf dem Stockholzschlage der Abth. 18 und als Einzelhölzer in den Abth. 1—47. Näheres ist aus den bei den Ortsbehörden und in den Schankstätten der umliegenden Ort schaften aushängenden Plakaten zu ersehen. Kgl. Forstrevierverwaltung Borstendorf n. Kgl. Forstrentamt Augustusburg, den 8. September 1899. IkoUsoUrtt». Sofort. Die städtische Sparkasse Oederan nimmt stets Spareinlage« in jeder Höhe bei 3, eventuell 3*/, "/„ Verzinsung au. Dieselbe expedirt auch schriftlich. Expeditionszeit: 8—12 Uhr vor- und 2—5 Uhr nachmittags an jedem Werktage. Die Wehrkraft der Dafrikauischeil Republik. Der zwischen England und der südafrikanischen Republik schwebende Konflikt spitzt sich mehr und mehr zu und wird, so bald England seine Truppen vollzählig in Südafrika hat, sicher zum blutigen Austrag kommen. So erscheint denn ein Blick auf die Streitkräfte Transvaals, die sich in der bisherigen Kriegsgeschichte man darf wohl sagen, glänzend bewährt haben, zur Zeit von aktuellem Interesse. Die kleine Streitmacht der Buren, die bereits wiederholt ihre Kampftüchtigkeit in der Vertheidigung des heimischen Bo dens bewiesen hat, ist ein Volksheer im eigentlichsten Sinne des Wortes. Ihr permanenter Kern ist zwar nur sehr unbedeutend und besteht nur aus einem Artillerie-Corps von reitender, Ge birgsartillerie und Festungsartillerie mit 29 Offizieren, 83 Unteroffizieren und 288 Mann mit 7—8 Batterien und ICorps Feldtelegraphisten und Radfahrern. Im Kriegsfälle aber wer den sämmtliche waffenfähigen Bürger des Staates, die sich im Alter von 16—60 Jahren befinden, und alle Eingeborenen (deren männliche Gesammtzahl 128 300 beträgt), denen man soweit vertraut, um sie zum Dienste aufzurufen, aufgeboten. Die Zahl der erstgenannten Gruppe waffendienstfähiger Män ner beträgt nach einer Statistik von 1894 26 299 Mann, die im Falle des Krieges unter dem Oberbefehl General Piet Jouberts stehen würden. Die Buren sind überwiegend mit Mausergewehren bewaff net, gelten als vortreffliche Schützen und sind sämmtlich beritten, so daß sie sozusagen das Ideal eines berittenen Fußvolks bilden, die durch eine Artillerie von 46 Schnellfeuergeschützen modern ster Konstruktion und 1000 vollkommen ausgebildete Artille risten, die fast sämmtlich in der deutschen und holländischen Armee gedient haben, unterstützt wird. Für die Operationen im freien Felde ist, da die Forts um Johannesburg und einige andere zu besetzen sind, auf etwa 20 000 Mann zu rechnen, zu denen nur unter besonders günstigen Umständen eine ähnliche Anzahl des Kriegsaufgebots des Oranje-Freistaats, auf dessen Bündniß und Mitwirkung mit Rücksicht auf die Gefahr eines dortigen Eingeborenen-Aufstandes nicht unbedingt zu rechnen ist, hmzukommen würde. Auch die Wehrkraft des Oranje-Freistaates besitzt nur einen permanenten Kern von etwas über 100 Mann Artillerie mit 18 Geschützen (darunter 14 Kruppsche, 3Maxim- und ISchnell- feuergeschütz) und eine Artillerie-Reserve von 400 Mann. Der Rath des Oranje-Freistaats hat ferner neuerdings Gelder für Bermehrung der Artillerie, für Verbesserungen bei der Feld telegraphie, für Zelte der Bürger und 81000 -M für weitere Schnellfeuer- und Maximgeschlltze bewilligt, das Mausergewehr ebenfalls als Nationalwaffe eingeführt, und die Berathung über die Bewilligung von 50 000 -F für Kriegsbedarf in Aus sicht genommen. Eme Heeresmacht von höchstens 40 000 min- oestens 26 000 Mann auf dem ihr in allen Schlupfwinkeln be kannten Boden ihrer Heimath in der Vertheidigung derselben zu überwältigen würde für die Engländer, wie die Kriegsge schichte gezeigt hat, eine sehr schwere Aufgabe sein. Ob nnt den 26 000 Mann Transvaals, den Eingeborenen- Schaaren und der eventuellen Unterstützung des Oranje-Frei staats der in der „St. Janns' Gazette skrzzirte Offensivfeld zugsplan General Jouberts gegen Kimberley, die britischen Bahnen und Capstadt zur Durchführung zu gelangen vermöchte, erscheint jedoch bei den 12 000 Mann, welche die Engländer zur Zeit bereits in der Capkolonie haben und die im Ganzen auf 40 000 Mann gebracht werden sollen, schwer möglich; allein die dabei zurückzulegenden Entfernungen sind sehr beträchtlich, da Pretoria ca. 185 deutsche Meilen in der Luftlinie von Capstadt entfernt liegt und vielfach wüste und unangebaute Strecken und Gebirgsabschnitte dasselbe vom Sitze der englischen Macht trennen, so daß es zur Durchführung dieser Operation einer ungeheuren Trains sür das Burenheer bedürfen würde, über den dasselbe kaum selbst in Gestalt der landesüblichen langsamen Ochsenwagen in genügender Anzahl für die mitfühlenden Le bensmittel und Munition verfügen dürfte, von denen nur die Reserve auf den beiden einzigen vom Gegner jedenfalls rechtzei tig unterbrochenen Bahnlimen nachgeführt werden könnte. Aehnliche Schwierigkeiten beim Nachschub würden sich aller dings auch den Engländern bei einer Operation gegen die Transvaal-Republik sei es von Capstadt oder von Port Natal her entgegen stellen. Inzwischen soll englisches Geld rings um beide Freistaaten wilde afrikanische Stämme angeworben haben, die auf einen Wink Englands gegen jene losorechen wurden, und ferner sollen, was freilich wenig glaubhaft erscheint, Eng land portugiesische Hülfstruppen in Aussicht gestellt sein, Schließlich gehn von Indien 15 000 Mann nach Südafrika ab. Die Buren würden daher auf alle Fälle gut thun, von ihrer Kampfweise, in der sie bisher erfolgreich waren, — der hart näckigen Vertheidigung ihres heimathlichen Bodens — nicht ab- zuweichen. Daß ihnen dabei heute, wie 1880, die Munition ausgehen und der Proviant nicht ausreichen würde, ist nicht an zunehmen, da jeder Bauerbos auf Kriegszeit verproviantirt ist, Jedem Versuche der Engländer und ihrer etwaigen Verbünde ten, in Transvaal einzudringen, würden sie jedenfalls den ent schlossensten Widerstand entgegensetzen und in den Befestigungen und Vorräthen Johannesburgs einen Stützpunkt und Rückhalt für den Fall einer Niederlage an der Südgrenze besitzen.