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Wer die Meinung auszusprechen wagt, daß die fortgesetzte Wühlerei der Sozialdemokratie derGesundung unserer inneren Verhältnisse schädlich ist und nur den Frieden behindert, dessen das Reich zur Förderung der Wohlfahrt aller Be völkerungsklassen bedarf, der wird von den sozialdemokrati schen Führern nicht als i h r Gegner, sondern als derjenige der Arbeiter bezeichnet. Warum dies geschieht, liegt nahe aenug, wenn man bedenkt, daß diese Agitatoren es sich zum Beruf machen, den Arbeiter vollständig von dem Bürger thum loszulösen, zu dem er naturgemäß gehört. Bildete die arbeitende Bevölkerung wirklich jenen streng abgesonderten vierten besitzlosen Stand im Staate, für den man ihn zu weilen ausgiebt, so wäre das ein schwerer Borwurf für die anderen drei Stände. In Wirklichkeit liegen die Verhält nisse aber anders und sind die sozialen Unterschiede zwischen dem unbegütertcn bürgerlichen Handwerker und dem Fabrik arbeiter durchaus nicht so scharf, daß man dabei von einem Standesunterschicde sprechen könnte. Während die Lage des Handwerks und der Kleinindustrie sich in Folge der nur der Großindustrie möglichen Ausbeutung der technischen Fortschritte wesentlich gegen frühere Jahrzehnte verschlechterte, ist m derselben Zeit die Verschiebung der Löhne und Existenz-Bedingungen der Arbeiter eine wahrhaft günstige gewesen. Im Einzelnen ist wohl auch heute uvch in den arbeitenden Klassen Elend genug vorhanden, im All gemeinen aber ist eine wesentliche Besserung gegen früher entschieden zu konstatiren. Momentane Schwankungen können dabei nicht in Anschlag kommen und nur durch schnittliche Ergebnisse als maßgebend angesehen werden. Bei dem Ausgleich, der seit der rapiden Vermehrung der Verkehrsmittel zwischen den Arbeitskräften aller Kultur völker stattfindet, ist die Lage der arbeitenden Klassen überall fast dieselbe, so daß das anderwärts vorhandene statistische Material auch für eine Beurtheilung unserer Verhältnisse zu gebrauchen ist. Eine im vorigen Jahre von dem Chef der englischen Handels-Statistik, Robert Giffen, angestellte Untersuchung ergab, daß die durchschnittlichen Löhne der verschiedensten Arbeiter-Kategorien während des letzten halben Jahrhunderts um 50 bis 100 Prozent ge stiegen sind, während die Leistungen durch Abkürzung der Arbeitszeit um 20 Prozent verringert wurden Man könnte nun einwenden, daß der Geldwerth heute nicht der selbe sei wie vor 50 Jahren und daß man deshalb für eine bestimmte Geldsumme nicht dieselben Genüsse wie da mals erlangen könne. Giffen beweist aber ziffermäßig durch eine Gegenüberstellung der wichtigsten Ausgabeposten in der Haushaltung der arbeitenden Klassen/ daß viele Nahrungsmittel und Wohnungen, besonders aber die Klei dung und die Beleuchtung jetzt wesentlich billiger sind wie vor etwa 35 Jahren. Wenn trotzdem über eine Verschlech terung der Lage der Arbeiter geklagt wird, so beruht dies in den gesteigerten Ansprüchen, die jeder Stand, auch der jenige der Arbeiter, jetzt auf Bequemlichkeit, gute Nahrung und Kleidung erhebt. Für die thatsächliche Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen zeugen die geringere Sterblichkeit, die bessere Erziehung, die Abnahme der Eigenthumsverbrechen, der größere Verbrauch entbehrlicher Genußmittcl und die höheren Sparkassen-Einlagen. Nach weislich hat sich der mittlere Arbeitsverdienst rn den Haupt- industriezweigen während der Periode von 1850 bis 1883 in England und in den Vereinigten Staaten um 40 Proz. und in Frankreich um 53 Prozent verbessert. Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse in Deutschland und Oesterreich und verdient cs wohl bemerkt zu werden, das; der seit 1850 vorhandene Rückgang dec Güterpceise eine allgemeine Vermehrung der Bcdürfniß - Befriedigung und Genüsse er möglichte. Eine weitere Steigerung der Arbeitslöhne ist freilich bei der augenblicklichen Lage der Industrie zunächst nirgends zu erwarten, vielmehr mußten sogar in England in neuester Zeit bei den stärksten Arbeitszweigen die Lohnpreise etwas cniicdrigt werden und ähnliche bcdaneitiche Erscheinungen waren auch anderwärts vorhanden. Dieselben können aber nur dazu dienen, auf die nöthige Kräftigung wichtiger In ¬ dustrien hinzuweisen, von deren Wohl und Wehe die für die Unbegüterten vor Allem wünschenswerthe Vermehrung der Arbeitsgelegenheit durchaus abhängt. Die Art und Weise aber, wie von sozialdemokratischer Seite in dem letzten Jahrzehnt der Kapitalismus angcseindet und bei den arbeitenden Klassen verhetzt wurde, war nur geeignet, wohl habende Bürger von industriellen Unternehmungen zurück zuschrecken und sie zu veranlassen, ihr erspartes oder er erbtes Vermögen in Staatspapieren und Hypotheken fest zulegen. Selbst bei den staatlichen Anforderungen stm die Fabrikanten behufs Sicherstellung ihrer Arbeiter kann die Grenze nicht überschritten werden, wo die Fabrikation auf hört, irgend eine Rente abzuwerfen. Der Sozialismus hört dort auf, eine Wohlthat für den Arbeiter zu sein, wo er anfängt, dem letzteren die Gelegenheit zur Beschäftigung empfindlich zu schmälern. Sollen deshalb die Staatsmänner und Sozialreformatoren die Hände in den Schooß legen und bei berechtigten Forderungen der Arbeiter sich gleichgiltig ver halten? Keineswegs! Es ist vielmehr das begehrens- wertheste Ziel aller Kulturbestrebungen, die Lage nicht nur der Fabrik- und Handarbeiter, sondern auch der jetzt gerade schwerbedrückten kleinen Handwerker zu heben, ihren Lebens kreis zu erweitern, ihr materielles Dalein zu verbessern, ihre geistigen Bedürfnisse zu wecken und zu befriedigen. Zur Erreichung dieses schönen humanen Ziels eignen sich aber wahrlich keine sozialdemokratischen Drohungen mit dem gänzlichen Umsturz der jetzigen staatlichen und gesell schaftlichen Ordnung, keine überstürzten Maßregeln und rücksichtslosen Eingriffe in die Verhältnisse des Handels und der Gewerbe, sondern nur die Regeln einer gesunden Volkswirthschafts-Politik, die sich nicht nur mit der Besse rung der Lage einer einzelnen Gesellschaftsklasse, sondern mit dem Großen und Ganzen beschäftigt. Hat im Laufe des letzten halben Jahrhunderts, ohne rücksichtsloses Ein greifen in die Verhältnisse, die Ausgleichung der Klassen unterschiede und die Verbesserung der Lage der arbeitenden Bevölkerung langsame aber stetige Fortschritte gemacht, so beweist das deutlich, daß es keiner himmelstürmcnden Welt verbesserer bedarf, um den berechtigten Forderungen der Arbeiter Erfüllung zu schaffen, so weit dies überhaupt möglich ist. Der Staat hat als solcher das größte Inte resse an der Wohlfahrt der breitesten Schichten de/ Be völkerung, deren Bedürfnissen er aber erst dann genügen kann, wenn dieselben genau erkundet und mit den zu Gebote stehenden Mitteln verglichen sind. Von Seiten der Arbeiter muß aber auch das ihnen von falschen Freunden eingeimpfte Vvrurtheil schwinden, als ob der Staat den angeblich be vorzugten Klassen mehr Wohlwollen entgegcnbrächte als der besitzlosen Bevölkerung. Im richtig konstruirten Staate giebt es zwar viele Bcrufsartcn, aber alle muß derselbe eine Geist redlichen Schaffens treiben. Das Leben der Gegen wart schätzt die Einzelnen nicht nach ihrem Besitz, sondern nach ihrem Streben und ihren Leistungen. Tagesschau. Freiberg, der. 11. März. Wenn auch für einzelne deutsche Bundesfürsten eine Regelung der Braunschweiger Erbfolge erwünscht wäre, bei der sich die Ansprüche des Herzogs von Cumberland mit der nöthigen Wahrung der Reichsinteressen vereinigen ließen, so haben sich dieselben doch jeder Einmischung in diese Angelegen heit enthalten, welche nur durch einen freien Entschluß des hannöverschen Thronprätendenten eine rasche Lösung finden kann. Trotzdem haben einzelne Berliner Blätter mehrere deutsche Fürsten genannt, welche am kaiserlichen Hofe für die Ansprüche des Herzogs thätig gewesen sein sollen. Die offiziösen „Berliner Politischen Nachrichten" erklären jedoch jetzt ausdrücklich, daß alle bezüglichen Mittheilungcn durchweg aus der Luft gegriffen sind, und daß insbesondere weder der König von Sachsen, noch der Fürst Reuß j. L. sich für die braunschweigischen Ansprüche des welfischen Prätendenten ver wendet haben. „Allerdings", heißt cs in der betreffenden Richtigstellung weiter, „hat Herr Windthorst, in seiner Eigen schaft als Mandatar des Herzogs von Cumberland, Versuche gemacht, vom König von Sachten empfangen zu werden. Zu einem solchen Empfange aber ist cs nicht gekommen. Eben sowenig ist der König von Sachsen auf das Anerbieten des Herrn Windthorst eingegangen, ihn mit den Verhandlungen wegen Uebernahme des dem Könige seitens des Herzogs von Braunschweig hinterlassenen schlesischen Grundbesitzes zu be trauen, hat vielmehr allerhöchst seinen Hausmarfchall Grafen von Vitzthum zur Führung der einschlägigen Verhanvlungen in Berlin bevollmächtigt." Die Ecbfolgefrage selbst ist noch immer in Dunkel gehüllt, welches durch die gestern von dem Präsidenten des Regentschaflsrathes, Graf Görtz-Wrisberg bei der Eröffnung des Landtages in Braunschweig abgegebenen Erklärung keineswegs gelichtet wird. Der erwähnte Minister sagte, es ließe sich annehmen, daß seit dem Schluß des außerordentlichen Landtages am 17. Februar Schritte ge schehen seien, um die wichtige Frage der Thronfolge zur Klärung zu bringen, daher habe die Landesversammlung auch das Recht, Mittheilungcn zu erwarten, zumal in den Zeitungen verbreitet würde, daß die Landesregierung bereits in Verhand lung bezüglich der Thronfolge eingetreten sei. Man habe auch auf die letzte Anwesenheit des Ministers in Berlin verwiesen, die jedoch nur den Austausch der Ratifikationsurkunden und Eifenbahnverträge bezweckte. Die gegenwärtige Lage der Thronfolgesrage betreffend, sei die Sachlage seit dem 17. Febr. wesentlich dieselbe. Bei der Landesregierung wären keinerseits, namentlich nicht von dem Herzog von Cumberland, der bisher allem Rechte auf die Thronfolge beanspruchte, Schritte zur Klärung der schwebenden Thronfolgesrage geschehen. Ob und inwieweit an anderer Stelle Schritte geschehen seien, darüber könne die Landesregierung der Versammlung keine Mittheilung machen. Ob in den kommenden Monaten bis zum Ablauf des Sterbejahres Ereignisse emtreten würden, die eine neue Phase in der Thronfolgefrage herbeiführen, darüber stehe der Landes regierung zur Zeit keine Kenntniß zu. Sollten derselben bei dem Ablauf des Sterbejahres keinerlei Mittheilungcn behufs Herbeiführung der Verhandlungen zugehen, so würde die Re gierung und der Regentschastsrath dem Landtage alsdann die durch das Regenffchastsgesetz gebotenen Vorschläge unterbreiten. Bis dahin bitte der Regentschastsrath aber, ihm das bisher geschenkte Vertrauen behufs Lösung der schwierigen Aufgabe ferner zu bewahren. „Die braunschweigische Landesvertretung", meint die „Nationalzeitung", „wird einen seltenen Beweis be scheidener Gemüthsart geben, falls sie sich mit dieser Mit theilung begnügt." Im deutschen Reichstage konstatirte gestern der sozialdemokratische Abg. Bebel in Beantwortung der voraus gegangenen Erklärungen des Abg. Fürsten Radziwill, daß sich der Fall bezüglich des Anschießens eines als Treiber beschäf tigten Soldaten durch einen Prinzen Radziwill auf der Jagd genau so zugetragen, wie er ihn geschildert habe. Nur ein kleiner Jrrlhum fei ihm unlergelaufen, daß nämlich nicht der Hauptmann, sondern der Lieutenant Prinz Georg Radziwill, Berlin, Voßstraße wohnhaft, der Jäger gewesen; der Ange schossene sei der jetzige Gärtnergehilfe Max Wolff; der Tag der Jagd der 1l. Januar 1881. Abg. Fürst Radziwill erwiederte, er halte aufrecht, daß der Abg. Bebel fälschlich den einzigen Hauptmann Prinz Radziwill in der preußischen Armee beschuldigt habe, sowie daß kein Zivilprozeß gegen ein Mitglied seiner Familie angestrengt sei. Der Reichstag berieth sodann den Antrag des Abg. Ackermann betreffs Bei bringung des Befähigungsnachweises zum Betriebe handwerks mäßiger Betriebe, sowie auf stärkere Ausbildung der Innungen und Regelung der Sonntags- und Nachtarbeit. Abg. Acker mann führte dabei aus, daß es sich hier im Wesentlichen um den Befähigungsnachweis handle, der bis zu einem gewissen Grade das Publikum vor schlechter Arbeit und das Handwerk vor schlechter Konkurrenz schütze. Derselbe würde auch ver hindern, daß der Handwerker zu früh einen Hausstand gründe. Ferner hätte der Antrag auch einen erziehlichen Zweck, inso fern er mit dem Lehrlingswesen in Verbindung stehe. Eine Parteifrage fei der Antrag nicht, sondern eine rein wirth- schaftliche Frage. Von diesem Standpunkt aus hätten auch viele liberale Mitglieder des österreichischen Abgeordneten hauses für den Befähigungsnachweis gestimmt. Der Redner schlug vor, seinen Antrag einer Kommission von 21 Mitgliedern zu überweisen. Abg. Baumbach bezeichnete der Ackermann- schen Antrag als die Vorstufe zur Zwangsinnung und weniger geeignet, die Kleinindustrie vor dem Ruin zu schützen, als zu beweisen, was man in der jetzigen Reaktionszeit dem deutschen Handwerk zu bieten wage. Auch der nationalliberale Abg. Böttcher erklärte es als unberechtigt, in solcher Wesse das Handwerk vor jeder Konkurrenz zu schützen, während es viel richtiger sei, das Publikum vor Pfuschern zu behüten. Dieser Antrag lähme die Thatkrast des Handwerks und hebe nicht nur die Gewerbesreiheit, sondern auch die Freizügigkeit auf. Nachdem sich Abgeordneter v. Rheinbaben für den An trag ausgesprochen, sprach sich Abgeordneter Harm gegen denselben aus, weil er das Handwerk bureaukratisire, ohne ihin zu helfen. Abgeordneter Hitze fand die Tendenz des Antrages sympathisch, aber dessen Fassung bedenklich. In seinem Schlußwort wies der Mltantragsteller Abgeordneter von Kleist-Retzow daraus hin, daß man durch die Ge werbesreiheit das Aufblühen der Sozialdemokratie gefördert MMHyeiger md Tageblatt jj Inserate werden bis Vormiltag 11 Uhr angcnom- I men und beträgt der Preis für die gespaltene Zeile 1 , oder deren Raum 15 Pf. w Erscheint jeden Wochentag Abends '/,7 Uhr für den andern Tag. Preis vierteljährlich 2 Mark 25 Pf., zweimonatlich 1 M. 50 Pf. und einmonatlich 75 Pf. Amtsblatt für die königlichen und städtischen Behörden zu Freiberg und Brand. Verantwortlicher Redakteur: Iulius Braun in Freiberg. 37. Jahrgang. Donnerstag, den 12. März. ————— .——— - - -——-—