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Srscheikl Mi Wochentag früh »Uhr. Inserate Wer tz«, dis Nachmittag« tz Uhr für die nächst» scheinend« Nummer angenommen. Freiberger Anzeiger und gespaltene Zeile »d« Raum mit S A berechnet.' Tageblatt. 205. Tagesgeschichte. Dresden, 2. September. (Dr. I.) Der Stadtrath bringt in Gemeinschaft mit dem interimistischen hiesigen Bezirksarzte zur öffentlichen Kenntniß, daß, in Betreff de8 gegenwärtig statt- finLenLen Verkaufs von Pilzen auf hiesigem Markte, daS Ein bringen der sogenannten Kugelpilze, welche häufig als Trüffeln ausgegeben werden, aber der Gesundheit gefährlich sind, bei Strafe verboten ist, und macht darauf aufmerksam, daß die hier fraglichen schädlichen Pilze klein, fast kugelrund sind, auf dem Durchschnitte eine weiße Schaale, inwendig aber eine durch einen Kreis begrenzte schwarze Masse zeigen, ^während sich die echten Trüffeln daran erkennen kaffen, daß sie ausgeschnitten das Aus sehen einer durchschnittenen Muskatnuß haben. Leipzig, 2. Sept. (D. A. Z.) Die vielbesprochene Extra fahrt von Leipzig nach Paris ist trotz aller Anstrengungen doch nicht zustande gekommen, da sich nur 72 Personen dazu gemeldet, darunter 6 aus Leipzig. Die Nähe der Michaelismesse mag wohl für die Bewohner unserer Stadt der Hauptgrund der ge ringen Betheiligung gewesen sein. Chemnitz. Von 1222 Stimmberechtigten zur Wahl der Wahlmanner eines Landtagsabgeordneten nebst Stellvertreters für hiesige Stadt haben nur 374 ihre Stimmzettel abgegeben. Aus Berlin wird dem ,,D. I." über das Reiseproject des Kaisers von Rußland ein Bericht erstattet, der auch von anderer Seite her seine Bestätigung zu finden scheint. Hiernach wird der russische Kaiser am 14. September in Berlin eintreffen und am 16. Sept, nach Darmstadt gehen, woselbst derselbe einen etwa scchstägigen Aufenthalt zu nehmen gedenkt. Man betrachtet eS in Berlin als ziemlich sicher, daß der Ezar in Darmstadt eine Zusammenkunft mit dem Kaiser der Franzosen haben werde. Bon dort bcgicbt sich Kaiser Alexander zu einem mehrtägigen Besuch nach Stuttgart und kehrt sodann über Weimar nach Berlin zurück. Fürst Gortschakow wird den Kaiser auch auf dieser Reise begleiten. Berlin, 1. Sept. Die Hitze hat auf den Gesundheitszu stand Ler Truppen sehr übel eingewirkl, namentlich zeigt sich eine epidemische Entzündung der Augen, die in mehrere» Kaser nen einen Theil der Mannschaft dienstunfähig gemacht hat. Man glaubt daher an eine Beschränkung derproscclirten Manöver. Wien. Ueber die Reise des Kaisers Franz Joseph in Ungarn enthalten die Wiener Blätter folgende telegraphische Depeschen: „Rima - Szombath, 27. Aug. Nach Besichtigung der Armee und Anstalten ist der Kaiser heute um 8 Uhr, von stattlichen Banderien stets begleitet, von Balassa-Gyarmath abgercist und gegen 2 Uhr hier eingetroffen, wo Vorstellungen, Audienzen, dann das Hofdiner stattfanden. Abends war Rima- Szombath beleuchtet, nnd die Bevölkerung brachte dem Monarchen einen Fackelzug." „Rosenau, 28. Aug., 9 Uhr Abends. Vor der heute um 8 Uhr von Rima-Szombath erfolgten Abreise besichtigte der Kaiser die dortigen Acmter und langte dann binnen vier Stunden unter den Freudenöäußcrungen der längs deS Weges und in den Ortschaften zusammengcströmtcn Einwohner in der Bergstadt Rosenau an. In der Kathedrale, wo der Kaiser vom Bischof erwartet wurde, fand ein Te deum mit feier lichem Segen statt. Hierauf folgten Empfang, Vorstellungen, Audienzen, Besichtigung der Aemter und Anstalten. Danach beglückte Ler Kaiser auch die hierortige Industrieausstellung mit seinem Besuche. Um 3'/? Uhr fand Diner bei Hofe statt, Abends allgemeine Stadtbeleuchtung mit feierlichem Aufzuge der Berg knappen." Ferner wird aus Wien berichtet: „Die Reise des Kaisers in Ungarn wird noch fünf Tage dauern. Nächsten Sonnabend, 5 Sept., wird derselbe Abends mittels Eisenbahn von Waitzen wieder in Wien eintrcffen. Nach der Rückkehr von Ungarn wird der Kaiser das Cavallerielager nächst Parn- dorf inspiciren, und werden daselbst bereits Vorbereitungen für die Unterkunft deS kaiserlichen Hofes getroffen." 1857. Hannover. Wie die „Hannov. N." melden, war am 25. August der Waldbrand bei Unterlüß überall als bewältigt anzusehen. Die Brandfläche mag gegen 20VV bis 2500 Mor gen groß sein und der Schaden sich leicht auf 150- bis 200,000 Thlr. belaufen. Todt und angekohlt, somit nicht ganz verbrannt, stehen die Bestände da; jeder Windhauch bricht und wirft Stämme um, und eS ist Vorsicht nöthig, um in oder am Rande der Waldbestände nicht zu Schaden zu kommen. Ein großer Theil der Holzmaffe ist zwar noch nutzbar, dennoch ist die Einbuße erheblich. Auch der Boden ist ausgebrannt; die Bodenerde und der Humus sind eingeäscheri und die Asche wird lange nicht ersetzen, was an Nährstoff verloren gegangen. Auch das Thier- reich hat seine Opfer bringen müssen. Das Innere der Be stände ist noch unzugänglich und getödteteS Wild ist noch nicht gefunden; angesengtes Wild aber, besonders vom Feuer wie von Menschen geschrecktes und häufig dem Feuer wieder zueilendeS Rehwild ist mehrfach gesehen worden. Der arme Fuchs wußte nicht aus noch ein. Häher sah man todt zur Erde fallen; Schnepfen strichen wie am Hellen Tage. Traurig ist der An blick der zerstörten Bienenstände, obwohl mancher Stock gerettet ist, so sollen doch über 1000 Stöcke verbrannt sein; heimwärts fliegende Bienen suchten auf der Brandstätte ihrer Colonie Haus und Volk vergebens. AuS dem Haag, 27. Aug. Die Rüstungen für die ost indischen Besitzungen werden mit Rücksicht auf die in Indien ausgebrochene Empörung mit großem Eifer betrieben. Tagtäg lich treffen in Handerwisk neuangeworbene Truppen ein. Manche von ihnen haben indessen bereits aus ihrem Wege dahin Reue über ihren Eintritt in die vstindische Armee empfunden und der gefürchteten Einschiffung durch die Flucht sich zu entziehen gesucht. In Germersheim brach die hölzerne Brücke vor dem Vorwerke Vincenti gerade in dem Augenblick, als eine 18-pfün» der Kanone nebst Mannschaft über dieselbe fuhr; Kanone und zwei Kanoniere fielen in die Tiefe; von den letztern wurde der eine so stark beschädigt, daß er bald darauf starb, der andere befindet sich noch in ärztlicher Behandlung. Weimar, 31. August. Se. Hoheit Herzog Bernhard zu Sachsen-Weimar, der im Jahre 1807 als 15jähriger Prinz in die königlich sächsische Armee eintrat, ward am Jahrestage jenes Eintritts, den 28. August d. I., überrascht durch ein eigenhän diges Schreiben Sr. Majestät des Königs von Sachsen, welche- ihm nebst den Insignien des Großkreuzes des Militär-St.-Hein- rich-OrdenS, dessen Ritter Se. Hoheit bereits seit der Schlacht von Wagram war, der königl. sächsische Oberstlieutenant und Flügeladjutant Sr. Majestät, v. Fritsch, überbrachte. Paris, 31. August. Die Gleichgiltigkeit, mit welcher das dänisch-holsteinische oder eigentlich das dänisch-deutsche Zerwürf- niß hier angesehen wird, sucht die dänische Diplomatie in Theil- nahme zu ihren Gunsten umzuwandeln, und zeigt sich hier um so thätiger, als ihre ähnlichen Bemühungen in London durch die Ungunst der Verhältnisse, welche keiner weitern Erklärungen bedürfen, vereitelt wurden. Lord Palmerston soll dem dänischen Gesandten gesagt haben: „England hat in diesem Augenblick sein eigenes Holstein zu beruhigen." Hier wird es Dänemark leicht gemacht; wann hat die französische Politik je gezaudert, wo es galt, Deutschland irgendwie nahezutreten? Ohne An strengung gelang es Dänemark, das Tuileriencabinet zu über zeugen, daß Oesterreich und Preußen, als Schiedsrichter zwischen der dänischen Regierung und den holsteinischen Abgeordneten, " zu einseitig gegen jene auftreten und Partei gegen diese nehmen werden. Man versichert, daß Graf Walewskk die französischen Agenten von dieser Ansicht der kaiserlichen Regierung verstän digt habe, damit sie gelegentlich das rechte Wort zu sagen wüß ten. Die dänische Diplomatie ist zufrieden mit diesem Erfolge und hält ihren Sieg für unausbleiblich. Außer diesem Einwir ken auf die Negierung sucht man von Selten Dänemarks Stim men in der Presse zu gewinnen. Nicht nur die halbamtlichen bonapartistischen Organe, sondern auch daS Journal deS DköatS stellen sich auf die Seite Dänemarks gegen Holstein und Freitag, den 4. September.