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Erscheint jedm Wochentag früh » Uhr. Inserate wer den bi» Nachmittag« Z Uhr für die nächst erscheinende Nummer angenommen. Freiberger Anzeiger und Tageblatt. Prei« vierteljährlich 1» «g». Inserate ''werden die gespaltene Zeile »der deren Raum mit S äh cherrchuet.' . "'It 151. Sonnabend, Tagk8geschlchte. Dresden, 2. Juli. (Dr. I.) Im Laufe dieses Herbstes (vom 26. Sept, bis mit 2. Oct.) wird die sächsische Armee zu größern gegenseitigen Uebungen in und bei Dresden concentrirt werden und dabei ein Armcecorps von 20 Bataillonen, 20 Schwa dronen, 8 Batterien, 1 Pionnier- und Pomonierabtheilung mit dem erforderlichen Material zu Ueberbrückung der Elbe und 2 Sektionen Sanitätssoldaten bilden. Die Uebungen werden un ter der obcrn Führung Sr. königl. Hoheit des Kronprinzen in der Gegend zwischen Dresden, Wilsdruf und Meißen fiattfinden und sich auf eine große Revue und 3 Manövertage erstrecken. Die concentrirten Truppen werden hierzu in zwei gleich starke Armeedivisionen getrennt werden und diese bestehen: 1) aus der Leib- und ersten Jnfanteriebrkgade, aus dem vierten und ersten Jägerbataillon, aus der ersten Reiterbrigade, aus einer reitenden Batterie, aus drei Fußbaiterien, aus einer Sanitätssection, und 2) aus der zweiten und dritten Jnfanteriebrigade, aus dem zweiten und dritten Jägerbataillone, aus der zweiten und drit ten Reiterbrigade, aus einer reitenden Batterie, aus drei Fuß batterien, aus einer Sanitätssection. Der vorgedachten Con- centrirung gehen noch Separatübungen, bei den Jnfanleriebri- gaden von vierwöchentlicher und bet der Reiterei von dreiwö chentlicher Dauer, mit Zuziehung von Artillerie für die letzten 8 Tage, voraus, und beziehen zu diesem Behufe Separatcan- tonnements: die Reiterei bei Großenhain (vom 2. September ab), die Leibbrigade bei Elstra (vom 28. August ab), die zweite Jnfanteriebrigade bei Oederan (vom 28. August ab), die dritte Jnfanteriebrigade bei Dohna (vom 29. August ab), die Jäger brigade bei Kolditz (vom 27. August ab). Die erste Jnfanterie- brigade Kronprinz bildet währenddem die Garnison von Dresden. — Das städtische Festmahl zu Ehren des 25jährigen Be stehens der allgemeinen Städte-Ordnung allhier wird sich zahl reicher Theilnahme zu erfreuen haben. Eine besondere Aus zeichnung wird ihm durch die Gegenwart Ihrer k. Hoheiten deS Kronprinzen und deS Prinzen Georg, welche die städtische Ein ladung dazu anzunehmen geruht haben, zu Theil werden. Dem nächst sind als Ehrengäste geladen die Herren Staatsminificr, die Vorstände sämmtlicher höchsten, mittler« und niedern Behör den allhier, die Mitglieder des Ministeriums des Innern und der Kreisdirection, ingleichen viele andere bei den städtischen Angelegenheiten mitwirkende oder früher dabet thättg gewesene Persönlichkeiten, auch die Vorstände der städtischen Kollegien der Schwesterstadt Leipzig. Die Meisten der Geladenen haben dem Vernehmen nach ihre Theilnahme bereits zugesagt. Grünhain, 30. Juni. (D. I.) Beim gestrigen Quartal der hiesigen Schuhmacher-Innung feierten, was gewiß nicht all zu häufig vorkommt, drei Meister, Christian Gotthelf Ficker, Leopold Hedrich und Heinrich Scherffig ihr 50jähriges Jubi läum als M«ster 'n hiesiger Stadt. Krögis, 25. Juni. Am letzten Montag wurden hier vom hiesigen Pferdezüchterverein eine Stuten- und Fohlenschau ab gehalten. Die Zahl der Stücke — 110 Pferde und Fohles — war etwas geringer als im vorigen Jahre. Die Schau selbst fiel ausgezeichnet aus; von 110 Stücken wurden 40 als vor züglich von der Prüfungscommission herausgehoben. Prämien, welche in silbernen Bechern und Reitzeugcn bestanden, erhielten Hr. Thieme in Miltitz, Hr. Oehmigen in Hof, Hr. Chr. Grieb- ler in Görtitz, Hr. Geißler in Göltzscha, Hr. Ritthausen in Klipphausen. Ein Theil der Prämien, welche 150 Thlr. an Werth betrugen, wozu die Negierung 100 Thlr. und der Ver ein 50 Thlr. gegeben hatte, konnten nicht vertheilt werden. Un ter den aufgestellten Pferden zogen die 19 Stück eingeführten Percherons, welche sich durch kräftiges Fundament und kräftige Gangart wie bedeutende Zugkraft auszeichnen, die Aufmerksam keit der Kenner auf sich, wenn gleich sie sich nicht durch edle Formen empfehlen. Berlin, 30. Juni. (D. A. Z.) In hiesige» diplomatischen Kreisen will man wissen, daß außer Frankreich auch Rußland ».» ->. Juli. 1857. - ' in der deutsch-dänischen Streitfrage Noten an die betreffenden Cabinete erlassen habe, um zu einer Ausgleichung der Sache auf diese Weise mitzuwirken. Es dürfte nur die Frage entste hen, ob dem Auslande irgend eine Berechtigung zur Sette steh«, in eine Angelegenheit des Deutschen Bundes sich etnzumischtn. Die Diplomaten erwidern darauf, daß das kopenhagener Cabinet die Vermittelung namentlich Frankreichs in Anspruch genommen habe. Uebrigens habe das französische Cabinet Dänemark ermahnt, den billigen Forderungen der deutschen Großmächte im Interesse des europäischen Friedens Rechnung zu tragen. In der fran zösischen Note an Preußen und Oesterreich sei der leise Wunsch zu erkennen gegeben, daß die beiden deutschen Großmächte bei Aufrechterhaltung ihrer im Rechte begründeten Forderungen eine Berücksichtigung der schwierigen Verhältnisse Dänemarks obwalten lassen möchten. Das die Streitfrage eine lediglich Deutschland und Dänemarks betreffende sei, werde in der Note anerkannt. Wir lassen dahingestellt, ob diese Angaben hiesiger Diplomaten richtig sind. Dieser ganzen Auffassung gegenüber muß aber ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß die Federungen Preußens und Oesterreichs das Minimum deutschen Rechts in- sichfassen, ohne dessen Aufrechthaltung und Wahrung der In tegrität Deutschlands geradezu beeinträchtigt wird. Die Fode- rungen Deutschlands stützen sich auf die zwischen der Krone Dänemark und den deutschen Großmächten, als Vertretern des Bundes getroffenen Vereinbarungen. Es sind bestimmte Verspre chungen, denen Dänemark nachzukommen hat. Die Schwierig keit der Verhältnisse Dänemarks würde sich nur noch steigern, wenn diese letzten Rechte der Herzogtümer auch noch aufgeopfert werden würben, zu Gunsten einer in ihren Elementen entschieden zwiespältigen Schöpfung, die keinen Bestand auf die Dauer haben kann. Ist das deutsche Reich dazu da, um das Schlacht opfer für schwierige Verhältnisse zu werden, die sich Dänemark selbst bereitet hat? Für diese französische Anschauung müßte sich Deutschland auf das Nachdruckvollste höflichst bedanken und eine Vermittelung auf solcher Grundlage von vornherein auf das Allerentschiedenste von der Hand weisen, wenn sich die deut schen Großmächte überhaupt irgend eine Vermittelung in dieser rein deutschen Angelegenheit gefallen lassen wollen. — Die Gesammtschuldenlast der Stadt Berlin hat sich seit dem 1. Jan. 1856 um 274,028 Thlr. 10 Sgr. vermehrt und beträgt im Ganzen mit Einschluß einer Summe von 1,789,50V Thlrn., welche den städtischen Gasunternehmern zur Last fällt, 5,579,132 Thlr. 14 Sgr. In Berlin hat sich am 30. Juni ein zur Vorsicht mah nender bedauerlicher Unfall ereignet. Ein dort auf Besuch be findliches junges Mädchen von 18 Jahren hatte eine Freundin auf den Bahnhof begleitet, und lief, da sie vergessen hatte, ihr ein Packet mitzugeben, dem schon abgehenden Zuge nach, um ihr dasselbe zum Fenster hineinzuwerfen. Dabei verwickelten sich die weitbauschenden (Fluch der Crinoline!) dünnen Kleider in die Wagentritte, sie wurde vom Perron herab unter die Wagen gerissen und die Räder gingen ihr über beide Füße, die sofort amputirt werden mußten. Ihre Rettung ist zweifel haft, da auch der Brufiknochen verletzt ist. Braunschweig. Man macht auf falsche Banknoten der hiesigen Bank aufmerksam. Sie unterscheiden sich von den echte« dadurch, daß das Papier sehr schlecht, weich und grau und das Wasserzeichen zum Theil undeutlich ist. Paris. Napoleon läßt die Gebeine seines VetterS, des ältesten SohneS von dem Prinzen Jerome, der in Florenz be graben liegt, nach Paris bringen, um sie im Jnvalidendom bet- zusetzen. London, 30. Juni. England wird in Indien mit aller Energie auftreten. Nach Briefen aus London vom 29. Junt haben dem großen Ministerrath, der am 28. Juni beim KriegS- minister stattfand, mehrere Generale und Admirale beigewohnt. Die von Lord Panmure getroffenen Maßregeln wurden gebil ligt. Die Absendung frischer Truppen nach Indien wird mit großem Eifer betrieben. Das erste Detachement wird bereits