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I ver sink KM des Amtsgerichts Eibenstock k LSI» »AvK s asrt r- rp. rr. rsi leich- men. re 0 or- fern rlkin- r ne tz die den. It. de Uer p- be sei, rbei- nga- mit icrlhrz ht zu .e ge- ihrer 0<!>« Abonn ment viertelj. r M 50 Pf. einschließl. des »Jllustr. Unkerhaltungsbl.' u. der Humor Beilage »Seifen blasen* in der Expedition, bei unseren Bolen, sowie bei allen Reichspostanstalten. Tetkgr.-A-rrsse: Amtsblatt. Erscheint täglich abends mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage für den fol genden Tag I ns er l io n S pr eiß: die kleinspaltige Zeile 12 Pf. Im amtlichen Teile die gespaltene Zeile 30 Pf. Frrnsprrchrr Nr. 2tv. Zahl der Demonstranten im Tiergarten mit 150 bis 200000 etwa zehnmal so hoch angegeben, wie sie in Wirklichkeit war. Die ärgste Uebertreibung leisten sich Londoner Blätter, nach denen die Polizei scharf gegen die Demonstranten geschossen hätte. Es ist an dem ganzen Tage nicht ein einziger scharfer Schuß abge feuert worden. — Feuer auf einem deutschen Kriegs schiff. Ein gefährliches Feuer wütete an Bord des im Kieler Hafen liegenden neuen Linienschiffes „Po sen". Ein Arbeiter chatte aus Unachtsamkeit ein Licht stehen gelassen, durch das die großen zur Lagerung der Munition dienenden Regale in Brand gerieten. Das Feuer entwickelte eine solche Hitze, daß die eineinhalb Zentimeter starken Eisenplatten der Ummantelung sich bogen. Es war für die Feuerwehrleute außerordent lich schwer, an degr Brandherd zu gelangen, da das ganze Unterschisf vollständig verqualmt war. Die Re paratur wird mehrere Wochen in Anspruch nehmen. — In die Deutsche Kolonialschule in Mtzenhausen a. d. Werra sind seit ihrem Bestehen (1899) insgesamt 461 Schüler ausgenommen, und zwar außer 16 Ausländsdeutschen und einem deutschsprechen den Brasilier sowie einem zurzeit hier als Hospitant anwesenden jungen Siamesen, lediglich Reichsdeutsche. Von den 461 Kolonialschülern sind zurzeit 119 in deut schen Kolonien tätig, und zwar 34 in Ostafrika, 54 in Südwestafrika, 6 in Kamerun, 5 in Togo, 1 in Ch.ina, 10 in Neu-Guinea, 9 in der Südsee. 77 befinden sich gegenwärtig in Deutschland, sie sind entweder noch nicht ausgereist oder genügen ihrer Militärpflicht; ein klei ner Teil davon hat sich der heimischen Landwirtschaft oder dem kaufmännischen Beruf zugewandt. 78 sind zwar in außerdeutschen Ländern, aber doch mit ei nigen wenigen Ausnahmen im Dienste deutscher Un ternehmungen beschäftigt. Nur 15 Kolonialschüler sind in der Heimat oder draußen gestorben, während zur zeit 75 noch die Kolonialschule besuchen. Der Aufent halt der übrigen ist der Schule unbekannt. Deutsche Kolonien. — Der Bau der südwe st afrikanischen Nord-Süd bahn Windhuk-Keetmanshoop hat bei letzterem Orte begonnen. Oesterreich-Ungarn. — Eine Finanz Vorlage. Wie das „Frem denblatt" erfährt, hat der Finanzminister gestern dem Abgeordneten Hause eine Vorlage unterbreitet, durch die er zur Beschaffung eines Kapitals von 181 740000 Kro nen im Wege der Kreditoperation ermächtigt wird. Das Kapital ist hauptsächlich dazu bestimmt, den stark geschwächten Kassenbeständen die Beträge wieder zu zuführen, die aus Anlaß der mit der Einverleibung Bosniens zusammenhängenden militärischen Vorberei tungen vorschußweise gezahlt wurden. Griechenland. — DieKrise in Griechenland. Aus Rom, 8. März, wird gemeldet: Wie nunmehr feststeht, reist der Kronprinz von Griechenland demnächst nach Athen ab, um der Verlesung der königlichen Botschaft an die Kammer, die am Schlüsse der Session und auf speziel len Wunsch König Georgs im Beisein der gesamten Kö nigsfamilie erfolgen soll, beizuwohnen. Wie bereits jetzt verlautet, wird die Botschaft von der Kammer mit einer im freundschaftlichen Geiste abgefaßteu Kund gebung beantwortet werden, sodaß eine friedliche Bei legung des Konfliktes nicht allein zwischen dem Kö nig und dem Parlament, sondern auch zwischen dem Kronprinzen und seinen bisherigen Widersachern zu erwarten steht. Damit aber dürften auch wieder die Aussichten auf eine Konsolidierung der inneren Lage Griechenlands um ein Beträchtliches gestiegen sein — Korfu, 8. März. Der König von Sach sen ist heute nach Pola abgereist. Amerika. — Philadelphia, 8. März. Der Chef des Si cherheitsdienstes macht bekannt, daß der Aufforderung des Verbandes der syndizierten Arbeiter zum General streik weniger als 20 000 Arbeiter Folge geleistet haben. Die Arbeiterführer geben die Zahl der jetzt im Aus stande befindlichen Arbeiter auf 125 000 an. Der Bür germeister von Philadelphia erklärte, daß der Sym pathiestreik der im Dienste der Stadtverwaltung ste henden Leute beendet sei. Die öffentliche Ruhe wurde gestern nirgends gestört. — BeiderbrasilianischenPräsidenten- l von imm rmm- lsam bernl. ngen men vcha Zur intcrnntionalcn Laue. Augenblicklich ist man fast allerorts mit inneren Verhältnissen derart beschäftigt, daß man kaum ein Auge für die Vorgänge auf dem Gebiete der interna tionalen Politik hat. Dazu kommt allerdings, daß die internationale Lage im Großen und Ganzen eine ziem lich friedliche ist, abgesehen von den Vorgängen auf dem Balkan, wo indessen bei der Einigkeit der Mächte fol genschwere internationale Verwicttungen ziemlich aus geschlossen erscheinen. Es zeigt sich eben, daß die Groß mächtekonstellationen, wie wir sie vorfinden, ihr Gu tes haben, indem sie sich gegenseitig in Schach halten, wenngleich eine gewisse Gefahr in derartigen großen Gruppierungen liegt. Erfreulicherweise hat sich aber in den Staatskanzleien die Erkenntnis durchgerungen, daß es besser sei, die Gegensätze zu überbrücken, als durch Bemühungen, eine der Großmächte zu isolieren, die Gefahr einer Störung des Weltfriedens heraufzube schwören. Von diesem Punkte war man bekanntlich wäh rend des österreichisch-serbischM Konfliktes gar nicht so weit entfernt, aber gerade dieses unmittelbare Be vorstehen eines großen Weltbrandes scheint die Gemü ter zur Einsicht gebracht und einen 'wesentlichen Wern- depunkt herbeigeführt zu haben. Gewiß ist die russi sche Außenpolitik von verdächtigen Seitensprüngen nicht freigeblieben, und die Begegnung von Racconigi schien beinahe das Signal zu neuen Verwicklungen zu geben, da dem Vorgänge ersichtlich eine Spitze gegen Deutsch land und Oesterreich zu Grunde lag. Das Echo, wel ches die Entrevue allgemein sand, hat es wohl an der Newa nahegelegt, nicht gar zu weit zu gehen, seit eini ger Zeit haben dort bekanntlich Besprechungen zwischen Iswolski und dem österreichischen Botschafter Gra sen Berchthold stattgesunden, um eine Annäherung zu erzielen und eine Einigung über den. Balkan zustande zubringen. Ueber die Grundfragen soll man denn auch bereits ein Einvernehmen erreicht haben, so daß hier durch manche Reibungsslächen vermieden worden sind. Von der größten Bedeutung für die weitere internatio nale Entwicklung aber ist die Haltung Englands, und hier läßt sich denn auch mit Genugtuung konstatieren, daß man dort schon im eigenen Interesse und im Hin blick auf die innere schwierige Lage sich mit Deutsch land auf guten Fuß zu stellen beabsichtigt. Bon den Jsolierungsversuchen gegenüber Deutschland, oie sich vor wenigen Jahren abgespielt haben, und die eine über aus bedenkliche Situation hervorriefen, ist heute kaum noch etwas zu spüren. Einigen Diplomaten und sonsti gen Freunden Deutschlands mag das vielleicht nicht ganz nach Wunsch sein, und man hat erst kürzlich wahrnehmen können, wie nach dieser Hinsicht auch in Wien intrigiert wurde, wo man dem deutschen Botschaf ter ein Bein zu stellen suchte. Aber die gegenwärtige Leitung der englischen Politik steht zweifellos diesem Treiben fern. Tatsache ist es zwar, daß König Edu ard in jener bedenklichen Periode versucht hat, durch Versprechungen die Bündnistreue Oesterreichs in Ver suchung zu stellen, daß seine Bemühungen aber einen glatten Abfall bei Kaiser Franz Josef erfuhren. Seit dem hat man jenseits des Kanals ersichtlich eingelenkt. wähl sind für Hermes da Fonseca im ganzen 365 918, für Barbosa 174 300 Stimmen abgegeben worden. Im Staat Sao Paulo erhielt Hermes nur 25 541, Barbosa gegen 86 018 Stimmen. Lokale und sächsische Nachrichten. — Eibenstock, 9. März. Vom Vorsitzenden de- hiesigen ErzgebirgSzweigvereins, Herrn Findeisen, geht uns die Nachricht zu, daß unser Landtagsabgeordneter Herr Fabrik besitzer Bauer in Aue dem Verein zum Neubau des Biel Haus es 200 Mark überwiesen hat. Hoffen wir, daß Herr Bauer noch rechc viele Nachahmer findet. — Eibenstock, 8. März. Wie aus dem Inseratenteil heutiger Nummer ersichtlich ist, veranstaltet der im Vorjahre gegründete Kaninchenzüchkerverein am Sonntag, den 13. und Montag, den 14. d. M. im Restaurant »Zen- tralhalle* seine 1. Ausstellung. Wir wünschen dem iun- gen Verein einen guten Erfolg. — Dresden, 8. März. Gestern abend 8 Uhr lief am Holzmarkte ein etwa 65 Jahre alter Mann in ein Fuhr werk hinein und wurde umgerissen. Aus mehreren Wunden blutend wurde der Verunglückte nach dem Fried richstadter Krankenhaus gebracht, wo er nachts infolge Schädelbruches starb. Wie es heißt, handelt es sich um einen auf der Durchreise begriffenen russischen Baron. — Leipzig, 8. März. Nach einer im Ratsarchiv auf bewahrten Urkunde des Markgrafen Otto von Meißen ist die Stadt Leipzig um das Jahr 1160 von diesem sächsischen Fürsten zur Stadt erhoben worden. Leivzig würde danach in diesem Jahre sein 750jähriges Sradtjubiläum begehen können. Bis zum Jahre 1160 war Leivzig, daS heute rund 600000 Einwohner zählt, ein Dorf von 5000 Ein wohnern. — Leipzig, 8. März. AuS Mitleid nahm anfangs September vorigen Jahres ein hier wohnhafter Schlosser einen Unbekannten mit nach seiner Wohnung und gewährte ihm Obdach. Dw Fremde verschwand, nachdem er seinem Wohltäter die gesamte Barschaft gestohlen hatte. Jetzt traf der Bestohlene zufällig den Undankbaren wieder und veran laßte seine Festnahme. In dem Festgenommenen wurde ei« 27 Jahre alter Slallschweizer aus Warnsdorf festgestellt. — Reichenbach, 8. März. Ein kaiserlich russisches Geschenk in Gestalt eines ausgestopften also präparierten Auerochsen ist dem Verein für Naturkunde zugegangen. — Waldheim, 8. März. Am Sonntag nahm der sächsische Landesverband Evangelischer Arbeiter nachstehende an den Deutschen Gesamcoerband Evangelischer Arbeitervereine zu richtende Resolution an: .Die Tagung des Landesverbandes richtet an den Gesamtausschuß daS Ersuchen, den verbündeten Regierungen die Bitte vorzutragen, bei Aenderung des Strafgesetzbuches Vorsorge zu treffen, daß die zum Amte eines Schöffen oder Geschworenen berufenen Minderbemittelten und Arbeiter eine Entschädigung für ent gangenen Arbeitsverdienst auS der Staatskaffe erhalten und ferner gesetzlich festzulegen, daß Arbeiter und Angestellte nicht aus dem Grunde entlassen werden dürfen, weil sie staats bürgerliche Rechte und Pflichten ausüben. — Pirna, 8. März. Heute früh gegen '/<3 Uhr wurde auf der Eisenbahnstrecke zwischen den Stationen Großsedlitz und Heidenau durch den Dresden-Bodenbacher Güterzug Nr. 6703 eine unbekannte männliche, anscheinend dem Ar beiterstande angchörende Person überfahren und getötet. Vermutlich liegt Selbstmord vor. - Annaberg, 8. März. Die Königliche Medizinal behörde gibt bekannt, daß im Bezirk Annaberg im Jahre 1909 eine verhältnismäßig hohe SterblichkeitSzi ffer in den Erkrankungsfällen an Diphtherie (von 148 Persone« starben 27—14,i Prozent) zu verzeichnen gewesen ist. Sie führt dies auf die Abneigung gegen Serumbehandlung zurück und macht darauf aufmerksam, daß vielfach eine ganz falsche Vorstellung von dem vollkommen unschädlichen Diphterieserum besteht und durch Ablehnung desselben nicht selten diphtherie erkrankte Kinder in unverantwortlicher Weise der Todesgefahr ausgesetzt werden. — Obercrinitz,8. März. Ein Schadenfeuer zerstörte in der Nacht zum Sonnabend daS Wohnhaus des Böttchers Schmutzler hier. — Rentzschmühle, 8. März. Hier ist der Stein bruchsarbeiter Hessel dadurch sehr schwer verunglückt, daß er einen Schuß in einem Bohrloch, der stecken geblieben war, niederdrücken wollte, der Schuß explodierte und H. er litt schwere Wunden an Kopf, Brust und Armen. Gerade als daS Unglück geschehen war, traf ein Sohn deS H. ein, um dem Vater mitzuteilen, daß eins seiner Kinder gestorben sei. Ein anderer Arbeiter erhielt ebenfalls bedeutende Ver letzungen. — Altenburg, 8. März. Der auf dem Dache der Pfarre Langenleuba mit Reparaturarbeiten beschäftigte Dach decker Funk stürzte infolge eines Fehltritts vom Dach unk Tagesgeschichte. Dentschla»». — Der Kaiser begibt sich am heutigen Mittwoch an Bord des Flottenflaggschiffes „Deutschland" von Wilhelmshaven nach Helgoland, wo er die Küstenbefesti gungen und Hafenanlagen besichtigt.. Tags zuvor hatte der Kaiser in Begleitung seines Bruders, des Prinzen Heinrich, und des Großherzogs von Oldenburg Be sichtigungen auf der Kaiserlichen Werft vorgenommen. Am Donnerstag beginnt die Nordseefahrt. — Prinz Joachim, der jüngste Sohn des Kai serpaares, wird, einer Meldung der „Voss. Ztg." zu folge, den Seemannsberuf ergreifen. Er wird, sobald er die Prinzenschule in Plön verlassen haben wird, in die Kriegsmarine eintreten. — Admiral von Knorr erhiqlt vom Kai ser zu seinem 70. Geburtstag ein Telegramm, in dem der Monarch in dankbarer Erinnerung an Knorrs hohe Verdienste um die Marine seine herzlichsten Glück wünsche sendet. — Die Berichte über die Berliner Wahl rechtskundgebungen am jüngsten Sonntag ent halten viele und starke Uebertreibungen. So ist die und dessen Umgebung. Verantwortlicher Redakteur, Drucker.und Verleger: Emil Hannebohn in Eibenstock. » > —— 57. Jahrgang. ------------- Donnerstag, den 10. März -hl. iger Als' M ÄUMblatt für den