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1857 Donnerst»!,, Dccember. ttt Hermann Barth. Wie wandert gern ihr erster Blick Zu ihrem Jugendtraum zurück; Wie legt sie sich hier kindlich ans, Als wär' sic noch im Vaterhaus, In der Geschwister trautem Rcibn, Beim Vater und beim Mütterlein, Gebettet sicher, weich und warm Der Unschuld süßer Lnfi im Arm! Doch schaute ihr in alle Noth Herein ein sanftes Morgenroth, Vom Himmel, dem sie stets vertraut, Ward sie mit Balsam überthaut; Des Schicksals Wunden heilten zu Im Dämmcrschein der GlaubenSruh Und aus dem Dunkel wird ihr klar, Mit Thränen netzt sie feucht das Blatt, Drauf sich der Tod geschrieben hat, Der ihr der Blüthen viel bedeckt Und dafür Kreuze hingesteckt : Air Grabcsbügeln streift sie hin, Sucht einsam ihre-Lieben drin Und legt znm Todtenkranz das Herz Mit seiner Sehnsucht bangem Schmerz. Drnm, wird ihr auch das Auge feucht, Da sich das Jahr zur Ruhe neigt, Hinaus zum Vater aller Welt Blickt sie empor zum Sternenzelt. In jedem Stcrnlein winkt er ihr: „Getrost, mein Kind, ich bin mit dir, Und ob dir ost auch scheinen mag So trüb und schwük dein Lebenstag; 26enn sich das Jahr zur Ruhe neigt, Das letzte Blatt vom Banme schleicht Und dumpf und schwer der Glocke Schlag Ansruft des Jahres Sterbetag: Da zieht sich in ihr Kämmerlein Zu ernster Ruh die Seele ein, Schlägt der Erinnrung Denkbuch auf Und liest in ihrem Lebenslauf. Auch denkt sie mancher trüben Nacht, Die kummerschwer sie hat durchwacht, Der Sorgen, die an ihr gezehrt, Des bitt'ren Kelchs, den sie geleert Was ihr am Morgen hold erglüht, Am Mittag schon war's ihr verblüht, Der Hoffnung Rosen sind es nicht, Die sie vom Baum des Lebens bricht. - Ob Täuschung kalt dir auch entwand, Wonach dein heißes Sehnen stand; Ob dich auch schwer die Bürde drückt, Dieweil das Glück sich Blumen pflückt: Getrost, mein Kind, früh oder spat Führt dich zum Frieden auch dein Pfad, Und steuerst du zum Hafen ein, Wie süß wird dir die Ruhstatt sein!" Ortskalender. Staats-Telegraphen-Dureau täglich geöffnet von früh 8 Uhr bis Abend» 9 Uhr. Nicola»: früh halb 9 Uhr, Herr Pastor Sturm. Jacobi: früh halb 9 Uhr, Hk^r Pastor Rosenkranz. Beichte und Communion findet an diesem Festtage in den vor stehend erwähnten Kirchen nicht statt. -—— 303 Kirchliche Zkachrichten. Prediger. Am Sylvester, d. 3L Decbr. Petri: Abends 5 Uhr, Gestiftspredigt, Herr viuc. Reinhold. Am Neujahrstage. Vorm. Text: Röm. 8, 24—28. Nachm. Text: Luc. 12, 5—9. Dom: früh 9 Uhr, (zum Hauptlied Posaunenbcgleitung) — Herr Superintendent Merbach. — Nachm. Betstunde. Petri: früh halb 9 Uhr, Herr viac. Reinhold. — Nachm. derselbe. Heute den 31. December Versteigerung de« dem verstarb. C. F. Kimmer zugehörig gewesenen Hauses, DonatSgass« Nr. 812, durch das Königl. Gerichtsamt im Be zirksgericht hie, Vormittags 19 Uhr. den bis Nachmittag, UN- gespaltene Zeile ad« » Uhr sür di- nächst- _ deren Raum mit 5» «scheinende Nummer ' b-rechn-r. ' angenommen.