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Erscheint jeden Wochentag früh »Uhr. Inserate wer den bis Nachmittags ! Uhr sür die nächst« erscheinende Nummer angenommen. Freiberger Anzeiger und Tageblatt. Preil vierteljährlich IS Ngr.' Inserate ' «erde« die gespaltene Zelle »d« deren Raum mit 5 S, berechn«. 189. Tagesgeschichlü. Freiberg. Ocffentliche Gerichtsverhandlung den 1. Sep tember. Nachmittags 4 Uhr: Hauptverhandlung in Unter- suchunassachen wider Amalie Augusie Schönherr aus Erbisdorf, Diebstähle betreffend. Den 4. September. Vormittags 9 Uhr: Hauptverhandlung in Untersuchungssachen gegen Carl August Böhme und Andere, wegen wahrheitswidriger Aussage rc. Nachmittags 3 Uhr: Verhandlungstermin in Untersuchungs sachen gegen August Wilhelm Böhme, wegen Diebstahls. Den 8. September Vormittags 9 Uhr: Hauptverhandlung in Unter- suchungssachen wider Carl Ferdinand Förster allhier, wegen E'genthumsvergehen. Dresden, 26. August. (Dr. I.) Dem Berggebäude „Un verhofft Gluck" droht von dem linken Ufer der wilden Weißeritz auf Dorfhainer Forstrevier eine nicht unbedeutende Gefahr durch Abtrennung einer Felswand von 70—80 Ellen Höhe und ungefähr 25 Ellen Breite. Die in der Ablösung begriffene Felswand steht unmittelbar hinter dem Dampfmaschinengebäude; der Riß beginnt südwestlich, steigt nach Norden zu auf und geht südöst lich wieder abwärts. Derselbe hat sich so erweitert, daß an einigen Stellen des höchsten Punktes die Oeffuung Elle breit und deren Tiefe nicht abzusehen ist. Weiter unten ist Lie Spalte sogar 1'/, Elle breit; der Felsen droht an dieser letzter« Stelle jeden Augenblick herabzustürzen und kann ohne Lebensgefahr schon nicht genauer mehr untersucht werden. Welchen Verlaus die Ablösung nach Einsturz dieses Theiles nehmen werde, ist nicht vorauSzusehen. Oberhalb der Spaltung liegt noch eine Bergkcppe, bevor das Plateau seinen Anfang nimmt; diese könnte leicht nachstürzc». Ein am 15. August erst neu aufge- richtctes Nebengebäude der Grubenwcrke, welches unmittelbar unter dem bedenklichen Punkte liegt, ist seit dem 17. August wieder abgetragen worden. Auch die Grubengebäude sind be droht. Das Thal ist in der Umgebung des Felsens so eng, daß durch den Felssturz eine Verschüttung des Flußbettes und «ine Aufstauung der Weißeritz bis zu den nächsten Mühlen hinauf, bei etwaigem Durchbruche aber auch unterwärts Gefahr zu be sorgen ist. Seiten der Regierungsbehörden ist bereits Anord nung getroffen, daß auf die Dauer der Gefahr an der bedroh ten Stelle jeder Verkehr eingestellt wird, auch sind die zu Ver hütung weiterer Gefahr nöthigen Maßregeln schleunigst ange- ordnet ivordcn. Leipzig, 25. Aug. Die ,,D. A. Z." sagt von der Notiz aus der Times über den Tod des Reisenden vr. Vogel, (s. die vorgestrige Nr.), daß diese Nachricht bei näherem Betracht wohl nicht als eine neue Bestätigung des traurigen Gerüchtes betrach tet werden dürfe; denn sie stamme ebenfalls aus Bornu, sei also keine dircete. Auch erklärt im heutigen Leipziger Tageblatt der Vater des Reisenden, Bürgerschuldirector vr. Vogel, seinen theilnehmenden Freunden und Mitbürgern, daß ihm selbst bis jetzt alle und jede authentische Nachrichten über das Schicksal des Sohnes in Wadai fehlen. Demnach ist noch nicht jede Hoffnung auf das Leben des jungen muthvollen Reisend n auf- zugebcn, zumal auch vr. Barth, als er sich in Jnnerafrika be fand, fast zwei Jahre hindurch verschollen blieb und wiederholt für tvdt erklärt wurde. Magdeburg. Ueber die gemeldete Feuersbrunst giebt die „Magd. Ztg." folgenden Bericht: Magdeburg, 24. August. Ein heute Abend um halb 7 Uhr wahrscheinlich in dem an der Elbe gelegenen königlichen Proviantmagazine ausgebrochenes Feuer ergriff zunächst die daran vorbeiführende, nach amerika nischem Systeme in Holz ausgeführte lange Brücke dcrMagde- burg-Wittcnbergeschen Eisenbahn, welche nach anderthalb Stun den, nachdem sie in ihrem Brande die schönste Illumination der Welt dargeboten, in die Elbe stürzte, verzehrte das ganze große Magazingebäute mit all seinem reichen Inhalte, nebst einigen daran stoßenden Privatgebäuden, und verbreitete sich so eben, wo wir Dieses schreiben (9 Uhr Abends) über die den ge nannten Gebäude-Comvlex begrenzende Straße, auf Welcker ein 1857. halbes Dutzend Häuser der entgegengesetzten Seite auf einmal in Flammen standen. Da die Straßen dieses StadttheilS eng, die Häuser klein, alt und meist in Holz gebaut sind und ein sehr heftiger Nordostwind die Flammen gerade von der Elb auf die Stadt treibt, so ist bei dex furchtbaren Gluth an Löschen Zar nicht, an Retten wenig zu denken und es liegt jetzt durch aus außer aller Berechnung, wann und wo man deS FeuerS Herr werden wird. ('Nach neuern Nachrichten war daS Fener am 25. Aug. Morgens bewältigt. Die Zahl der abgebrannte« Häuser beträgt circa 30.) Wien, 22. Aug. Heute Nachmittag wird hier die außer ordentliche Gesandtschaft eintreffen, welche der Bei von Tunis an den Kaiser abgesendet hat, und welche als Geschenke pracht volle arabische Pferde rc. mitbringt. Die Gesandtschaft besteht aus dem Minister und Großsiegelbewahrer des Bei, General Ismael Sappa-Tappa, dem Obersten Rustam, Adjutanten des Bei, dem Obersten und Secretär des Bei, Graf de Raffo, und zwei Majoren und Adjutanten des Gesandten. Diese tunesische Gesandtschaft wird im Hotel Zur Stadt Frankfurt, wo mehrere große Appartements sür sie bestellt wurden, absteigen, um sich dann heute oder morgen an's Hoflager des Kaisers zu begeben und die Geschenke ehrerbietigst zu überreichen, wonach dieselbe nach Wien zurückkehren und daselbst mehrer« Tage verweilen wird. In Nbroscka bei Neograd in Ungarn feierte dieser Tage der evangelische Pfarrer Joh. Ladisl. Bartholomäides sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum, das ein besonderes Interesse durch den an die Person des Jubilars sich knüpfenden Umstand erhielt, daß die Vorfahren desselben, von einem Thurotzer Edel- manne abstammend, dreihundert Jahre hindurch seit der Refor mation in ununterbrochener Reihe in 8 Generationen das evan gelische Pfarramt in Ungarn verwalteten. Bei der Jubelfeier fungirten 4 Söhne und 4 Schwiegersöhne des Jubilars, sämmt- lich evangelische Pfarrer. Mainz, 24. Aug. Ein entsetzliches Brandunglück hat den zwei Stunden von hier entfernten großen und reichen Ort Oberolm heimgesucht. Seit gestern Mittag nach 1 Uhr wüthen dort die Flammen, welche heute Morgen um 5 Uhr noch lange nicht bewältigt waren. Bereits sind mehr als 80 Wohnhäuser, die Nebengebäude und reichgefüllten Scheunen nicht mitgerechnet, ein Opfer derselben geworden. Ein trauriger Mißstand ist «S, daß Oberolm ein sehr wasserarmer Ort ist und das Wasser zum Löschen daher weit hergeholt werden wuß. AnSbach, 19. Aug. Gestern wurde die zweite Versamm lung des Hauptvereins der Gustav-Adolph-Stiftung für Baiern diesseit des Rheins hier abgehalten. Das königliche Obereon- sistorium hatte seine Theilnahme für die Sache der Gustav- Adolph-Vereine durch Absendung eines Deputirten in der Per son des Oberconsistorialraths v. Liederskron kundgegeben; außer dem waren die dermalen hier anwesenden Näthe des königlichen Consifioriums vollständig erschienen, die beiden städtischen Col- legien und der Kirchenvorstand durch Deputationen vertreten. Dekan Sixt hielt die Fcstpredigt über Zachariä 9,10, und ent wickelte aus seinem Text in herzlicher und eindringlicher Rede die doppelte Aufgabe des Vereins, die des Bauens und des Sammelns. Die Verhandlungen wurden mit Verlesung des Jahresberichts eröffnet, aus welchem man erfuhr, daß der Ver ein im letzten Jahre eine Einnahme von 7000 Fl. gehabt hat, welche Summe nahezu um 800 Fl. die des Vorjahres übersteigt, aber immerhin noch gering genannt werden muß, wenn man die Bedürfnisse der zerstreuten Protestanten, welche die Hülfe des Vereins anrufen, damit vergleicht. Trotz des spärlichen Besuchs von auswärts wurde dennoch beschlossen, im nächsten Jahre wieder eine Hauptversammlung zu halten, und zwar in Erlangen. Beides unterliegt l^r allerhöchsten Genehmigung. Osnabrück, 21. Aug. Auf Requisition der russischen Re gierung ist hier, wie man der Weser-Zeitung schreibt, seit län gerer Zeit eine Untersuchung wegen Verfertigung falschen Pa piergeldes im Gange, die sich bereits im Sande zu verlaufen schien, als plötzlich gestern der Polizeicontcoleur Duve von Han- Freitag, den 28. August.